Überblick
Wer in einem Betrieb Auszubildende begleiten und rechtssicher ausbilden möchte, benötigt in Deutschland den Nachweis der Ausbildereignung – den sogenannten AdA-Schein, der auf der Grundlage der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) durch eine IHK-Prüfung erworben wird. Diese Weiterbildung bereitet systematisch auf genau diese IHK-Ausbildereignungsprüfung vor. Sie vermittelt das methodisch-pädagogische Handwerkszeug, das Ausbilderinnen und Ausbilder benötigen: von der Planung der Ausbildung über die Förderung von Lernprozessen bis hin zu Auswahlverfahren für neue Auszubildende. Der Kurs findet im Combined-Learning-Format in Vollzeit statt und wird von einem Anbieter mit 18 verfügbaren Terminen angeboten.
Kursinhalte & Lernziele
Rahmenbedingungen der Ausbildung Das erste Themenfeld vermittelt den rechtlichen und institutionellen Kontext, in dem betriebliche Ausbildung in Deutschland stattfindet. Ohne dieses Grundgerüst lässt sich weder ein rechtssicheres Ausbildungsverhältnis begründen noch lassen sich Konflikte sachlich klären.
- Berufsbildungsgesetz (BBiG): Rechte und Pflichten aller Beteiligten
- Ausbildungsordnungen und Rahmenlehrpläne – Verhältnis von Schule und Betrieb
- Jugendarbeitsschutzgesetz: Besonderheiten bei minderjährigen Auszubildenden
- Zuständigkeiten der IHK und anderer Kammern im Ausbildungswesen
- Probezeit, Kündigung und Streitigkeiten im Ausbildungsverhältnis
Planung der Ausbildung Professionelle Ausbilder/innen improvisieren nicht – sie planen. Dieses Modul zeigt, wie man aus einer Ausbildungsordnung einen betrieblichen Ausbildungsplan ableitet, der Lernfortschritte systematisch sichert und auf die Abschlussprüfung hinführt.
- Ableitung eines betrieblichen Ausbildungsplans aus der Ausbildungsordnung
- Lernorte und ihre Verknüpfung: Betrieb, Berufsschule, überbetriebliche Einrichtungen
- Ausbildungsabschnitte und Versetzungsplanung innerhalb des Betriebs
- Erstellung von sachlichen und zeitlichen Gliederungen
- Dokumentation des Ausbildungsverlaufs und der Lernfortschritte
Mitwirkung bei der Einstellung von Auszubildenden Der Ausbildungserfolg beginnt mit der richtigen Bewerberauswahl. Ausbildende Fachkräfte sind oft an Auswahlprozessen beteiligt – dieses Modul bereitet auf die pädagogisch und rechtlich korrekte Gestaltung dieser Phase vor.
- Anforderungsprofile für Ausbildungsberufe erstellen
- Eignungsbeurteilung: Beobachtungsmethoden und rechtliche Grenzen
- Vorstellungsgespräche und Eignungstests rechtssicher gestalten
- Abschluss des Ausbildungsvertrags: Formvorschriften und Pflichtinhalte
Förderung des Lernprozesses Das Herzstück des Ausbilderhandelns liegt im täglichen Miteinander mit Auszubildenden. Hier geht es um Lernpsychologie, Motivation und den praktischen Einsatz von Ausbildungsmethoden – Inhalte, die den Unterschied zwischen einem fachkundigen Anleiter und einem echten Ausbilder ausmachen.
- Lernpsychologische Grundlagen: Lerntypen, Lernkurven, Fehlerkultur
- Vier-Stufen-Methode der Ausbildung und ihre praktische Anwendung
- Projektmethode, Leittextmethode und handlungsorientierte Ausbildung
- Umgang mit Lernschwierigkeiten, Konflikten und Verhaltensauffälligkeiten
- Feedback, Beurteilung und Fördergespräche mit Auszubildenden
Methoden anwenden und die Prüfungsvorbereitung begleiten Ausbilder/innen sind nicht nur für die laufende Ausbildung verantwortlich, sondern auch für die Vorbereitung auf Zwischen- und Abschlussprüfungen. Dieses Modul schließt den Bogen von der Methodenkompetenz zur Prüfungsbegleitung. Der Einsatz handlungsorientierter Methoden steht im Vordergrund, da die IHK-Ausbildereignungsprüfung im praktischen Teil verlangt, eine solche Ausbildungssituation eigenständig zu konzipieren und durchzuführen.
