Überblick
ITIL 4 Strategist: Direct, Plan and Improve, kurz DPI, ist das gemeinsame Kernmodul der beiden ITIL-4-Aufbaupfade Managing Professional und Strategic Leader. Wer nach der Foundation-Stufe weiterkommen will, egal ob Richtung operatives Service-Management oder Richtung strategische Führung, kommt an DPI nicht vorbei. Wer die DPI-Prüfung besteht, hat verstanden, wie Vision und Zielsetzung einer Organisation über Governance-Strukturen, Risikoabwägung und ein wiederholbares Verbesserungsmodell bis in den operativen Alltag durchgereicht werden. Der Kurs baut den Prüfungsstoff entlang genau dieser Kette auf: von der strategischen Zielformulierung über Entscheidungsbefugnisse bis zur Frage, wie Fortschritt gemessen und an unterschiedliche Stakeholder-Gruppen kommuniziert wird.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Strategische Ausrichtung: Vision, Ziele und Governance Der erste Themenblock klärt, wie Organisationen von einer übergeordneten Vision zu konkreten, überprüfbaren Zielen gelangen. Governance wird dabei nicht als bürokratische Kontrollinstanz behandelt, sondern als notwendiger Rahmen, der Entscheidungsbefugnisse, Verantwortlichkeiten und Eskalationswege klärt, bevor operative Handlungsschritte greifen.
- Zusammenhang zwischen Vision, Mission und operativen Zielen herausarbeiten
- Governance-Modelle und deren Rolle in der Zielsteuerung unterscheiden
- Entscheidungsbefugnisse und Verantwortungsbereiche klar zuordnen
- Policy- und Rahmenwerksentwicklung für organisationale Steuerung
- Beispielszenario: Zielkaskadierung von der Unternehmensstrategie bis zum Team
Modul 2 — Risiko, Compliance und Ressourcensteuerung Direct, Plan and Improve behandelt Risikomanagement als integralen Bestandteil jeder Steuerungsentscheidung, nicht als nachgelagerte Prüfung. Dieser Block zeigt, wie Risiken systematisch bewertet, Compliance-Anforderungen eingehalten und Ressourcen sinnvoll auf konkurrierende Vorhaben verteilt werden.
- Risikobewertungsmethoden im Kontext strategischer Entscheidungen anwenden
- Compliance-Anforderungen in Planungsprozesse integrieren
- Ressourcenallokation zwischen laufendem Betrieb und Verbesserungsvorhaben abwägen
- Portfolio- und Investitionsentscheidungen anhand von Wertbeiträgen treffen
- Beispielszenario: Priorisierung mehrerer parallel laufender Verbesserungsinitiativen
Modul 3 — Kontinuierliche Verbesserung als Steuerungsmodell Kontinuierliche Verbesserung ist das Herzstück von DPI. Der Block behandelt, wie ein wiederholbares Verbesserungsmodell etabliert wird, das nicht bei einzelnen Projekten stehen bleibt, sondern zur festen Denk- und Arbeitsweise der gesamten Organisation wird.
- das ITIL-Modell der kontinuierlichen Verbesserung Schritt für Schritt anwenden
- Ist-Zustände erfassen und Ziel-Zustände realistisch definieren
- Verbesserungsschritte planen, umsetzen und deren Wirkung überprüfen
- Verbesserungskultur in Teams und über Abteilungsgrenzen hinweg stärken
- Beispielszenario: Aufbau eines organisationsweiten Verbesserungsregisters
Modul 4 — Wertströme, Metriken und Kommunikation Damit Steuerung wirkt, braucht es belastbare Kennzahlen und eine Kommunikation, die Fortschritt sichtbar macht. Dieser Block verbindet die Analyse von Wertströmen mit der Auswahl geeigneter Metriken und zeigt, wie Ergebnisse an unterschiedliche Stakeholder-Gruppen vermittelt werden.
- Wertströme im Hinblick auf Engpässe und Verbesserungspotenziale analysieren
- geeignete Metriken für strategische und operative Zielverfolgung auswählen
- Reporting-Formate für unterschiedliche Führungsebenen gestalten
- Kommunikationsstrategien für Change- und Verbesserungsvorhaben entwickeln
- Beispielszenario: Aufbau eines Kennzahlen-Dashboards für ein Verbesserungsprogramm
Praxisblock — Anwendung auf reale Steuerungssituationen Im Praxisblock wachsen die vier Themenblöcke zu einem durchgehenden Fall zusammen. Ausgangspunkt ist eine Organisation mit mehreren Serviceeinheiten und konkurrierenden Verbesserungsvorhaben — genau die Konstellation, in der Governance, Risikoabwägung und Ressourcensteuerung gleichzeitig gefragt sind und nicht mehr getrennt betrachtet werden können.
