Überblick
Diese Weiterbildung qualifiziert Personen mit abgeschlossener QMB-Ausbildung zur internen Auditfachkraft nach DIN ISO 19011. Jedes nach ISO 9001 zertifizierte Unternehmen ist verpflichtet, mindestens einmal jährlich interne Audits durchzuführen. In diesem Kurs lernen die Teilnehmenden, ein vollständiges Auditprogramm aufzustellen, Audits zu planen und durchzuführen, Feststellungen korrekt zu dokumentieren und die Wirksamkeit von Korrekturmaßnahmen nachzuverfolgen. Eine TÜV-geprüfte Qualifikation bildet den Abschluss.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul legt die konzeptionellen Grundlagen des internen Auditierens. Die Teilnehmenden verstehen, warum interne Audits für jedes ISO-9001-zertifizierte Unternehmen nicht nur eine Pflicht, sondern ein wertvolles Steuerungsinstrument sind. Die Unterschiede zwischen System-, Prozess- und Produktaudit werden herausgearbeitet, um ein klares Verständnis für die verschiedenen Auditarten zu entwickeln.
- Bedeutung der internen Überprüfung im Qualitätsmanagementsystem
- Rechtliche und normative Grundlagen: ISO 9001 Anforderung an interne Audits
- Systemaudit, Prozessaudit und Produktaudit: Unterschiede und Einsatzfelder
- DIN ISO 19011: Aufbau, Anwendungsbereich und Leitprinzipien
- Beurteilung von Wirksamkeit und Leistung eines QM-Systems
- Abgrenzung internes Audit — Managementbewertung — externes Audit
Das zweite Modul behandelt Auditplanung und -vorbereitung. Ein gut vorbereitetes Audit ist die Grundlage für valide und verwertbare Ergebnisse. Die Teilnehmenden lernen, auf Basis des Auditprogramms konkrete Auditpläne zu erstellen, geeignete Auditoren auszuwählen und alle logistischen Vorbereitungen zu treffen.
- Entwicklung eines Auditprogramms für die eigene Organisation (Mehrjahresplanung)
- Auditziele festlegen und den Auditumfang bestimmen
- Auditplanung: Ablauf, Zeitplan und Auditfragen entwickeln
- Auditorenauswahl nach fachlicher und persönlicher Eignung
- Checklisten und Auditfragen vorbereiten
- Kommunikation mit den auditierten Bereichen vor dem Audit
Im dritten Modul steht die Auditdurchführung im Mittelpunkt. Von der Eröffnungsbesprechung über das Auditgespräch bis zur Abschlussbesprechung werden alle Phasen des Auditprozesses erarbeitet. Besonderer Wert liegt auf der Dokumentation von Feststellungen in Echtzeit und der Unterscheidung zwischen Konformität, Nichtkonformität und Verbesserungspotenzial.
- Struktur und Zweck der Eröffnungsbesprechung
- Durchführung des Auditgesprächs: Beobachten, Befragen, Belegen
- Dokumentation von Auditfeststellungen während der Durchführung
- Konformität und Nichtkonformität: Definition, Abgrenzung, Formulierung
- Hauptabweichung versus Nebenabweichung — Unterschiede und Konsequenzen
- Struktur und Inhalte der Abschlussbesprechung
Das vierte Modul beschäftigt sich mit Auditauswertung, Berichterstattung und Nachverfolgung. Der Auditbericht ist das zentrale Dokument, das die Ergebnisse des Audits für das Management und für die Normanforderungen verfügbar macht. Die Nachverfolgung von Korrekturmaßnahmen sichert, dass identifizierte Schwachstellen auch tatsächlich beseitigt werden.
- Aufbau und Inhalt eines vollständigen Auditberichts
- Formulierung von Feststellungen, Abweichungen und Empfehlungen
- Nachverfolgung von Korrekturmaßnahmen: Fristen, Verantwortlichkeiten, Wirksamkeitsprüfung
- Abschluss des Audits und Aktualisierung des Auditprogramms
- Archivierung von Auditunterlagen und Datenschutz
- Auditauswertung als Input für die Managementbewertung
Praxisblock — Simulierte Auditsituationen und Kommunikationstraining Der Kurs legt besonderen Wert auf die praktische Einübung von Auditsituationen. Kommunikation und Fragetechniken sind ein eigenständiger Themenschwerpunkt, der erkennt, dass Auditergebnisse wesentlich von der Qualität des Auditgesprächs abhängen. Rollenspiele und Übungen ergänzen die theoretischen Inhalte.
