Überblick
Dieser Kurs verbindet zwei eigenständige Qualifizierungsbereiche zu einem integrierten Programm: den ITIL 4-Weg mit Foundation und dem Specialist-Modul Create, Deliver & Support (CDS) auf der einen Seite und eine technische Infrastruktur-Zusatzqualifikation auf der anderen. Als Ergänzung zu CDS werden Microsoft Server-, Cisco CCNA- und VMware-Inhalte behandelt. Das Programm richtet sich an Fachleute, die IT-Services nicht nur methodisch managen, sondern auch die technische Basis verstehen und betreiben wollen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — ITIL 4 Foundation Das Foundation-Modul legt das konzeptionelle Fundament, auf dem alle weiteren Inhalte aufbauen. Es vermittelt, wie IT-Services als gemeinsamer Wert zwischen Anbieter und Kunden organisiert werden.
- Service Value System: Zusammenspiel von Governance, Guiding Principles, Service Value Chain und Continual Improvement
- Vier Dimensionen des Service Managements: Organisationen, Information, Partner/Lieferanten, Wertströme und Prozesse
- Sieben Leitprinzipien: iterativer Fortschritt, Wertfokus, Zusammenarbeit, ganzheitliches Denken
- Kernpraktiken: Incident Management, Problem Management, Change Enablement, Service Desk, Request Fulfilment
- Grundbegriffe: Value, Utility, Warranty, Service, Customer, User, Sponsor
- ITIL 4 Qualifikationsrahmen: Managing Professional, Strategic Leader, Master
Modul 2 — ITIL 4 Specialist Create, Deliver & Support (CDS) CDS vertieft die operative Perspektive des Service Managements: Wie werden IT-Services tatsächlich entwickelt, geliefert und im laufenden Betrieb unterstützt?
- Aufbau und Gestaltung von Wertschöpfungsketten: welche Aktivitäten in welcher Kombination welche Serviceleistung erzeugen
- Service Integration in Multi-Team- und Multi-Provider-Umgebungen: wie Teams, Werkzeuge und Prozesse kohärent zusammenwirken
- Verwaltung von Backlogs und Queues: Priorisierungslogiken, Durchlaufzeiten, Engpassmanagement
- Incident- und Problem-Management im Servicekontext: Klassifikation, Eskalation, Known-Error-Management
- Steuerung von Changes und Releases: Typen, Gremien, Rollout-Koordination
- Performance-Metriken für CDS-Rollen: SLA-Erfüllung, Availability-KPIs, Mean Time to Restore
Modul 3 — Zusatzqualifikation Microsoft Server Dieser Bereich vermittelt Kenntnisse in der Administration und Konfiguration von Microsoft Server-Umgebungen und legt damit die technische Grundlage für IT-Operations-Rollen.
- Installation, Konfiguration und Verwaltung von Windows Server-Instanzen
- Active Directory: Benutzer, Gruppen, Richtlinien und Domänenstrukturen
- Netzwerkdienste: DNS, DHCP, IP-Adressverwaltung in Windows Server-Umgebungen
- Datei- und Druckdienste: Freigaben, Berechtigungen, Zugriffssteuerung
- Sicherheitsgrundlagen: Benutzerrechte, Gruppenrichtlinien, Update-Verwaltung
- Hyper-V: Grundlagen der Virtualisierung im Windows Server-Kontext
Modul 4 — Zusatzqualifikation CCNA (Cisco CCNA: Implementing and Administering Cisco Solutions) Der CCNA-Anteil vermittelt die Grundlagen der Netzwerktechnik und die spezifischen Konzepte des Cisco-Portfolios, die in nahezu allen IT-Infrastrukturumgebungen relevant sind.
- Netzwerkgrundlagen: OSI-Modell, TCP/IP, Adressierung, Subnetting
- LAN- und WAN-Konzepte: Ethernet, VLANs, Spanning Tree, WAN-Verbindungstypen
- Routing: statische Routen, OSPF, Inter-VLAN-Routing auf Layer-3-Switches
- Switching: Konfiguration und Troubleshooting von Cisco Catalyst-Switches
- Sicherheit: ACLs, Port Security, grundlegende Netzwerkschutzmaßnahmen
- Wireless und Network Automation: WLAN-Grundlagen, Einstieg in Netzwerk-Automatisierung
Modul 5 — Zusatzqualifikation VMware (Install, Configure and Manage) VMware-Virtualisierung ist in Enterprise-IT-Umgebungen weit verbreitet. Das Modul vermittelt die Kernkompetenz für Aufbau und Verwaltung virtueller Infrastrukturen auf Basis der VMware vSphere-Plattform.
