Überblick
Digitale Produkte entstehen heute nicht mehr in langen Wasserfall-Projekten, sondern in schnellen, iterativen Zyklen, die kontinuierlich auf Nutzerfeedback und Marktveränderungen reagieren. Wer in diesem Umfeld Verantwortung übernehmen möchte — als Product Owner, Product Manager, Innovationsverantwortlicher oder agiler IT-Projektleiter — benötigt ein klares Verständnis von agilen Frameworks, Produktstrategie und digitalen Geschäftsmodellen. Diese Weiterbildung verbindet theoretisch fundiertes Wissen mit praxisnaher Anwendung und schließt mit einem anerkannten Scrum-Zertifikat ab, das die agile Kompetenz der Teilnehmenden international dokumentiert.
Kursinhalte & Lernziele
Die Weiterbildung ist in mehrere inhaltliche Schwerpunkte gegliedert, die von den konzeptionellen Grundlagen bis zur praktischen Zertifizierung reichen. Digitale Innovation und Produktstrategie Innovationsmanagement im digitalen Zeitalter beginnt mit dem Verständnis, wie Märkte sich verändern und wie Unternehmen darauf reagieren können. In diesem Block erarbeiten Teilnehmende, wie eine klare Produktvision formuliert wird, welche Werkzeuge zur Ideenbewertung existieren und wie aus einer Vielzahl von Möglichkeiten tragfähige Produktkonzepte entstehen. Methoden wie Business Model Canvas, Value Proposition Design und Lean Canvas werden praktisch angewendet.
- Grundlagen digitaler Geschäftsmodelle und Plattformökonomie
- Innovationsmethoden: Design Thinking, Lean Startup, Jobs-to-be-done
- Marktanalyse und Wettbewerbsbeobachtung im digitalen Umfeld
- Produktvision und Roadmap entwickeln
- Stakeholder-Mapping und Anforderungserhebung
Agiles Produktmanagement und Product Ownership Im Mittelpunkt dieses Moduls steht die Rolle des Product Owners innerhalb eines Scrum-Teams. Teilnehmende erfahren, wie ein Product Backlog aufgebaut, gepflegt und priorisiert wird, wie User Stories formuliert werden und wie die Zusammenarbeit mit Entwicklungsteams und Stakeholdern gelingt. Dabei wird auch das Spannungsfeld zwischen kurzfristigen Anforderungen und langfristigen Produktzielen bearbeitet.
- Aufbau und Pflege des Product Backlogs
- Schreiben und Verfeinern von User Stories mit Akzeptanzkriterien
- Priorisierungsmethoden: MoSCoW, WSJF, Kano-Modell
- Sprint Planning, Sprint Review und Sprint Retrospektive aus Product-Owner-Perspektive
- Kommunikation mit Stakeholdern, Entwicklern und dem Management
Scrum Framework und agile Projektführung Dieses Modul bildet die Basis für die angestrebte Scrum-Zertifizierung. Es vermittelt das vollständige Scrum Guide-Regelwerk: Rollen (Product Owner, Scrum Master, Entwickler), Events (Sprint, Planning, Daily Scrum, Review, Retrospektive) und Artefakte (Product Backlog, Sprint Backlog, Increment). Ergänzend werden weitere agile Methoden und hybride Vorgehensweisen vorgestellt, die in der Praxis häufig kombiniert werden.
- Scrum-Rollen, -Events und -Artefakte im Detail
- Sprint-Zyklen planen und durchführen
- Velocity, Definition of Done und Team-Kapazität managen
- Kanban als Ergänzung und Alternative zu Scrum
- Hybride Projektmodelle: Wasserfall und Agile in Kombination
Mitarbeiterführung in agilen IT-Projekten Agile Projekte stellen besondere Anforderungen an die Führungskompetenz. Selbstorganisierte Teams brauchen keine klassische Linienführung, sondern Coaches und Facilitatoren, die Hindernisse aus dem Weg räumen und psychologische Sicherheit fördern. Dieser Block beleuchtet, wie Führung in agilen Kontexten aussieht und welche Kommunikations- und Konfliktlösungskompetenzen gefragt sind.
