Überblick
Diese Weiterbildung vermittelt fundierte Kenntnisse in der Investitionsplanung, wie sie in der Unternehmensberatung und im Finanzmanagement täglich angewendet werden. Im Zentrum stehen quantitative Methoden der Investitionsrechnung — von klassisch-statischen Verfahren wie Kostenvergleichsrechnung und Rentabilitätsrechnung bis zu dynamischen Methoden wie der Kapitalwertmethode (Net Present Value), dem internen Zinsfuß (IRR) und der Discounted-Cash-Flow-Analyse (DCF). Ergänzend werden Unternehmensbewertung, die dynamische Amortisationsrechnung, die Annuitätenmethode sowie Steuereffekte bei Investitionsentscheidungen behandelt. Der Kurs richtet sich an Berater, Analysten und Fachkräfte, die Investitionsprojekte belastbar bewerten und gegenüber Entscheidungsträgern vertreten wollen.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul behandelt statische Investitionsrechenverfahren. Diese Methoden basieren auf Durchschnittswerten und bieten einen schnellen ersten Überblick, eignen sich aber nicht für die Bewertung langfristiger oder kapitalintensiver Projekte.
- Kostenvergleichsrechnung: Fixkosten, variable Kosten, Kapitalkosten
- Gewinnvergleichsrechnung: Überschussanalyse über die Nutzungsdauer
- Rentabilitätsrechnung und Kapitalrendite (ROI/ROC)
- Statische Amortisationsrechnung: Payback-Periode im Überblick
- Vergleich verschiedener Investitionsalternativen anhand statischer Kennzahlen
- Stärken und Grenzen statischer Methoden in der Praxis der Unternehmensberatung
Das zweite Modul vertieft dynamische Investitionsrechenverfahren. Diese Methoden berücksichtigen den Zeitwert des Geldes und sind der Standard in professionellen Investitionsanalysen und Unternehmensberatungsprojekten.
- Grundlagen des Zeitwerts des Geldes: Abzinsung, Barwert, Zukunftswert
- Kapitalwertmethode (NPV): Berechnung, Interpretation und Entscheidungsregel
- Interner Zinsfuß (IRR): Berechnung, wirtschaftliche Bedeutung und Fallstricke
- Annuitätenmethode: Umrechnung des Kapitalwerts in gleichmäßige Jahresbeträge
- Dynamische Amortisationsrechnung: zeitlich korrekter Break-Even-Punkt
- Sensitivitätsanalysen zur Robustheit von Investitionsempfehlungen
Das dritte Modul befasst sich mit dem Kalkulationszinssatz und Steuereffekten. Der richtige Diskontierungssatz ist entscheidend für die Qualität jeder Investitionsbewertung; Steuereffekte können die Vorteilhaftigkeit einer Investition erheblich verändern.
- Weighted Average Cost of Capital (WACC): Eigenkapital- und Fremdkapitalkosten
- CAPM-Modell zur Bestimmung der Eigenkapitalkosten
- Einfluss von Unternehmenssteuern auf Investitionsentscheidungen
- Abschreibungen und steuerliche Abzugsfähigkeit als Planungsgröße
- Steueradjustierter Kapitalwert und Modified NPV-Ansätze
- Länderunterschiede in der Steuerbelastung bei internationalen Investitionen
Das vierte Modul behandelt Methoden der Unternehmensbewertung. Es verbindet die Investitionsrechnungslogik mit dem Gesamtkontext der strategischen Beratung: Wie viel ist ein Unternehmen wert, und welche Faktoren treiben oder reduzieren diesen Wert?
- DCF-Bewertung: Free Cash Flow, Terminal Value und Equity Value
- Multiplikatorbewertung: EV/EBITDA, KGV, Umsatzmultiplikatoren
- Ertragswertverfahren nach IDW S 1
- Substanzwertverfahren und Liquidationswertansatz
- Kombination von Bewertungsmethoden in der Beratungspraxis
- Präsentation von Bewertungsergebnissen gegenüber Mandanten
Praxisblock Die praktischen Übungen verbinden Theorie und Anwendung durch realitätsnahe Fallbeispiele aus der Unternehmensberatung. Alle Berechnungen werden in Tabellenkalkulationsprogrammen (Excel) durchgeführt.
