Überblick
Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001 ist längst kein Spezialthema mehr, das allein in Technik- oder Pharmaunternehmen gefragt ist. Produzierendes Gewerbe, Dienstleister, Logistikbetriebe, Bildungsträger und viele weitere Branchen verlassen sich auf strukturierte Qualitätssicherung, um Kundenzufriedenheit zu sichern und Fehlerkosten zu senken. Diese Weiterbildung vermittelt das gesamte Kompetenzspektrum vom Projektmanagement bis zum strategischen Qualitätsmanagement in drei aufeinander aufbauenden Stufen und schließt mit zwei anerkannten TÜV-Zertifizierungen ab.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Projektmanagement Projekte scheitern häufig nicht an mangelnder Fachkompetenz, sondern an unklaren Strukturen und fehlender Steuerung. Das erste Modul legt daher eine solide Grundlage in klassischem Projektmanagement: von der Initiierung über Planung und Durchführung bis zum formalen Projektabschluss.
- Phasenmodelle und Projektmethoden im Überblick
- Aufbau und Pflege eines vollständigen Projektstrukturplans
- Ressourcen- und Terminplanung sowie Meilensteincontrolling
- Kostenplanung, Fortschrittsberichte und Budgetkontrolle
- Digitale Projektsteuerung mit MS Project in der Praxis
- Kommunikation, Stakeholder-Management und Teamführung
Modul 2 — Qualitätsbeauftragte:r inkl. TÜV-Zertifizierung Der zweite Abschnitt widmet sich den normativen Grundlagen und operativen Aufgaben einer QM-Beauftragten nach ISO 9001. Im Vordergrund stehen Prozesskompetenz und die Fähigkeit, Qualitätssicherungsmaßnahmen eigenverantwortlich umzusetzen.
- Aufbau und Anforderungen der DIN EN ISO 9001 im Detail
- Prozessorientierter Ansatz: Prozesse identifizieren, beschreiben und steuern
- Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP): Methoden und Werkzeuge
- Messverfahren, Prüfpläne und statistische Auswertung von Qualitätsdaten
- Vorbereitung, Begleitung und Dokumentation von Qualitätsaudits
- TÜV-Zertifizierung zum/zur Qualitätsbeauftragten
Modul 3 — Qualitätsmanager:in inkl. TÜV-Zertifizierung Das dritte Modul erweitert die operative QM-Kompetenz um strategische und analytische Dimensionen. Sie lernen, ein Qualitätsmanagementsystem nicht nur zu betreiben, sondern aktiv weiterzuentwickeln und auf Unternehmensziele auszurichten.
- Strategische Ausrichtung des QM-Systems und Verbindung zur Unternehmensstrategie
- Prozessanalyse mit Quality Function Deployment (QFD) zur Kundenfokussierung
- Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) zur proaktiven Fehlervermeidung
- Leistungsindikatoren (KPI) definieren, messen und im Management-Review berichten
- Auditmanagement auf Systemebene: Planung, Durchführung, Auditbericht
- TÜV-Zertifizierung zum/zur Qualitätsmanager:in
Praxistransfer Die Verbindung von Projektmanagement und Qualitätsmanagement spiegelt die betriebliche Realität wider: In konkreten Fallbeispielen und Übungen wenden Sie die erlernten Methoden auf praxisnahe Szenarien an.
- Prozesslandkarte für ein fiktives Unternehmen erstellen und bewerten
- FMEA-Analyse für einen fehlerträchtigen Fertigungs- oder Serviceprozess durchführen
- KPI-Dashboard für ein QM-System konzipieren
- Projektplan für die Einführung eines QM-Systems nach ISO 9001 entwickeln
- Auditcheckliste gemäß DIN EN ISO 9001 erstellen und erproben
- Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen dokumentieren und nachverfolgen
- Schnittstellen zwischen Projektmanagement und Qualitätssicherung analysieren
- MS-Project-Datei für ein reales Weiterbildungsprojekt aufbauen
- Managementbewertung vorbereiten und Ergebnisse strukturiert präsentieren
- KVP-Workshop simulieren: von der Problemidentifikation zur Maßnahme
- Normanforderungen auf ein konkretes Unternehmensbeispiel übertragen
- Rollenspiel Audit: Auditierter und Auditor wechseln die Perspektive
Der Praxistransfer ist integraler Bestandteil des Combined-Learning-Formats und verbindet die drei Moduleblöcke inhaltlich zu einem kohärenten Qualifikationspfad.
