Überblick
Externes Rechnungswesen ist das rechtlich und steuerlich relevante Rückgrat der unternehmerischen Rechenschaftspflicht. Dieser Kurs legt seinen Schwerpunkt genau dort: auf die handelsrechtlich konforme Buchführung, die Abschlusstechnik nach HGB und die digitale Praxis mit DATEV. Anders als eine allgemeine Einführung in die Buchführung setzt dieser Kurs bereits Grundkenntnisse voraus und führt direkt in die operative Tiefe der Finanzbuchhaltung — von der Buchung betrieblicher und persönlicher Steuern über die Sachanlagenbuchhaltung bis hin zum vollständigen Jahresabschluss für unterschiedliche Gesellschaftsformen. Das Ziel ist ein eigenständig arbeitsfähiges Profil in der Buchhalterrolle, das Unternehmen unmittelbar entlasten kann.
Kursinhalte & Lernziele
Steuerliche Buchungen und Durchlaufposten Betriebs- und Personalsteuern sind in der praktischen Buchführung ein alltäglicher, aber rechtlich sensibler Bereich. Dieser Themenblock vermittelt das korrekte Buchen von Umsatzsteuer-Voranmeldungen, Körperschaft- und Gewerbesteuer, Lohnsteuer sowie der verwandten Abgaben. Durchlaufposten — Zahlungen, die das Unternehmen im fremden Namen leistet oder empfängt — werden methodisch klar abgegrenzt und sachgerecht gebucht.
- Umsatzsteuer: Vorsteuer, Zahllast und Voranmeldung buchen
- Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer als Betriebssteuern buchen
- Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge korrekt erfassen
- Durchlaufposten: Definition, Abgrenzung und Buchungslogik
- Steuerliche Sondertatbestände im Kontext der externen Buchführung
- Fehlerquellen beim Buchen von Steuervorgängen erkennen und vermeiden
Sachanlagenbuchhaltung und Abschreibungen Die Anlagenbuchhaltung ist ein eigener Funktionsbereich innerhalb der Finanzbuchhaltung. Teilnehmende lernen, Zugänge, Abgänge und Umbuchungen im Anlagevermögen korrekt zu erfassen, Abschreibungspläne nach steuerlichen und handelsrechtlichen Vorschriften aufzustellen und außerplanmäßige Wertminderungen zu buchen. Der Anlagespiegel als Teil des Jahresabschlusses wird in seiner Struktur und Aussagekraft behandelt.
- Aktivierung von Anlagegütern: Anschaffungs- und Herstellungskosten
- Planmäßige Abschreibung: lineare, degressive und leistungsbezogene Methoden
- Außerplanmäßige Abschreibungen nach HGB und deren steuerliche Behandlung
- Anlagenabgänge und Ausbuchung von Restbuchwerten
- Anlagespiegel erstellen und lesen
- Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) und Sammelposten
Jahresabschlussarbeiten: Inventur, Abgrenzung und Rückstellungen Periodengerechte Buchführung erfordert am Ende jedes Geschäftsjahres eine Reihe von Abschlussarbeiten. Dieser Block befasst sich mit der Inventur als gesetzlicher Pflicht, mit zeitlicher Abgrenzung von Aufwendungen und Erträgen sowie mit der Bildung und Auflösung von Rückstellungen. Zudem werden die Bewertungsvorschriften des HGB für Vorräte, Forderungen und Verbindlichkeiten behandelt.
- Inventurpflicht nach HGB und Inventurverfahren
- Rechnungsabgrenzungsposten (RAP): aktive und passive Abgrenzung
- Rückstellungen: Pensionsrückstellungen, Urlaubsrückstellungen, sonstige Rückstellungen
- Bewertung von Vorräten (FIFO, Durchschnittsmethode, niedrigster Wertansatz)
- Forderungsbewertung: Einzelwertberichtigung und Pauschalwertberichtigung
- Verbindlichkeiten und deren handelsrechtliche Darstellung
Jahresabschlussformen, Bilanzanalyse und DATEV Der abschließende Themenblock verbindet die rechtliche Dimension — Jahresabschluss je nach Gesellschaftsform — mit der analytischen und digitalen Praxis. OHG, KG, GmbH und AG unterliegen unterschiedlichen Publizitäts- und Gliederungsanforderungen, die im Kurs jeweils besprochen werden. Kennzahlenanalyse auf Basis von Bilanz und GuV sowie die vollständige Buchführung mit DATEV schließen die Weiterbildung ab.