- Strukturierung von Lerneinheiten nach dem Handlungsorientierungsprinzip
- Medieneinsatz in der Ausbildung: Digitale Tools, Arbeitsmaterialien, Demonstrationen
- Begleitung der Prüfungsvorbereitung: Hilfe zur Selbsthilfe statt Nachhilfe
- Auswertung von Beurteilungsbogen und Prüfungsprotokollen
- Rollenspiele und Simulation typischer Ausbildungssituationen für den praktischen Prüfungsteil
Lernziele:
- Kenntnis der gesetzlichen Grundlagen des deutschen Berufsausbildungssystems und der AEVO
- Verstehen der Rechte und Pflichten von Ausbilderinnen und Ausbildern im Ausbildungsverhältnis
- Planung einer strukturierten, zielorientierten Ausbildung anhand eines betrieblichen Ausbildungsplans
- Kompetenz zur Mitwirkung bei der Auswahl und Einstellung geeigneter Auszubildender
- Kenntnis lernpsychologischer Grundlagen zur Förderung individueller Lernprozesse
- Anwendung unterschiedlicher Ausbildungsmethoden (z. B. Vier-Stufen-Methode, Projektmethode)
- Gestaltung motivierender und lernförderlicher Ausbildungssituationen
- Umgang mit Lernschwierigkeiten und sozialen Problemen im Ausbildungskontext
- Vorbereitung von Auszubildenden auf Zwischen- und Abschlussprüfungen
- Kenntnis der relevanten Vorschriften aus Berufsbildungsgesetz (BBiG) und Jugendarbeitsschutzgesetz
- Selbstreflexion der eigenen Ausbildungsrolle und Weiterentwicklung der Ausbilderpersönlichkeit
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus allen Branchen, die in ihrem Unternehmen Ausbildungsaufgaben übernehmen möchten oder bereits übernehmen, ohne bisher die formale Ausbildereignung nachgewiesen zu haben. Auch Personen, die sich beruflich neu orientieren und in der beruflichen Bildung tätig werden möchten, finden hier den passenden Einstieg.
- Erfahrene Fachkräfte, die in ihrem Betrieb erstmals Auszubildende betreuen sollen
- Teamleiter/innen und Meister/innen ohne formal nachgewiesene Ausbildereignung
- Quereinsteigende in die berufliche Aus- und Weiterbildung
- Beschäftigte, die ihre pädagogische Kompetenz durch einen IHK-Nachweis formalisieren wollen
- Personen, die im Bildungssektor oder als selbstständige Ausbilder/innen tätig werden möchten
Zugangsvoraussetzung ist ein abgeschlossener Berufsabschluss, ein abgeschlossenes oder abgebrochenes Hochschulstudium oder ausreichende, nachweisbare Berufserfahrung. Grundlegende PC-Kenntnisse sind erforderlich, da das Combined-Learning-Format digitale Lernphasen einschließt. Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sind unerlässlich, da die IHK-Prüfung vollständig auf Deutsch abgelegt wird.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt – einer Mischung aus angeleiteten Präsenz- oder Onlinephasen und eigenverantwortlichen Selbstlernphasen. In der Vollzeitvariante ermöglicht dieses Format eine intensive Auseinandersetzung mit dem Lernstoff in kurzer Zeit. Praxisaufgaben, Fallstudien und Rollenübungen machen die pädagogischen Konzepte erlebbar und bereiten unmittelbar auf die praktische Prüfungskomponente vor, die bei der IHK-Ausbildereignungsprüfung eine zentrale Rolle spielt.
Das Angebot steht in 18 Terminen zur Verfügung. Die Vollzeitvariante ermöglicht eine kompakte Durchführung, die auf die Prüfungsperioden der IHK abgestimmt ist. Die genaue Stundenzahl hängt vom Anbieter und dem Prüfungsvorbereitungsumfang ab.