Lernziele:
- Methoden der Projektplanung, -steuerung und -kontrolle sicher anwenden
- Prozessabläufe in Projekten klar strukturieren und Rollen eindeutig definieren
- Projektcontrolling mit MS Project professionell umsetzen
- Qualitätsmanagementsysteme nach DIN EN ISO 9001 verstehen und einführen
- Normative Anforderungen in betriebliche Prozesse übersetzen
- Den kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) planen und verstetigen
- Qualitätskennzahlen (KPIs) ermitteln, bewerten und kommunizieren
- Audits als QM-Beauftragter:e vorbereiten, begleiten und dokumentieren
- Geschäftsprozesse mit QFD und FMEA systematisch analysieren und optimieren
- Strategische Qualitätsziele auf operative Maßnahmen herunterbrechen
- Indikatoren zur kontinuierlichen Prozessbewertung definieren und einsetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Berufstätige und Wiedereinsteiger:innen, die eine qualifizierte Funktion im Qualitätsmanagement übernehmen oder sich für eine QM-nahe Position neu aufstellen möchten. Die folgenden Personengruppen profitieren besonders davon.
- Fachkräfte ohne bisherige QM-Qualifikation, die in ein Unternehmen mit ISO-9001-zertifiziertem Managementsystem wechseln wollen
- Beschäftigte aus Produktion, Einkauf, Logistik oder Verwaltung mit Interesse an QM-Aufgaben
- Projektmitarbeitende, die ihre Steuerungskompetenz durch eine formale QM-Qualifikation ergänzen möchten
- Arbeitsuchende mit kaufmännischem oder technischem Hintergrund, die sich beruflich neu ausrichten
- Berufsrückkehrer:innen, die mit einer anerkannten Qualifikation in den Arbeitsmarkt einsteigen wollen
Die Weiterbildung setzt gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift voraus, da alle Lernmaterialien, Übungen und Zertifizierungsunterlagen auf Deutsch verfasst sind. Spezifisches Vorwissen im Qualitätsmanagement wird nicht erwartet — der Kurs beginnt mit den Grundlagen und baut von dort systematisch auf. Computerkenntnisse auf Anwenderniveau erleichtern den Umgang mit MS Project und digitalen Lernplattformen.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung findet im Combined-Learning-Format statt. Theoretische Inhalte werden über eine digitale Lernplattform im Selbststudium erarbeitet, ergänzt durch Präsenz- oder Online-Seminare, in denen Fragen besprochen, Übungen durchgeführt und Fallbeispiele gemeinsam analysiert werden. Das Vollzeit-Format erlaubt eine konzentrierte Lernphase ohne lange Unterbrechungen und fördert den inhaltlichen Zusammenhang zwischen den drei Modulen. Digitale Werkzeuge wie MS Project werden direkt in der Lernumgebung eingesetzt, sodass der Praxisbezug unmittelbar erfahrbar ist.
Die Gesamtdauer beträgt mehr als einen Monat und bis zu drei Monate in Vollzeit, verteilt auf drei Modulblöcke zu je rund vier Wochen. Das Tempo ist auf eine solide Durchdringung der Inhalte ausgelegt — nicht auf schnelles Abhaken. Wer mit konzentriertem Lernen vertraut ist, kann die Sequenz stringent durchlaufen; das Format lässt gleichzeitig Raum für den nötigen Wissensaufbau zwischen den TÜV-Zertifizierungen.
Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten Sie zwei TÜV-Zertifikate: eines als Qualitätsbeauftragte:r und eines als Qualitätsmanager:in. Darüber hinaus wird ein trägerinternes Abschlusszertifikat ausgestellt, das die gesamte Weiterbildung dokumentiert. Die TÜV-Zertifizierungen werden von externen TÜV-Stellen ausgestellt und sind auf dem deutschen Arbeitsmarkt weithin anerkannt.
Nutzen & Perspektiven
Wer nach dieser Weiterbildung eine Stelle als QM-Beauftragte:r oder QM-Manager:in anstrebt, bringt nicht nur ein branchenbekanntes TÜV-Zertifikat mit — sondern zwei. Die Kombination aus Qualitätsbeauftragten- und Qualitätsmanager-Qualifikation macht Absolventen für mittlere und größere Unternehmen direkt einsetzbar, ohne dass eine interne Einarbeitung die Grundlagen abdecken muss. In Branchen mit strengen Qualitätsanforderungen — Automotive, Medizintechnik, Handel, Logistik — ist das ein messbarer Vorteil gegenüber Bewerber:innen ohne formalen QM-Nachweis. Der ergänzende Projektmanagement-Baustein erhöht die Einsatzbreite erheblich. QM-Fachkräfte werden in der Praxis regelmäßig in Projekte eingebunden: als interne Auditoren, als Berater bei Prozessoptimierungen oder als Verantwortliche für die Einführung neuer Normen. Wer hier auch Projektpläne erstellen, Budgets überwachen und Teams koordinieren kann, übernimmt schneller Verantwortung. Auch für diejenigen, die sich nach einer beruflichen Auszeit neu aufstellen, liefert diese Weiterbildung eine klare, für Arbeitgeber sofort verständliche Qualifikation. Zwei TÜV-Zertifikate und ein Trägerzertifikat stellen sicher, dass der Lernumfang transparent und überprüfbar bleibt — kein vages Weiterbildungsnachweis im QM-Bereich, sondern ein konkreter Kompetenznachweis nach anerkannten Standards.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifikate erhalte ich nach Abschluss?
Sie erhalten zwei TÜV-Zertifikate — Qualitätsbeauftragte:r und Qualitätsmanager:in — sowie ein trägerinternes Abschlusszertifikat. Die TÜV-Zertifizierungen werden von einer externen TÜV-Stelle ausgestellt und sind auf dem deutschen Arbeitsmarkt anerkannt.
Brauche ich Vorkenntnisse im Qualitätsmanagement?
Nein. Der Kurs beginnt mit den Grundlagen der DIN EN ISO 9001 und baut schrittweise auf. Gute Deutschkenntnisse und grundlegende Computerkenntnisse sind ausreichend für den Einstieg.
Wozu dient das Projektmanagement-Modul in diesem QM-Kurs?
QM-Fachkräfte sind in der Praxis häufig in Projekte eingebunden — etwa bei der Einführung eines QM-Systems oder bei Prozessoptimierungen. Das Projektmanagement-Modul inklusive MS Project vermittelt die Steuerungskompetenz, die dafür nötig ist, und erhöht die Einsatzbreite der Qualifikation.
Was ist der Unterschied zwischen Qualitätsbeauftragte:r und Qualitätsmanager:in?
Die Qualitätsbeauftragte:r-Qualifikation deckt die operative Seite ab: Normanforderungen kennen, Prozesse dokumentieren, KVP umsetzen. Die Qualitätsmanager:in-Qualifikation geht weiter und umfasst strategische Instrumente wie QFD, FMEA und KPI-Management auf Systemebene. Beide Stufen werden in diesem Kurs nacheinander absolviert.
In welchem Format findet die Weiterbildung statt?
Die Weiterbildung läuft in Vollzeit im Combined-Learning-Format: digitale Selbstlernphasen wechseln sich mit betreuten Präsenz- oder Online-Einheiten ab. Insgesamt dauert der Kurs mehr als einen und bis zu drei Monate.
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