Überblick
Dieser Kurs verbindet die vier methodischen Fundamente moderner IT- und Unternehmensberatung — Scrum, PRINCE2, ITIL 4 und Business Analysis — mit dem Schwerpunkt auf dem Management von Remote- und virtuellen Teams sowie der visuellen Prozessmodellierung mit Microsoft Visio. Wer heute abteilungsübergreifend Veränderungsprozesse begleitet, koordiniert in aller Regel Kolleginnen und Kollegen an verschiedenen Standorten, in Homeoffice-Situationen oder in international verteilten Projekten. Die Fähigkeit, digitale Zusammenarbeit strukturiert zu gestalten, Kommunikationslücken zu erkennen und Teamdynamiken trotz räumlicher Distanz aufrechtzuerhalten, wird zur Kernkompetenz. Das Programm ist als Combined Learning aufgebaut, sodass Präsenz- und Online-Phasen abwechseln und das Erlernte unmittelbar in simulierten Remote-Szenarien angewendet werden kann.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Agile Grundlagen und Scrum im verteilten Kontext Scrum ist für viele Teams ursprünglich in gemeinsamen Büros entstanden — seine Stärken entfalten sich aber ebenso in verteilten Umgebungen, wenn man die richtigen Anpassungen vornimmt. Dieses Modul vermittelt nicht nur das klassische Rahmenwerk (Rollen wie Product Owner und Scrum Master, Events wie Sprint Planning und Retrospektive, Artefakte wie Product Backlog und Definition of Done), sondern legt besonderen Wert auf die Besonderheiten eines Remote-Daily, asynchronen Sprintreviews und Tools zur Backlog-Pflege ohne physisches Board.
- Sprint-Planung bei asynchronen Teams: Zeitzonenkonflikte, geteilte Dokumente, gemeinsame Schätzformate
- Definition of Done in verteilten Teams klar vereinbaren und einheitlich überwachen
- Remote-Retrospektiven mit digitalen Whiteboard-Methoden strukturiert durchführen
- Impediment-Management ohne direkte Eskalationswege: alternative Eskalationskanäle aufbauen
- Virtuelle Daily Standups: Länge, Struktur und Dokumentation für asynchrone Teilnehmer
Modul 2 — PRINCE2 Foundation: Projektstruktur als Stabilitätsanker In geografisch verteilten Projekten ist eine klare Governance kein bürokratisches Korsett, sondern ein wesentlicher Stabilisator. PRINCE2 liefert dafür sieben Prinzipien, die unabhängig von Standort oder Teamgröße greifen. Themen wie die kontinuierliche Rechtfertigung eines Projekts (Business Case), die Aufteilung in überschaubare Managementphasen und die klare Delegation von Entscheidungsbefugnissen helfen dabei, dass Remote-Teams nicht in Abstimmungsschleifen versinken.
- Rollen im PRINCE2-Modell und ihre virtuelle Ausgestaltung (Project Board, Team Manager, Project Assurance)
- Produktbasierte Planung: Outputs statt Aufgaben definieren — besonders hilfreich für asynchrone Zusammenarbeit
- Ausnahmeberichte und Toleranzrahmen als Eskalationsinstrument bei verteilten Entscheidungsstrukturen
- Qualitätsprüfpunkte und Stage-Gates digital vorbereiten und dokumentieren
- Checkpoint Reports als regelmäßiges Kommunikationsinstrument zwischen Standorten einsetzen
Modul 3 — ITIL 4 Foundation: Service-Management in vernetzten Organisationen ITIL 4 beschreibt, wie IT-Services in modernen Organisationen erbracht, überwacht und verbessert werden — ein Wissen, das für Change Manager und Business Analysts unverzichtbar ist, die Schnittstellen zwischen Fachbereich und IT koordinieren. Das Modul stellt das Service Value System (SVS) in den Mittelpunkt, erläutert die vier Dimensionen (Organisationen und Menschen, Information und Technologie, Partner und Lieferanten, Wertströme und Prozesse) und zeigt, wie die sieben Leitprinzipien des Frameworks im Alltag wirken.