- Servant Leadership und agile Führungskultur
- Teamentwicklung: Norming, Storming, Performing in agilen Projekten
- Feedback-Kultur und konstruktive Retrospektiven moderieren
- Konflikte im Team frühzeitig erkennen und lösen
- Metriken zur Team-Performance: Burndown Chart, Happiness Index
Praxistransfer und Projektarbeit In praxisnahen Szenarien setzen Teilnehmende das theoretische Wissen in simulierten Projektsituationen um.
- Produktvision für ein fiktives digitales Produkt formulieren und kommunizieren
- Vollständiges Product Backlog aufbauen und priorisieren
- Sprint Planning für ein konkretes Szenario durchführen
- User Stories schreiben und im Team verfeinern
- Stakeholder-Präsentation eines Produktinkrements vorbereiten und halten
- Daily Scrum und Retrospektive als Scrum Master moderieren
- Business Model Canvas für ein digitales Geschäftsmodell ausfüllen und bewerten
- KPI-Set für ein Softwareprodukt definieren und Fortschritt tracken
- Hybrides Projektszenario: Kombination von Meilenstein-Planung und Sprint-Struktur
- Risikoregister für ein IT-Projekt erstellen und Gegenmaßnahmen ableiten
- Anforderungs-Workshop mit simulierten Stakeholdern durchführen
- Scrum-Simulation: vollständiger Sprint mit allen Events in der Gruppe
Lernziele:
Nach Abschluss der Weiterbildung sind die Teilnehmenden in der Lage, die folgenden Aufgaben kompetent zu übernehmen.
- Digitale Innovationsprozesse strukturieren, moderieren und im Unternehmen verankern
- Produktideen von der ersten Vision bis zur marktfähigen Lösung entwickeln und priorisieren
- Agile Frameworks — insbesondere Scrum — in der täglichen Projektarbeit anwenden
- Als Product Owner ein Product Backlog pflegen, Sprints planen und Stakeholder kommunizieren
- Teams in agilen Projekten führen, motivieren und Hindernisse (Impediments) beseitigen
- Digitale Geschäftsmodelle analysieren, vergleichen und situationsgerecht einsetzen
- Anforderungen in User Stories und Akzeptanzkriterien übersetzen
- KPIs und Metriken zur Bewertung von Produktfortschritt und Projekterfolg definieren
- Methoden des Design Thinking und Lean Startup auf reale Produktherausforderungen anwenden
- IT-Infrastruktur und Systemlandschaften im Kontext digitaler Produkte einordnen
- Risikomanagement und Planung in agilen und hybriden Projektkontexten betreiben
- Auf die externe Professional Scrum Master-Prüfung (PSM I) von Scrum.org vorbereitet sein
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung spricht Personen an, die eine tragende Rolle in der Entwicklung und Steuerung digitaler Produkte und IT-Projekte übernehmen möchten.
- IT-Fachleute mit Erfahrung in der Softwareentwicklung oder IT-Administration, die in eine Führungs- oder Koordinationsrolle wechseln wollen
- Projektleiter und Projektkoordinatoren, die ihr methodisches Repertoire um agile Frameworks erweitern möchten
- Berufseinsteiger mit technischem Studium oder Ausbildung, die gezielt in die Produktentwicklung einsteigen wollen
- Fachleute aus nicht-technischen Bereichen mit IT-Affinität, die digitale Transformationsprozesse in ihrem Unternehmen mitgestalten
- Führungskräfte, die Innovationsvorhaben strukturierter und schneller umsetzen möchten
Vorausgesetzt wird eine abgeschlossene technische Berufsausbildung, ein (auch abgebrochenes) Studium oder vergleichbare praktische Berufserfahrung im IT-Umfeld. Grundlegende PC-Kenntnisse und gute Deutschkenntnisse sind notwendig; Englischkenntnisse sind hilfreich, da die Scrum-Terminologie überwiegend englischsprachig ist und offizielle Kursmaterialien teilweise auf Englisch vorliegen. Vorherige Erfahrung mit Projektmanagement ist von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung kombiniert strukturierte Lehreinheiten mit gruppenbasierten Übungen, Fallstudien aus der Praxis digitaler Produktentwicklung und Simulationen agiler Prozesse. Scrum-Zeremonien werden als Live-Übungen in der Gruppe erprobt, sodass das Methodenwissen nicht nur theoretisch, sondern in authentischen Situationen erlebt wird. Lernende erhalten Feedback zu ihren Beiträgen und haben Gelegenheit, eigene berufliche Fragestellungen einzubringen. Das Format ist in der Regel Vollzeit oder Teilzeit in Präsenz, Fernunterricht oder Hybrid.
