Überblick
Der Kurs MOC 20464 Developing Microsoft SQL Server Databases ist ein fundierter Entwicklerkurs, der sich auf die programmatische Seite von SQL Server konzentriert. Während Administratorkurse die Installation und Verwaltung in den Vordergrund stellen, richtet sich dieser Kurs an Datenbankentwickler, die leistungsfähige, sichere und wartbare Datenbankobjekte erstellen möchten. Themen wie logisches Tabellendesign, Indexierungsstrategien, Stored Procedures, Funktionen, Trigger und die SQL CLR-Integration werden systematisch behandelt. Außerdem werden die Teilnehmenden auf die Microsoft-Zertifizierungsprüfung 70-464 vorbereitet, die international als Nachweis professioneller SQL Server-Entwicklungskompetenz gilt. Der Kurs behandelt sowohl SQL Server 2012 als auch SQL Server 2014 und vermittelt die Kernkonzepte der SQL Server-Datenplattform.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul gibt eine Einführung in die SQL Server-Plattform und die Entwicklungsumgebung. Teilnehmende lernen die verschiedenen Editionen und Versionen von SQL Server kennen sowie die Kernkomponenten der Plattform. Das Modul legt die Grundlage für alle nachfolgenden Entwicklungsthemen.
- Überblick über SQL Server-Editionen und Versionen
- Einführung in SQL Server Management Studio (SSMS)
- Grundkonzepte der Datenbankinstanzen und Dienste
- Netzwerk-Listener und Verbindungskonzepte
- Sicherheitskonzepte auf Instanzebene
- Erste Schritte mit T-SQL in der Entwicklungsumgebung
Das zweite Modul behandelt das Design von Tabellen und Datentypen. Gut strukturierte Tabellen sind das Fundament jeder Datenbankanwendung. Die Teilnehmenden lernen, wie Datentypen ausgewählt, Alias-Typen erstellt und Tabellen nach Normalform-Prinzipien gestaltet werden.
- Auswahl geeigneter Datentypen (numerisch, Zeichenketten, Datum/Zeit, GUID)
- Konvertierung zwischen Datentypen mit CAST und CONVERT
- Erstellen von Alias-Datentypen mit CREATE TYPE
- Tabellendesign nach Normalformregeln
- Implementierung von Constraints (PRIMARY KEY, FOREIGN KEY, DEFAULT, CHECK, UNIQUE)
- Kaskadierendes Verhalten bei FOREIGN KEY-Constraints
Das dritte Modul widmet sich der Indexierung und der Optimierung von Abfrageplänen. Indizes sind entscheidend für die Performance von Datenbankabfragen. Teilnehmende lernen, wie Indizes strukturiert sind, wann sie eingesetzt werden und wie Ausführungspläne gelesen und interpretiert werden.
- Struktur von Clustered und Non-Clustered Indexes
- Design-Prinzipien für Einzelspalten- und zusammengesetzte Indizes
- Lesen und Interpretieren von SQL Server-Ausführungsplänen
- Identifizieren von Index Scans, Seeks und Lookups
- Erstellen von Covering Indexes zur Vermeidung von Key Lookups
- Wartung von Indizes (Reorganisieren und Neuerstellen)
Das vierte Modul behandelt die Implementierung von Datenbankobjekten: Views, Stored Procedures und Funktionen. Diese programmatischen Bausteine bilden die Schnittstelle zwischen Anwendung und Datenbank und ermöglichen die Kapselung von Geschäftslogik auf Datenbankebene.
- Entwurf und Implementierung von Views für vereinfachten Datenzugriff
- Erstellen gespeicherter Prozeduren mit Eingabe- und Ausgabeparametern
- Einsatz von Tabellenwertparametern und MERGE-Anweisung
- Implementierung skalarwertiger und tabellenwertbasierter Funktionen
- Performanzauswirkungen von benutzerdefinierten Funktionen
- Verwendung von Tabellentypen für wiederverwendbare Datenstrukturen
Im praktischen Teil wenden die Teilnehmenden alle Konzepte in einer realistischen Datenbankentwicklungsumgebung an. Die Übungen führen schrittweise von grundlegenden Aufgaben zu komplexeren Entwicklungsszenarien.