- vSphere-Architektur: ESXi-Hosts, vCenter Server, virtuelle Maschinen und Datastores
- Installation und Konfiguration von ESXi-Hosts und vCenter Server
- Verwaltung virtueller Maschinen: Erstellen, Klonen, Snapshots, Ressourcenzuweisung
- Storage-Konzepte: VMFS, NFS, vSAN-Grundlagen
- Netzwerk: vSwitches, Distributed Switches, NIC-Teaming
- Monitoring und Fehlerbehebung: Performance-Analysen, Log-Auswertung, typische Fehlerbilder
Modul 6 — Praxisbezug und Querschnittsthemen Die technischen und methodischen Bereiche werden in angewandten Szenarien zusammengeführt, die den Alltag in IT-Operations-Rollen widerspiegeln.
- Planung und Durchführung eines Incident-Tickets von der Erstmeldung bis zur Root Cause Analysis
- Konfiguration einer Server-Umgebung mit Active Directory und Netzwerkdiensten
- Aufbau eines einfachen virtuellen Netzwerks mit VMware und Cisco-Netzwerkkomponenten
- Verknüpfung von ITIL 4 CDS-Praktiken mit technischen Infrastrukturentscheidungen
- Analyse von Servicestörungen mit Blick auf Infrastruktur- und Prozessursachen
- Dokumentation eines technischen Sachverhalts nach ITSM-Anforderungen
- Monitoring einer virtuellen Umgebung und Interpretation von Performance-Daten
- Konfiguration von Sicherheitsrichtlinien auf Active Directory- und Netzwerkebene
- Planung und Ausführung eines Standard-Change in einer gemischten Infrastrukturumgebung
- Ableitung von SLA-relevanten Metriken aus technischen Monitoring-Daten
- Fehlerdiagnose in einem Netzwerk mit VLAN-Struktur und Routing-Konfiguration
- Abgleich von CDS-Wertschöpfungskettenaktivitäten mit typischen Infrastrukturaufgaben
Lernziele:
- ITIL 4 Service Value System und seine Komponenten in der Praxis anwenden
- Wertschöpfungsketten für die Erstellung, Lieferung und den Betrieb von IT-Services gestalten
- Relevante ITIL 4 Praktiken für CDS-bezogene Rollen beherrschen
- Service-Betrieb und Serviceunterstützung effektiv und SLA-konform organisieren
- Kerntechnologien der Server-Infrastruktur mit Microsoft Server verstehen und konfigurieren
- Netzwerkgrundlagen und Cisco-Routing- und Switching-Konzepte beherrschen
- Virtualisierungsumgebungen mit VMware aufsetzen, konfigurieren und verwalten
- Zusammenhänge zwischen ITSM-Prozessen und technischer Infrastruktur erkennen
- Incident-, Problem- und Change-Management aus operativer Sicht gestalten
- SLA-Einhaltung als operatives Steuerungsziel verankern
- Eskalationspfade und Kommunikationsstrukturen in Serviceorganisationen aufbauen
- Technische und prozessuale Kompetenzen in typischen IT-Ops-Rollen verbinden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Programm richtet sich an Fachleute, die sowohl methodische ITSM-Kompetenz als auch solide technische Infrastrukturqualifikationen aufbauen wollen.
- IT-Operations-Manager und Infrastructure-Engineers, die strukturiertes Service Management lernen wollen
- System- und Netzwerkadministratoren, die eine formale ITIL 4-Qualifikation ergänzen wollen
- IT-Koordinatoren und Support-Leiter, die zwischen ITSM-Prozessen und technischem Betrieb vermitteln
- Incident- und Change-Manager, die technische Zusammenhänge besser verstehen wollen
- Berufseinsteiger in IT-Operations-Rollen, die eine breite Ausgangsqualifikation anstreben
Für die ITIL 4 Foundation-Prüfung sind keine formalen Vorkenntnisse erforderlich. Der CDS-Anteil setzt die Foundation-Zertifizierung voraus, die im Programm vorab absolviert wird. Für die technischen Zusatzqualifikationen (Microsoft Server, CCNA, VMware) sind IT-Grundkenntnisse sowie Erfahrungen in der Arbeit mit Betriebssystemen und Netzwerken empfehlenswert. CCNA-Inhalte werden von Grund auf aufgebaut, setzen aber den Willen zur Einarbeitung in netzwerktechnische Details voraus.
Ablauf & Abschluss
Das Programm kombiniert instruktionsgeleiteten Unterricht mit praktischen Labs, in denen Konfigurationsaufgaben in virtuellen Umgebungen durchgeführt werden. Der Combined Learning-Ansatz erlaubt es, theoretische Blöcke mit Laborarbeit abzuwechseln. Überwiegend ist das Programm in Teilzeit strukturiert, was es berufsbegleitenden Teilnehmenden ermöglicht, Lernphasen mit dem Arbeitsalltag zu verbinden. Beide ITIL 4-Zertifizierungsprüfungen (Foundation und CDS) sind Teil des Programms.