- Aufbau eines DCF-Modells von der Planung der Free Cash Flows bis zum Enterprise Value
- Berechnung von NPV und IRR für drei konkurrierende Investitionsalternativen
- Bestimmung des WACC anhand von Marktdaten und Kapitalstrukturvorgaben
- Dynamische Amortisationsrechnung mit Sensitivitätsanalyse für Zinssatz und Cash Flow
- Unternehmensbewertung anhand eines Beispiel-Unternehmens mit DCF und Multiplikatoren
- Annuitätenberechnung für den Vergleich von Leasing und Kauf
- Einbindung von Steuereffekten in ein bestehendes Investitionsmodell
- Interpretation von Bewertungsergebnissen und Ableitung einer Handlungsempfehlung
- Erstellung einer strukturierten Investitionsvorlage (Management Summary)
- Szenarioanalyse: Base Case, Bull Case, Bear Case für eine Wachstumsinvestition
- Berechnung des Kapitalwerts bei unterschiedlichen Abschreibungsmodellen
- Kritische Beurteilung eines vorgegebenen Investitionsmodells auf Fehler und Schwachstellen
Alle Praxisaufgaben werden in realistischen Unternehmenskontexten gestellt — von mittelständischen Produktionsunternehmen über Handelsgesellschaften bis zu Dienstleistungsunternehmen — und fördern die unmittelbare Übertragbarkeit auf Beratungsmandate.
Lernziele:
Nach Abschluss der Weiterbildung können Teilnehmende statische Investitionsrechenverfahren selbstständig anwenden und deren Grenzen beurteilen
- Investitionen mit der Kapitalwertmethode (NPV) präzise bewerten
- den internen Zinsfuß (IRR) berechnen und interpretieren
- die Annuitätenmethode für periodische Investitionsvergleiche einsetzen
- Discounted-Cash-Flow-Modelle (DCF) strukturieren und in Excel abbilden
- einen geeigneten Kalkulationszinssatz (WACC) bestimmen und begründen
- dynamische Amortisationsrechnungen durchführen und Sensitivitätsanalysen ergänzen
- Unternehmensbewertungen nach gängigen Methoden (Ertragswert, Multiplikator, DCF) vornehmen
- Steuereffekte auf Investitionsentscheidungen quantifizieren und in die Planung einbeziehen
- Investitionsempfehlungen klar strukturieren und gegenüber Kunden argumentieren
- typische Fallstricke bei Investitionsentscheidungen erkennen und vermeiden
- Investitionsszenarien vergleichen und eine begründete Handlungsempfehlung ableiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Fachkräfte und Berufseinsteiger, die Investitionsentscheidungen fundiert analysieren und vertreten möchten.
- Berater und Consultants, die ihre quantitativen Analysefähigkeiten ausbauen wollen
- Finanzanalysten und Controller, die Investitionsmodelle methodisch vertiefen möchten
- Fach- und Führungskräfte aus Unternehmen, die Investitionsprojekte intern bewerten
- Wirtschaftswissenschaftler, die den Einstieg in die strategische Beratung suchen
- Investment Manager und M&A-Spezialisten, die Bewertungskompetenz stärken wollen
Vorausgesetzt werden grundlegende Kenntnisse der Betriebswirtschaftslehre sowie ein abgeschlossenes Studium in einem wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereich. Darüber hinaus sind praktische Erfahrungen in der Unternehmensberatung oder im Bereich der Investitionsplanung von Vorteil. Gute PC-Kenntnisse, insbesondere im Umgang mit Tabellenkalkulationsprogrammen wie Microsoft Excel, werden erwartet und sind für die praktischen Übungen unverzichtbar. Ein sicherer Umgang mit der deutschen Sprache in Wort und Schrift ist erforderlich; Englischkenntnisse erleichtern die Lektüre englischsprachiger Fachliteratur und Methoden.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined Learning-Format durchgeführt und verbindet Online-Lehreinheiten mit selbstgesteuerten Lernphasen und praktischen Rechenübungen. Methodisch stehen modellbasierte Fallanalysen im Vordergrund: Teilnehmende erarbeiten Investitionsmodelle eigenständig in Excel, präsentieren ihre Ergebnisse und erhalten strukturiertes Feedback. Theoretische Grundlagen werden in kompakten Lerneinheiten vermittelt, die sofort durch Anwendungsbeispiele vertieft werden. Die Vollzeiteinteilung ermöglicht intensive Phasen der Modellarbeit und Diskussion.