- Zielkaskade von der Organisationsstrategie bis zur Teamebene entwerfen
- Governance-Struktur für ein neues Steuerungsgremium skizzieren
- Risikoregister für ein mehrjähriges Verbesserungsprogramm anlegen
- Ressourcenkonflikt zwischen zwei Verbesserungsinitiativen moderieren
- Verbesserungsmodell auf einen realitätsnahen Ist-Zustand anwenden
- Wertstromanalyse für einen organisationsübergreifenden Service durchführen
- Kennzahlenset für ein Steuerungsgremium zusammenstellen
- Kommunikationsplan für ein größeres Change-Vorhaben entwerfen
- Eskalationsweg für eine Governance-Ausnahme definieren
- Fortschrittsbericht für ein laufendes Verbesserungsprogramm erstellen
- Stakeholder-Matrix für ein strategisches Vorhaben erarbeiten
- Abschlussfall: vollständige Steuerungslogik von Ziel bis Kennzahl durchspielen
Da DPI als Pflichtmodul sowohl im Managing-Professional- als auch im Strategic-Leader-Pfad zählt, wird durchgehend Wert daraufgelegt, die Inhalte losgelöst von einer einzelnen Fachrichtung zu vermitteln. Die Teilnehmenden sollen die Steuerungslogik unabhängig davon verstehen, ob sie später eher operative Serviceverantwortung oder strategische Führungsaufgaben übernehmen. Die Vorbereitung orientiert sich eng am offiziellen Prüfungssyllabus und arbeitet die dort vorausgesetzten Konzepte in der geforderten Tiefe auf, sodass die im Kurs behandelten Inhalte direkt auf die Prüfungsanforderungen einzahlen.
Lernziele:
- die Kernprinzipien von Direct, Plan and Improve als organisationsübergreifendes Steuerungsmodell einordnen
- Zusammenhänge zwischen Vision, Mission, strategischen Zielen und operativer Zielsetzung herstellen
- Governance-Strukturen definieren und Entscheidungsbefugnisse innerhalb der Organisation klären
- Risiko- und Compliance-Anforderungen in Steuerungsentscheidungen einbeziehen
- ein kontinuierliches Verbesserungsmodell aufbauen und im Tagesgeschäft verankern
- Metriken, Reporting und Kommunikationswege für Zielverfolgung gestalten
- Wertschöpfungsketten (Value Streams) im Hinblick auf Steuerungsanforderungen analysieren
- Change-Vorhaben auf organisationaler Ebene initiieren und deren Fortschritt überwachen
- die vier Dimensionen des Service Managements bei Planungs- und Steuerungsentscheidungen berücksichtigen
- Techniken zur Priorisierung konkurrierender Verbesserungsinitiativen anwenden
- Stakeholder-Erwartungen mit organisationalen Zielsetzungen in Einklang bringen
- Multiple-Choice- und Szenariofragen aus dem DPI-Prüfungssyllabus auf die zuvor erarbeiteten Steuerungskonzepte anwenden
Zielgruppe & Voraussetzungen
DPI richtet sich an Fach- und Führungskräfte im IT-Service-Management, die nach der ITIL-4-Foundation-Stufe eine höherwertige Zertifizierung anstreben und dabei organisationsweite Steuerungsverantwortung übernehmen oder vorbereiten wollen.
- IT-Service-Manager:innen mit ITIL-4-Foundation-Zertifikat
- angehende ITIL-Consultants, die den Managing-Professional-Pfad verfolgen
- Führungskräfte, die den Strategic-Leader-Pfad einschlagen wollen
- Projekt- und Programmverantwortliche mit Steuerungsaufgaben im IT-Umfeld
- Fachkräfte aus Governance, Risk und Compliance mit IT-Servicebezug
Für die Teilnahme an DPI wird das ITIL-4-Foundation-Zertifikat vorausgesetzt, da die dort vermittelten Grundbegriffe — Service Value System, Service Value Chain und die sieben Leitprinzipien — im Kurs als bekannt gelten und direkt vertieft werden. Praktische Erfahrung im IT-Service-Umfeld erleichtert den Einstieg, ist aber keine formale Zulassungsvoraussetzung. Gute Deutsch- oder Englischkenntnisse werden je nach Prüfungssprache benötigt, da Schulungsunterlagen und Prüfung in der Regel auf Englisch vorliegen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs kombiniert Präsenz- und Onlineanteile im Combined-Learning-Format und wechselt zwischen Konzeptvermittlung, Fallbeispielen und gezieltem Prüfungstraining. Wiederkehrende Übungsfragen im Stil der Zertifizierungsprüfung helfen, das eigene Verständnis laufend zu überprüfen. Diskussionen zu realitätsnahen Steuerungsszenarien ergänzen die theoretische Aufarbeitung des Syllabus und schaffen den Bezug zur eigenen beruflichen Praxis.