Die Kursdauer richtet sich nach dem gewählten Anbieter und Format. Als intensive Vollzeitvariante sind mehrere Monate üblich, die sämtliche Themenblöcke einschließlich der Vorbereitung auf die PSM-I-Prüfung abdecken. Detaillierte Informationen zur genauen Stundenzahl und Kursstruktur stellen die Anbieter direkt bereit.
Teilnehmende erhalten nach Abschluss ein trägerinternes Zertifikat als „Digital Innovation and Product Manager" sowie — nach Bestehen der entsprechenden externen Prüfung — das anerkannte Professional Scrum Master-Zertifikat (PSM I) von Scrum.org. Die PSM-I-Prüfung besteht aus einem Multiple-Choice-Assessment und kann nach ausreichender Vorbereitung beim offiziellen Prüfungsanbieter abgelegt werden.
Nutzen & Perspektiven
Die Nachfrage nach Fachleuten, die digitale Produkte von der Idee bis zur Marktreife führen können, wächst in nahezu allen Branchen — von Fintech über Gesundheit bis zum produzierenden Gewerbe. Wer sowohl Produktstrategie als auch agile Methodik beherrscht, ist in der Lage, Brücken zwischen Business- und Technik-Seite zu bauen und Projekte wirklich voranzutreiben. Das Scrum-Zertifikat (PSM I) ist international anerkannt und signalisiert Arbeitgebern, dass die Inhaberin oder der Inhaber das agile Framework nicht nur kennt, sondern kompetent anwenden kann. Zusammen mit dem Abschlusszertifikat als Digital Innovation and Product Manager entsteht eine klar kommunizierbare Qualifikation, die in Stellenausschreibungen explizit gesucht wird. Mittelfristig eröffnet diese Weiterbildung den Weg in Rollen wie Product Owner, Product Manager, Digital Project Lead oder Innovation Manager — Positionen, die überdurchschnittlich gut vergütet werden und in agilen Organisationen zunehmend strategische Bedeutung gewinnen. Die Kombination aus Innovationsdenken, Produktverantwortung und Teamführung macht Absolventinnen und Absolventen zu wertvollen Gestaltern digitaler Transformation.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifikate erhalte ich nach dieser Weiterbildung?
Nach Abschluss der Weiterbildung erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat als Digital Innovation and Product Manager. Wer zusätzlich die externe PSM-I-Prüfung von Scrum.org besteht, erhält das international anerkannte Professional Scrum Master-Zertifikat.
Was ist Scrum und warum ist es relevant?
Scrum ist das am weitesten verbreitete agile Framework in der Softwareentwicklung und wird auch in anderen digitalen Projekten eingesetzt. Es definiert klare Rollen, Prozesse und Rituale, die Teams dabei helfen, komplexe Produkte in kurzen Iterationen erfolgreich zu entwickeln. PSM I ist die Einsteiger-Zertifizierung von Scrum.org und international anerkannt.
Benötige ich Programmierkenntnisse für diesen Kurs?
Nein, Programmieren wird in dieser Weiterbildung nicht gelehrt. Der Fokus liegt auf Produktmanagement, agiler Methodik und Führungskompetenz. IT-Grundkenntnisse und ein Verständnis für digitale Systeme sind jedoch hilfreich.
Welche Berufsfelder erschließt diese Weiterbildung?
Die Weiterbildung qualifiziert für Rollen wie Product Owner, Product Manager, Digital Innovation Manager, Agile Projektleiter oder IT-Produktkoordinator — Positionen, die in Unternehmen aller Branchen wachsende Bedeutung haben und überdurchschnittlich vergütet werden.
Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?
Erwartet wird eine technische Ausbildung, ein Studium oder vergleichbare Berufspraxis im IT-Bereich. Englischkenntnisse erleichtern den Umgang mit der englischsprachigen Scrum-Terminologie. Keine Vorkenntnisse in agilem Projektmanagement notwendig.
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