Überblick
Dieses Modul der Python-Datenanalyst-Reihe legt den Fokus auf den direkten Umgang mit Datenbanken: Wie fragt man Daten mit SQL strukturiert ab? Wie verbindet man Python mit einer Datenbank, um Abfrageergebnisse weiterzuverarbeiten? Und wie integriert man diese Datenbankarbeit in moderne Microsoft-Cloud-Werkzeuge wie Azure und Power BI? Abgerundet wird das Kompetenzprofil durch CompTIA Data+, das internationale Standards in der Datenanalyse vermittelt. Dieses Modul unterscheidet sich deutlich vom Schwestermodul zur Datenstatistik (das Excel, statistische Methoden und Visualisierungstools ins Zentrum stellt) und vom fortgeschrittenen Modul (das Machine Learning und Sicherheitsanalysen behandelt): Hier steht die Datenquelle selbst im Mittelpunkt — die strukturierte Datenbank und die präzise Abfragesprache SQL.
Kursinhalte & Lernziele
Python und Datenbankanbindung Dieser Einstiegsblock führt Python als Plattform für Datenbankarbeit ein. Im Vordergrund steht nicht die Python-Sprache an sich, sondern ihre Rolle als Schnittstelle zwischen Anwendungslogik und Datenbank. Die Teilnehmenden lernen, eine SQLite-Datenbank aus Python heraus anzusprechen, Abfragen auszuführen und die Ergebnisse für die weitere Analyse vorzubereiten. SQLite dient als zugänglicher Einstieg, der die grundlegenden Konzepte ohne aufwändige Serverinfrastruktur greifbar macht.
- Einführung in Python als Datenzugriffswerkzeug
- Verbindungsaufbau zu einer SQLite-Datenbank mit dem sqlite3-Modul
- Abfrageergebnisse in Python-Datenstrukturen (Listen, DataFrames) überführen
- Grundlegende Fehlerbehandlung bei Datenbankverbindungen
- Unterschiede zwischen eingebetteten Datenbanken (SQLite) und Server-Datenbanken (PostgreSQL, MySQL)
- Praxisübung: Anbindung und erste Abfragen einer lokalen SQLite-Datenbank
SQL: Strukturen und Abfragemethoden SQL ist die Sprache, in der man mit relationalen Datenbanken spricht — und dieses Modul behandelt sie gründlich. Von einfachen SELECT-Abfragen über mehrstufige JOINs bis zur Aggregation mit GROUP BY werden alle wesentlichen Abfragestrukturen systematisch erarbeitet. Anhand eines simulierten ERP-Systems üben die Teilnehmenden, reale Geschäftsfragen direkt in SQL zu übersetzen.
- SELECT, FROM, WHERE: Grundaufbau einer SQL-Abfrage
- Verknüpfung mehrerer Tabellen mit INNER JOIN, LEFT JOIN und RIGHT JOIN
- Aggregation mit GROUP BY, HAVING und Aggregatfunktionen (SUM, COUNT, AVG, MAX)
- Unterabfragen (Subqueries) und Common Table Expressions (CTEs)
- Datenbanknormalisierung: 1NF, 2NF, 3NF und deren Einfluss auf Abfragestrategien
- Praxisübung: SQL-Abfragen für ein simuliertes ERP-System erstellen
Python und SQL kombiniert Dieser Block verbindet die ersten beiden Themenblöcke: SQL-Abfragen werden nicht mehr nur in einem Datenbank-Client ausgeführt, sondern direkt aus Python heraus gestartet, die Ergebnisse verarbeitet und für Auswertungen genutzt. Das Praxisbeispiel der Verkaufsdatenauswertung zeigt, wie ein vollständiger Analyse-Workflow von der Datenbankabfrage bis zur strukturierten Ausgabe aussieht.
- Ausführen von SQL-Abfragen aus Python mit sqlite3 und pandas
- Ergebnisse in pandas DataFrames übernehmen und weiterverarbeiten
- Parametrisierte Abfragen für dynamische Auswertungsszenarien
- Grundlagen des Python-for-Data-Science-Workflows im Datenbankkontext
- Datenqualitätsprüfung direkt in Python nach dem Datenbankimport
- Praxisübung: Verkaufsdatenanalyse mit Python und SQL kombiniert
Azure Data Fundamentals und Power BI Der vierte Block öffnet den Blick auf die Cloud-Infrastruktur und Business-Intelligence-Visualisierung. DP-900 (Azure Data Fundamentals) klärt, wie Daten in der Cloud gespeichert, verarbeitet und bereitgestellt werden — ein notwendiges Grundverständnis für alle, die mit Azure-basierten Datenplattformen arbeiten. Power BI (PL-300) schließt die Kette: Die zuvor abgefragten und bereinigten Daten werden visualisiert und in einem Dashboard aufbereitet.