- Service Value Chain: wie IT-Tätigkeiten zu messbaren Ergebnissen für die Fachabteilung führen
- Vier Dimensionen des Servicemanagements und ihre Relevanz für Remote-Support-Strukturen
- Incident Management, Problem Management und Change Enablement im IT-Betrieb koordinieren
- Continual Improvement in verteilten IT-Teams operationalisieren
- Zusammenspiel von ITIL 4 und agilen Methoden: Wo ergänzen sie sich, wo entstehen Spannungen?
Modul 4 — Business Analysis und Requirements Engineering Anforderungen präzise zu erheben ist in jedem Projekt anspruchsvoll — in Remote-Projekten potenziert sich das Problem, weil informelle Gespräche und zufällige Begegnungen wegfallen. Dieses Modul vermittelt die BABOK-konformen Techniken der Business Analysis von der Grundlage bis zum Advanced Requirements Engineering. Schwerpunkte sind Stakeholder-Analyse, verschiedene Elicitierungstechniken (Interviews, Workshops, Beobachtung, Prototyping) und die strukturierte Dokumentation von Use Cases, User Stories und Prozessdiagrammen.
- Stakeholder-Maps für komplexe Remote-Projekte erstellen und gezielt pflegen
- Requirements-Workshops online vorbereiten und moderieren: Agenda, Breakout-Räume, digitale Whiteboards
- Funktionale und nicht-funktionale Anforderungen trennen und für technische Teams aufbereiten
- Traceability Matrix aufbauen: Anforderungen durch alle Phasen verfolgen und Änderungen nachvollziehbar machen
- Business Process Management: Ist-Prozesse erfassen, Schwachstellen identifizieren, Soll-Prozesse modellieren
Praxisblock — Remote-Management und Microsoft Visio in Aktion Der integrierte Praxisblock greift die Kernthemen des Kurses in realitätsnahen Szenarien auf. Teilnehmende erarbeiten gemeinsam Lösungen für typische Koordinationsprobleme in Remote-Umgebungen und setzen dabei sowohl die erlernten Methoden als auch Microsoft Visio als Visualisierungswerkzeug ein.
- Analyse eines realen Remote-Projektszenarios: Kommunikationsstruktur evaluieren und Schwachstellen benennen
- Scrum-Board für ein verteiltes Team digital aufsetzen und Sprint-Workflow definieren
- PRINCE2-Projektstruktur für ein Remote-Vorhaben dokumentieren: Initiation Stage Document erstellen
- ITIL-Service-Portfolio für eine fiktive IT-Abteilung skizzieren und Verantwortlichkeiten im Remote-Betrieb klären
- Stakeholder-Register für ein abteilungsübergreifendes Projekt in Microsoft Visio visualisieren
- Anforderungs-Workshop online moderieren und Ergebnisse in einem Use-Case-Diagramm festhalten
- Prozessdiagramme in Microsoft Visio: BPMN-Grundnotation für Geschäftsprozessmodellierung einsetzen
- Swimlane-Diagramme für Remote-Teams erstellen: Zuständigkeiten über Standortgrenzen hinweg klären
- Konfliktszenarien in virtuellen Teams erkennen, benennen und mit PRINCE2-Eskalationsmechanismen bearbeiten
- Team-Charta für ein neues Remote-Team entwickeln: Kommunikationsregeln, Werte, Arbeitsrhythmus
- Lessons-Learned-Session remote durchführen: Moderationsformat, Dokumentation, Follow-up-Maßnahmen
- Abschlusspräsentation der eigenen Projektergebnisse im virtuellen Plenum
Die Praxiseinheiten bauen direkt auf den jeweiligen Modulinhalten auf. Zwischen den Einheiten werden kurze Reflexionsaufgaben gestellt, die es ermöglichen, eigene Erfahrungen aus dem Berufsalltag einzubringen und mit den Methoden zu verknüpfen. Am Ende des Praxisblocks haben Teilnehmende einen vollständigen Überblick über die methodischen und sozialen Anforderungen an moderne Remote-Koordination — und können diesen Überblick in Form anerkannter Zertifizierungsprüfungen nachweisen.