- Jahresabschluss der OHG: Kapitalkonten-Methode
- Jahresabschluss der KG: Komplementär und Kommanditist
- Jahresabschluss der GmbH: Bilanzgliederung nach § 266 HGB, Anhang und Lagebericht
- Jahresabschluss der AG: Besonderheiten bei Eigenkapital und Aktionärsinformationen
- Bilanzkennzahlen: Eigenkapitalquote, Liquidität I-III, Verschuldungsgrad, Rentabilitäten
- Digitale Buchführung und Jahresabschluss mit DATEV — vollständiger Workflow
Lernziele:
- Steuerliche Buchungen (Betriebssteuern, Personalsteuern, Durchlaufposten) korrekt durchführen
- Sachanlagen im Anlagevermögen verwalten und planmäßige sowie außerplanmäßige Abschreibungen buchen
- Inventur vorbereiten und durchführen sowie Abgrenzungsbuchungen und Rückstellungen korrekt bilden
- Vermögen und Schulden nach den Bewertungsvorschriften des HGB ansetzen und bewerten
- Jahresabschlüsse für Personengesellschaften (OHG, KG) und Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) verstehen und vorbereiten
- Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung lesen, analysieren und Kennzahlen ableiten
- Digitale Buchführungsprozesse mit DATEV durchführen und Buchungsbelege verwalten
- Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) in der täglichen Arbeit anwenden
- Jahresabschlussarbeiten im Rahmen des Periodenabschlusses strukturieren
- Kontenrahmen (SKR03, SKR04) anwenden und Konten korrekt zuordnen
- Bilanzkennzahlen interpretieren und für betriebliche Entscheidungen aufbereiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Personen, die beruflich in die Finanzbuchhaltung einsteigen oder eine vorhandene Praxiserfahrung durch fundiertes Fachwissen ergänzen möchten. Auch Quereinsteiger aus kaufmännischen Berufen sind angesprochen, sofern sie die formalen Zugangsvoraussetzungen erfüllen.
- Kaufleute aller Branchen mit abgeschlossener Ausbildung, die in die Buchhaltung wechseln möchten
- Quereinsteiger mit kaufmännischer Berufserfahrung ohne formalen Buchführungsabschluss
- Sachbearbeiter in Buchhaltungsabteilungen, die ihr Wissen auf Jahresabschlussebene erweitern wollen
- Personen mit abgebrochenem wirtschaftswissenschaftlichem Studium, die praxisnah qualifizieren möchten
- Wiedereinsteiger nach Elternzeit oder beruflicher Pause mit kaufmännischem Hintergrund
Für die Teilnahme wird eine abgeschlossene Berufsausbildung, ein Studium oder alternativ ausreichende kaufmännische Berufserfahrung vorausgesetzt. Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sowie grundlegende PC-Kenntnisse sind erforderlich, da der Kurs digitale Buchführungssoftware einsetzt. Ein internes Eignungsgespräch ist Bestandteil des Aufnahmeverfahrens. Buchhalterische Vorkenntnisse sind keine formale Pflicht, erleichtern den Einstieg aber deutlich — wer bereits mit Konten und Buchungssätzen vertraut ist, wird schneller Fortschritte erzielen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs kombiniert Lernphasen in einem combined-learning-Ansatz: theoretische Grundlagen werden im angeleiteten Unterricht erarbeitet, während Übungsaufgaben und Fallstudien den Transfer in die buchhalterische Praxis sichern. Die DATEV-Softwarearbeit nimmt einen eigenen praktischen Block ein. Vollzeit ist die häufigere Variante; Teilzeitvarianten stehen ebenfalls zur Verfügung. Die Kursdauer liegt typischerweise zwischen wenigen Wochen und einem Monat.