- DP-900: Relationale vs. nicht-relationale Datenspeicher in Azure
- DP-900: Datenverarbeitungsparadigmen (Batch, Streaming) und Azure-Dienste
- Power BI Desktop: Datenimport aus SQL-Quellen
- Datenmodellierung und Beziehungen in Power BI
- Erstellung eines interaktiven Dashboards mit SQL-Datenbankquelle
- Praxisübung: Dashboard für Verkaufs- oder ERP-Daten in Power BI
CompTIA Data+ als Qualitätsrahmen CompTIA Data+ liefert den methodischen Rahmen für professionelle Datenarbeit jenseits der konkreten Werkzeuge. Datenqualität, Datenverwaltung und die ethische Dimension des Umgangs mit Daten werden eingeführt und auf die bisherigen Kursinhalte zurückbezogen. Die Abschlusskompetenz erlaubt es, Datenqualitätsprobleme in realen Reporting-Umgebungen selbstständig zu erkennen und zu beheben.
- Datenbankstandards und Datenqualitätsdimensionen nach CompTIA Data+
- Datentypen, Metadaten und Datenkataloge
- Grundlagen des Datenmanagements: Governance, Lifecycle, Lineage
- Qualitätsprüfung in Reporting-Projekten: vollständig, konsistent, aktuell
- Statistisches Grundverständnis für die Einordnung von Datenbankauswertungen
- Praxisübung: Datenqualitätsprüfung in einer simulierten Reporting-Umgebung
Lernziele:
- Python als Werkzeug für den Zugriff auf relationale Datenbanken einzurichten und zu nutzen
- SQL-Grundbefehle (SELECT, WHERE, JOIN, GROUP BY, ORDER BY) sicher und korrekt anzuwenden
- erweiterte SQL-Abfragen für komplexere Auswertungsszenarien zu konstruieren
- Datenbanknormalisierung zu verstehen und ihre Auswirkung auf Abfragekomplexität einzuschätzen
- eine SQLite-Datenbank mit Python anzubinden und Abfrageergebnisse in DataFrames zu überführen
- SQL-Abfragen mit Python zu kombinieren, um Verkaufsdaten oder ERP-Auswertungen zu erstellen
- Grundkonzepte von Azure Data Fundamentals (DP-900) zu erklären: relationale vs. nicht-relationale Daten, Datenverarbeitungsparadigmen
- Power BI (PL-300) mit einer SQL-Datenquelle zu verbinden und ein aussagekräftiges Dashboard zu erstellen
- Datenbankstandards und Datenqualitätsprinzipien aus dem CompTIA-Data+-Framework auf eigene Projekte anzuwenden
- Datenqualitätsprüfungen in einer Reporting-Umgebung eigenständig durchzuführen
- strukturierte Auswertungsergebnisse für technische und nicht-technische Zielgruppen verständlich aufzubereiten
- typische Fehlerquellen bei Datenbankabfragen (fehlerhafte JOINs, NULL-Handling, Performanceprobleme) zu erkennen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieses Modul richtet sich an alle, die Daten nicht nur verarbeiten, sondern verstehen wollen, woher sie kommen und wie man sie sauber abfragt.
- Berufseinsteiger, die systematisch in die Datenanalyse einsteigen wollen
- Fachkräfte aus kaufmännischen oder technischen Berufen mit Interesse an Datenbankarbeit
- Python-Einsteiger, die SQL als zweite Kernsprache für Datenarbeit erwerben möchten
- BI-Interessierte, die die Verbindung zwischen Datenbank und Visualisierung verstehen wollen
- Personen, die international anerkannte Zertifizierungen (DP-900, PL-300, CompTIA Data+) anstreben
Grundkenntnisse in Python — oder die Bereitschaft, diese parallel im Kurs aufzubauen — sind die wichtigste Einstiegsbedingung. Erfahrungen mit Tabellenkalkulationen oder Datenbanken sind hilfreich, aber keine Voraussetzung. Fortgeschrittene Statistikkenntnisse werden nicht benötigt; dieser Kurs legt das Datenbankfundament, auf dem spätere statistische oder Machine-Learning-Analysen aufbauen können.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs läuft im Combined-Learning-Format: Theorieblöcke zu SQL, Python und den Microsoft-Frameworks wechseln mit direkten Programmierübungen ab. Die Praxisbeispiele orientieren sich an Szenarien aus dem ERP-, Vertriebs- und BI-Umfeld, die in vielen Unternehmen anzutreffen sind. Teilnehmende arbeiten an echten Abfragen und Dashboard-Projekten, keine rein abstrakten Übungen. Das Kursformat ermöglicht sowohl Vollzeit- als auch Teilzeit-Durchläufe.