Die Weiterbildung wird überwiegend in Teilzeit angeboten, vereinzelt auch als Vollzeit-Intensivformat, sodass sie sich neben einer laufenden Berufstätigkeit absolvieren lässt. Der Umfang orientiert sich am offiziellen DPI-Curriculum von Axelos und deckt sämtliche für die Prüfung relevanten Themenbereiche ab.
Am Ende steht die Prüfung zum ITIL 4 Strategist: Direct, Plan and Improve — einem von Axelos vergebenen und international anerkannten Herstellerzertifikat, das in beiden Aufbaupfaden als Pflichtbaustein zählt. Der Kursanbieter stellt zusätzlich ein eigenes Lehrgangszertifikat über die absolvierte Schulung aus.
Nutzen & Perspektiven
DPI schließt die Lücke zwischen strategischer Absicht und operativer Umsetzung — eine Fähigkeit, die in vielen IT-Organisationen fehlt, obwohl sie über den Erfolg von Digitalisierungs- und Verbesserungsvorhaben entscheidet. Wer die im Kurs vermittelten Steuerungsprinzipien beherrscht, kann Zielkonflikte zwischen Teams sichtbar machen, Ressourcenentscheidungen fundiert begründen und Verbesserungsvorhaben so aufsetzen, dass sie nicht im Sande verlaufen. Da DPI Pflichtbaustein für zwei unterschiedliche ITIL-4-Zertifizierungspfade ist, erweitert die Qualifikation die eigenen Karriereoptionen in zwei Richtungen zugleich: Wer sich später für den Managing-Professional-Pfad entscheidet, hat mit DPI bereits ein zentrales Modul absolviert; wer Richtung Strategic Leader weitergeht, ebenso. Diese Flexibilität macht die Investition in DPI auch dann sinnvoll, wenn die endgültige Fachrichtung noch nicht feststeht. Für Organisationen ist eine Person mit DPI-Zertifizierung ein Gewinn, weil sie Governance-Strukturen, Risikoabwägungen und Verbesserungsprozesse nicht isoliert betrachtet, sondern als zusammenhängendes Steuerungssystem versteht — genau die Perspektive, die gebraucht wird, um IT-Services nicht nur zu betreiben, sondern gezielt weiterzuentwickeln.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet DPI von den anderen ITIL-4-Aufbaumodulen?
DPI ist das einzige Modul, das für beide ITIL-4-Aufbaupfade — Managing Professional und Strategic Leader — verpflichtend ist. Während andere Module fachspezifisch vertiefen, etwa in Richtung High-Velocity IT oder digitale Strategie, behandelt DPI die organisationsübergreifende Steuerungslogik, die für beide Richtungen gleichermaßen relevant ist.
Brauche ich praktische Führungserfahrung, um DPI zu bestehen?
Formal nicht. Vorausgesetzt wird nur das ITIL-4-Foundation-Zertifikat. Praktische Erfahrung mit Steuerungs- oder Verbesserungsprozessen erleichtert das Verständnis der Fallbeispiele, ist aber keine Zulassungsvoraussetzung für die Prüfung.
In welcher Sprache findet die Prüfung statt?
Die offizielle Axelos-Prüfung wird in der Regel auf Englisch angeboten, teils auch in weiteren Sprachen je nach Prüfungsanbieter. Schulungsunterlagen im Kurs orientieren sich am englischsprachigen Originalsyllabus, die Vermittlung im Unterricht erfolgt auf Deutsch.
Wie fügt sich DPI in eine spätere Spezialisierung wie HVIT oder Digital Strategy ein?
DPI vermittelt die organisationale Steuerungsebene, auf der spätere Spezialmodule aufbauen. Wer danach beispielsweise High-Velocity IT oder Digital and IT Strategy belegt, kann die dort behandelten fachspezifischen Konzepte direkt in die in DPI erlernte Governance- und Verbesserungslogik einordnen.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
Berufsbild ist branchenübergreifend einsetzbar. Karrierechancen hängen stark von zusätzlicher Spezialisierung und Region ab.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- IT-Manager/IT-Managerin752 Stellen
- IT-Service-Delivery-Manager/IT-Service-Delivery-Managerin195 Stellen
- Informationsmanager/Informationsmanagerin46 Stellen