Die Weiterbildung erstreckt sich über einen Zeitraum von mehr als einem Monat bis zu drei Monaten und wird in Vollzeit absolviert. Diese Dauer ist notwendig, um sowohl statische als auch dynamische Investitionsrechenverfahren, Unternehmensbewertungsmethoden und praxisbezogene Modellierung gründlich zu erarbeiten. Teilnehmende entwickeln in diesem Zeitraum ein vollständiges Methodeninstrumentarium, das sie unmittelbar in Beratungsprojekten einsetzen können.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägereigenes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Dieses Dokument belegt die erworbene Methodenkompetenz in statischer und dynamischer Investitionsrechnung, Unternehmensbewertung und Steuerplanung. Es handelt sich nicht um ein staatlich reguliertes Berufsexamen; das Zertifikat wird jedoch in der Unternehmensberatung, im Finanzbereich und im strategischen Management als anerkannter Kompetenznachweis betrachtet.
Nutzen & Perspektiven
Fundierte Investitionsplanung ist eine Kernkompetenz in der Unternehmensberatung und im Finanzmanagement. Unternehmen treffen täglich Entscheidungen über Millionenprojekte — und wer diese Entscheidungen methodisch sauber vorbereiten, argumentieren und dokumentieren kann, ist im Beratungsmarkt gesucht. Diese Weiterbildung vermittelt genau das notwendige Instrumentarium: von statischen Kennzahlen über DCF-Modelle bis zur Unternehmensbewertung. Besonders wertvoll ist die praxisorientierte Ausrichtung auf Excel-basierte Modellarbeit. Wer nach dem Kurs ein DCF-Modell aufbauen, den WACC korrekt berechnen und eine strukturierte Investitionsempfehlung präsentieren kann, ist für Unternehmensberatungen, Investmentfonds und Controlling-Abteilungen unmittelbar einsetzbar. Die Fähigkeit, Steuereffekte in Investitionsmodelle zu integrieren, ist ein zusätzlicher Differenzierungsfaktor, der im Beratungsalltag regelmäßig nachgefragt wird. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist die Maßnahme in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Alternativ greifen das Qualifizierungschancengesetz, Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe am Arbeitsleben, die Berufsförderung der Bundeswehr oder Fördermittel der Deutschen Rentenversicherung, je nach individuellem Förderstatus und Beschäftigungssituation.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse brauche ich für den Kurs?
Sie sollten ein wirtschaftswissenschaftliches Studium abgeschlossen haben und grundlegende BWL-Kenntnisse mitbringen. Gute Excel-Kenntnisse sind für die praktischen Modellierungsaufgaben unverzichtbar. Berufserfahrung in der Unternehmensberatung oder in der Investitionsplanung ist von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich.
Was ist der Unterschied zwischen NPV und IRR?
Der Kapitalwert (NPV) gibt an, wie viel ein Investitionsprojekt in heutigen Euro wert ist, nachdem alle Zahlungsströme mit einem festgelegten Zinssatz abgezinst wurden. Der interne Zinsfuß (IRR) berechnet denjenigen Zinssatz, bei dem der Kapitalwert genau null beträgt, und zeigt damit die Rendite des Projekts. Beide Methoden werden im Kurs ausführlich behandelt und anhand von Praxisbeispielen verglichen.
Kann ich die Weiterbildung für meinen Beruf als Controller nutzen?
Ja. Die im Kurs behandelten Methoden — Kapitalwertrechnung, WACC, DCF-Modellierung und Steuerplanung — gehören zum Standardwerkzeug im strategischen Controlling und Finanzmanagement. Controller profitieren vor allem von der praxisnahen Excel-Modellarbeit und den Methoden zur Investitionsentscheidung.
Ist der Kurs über einen Bildungsgutschein förderbar?
Ja. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Maßnahme in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Je nach Förderstatus kommen zusätzlich das Qualifizierungschancengesetz, Leistungen zur Rehabilitation, die Berufsförderung der Bundeswehr oder Förderprogramme der Deutschen Rentenversicherung in Betracht.
Wie lange dauert die Weiterbildung und wie ist sie organisiert?
Die Weiterbildung dauert mehr als einen Monat bis zu drei Monaten und wird als Vollzeitmaßnahme im Combined Learning-Format durchgeführt. Online-Unterrichtseinheiten wechseln mit selbstgesteuerten Lernphasen und praktischen Modellierungsaufgaben ab.
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