Der Kurs ist auf mehrere Wochen ausgelegt. Angeboten wird er in Vollzeit und Teilzeit; die Termindaten zeigen, dass Teilzeit häufiger gewählt wird, was auf eine Zielgruppe hinweist, die den Kurs parallel zu Beschäftigung oder anderen Verpflichtungen absolviert.
Der Kurs bereitet auf anerkannte Herstellerzertifizierungen vor: Microsoft DP-900 (Azure Data Fundamentals), Microsoft PL-300 (Power BI Data Analyst Associate) und CompTIA Data+. Diese Prüfungen werden bei akkreditierten Testcentern abgelegt. Zusätzlich wird ein Lehrgangszertifikat als Abschlussnachweis ausgestellt.
Nutzen & Perspektiven
SQL ist nach wie vor die meistgefragte Einzelkompetenz in Stellenanzeigen für Datenanalyse-Rollen. Wer Python und SQL kombiniert beherrscht, kann Daten direkt an der Quelle abfragen — ohne Umwege über manuell exportierte CSV-Dateien oder fehleranfällige Kopierprozesse. Das beschleunigt Analyseprojekte und macht Ergebnisse reproduzierbar. Die Verbindung zu Azure und Power BI verschiebt das Kompetenzprofil in Richtung moderner Cloud-basierter Dateninfrastrukturen. Unternehmen, die auf Azure setzen, brauchen Mitarbeitende, die nicht nur SQL können, sondern auch verstehen, wie Daten in der Cloud bereitgestellt und visualisiert werden. DP-900 und PL-300 sind dafür die anerkannten Eintrittspunkte. CompTIA Data+ rundet das Profil um eine Dimension ab, die in der Praxis häufig unterschätzt wird: Datenqualität. Wer Abfragen schreibt, ohne die Qualität der zugrundeliegenden Daten zu beurteilen, produziert Ergebnisse, die zwar technisch korrekt, aber inhaltlich irreführend sein können. Dieses Modul schließt diese Lücke und gibt den Teilnehmenden das methodische Handwerkszeug für verantwortungsvolle Datenarbeit.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet dieses Modul von den anderen Python-Datenanalyst-Modulen?
Dieses Modul konzentriert sich auf Datenbanken und Abfragesprachen: SQL, Python-Datenbankanbindung, Azure-Datendienste und Power BI. Das Statistik-Modul behandelt Excel, statistische Methoden und Datenvisualisierung. Das Fortgeschrittenen-Modul geht in Richtung Machine Learning und Sicherheitsanalysen. Die Module bauen aufeinander auf, können aber auch gezielt einzeln belegt werden.
Welche Python-Kenntnisse brauche ich für diesen Kurs?
Grundlegende Python-Kenntnisse (Variablen, Schleifen, Funktionen) sind hilfreich. Der Kurs enthält eine Python-Einführungseinheit, sodass absolute Einsteiger ebenfalls starten können — der Einstieg ist dann jedoch herausfordernder.
Welche Zertifikate kann ich nach diesem Modul ablegen?
Der Kurs bereitet auf Microsoft DP-900 (Azure Data Fundamentals), Microsoft PL-300 (Power BI Data Analyst Associate) und CompTIA Data+ vor. Die Prüfungen finden bei akkreditierten Testcentern statt und sind nicht im Kurspreis enthalten.
Brauche ich für Power BI einen eigenen Azure-Account?
Für die Kursübungen genügt in der Regel eine kostenlose Power BI Desktop-Installation. Ein Azure-Account für Cloud-Dienste wird für die DP-900-Übungen empfohlen; Microsoft bietet kostenlose Testkonten an.
Kann ich dieses Modul auch ohne die anderen Python-Datenanalyst-Module belegen?
Ja. Das Modul ist eigenständig konzipiert und setzt keine vorherige Teilnahme an den anderen Modulen der Reihe voraus. SQL und Python-Grundlagen werden im Kurs eingeführt.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
Pflege- und Gesundheits-Fachkräfte sind seit 2018 durchgehend als Engpassberuf gelistet. Demografische Entwicklung treibt die Nachfrage; höhere Tarife in Pflege und Reform der Pflegeausbildung verbessern Einstiegsbedingungen 2025/26 weiter.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Facharzt/Fachärztin für Innere Medizin und Pneumologie205 Stellen
- Informationsmanagement (weiterführend)57 Stellen
- Entwickler/Entwicklerin für Datenvisualisierung40 Stellen