Nach erfolgreichem Kursabschluss und bestandener IHK-Prüfung erhalten Absolvent/innen den AdA-Schein (Ausbilderschein) gemäß AEVO. Dieser IHK-Abschluss ist bundesweit anerkannt und gesetzlich gefordert für alle, die offiziell als Ausbilder/in tätig werden wollen. Zusätzlich stellt der Bildungsträger ein trägerinternes Teilnahmezertifikat aus. Die IHK-Prüfung selbst besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil.
Nutzen & Perspektiven
Der AdA-Schein ist keine optionale Zusatzqualifikation, sondern für viele Betriebe und Positionen gesetzlich vorgeschrieben. Wer in einem Ausbildungsbetrieb als offiziell verantwortliche Ausbildungskraft eingetragen werden soll, braucht diesen Nachweis. Die Weiterbildung schafft damit eine unmittelbar verwertbare formale Qualifikation mit breitem Einsatzspektrum – von industriellen Großbetrieben bis zu kleinen Handwerksbetrieben. Über die reine Prüfungsvorbereitung hinaus ist der Kurs ein echter Kompetenzaufbau. Ausbilder/innen, die lernpsychologische Grundlagen kennen und verschiedene Ausbildungsmethoden gezielt einsetzen können, gestalten die Ausbildungszeit ihrer Azubis deutlich effektiver. Das zahlt sich für den Betrieb aus: Gut begleitete Auszubildende bestehen Prüfungen häufiger, verlassen den Betrieb seltener vorzeitig und werden häufiger übernommen. Im deutschen Bildungssystem gewinnt die berufliche Ausbildung als Fachkräftesicherungsinstrument wieder an Bedeutung. Qualifizierte Ausbilder/innen mit nachgewiesener pädagogischer Kompetenz sind gefragt – nicht nur in klassischen Handwerksbetrieben, sondern auch im IT-Bereich, im Gesundheitswesen und im Handel. Wer diese Weiterbildung abschließt, erweitert sein Berufsfeld erheblich und kann in verschiedenen Branchen Verantwortung für den Nachwuchs übernehmen. Wer zudem ohnehin als Fachkraft in einem Ausbildungsbetrieb tätig ist, kann durch den AdA-Schein formal die bereits gelebte Ausbildungsverantwortung untermauern – und damit eine Voraussetzung erfüllen, die viele Unternehmen zunehmend von ausbildungsbegleitenden Fachkräften einfordern.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der AdA-Schein?
Der AdA-Schein ist der umgangssprachliche Begriff für die Ausbildereignung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO). Er wird nach einer IHK-Prüfung (schriftlich und praktisch) vergeben und ist bundesweit anerkannt. Ohne ihn darf man in Deutschland nicht offiziell als verantwortliche Ausbildungskraft im Betrieb eingetragen werden.
Für wen ist diese Weiterbildung gedacht?
Sie richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus allen Branchen, die erstmals Auszubildende betreuen möchten oder müssen. Auch Quereinsteiger in die berufliche Bildung und Personen ohne bisherige pädagogische Kenntnisse sind willkommen – Voraussetzung ist ein Berufsabschluss oder ausreichende Berufserfahrung.
Aus welchen Teilen besteht die IHK-Ausbildereignungsprüfung?
Die AEVO-Prüfung besteht aus einem schriftlichen Teil (Multiple-Choice-Aufgaben zu Recht, Methodik und Psychologie) und einem praktischen Teil, in dem eine Ausbildungssituation vor einer Prüfungskommission simuliert wird. Der Kurs bereitet auf beide Prüfungskomponenten vor.
Ist der AdA-Schein in allen Branchen gültig?
Ja, der AdA-Schein ist ein branchenunabhängiger IHK-Abschluss, der deutschlandweit anerkannt ist. Er gilt in Handwerk, Industrie, Handel, IT und allen anderen Ausbildungsbereichen, in denen eine IHK oder vergleichbare Kammer zuständig ist.
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