Die Weiterbildung dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat. Die genaue Stundenzahl variiert je nach Anbieter und Variante (Vollzeit oder Teilzeit), bewegt sich aber im Rahmen einer intensiven Weiterbildung auf Vollzeitbasis.
Bei erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein Trägerzertifikat mit der Bezeichnung „Rechnungswesen — Externe Buchhaltung". Es handelt sich um eine qualifizierte trägerinterne Zertifizierung, kein staatlicher oder kammergeprüfter Abschluss. Dennoch ist das Zertifikat auf dem Arbeitsmarkt anerkannt, da es konkrete Fachkompetenz in der HGB-konformen Finanzbuchhaltung und mit DATEV dokumentiert.
Nutzen & Perspektiven
Die externe Buchhaltung ist in jedem bilanzierenden Unternehmen eine Kernfunktion — und qualifiziertes Personal in diesem Bereich ist dauerhaft gefragt. Wer diesen Kurs absolviert, verfügt über das vollständige Handwerkszeug, um in einer Buchhaltungsabteilung eigenständig zu arbeiten: von der laufenden Buchführung über die Anlagenbuchhaltung bis hin zur Unterstützung beim Jahresabschluss. Die DATEV-Kompetenz ist dabei ein direkter Marktvorteil, da das System in Deutschland marktführend ist. Der klare HGB-Fokus unterscheidet diesen Kurs von allgemeinen Buchführungskursen. Wer weiß, wie Vermögensgegenstände nach Handelsrecht zu bewerten sind, welche Rückstellungen in welchem Umfang gebildet werden dürfen und wie ein Jahresabschluss für eine GmbH strukturiert sein muss, arbeitet nicht nur korrekt — er oder sie kann auch mit Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern auf Augenhöhe kommunizieren. Mittel- und langfristig bietet diese Weiterbildung eine solide Basis für weiterführende Qualifikationen: Der Schritt zum Bilanzbuchhalter (IHK) oder zum Fachwirt in der Buchhaltung wird durch die hier erarbeiteten Kenntnisse deutlich kürzer. Die Verbindung aus HGB-Theorie, Jahresabschlusspraxis und DATEV-Anwendung macht Absolventinnen und Absolventen zu gesuchten Fachkräften in Mittelstand und Steuerkanzleien gleichermaßen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Buchführungskenntnisse brauche ich, um teilzunehmen?
Vorkenntnisse in der Buchführung sind keine formale Zulassungsvoraussetzung, aber empfehlenswert. Wer mit Buchungssätzen, Konten und dem Prinzip Soll/Haben bereits vertraut ist, wird vom Kurs deutlich mehr mitnehmen. Ein internes Eignungsgespräch klärt die individuelle Eignung.
Was ist der Unterschied zu einem allgemeinen Buchführungskurs?
Dieser Kurs geht gezielt in die Tiefe der externen Buchhaltung nach HGB — mit Schwerpunkten auf Jahresabschlussarbeiten, Gesellschaftsformen und DATEV. Ein allgemeiner Buchführungskurs behandelt dagegen die Grundlagen der doppelten Buchführung ohne diesen Abschluss-Fokus.
Wird DATEV im Kurs tatsächlich praktisch geübt?
Ja. Digitale Buchführung und Jahresabschluss mit DATEV ist ein eigenständiger Bestandteil des Kurses. Teilnehmende erarbeiten praktisch den vollständigen Buchführungsworkflow, vom Beleg bis zur Auswertung.
Welche Gesellschaftsformen werden beim Jahresabschluss behandelt?
Der Kurs behandelt Jahresabschlüsse für OHG, KG, GmbH und AG — also sowohl Personen- als auch Kapitalgesellschaften. Damit deckt er die in der betrieblichen Praxis häufigsten Rechtsformen ab.
Ist der Kurs als Vorstufe zum Bilanzbuchhalter geeignet?
Ja. Die Inhalte — insbesondere HGB-Bewertung, Jahresabschlussarbeiten und Gesellschaftsformen — sind direkte Vorstufen für die Bilanzbuchhalterprüfung (IHK). Der Kurs ist kein formales Zugangserfordernis, bereitet aber inhaltlich sehr gut vor.
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