- Simulation einer vollständigen Eröffnungsbesprechung (Rollenspiel)
- Auditgespräch simulieren: verschiedene Fragetypen gezielt einsetzen
- Umgang mit defensiven oder blockierenden Gesprächspartnern
- Dokumentationsübung: Feststellungen in Echtzeit notieren
- Formulierung einer Nichtkonformität in schriftlicher Form
- Aufbau eines vollständigen Auditberichts anhand eines Beispielaudits
- Nachverfolgungsübung: Wirksamkeit einer Korrekturmaßnahme bewerten
- Gruppenübung: Auditplan für eine fiktive Abteilung entwickeln
- Vorbereitung auf die externe TÜV-Prüfung: typische Prüfungsfragen besprechen
- Peer-Feedback nach Rollenspielen
- Reflexion der eigenen Kommunikationsstärken und -schwächen
- Abschlussbesprechung und individuelle Qualifizierungsreflexion
Die Kommunikationsübungen machen einen wesentlichen Teil des Kurses aus, weil ein interner Auditor eine sensible Rolle in der Organisation einnimmt. Er prüft Kolleginnen und Kollegen und muss dabei Vertrauen aufbauen, ohne auf notwendige Kritik zu verzichten. Diese Balance ist lernbar und wird in diesem Kurs gezielt trainiert. Ein Auditor, der sowohl methodisch sicher als auch kommunikativ gewandt ist, trägt nachweislich stärker zur Qualitätsentwicklung der Organisation bei als jemand, der lediglich Checklisten abhakt. Dieser Kurs stellt sicher, dass beide Dimensionen entwickelt werden.
Lernziele:
Nach Abschluss dieser Weiterbildung können die Teilnehmenden als interne Auditorinnen und Auditoren eigenständig und methodisch sicher handeln. Sie sind in der Lage, das gesamte Auditgeschehen in einer Organisation zu organisieren — von der Programmerstellung bis zur Berichterstattung — und dabei die Anforderungen der DIN ISO 19011 vollständig einzuhalten. Die Absolventinnen und Absolventen sind nach dem Kurs in der Lage —
- Die Bedeutung interner Audits für das Qualitätsmanagementsystem der eigenen Organisation erläutern
- Wirksamkeit und Leistung eines Qualitätsmanagementsystems systematisch beurteilen
- System-, Prozess- und Produktaudits voneinander abgrenzen und planen
- Auditoren gemäß Anforderungen und Kompetenzen auswählen
- Auditziele definieren, ein Auditprogramm entwickeln und Auditpläne ableiten
- Audits strukturiert durchführen, von der Eröffnungsbesprechung bis zur Abschlussbesprechung
- Konformitäten und Nichtkonformitäten korrekt feststellen und begründen
- Auditberichte vollständig und nachvollziehbar erstellen
- Die Wirksamkeit eingeleiteter Korrekturmaßnahmen bewerten und nachverfolgen
- Den DIN ISO 19011 Leitfaden zur Auditierung von Managementsystemen korrekt anwenden
- Kommunikationstechniken und Fragemethoden im Auditgespräch einsetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie angehende Führungskräfte aus Organisationen, die ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt haben oder dabei sind, ein solches aufzubauen. Angesprochen sind insbesondere Personen, die als QMB tätig sind und zusätzlich die Auditfunktion übernehmen möchten, sowie solche, die gezielt für die Rolle des internen Auditors qualifiziert werden sollen. Typische Teilnehmerprofile sind
- Qualitätsmanagementbeauftragte (QMB) mit abgeschlossener QMB-Ausbildung
- Fachkräfte mit Qualitätsbezug aus Produktion, Dienstleistung oder Verwaltung
- Angehende Führungskräfte in QM-relevanten Funktionen
- Mitarbeitende, die für interne Auditprogramme nominiert wurden
- Personen, die auf eine Zertifizierungs- oder Complianceaufgabe vorbereitet werden
Der Abschluss als Qualitätsmanagementbeauftragte/r (QMB) muss zwingend vorliegen. Ohne diese Voraussetzung ist eine sinnvolle Teilnahme nicht möglich, da die QMB-Grundlagen als bekannt vorausgesetzt werden und im Kurs nicht wiederholt werden. Darüber hinaus werden mindestens ein Realschulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung erwartet. Sicheres Deutsch in Wort und Schrift sowie die Fähigkeit, eigenständig mit Office-Programmen und dem Internet zu arbeiten, sind ebenfalls Voraussetzung.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined Learning-Format in Vollzeit durchgeführt. Präsenzphasen sind für Rollenspiele, Kommunikationstraining und Gruppenübungen reserviert; Selbstlernphasen dienen der Auseinandersetzung mit Normtexten, Fallbeispielen und der Prüfungsvorbereitung. Die Kombination aus geführtem Lernen und eigenständiger Vertiefung ist auf die spezifischen Anforderungen einer Prüfungsvorbereitung abgestimmt.