Lernziele:
- Den Sprint-Zyklus in Scrum verstehen und typische Hindernisse in verteilt arbeitenden Teams methodisch lösen
- PRINCE2-Projekte mit klaren Rollendefinitionen und Eskalationswegen aufsetzen, die auch über Zeitzonen hinweg funktionieren
- Das ITIL 4 Service Value System als Orientierungsrahmen für den IT-Betrieb in Remote-Organisationen nutzen
- Geschäftsanforderungen nach den BABOK-Standards systematisch erheben, dokumentieren und priorisieren
- Asynchrone Kommunikationsstrukturen für virtuelle Teams entwerfen und Meetingformate an Remote-Bedingungen anpassen
- Werkzeuge zur digitalen Teamkoordination (Boards, Videokonferenz-Protokolle, Shared Backlogs) gezielt einsetzen
- Vertrauen und Teamkohäsion in verteilten Gruppen bewusst aufbauen und Motivationstiefs frühzeitig erkennen
- Komplexe Prozessabläufe mit Microsoft Visio modellieren und für verschiedene Stakeholdergruppen aufbereiten
- Stakeholder in Remote-Settings identifizieren, segmentieren und adäquat in Entscheidungen einbinden
- Change-Impulse über digitale Kanäle wirksam kommunizieren und Widerstände transparent ansprechen
- Anforderungs-Traceability über Projektphasen hinweg sicherstellen und Abweichungen nachvollziehbar dokumentieren
- Eigene Präsenz und Führungswirkung in videobasierten Settings gezielt schärfen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs ist konzipiert für Menschen, die bereits in Projekten mitgearbeitet haben oder koordinierende Aufgaben übernehmen und dabei zunehmend in verteilten oder hybriden Arbeitsumgebungen tätig sind.
- Nachwuchsführungskräfte und Projektkoordinatoren, die Teams über mehrere Standorte hinweg leiten sollen
- IT-Fachkräfte, die in Richtung Business Analysis oder Change Management wechseln möchten
- Teamleiter aus Verwaltung, Vertrieb oder Operations, deren Bereiche auf Remote-Strukturen umgestellt wurden
- Beraterinnen und Berater, die Kunden bei der Einführung agiler oder hybrider Arbeitsmodelle begleiten
- Quereinsteiger mit Hochschulabschluss oder mehrjähriger Berufserfahrung, die sich methodisch absichern möchten
Für diesen Kurs werden keine spezifischen Vorkenntnisse in einem der Zertifizierungsgebiete vorausgesetzt. Hilfreich sind erste praktische Erfahrungen in Projekten — sei es als Sachbearbeiter, Koordinator oder Teamleiter. Grundlegende Computerkenntnisse (Umgang mit Office-Anwendungen, Videokonferenztools) sind Voraussetzung. Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift werden benötigt, da Prüfungsunterlagen für PRINCE2 und Scrum auch in Deutsch verfügbar sind; für ITIL 4 Foundation sind Englischkenntnisse hilfreich, da manche Prüfungsfragen in englischer Originalterminologie formuliert sind.
Ablauf & Abschluss
Das Programm läuft im Combined-Learning-Format: Live-Online-Sitzungen wechseln mit eigenständigen Lernphasen ab, in denen Lernmaterialien, Übungsaufgaben und digitale Kollaborationstools genutzt werden. Die virtuelle Lernumgebung spiegelt dabei bewusst die Arbeitssituation wider, für die der Kurs qualifiziert: Wer das Management von Remote-Teams erlernt, tut das in einem Setting, das selbst remote ist. Gruppenarbeiten in Breakout-Räumen, asynchrone Aufgaben mit geteilten Dokumenten und gemeinschaftliche Erarbeitung von Prozessdiagrammen sorgen für einen hohen Praxisbezug. Teilnehmende profitieren von der Rückmeldung ihrer Peers ebenso wie von der Begleitung durch erfahrene Trainer.
Der Kurs wird sowohl in Teilzeit als auch in Vollzeit angeboten, sodass er mit einer bestehenden Erwerbstätigkeit vereinbar ist. Die genaue Dauer variiert je nach gewähltem Modus und individuellem Lernfortschritt. Angeboten wird der Kurs von zwei spezialisierten Anbietern, die zusammen rund 60 Kurstermine zur Auswahl stellen. Ergänzend zu den Livesessions stehen Selbststudiumsmaterialien und Prüfungsvorbereitungsunterlagen zur Verfügung.