Das Programm umfasst fünf inhaltlich abgegrenzte Bereiche — Foundation, CDS, Microsoft Server, CCNA und VMware — und zählt damit zu den umfangreicheren kombinierten Qualifizierungen im ITSM- und IT-Infrastrukturbereich. Die genaue Dauer hängt vom Anbieter ab; typischerweise sind mehrere Wochen im Teilzeitformat einzuplanen.
ITIL 4 Foundation und ITIL 4 Specialist CDS werden als akkreditierte Zertifikate von Axelos (PeopleCert) nach bestandenen Prüfungen ausgestellt. Für die Bereiche Microsoft Server, CCNA und VMware erhalten Teilnehmende Teilnahmebescheinigungen; optional können die entsprechenden Herstellerprüfungen (Microsoft, Cisco, VMware/Broadcom) separat abgelegt werden.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination von ITIL 4 CDS und technischen Infrastrukturqualifikationen adressiert eine Lücke, die in IT-Operations-Teams häufig anzutreffen ist: entweder verstehen Fachleute die Prozesse, aber nicht die technische Tiefe — oder sie beherrschen die Technik, aber fehlt ihnen der strukturierte Service-Management-Rahmen. Dieses Programm schließt diese Lücke gezielt. Wer CDS und die drei Infrastrukturbereiche gemeinsam absolviert hat, kann in Incident- und Problem-Management-Situationen sowohl die Prozessperspektive als auch die technische Diagnose einnehmen. Das macht solche Fachleute in IT-Operations-Teams besonders wertvoll, weil sie als Brücke zwischen methodisch arbeitenden Service-Managern und technisch orientierten Infrastrukturteams fungieren können. Auf dem Arbeitsmarkt erhöht die Kombination aus ITIL 4 und Cisco CCNA die Sichtbarkeit in Stellenausschreibungen erheblich, da viele IT-Ops-Stellen beide Kompetenzbereiche gleichzeitig suchen. VMware-Kenntnisse sind in Enterprise-Umgebungen nach wie vor gefragt. Wer diese Qualifikationen in einem Programm erwirbt, spart Zeit gegenüber dem sequenziellen Durchlaufen einzelner Kurse.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist ITIL 4 Specialist Create, Deliver & Support?
CDS ist eines der drei ITIL 4 Managing Professional-Specialist-Module und behandelt, wie Wertschöpfungsketten für die Erstellung, Lieferung und Unterstützung von IT-Services aufgebaut und gesteuert werden. Es folgt auf die Foundation und umfasst Incident Management, Problem Management, Change Enablement, Release Management sowie Performance-Metriken für operative IT-Rollen.
Welche Zertifizierungsprüfungen sind im Programm enthalten?
Enthalten sind die ITIL 4 Foundation- und die ITIL 4 Specialist CDS-Prüfung. Für die Bereiche Microsoft Server, CCNA und VMware sind im Programm Teilnahmebescheinigungen vorgesehen; die entsprechenden Herstellerprüfungen können separat abgelegt werden.
Wie aktuell sind die Cisco CCNA-Inhalte im Programm?
Die CCNA-Inhalte basieren auf Implementing and Administering Cisco Solutions (CCNA 200-301), dem aktuellen einheitlichen CCNA-Track, der klassische Spezialisierungen (CCNA Routing & Switching, CCNA Security usw.) abgelöst hat. Die Themen umfassen Routing, Switching, Security-Grundlagen und einen Einstieg in Netzwerk-Automatisierung.
Warum kombiniert dieses Programm ITSM-Methodik mit technischer Infrastruktur?
IT-Operations-Rollen erfordern heute beides: strukturiertes Service Management und technisches Verständnis der Infrastruktur. Wer Incidents, Changes und Service-Levels nur aus Prozesssicht kennt, fehlt die Tiefe für Ursachendiagnosen; wer nur die Technik beherrscht, fehlt der Rahmen für eine professionelle Serviceorganisation.
Baut das Programm auf bereits vorhandenen IT-Kenntnissen auf?
Für die ITIL 4-Module sind keine Vorkenntnisse nötig. Die technischen Bereiche starten von Grundlagen, sind aber für Personen ohne IT-Hintergrund anspruchsvoller. IT-Grundkenntnisse, z. B. Erfahrung im Umgang mit Windows-Betriebssystemen und grundlegenden Netzwerkkonzepten, erleichtern den Einstieg erheblich.
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