Die Weiterbildung dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat und wird in Vollzeit absolviert. Dieser Zeitrahmen umfasst alle inhaltlichen Module, Praxisübungen und die Vorbereitung auf die externe TÜV-Prüfung. Die externe Prüfung selbst wird separat von TÜV Rheinland organisiert und ist Teil des Zertifizierungsprozesses.
Nach bestandener externer Prüfung erhalten die Teilnehmenden eine TÜV-Zertifizierung als Interner Auditor — ein anerkannter und branchenübergreifend geschätzter Qualifikationsnachweis. Zusätzlich stellt der durchführende Bildungsträger eine trägerinterne Teilnahmebescheinigung aus. Die TÜV-Zertifizierung ist auf dem Arbeitsmarkt ein starkes Signal und hebt die Absolventinnen und Absolventen von Bewerbern ohne formale Auditorkompetenz deutlich ab.
Nutzen & Perspektiven
Die Qualifikation als Interner Auditor ist eine der gefragtesten Zusatzqualifikationen im Qualitätsmanagement. Unternehmen aller Branchen und Größen, die nach ISO 9001 oder anderen Managementsystem-Normen zertifiziert sind, benötigen kompetente interne Prüfer. Die Nachfrage nach qualifizierten internen Auditoren ist entsprechend groß, und die Funktion wird oft mit zusätzlicher Verantwortung und entsprechender Vergütung verbunden. Das TÜV-Zertifikat, das nach bestandener Prüfung ausgestellt wird, ist branchenübergreifend anerkannt und öffnet Türen in Unternehmen aus Industrie, Dienstleistung, Gesundheitswesen und öffentlichem Sektor. Wer als QMB tätig ist und zusätzlich die Auditorenqualifikation erlangt, kann in seiner Organisation eine Schlüsselfunktion einnehmen und damit die eigene Karriereentwicklung deutlich vorantreiben. Die Weiterbildung ist bei AZAV-akkreditierten Bildungsträgern in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Darüber hinaus kommen je nach individueller Situation das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Leistungen zur Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Voraussetzungen muss ich für die Teilnahme erfüllen?
Der Abschluss als Qualitätsmanagementbeauftragte/r (QMB) muss zwingend vorliegen. Zusätzlich werden mindestens ein Realschulabschluss, eine abgeschlossene Berufsausbildung, sichere Deutschkenntnisse und grundlegende Office-Kenntnisse erwartet.
Was ist der Unterschied zwischen einem internen und einem externen Auditor?
Ein interner Auditor prüft ausschließlich die eigene Organisation und ist in der Regel deren Mitarbeitender. Ein externer Auditor prüft Fremdunternehmen im Rahmen von Zertifizierungsverfahren. Dieser Kurs qualifiziert für die interne Auditfunktion.
Was beinhaltet die TÜV-Zertifizierung?
Nach Abschluss des Kurses wird eine externe Prüfung durch TÜV Rheinland abgelegt. Bei Bestehen wird ein offizielles TÜV-Zertifikat als Interner Auditor ausgestellt. Dieses Zertifikat ist branchenübergreifend anerkannt und zeitlich befristet, sodass regelmäßige Rezertifizierungen erforderlich sein können.
Wie oft muss ein internes Audit in einem zertifizierten Unternehmen stattfinden?
Die ISO 9001 fordert, dass zertifizierte Unternehmen mindestens einmal pro Jahr ein internes Audit durchführen. In der Praxis führen viele Unternehmen häufiger Audits durch, insbesondere wenn es um spezifische Prozesse oder Risikobereiche geht.
Kann der Kurs über einen Bildungsgutschein gefördert werden?
Bei AZAV-akkreditierten Trägern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters in der Regel möglich. Auch das Qualifizierungschancengesetz, Leistungen zur Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung können je nach individueller Situation in Betracht kommen.
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