Der Kurs bereitet auf vier international anerkannte Zertifizierungsprüfungen vor: Scrum Foundation, PRINCE2 Foundation (nach PRINCE2 7. Edition mit sieben Prinzipien), ITIL 4 Foundation sowie einen qualifizierten Abschluss in Business Analysis. Nach Ablegen der jeweiligen Prüfungen erhalten Teilnehmende Zertifikate der zuständigen Zertifizierungsgeber (Axelos für PRINCE2 und ITIL, Scrum-Verbände für Scrum). Zusätzlich wird ein trägerinternes Lehrgangszertifikat ausgestellt, das den Gesamtumfang der absolvierten Weiterbildung dokumentiert.
Nutzen & Perspektiven
Das Besondere an diesem Kurs ist die Kombination von Methoden-Know-how und Remote-Führungskompetenz. Wer Scrum, PRINCE2 und ITIL kennt, ist auf dem Arbeitsmarkt gefragt — wer obendrein nachweisen kann, dass er oder sie verteilte Teams wirksam koordiniert, erfüllt eine Anforderung, die seit der weitreichenden Verbreitung von Homeoffice und internationalen Projektteams in vielen Stellenausschreibungen explizit genannt wird. Microsoft Visio rundet das Portfolio ab: Die Fähigkeit, Prozesse, Organigramme und Anforderungslandkarten professionell zu visualisieren, ist für alle, die zwischen Fachabteilungen und IT vermitteln, ein tägliches Arbeitsmittel. Wer Stakeholdern einen komplizierten Prozess in einem klaren Swimlane-Diagramm zeigen kann, überzeugt schneller als mit mehrseitigen Textdokumenten. Langfristig eröffnet das Zertifikatsbündel Türen in Richtung Change Manager, Business Analyst oder IT-Koordinator in Organisationen, die hybrid oder vollständig remote arbeiten — und das sind heute die meisten mittleren und großen Unternehmen. Die breite Methodenbasis sorgt dafür, dass Absolventinnen und Absolventen nicht auf eine einzige Projektwelt festgelegt sind, sondern in klassischen wie agilen Projekten handlungsfähig bleiben.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet diesen Kurs von einem reinen PRINCE2-Training?
Dieser Kurs verbindet vier Zertifizierungsgebiete (Scrum, PRINCE2, ITIL 4, Business Analysis) mit der Spezialkompetenz, verteilte und virtuelle Teams zu koordinieren. Ein reines PRINCE2-Training vermittelt nur eines dieser Methoden-Frameworks ohne den Remote-Kontext.
Welche Zertifikate kann ich nach dem Kurs ablegen?
Der Kurs bereitet auf die Prüfungen Scrum Foundation, PRINCE2 Foundation, ITIL 4 Foundation sowie einen Business-Analysis-Abschluss vor. Die Zertifikate werden von den jeweiligen Herausgebern (Axelos, Scrum-Verbände) ausgestellt. Zusätzlich erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Lehrgangszertifikat.
Muss ich Microsoft Visio vor Kursbeginn kennen?
Nein, Vorerfahrung mit Visio wird nicht vorausgesetzt. Das Modul führt von Grund auf in die Software ein und vermittelt die relevanten Diagrammtypen für die Prozessmodellierung. Grundlegende PC-Kenntnisse und Erfahrung mit Office-Anwendungen sind aber hilfreich.
Ist der Kurs auch berufsbegleitend möglich?
Ja, der Kurs wird sowohl in Teilzeit als auch in Vollzeit angeboten. Das Combined-Learning-Format mit asynchronen Phasen erlaubt es, die Lernzeiten flexibel einzuteilen. Genauere Zeitpläne teilen die Anbieter auf Anfrage mit.
Für welche Branchen ist der Kurs relevant?
Die Methodiken Scrum, PRINCE2 und ITIL 4 sind branchenübergreifend eingesetzt und werden in IT, Beratung, Verwaltung, Finanzwesen und Industrie gleichermaßen anerkannt. Der Remote-Schwerpunkt macht den Kurs besonders relevant für Organisationen mit verteilten Standorten oder internationalen Teams.
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