- Erstellen einer vollständigen Datenbankstruktur mit mehreren verknüpften Tabellen
- Implementierung aller Constraint-Typen und Testen der Datenbankintegrität
- Analysieren und Optimieren langsamer Abfragen mit dem Ausführungsplan-Werkzeug
- Entwerfen einer gespeicherten Prozedur für typische CRUD-Operationen
- Verwenden der MERGE-Anweisung zur Synchronisierung von Staging- und Produktionstabellen
- Implementierung eines Audit-Triggers mit DML-Trigger auf einer sensiblen Tabelle
- Deadlock-Szenario reproduzieren und durch Isolationsstufenanpassung lösen
- Entwicklung einer skalarwertigen Funktion für Geschäftsberechnungen
- Implementierung einer tabellenwertbasierten Funktion als ersatz für komplexe Joins
- SQL CLR-Integration: Einbinden einer vorhandenen .NET-Assembly in SQL Server
- Speichern und Abfragen von XML-Daten in einer SQL Server-Datenbank
- Abschlussprojekt: Vollständige Entwicklung eines Datenbankschemas mit programmatischer Businesslogik
Das Abschlussprojekt bündelt alle gelernten Konzepte in einem realitätsnahen Szenario. Die Teilnehmenden entwerfen und implementieren ein komplettes Datenbankschema, inklusive aller Constraints, Indizes, gespeicherten Prozeduren, Funktionen und Trigger, und lernen dabei, Designentscheidungen zu begründen und zu dokumentieren.
Lernziele:
Nach erfolgreichem Abschluss dieses Kurses sind die Teilnehmenden in der Lage, folgende Kompetenzen zu demonstrieren.
- Die SQL Server-Plattform und ihre wichtigsten Werkzeuge zu beschreiben und zielgerichtet einzusetzen
- Geeignete Datentypen für Tabellenspalten auszuwählen und Daten zwischen Typen zu konvertieren
- Tabellen mit T-SQL nach anerkannten Entwurfsprinzipien zu erstellen und zu strukturieren
- PRIMARY KEY-, FOREIGN KEY-, DEFAULT-, CHECK- und UNIQUE-Constraints zu implementieren
- Geeignete Indexstrategien für Einzelspalten und zusammengesetzte Felder festzulegen
- Clustered und Non-Clustered Indexes zu erstellen und deren Auswirkungen auf Abfragepläne zu verstehen
- Ausführungspläne zu lesen und Optimierungspotenziale zu identifizieren
- Ansichten (Views) für Datenzugriffskontrolle und Abfragevereinfachung zu entwerfen
- Gespeicherte Prozeduren mit Eingabeparametern und Tabellenwertparametern zu entwickeln
- Skalar- und tabellenwertbasierte Funktionen zu implementieren und deren Performanzauswirkungen einzuschätzen
- Deadlock-Situationen zu analysieren und Transaktionsisolationsstufen anzupassen
- DML-Trigger für datengetriebene Geschäftslogik zu entwerfen und sicher einzusetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs wendet sich an Entwicklerinnen und Entwickler sowie Datenbankfachleute, die professionelle SQL Server-Datenbanken entwerfen und implementieren möchten.
- SQL-Datenbankentwicklerinnen und -entwickler mit ersten T-SQL-Kenntnissen
- Anwendungsentwicklerinnen und -entwickler, die Datenbanklogik direkt in SQL Server implementieren möchten
- BI-Entwicklerinnen und -entwickler, die Datenmodelle für Reporting-Zwecke erstellen
- Datenbankadministratoren, die ihre Entwicklungskompetenzen ausbauen wollen
- IT-Fachkräfte, die sich auf die Microsoft-Prüfung 70-464 vorbereiten
Die Teilnehmenden sollten über solide Grundkenntnisse in T-SQL verfügen, also das Formulieren von SELECT-, INSERT-, UPDATE- und DELETE-Abfragen beherrschen. Grundlegende Kenntnisse in relationalen Datenbankkonzepten wie Tabellen, Primärschlüsseln und Fremdschlüsselbeziehungen werden vorausgesetzt. Erfahrungen mit SQL Server Management Studio oder einem vergleichbaren Datenbankwerkzeug sind hilfreich. Für Module zur SQL CLR-Integration sind grundlegende Kenntnisse in einer .NET-Programmiersprache (C# oder VB.NET) vorteilhaft. Vor Kursbeginn findet ein Beratungsgespräch statt, um den individuellen Wissensstand zu ermitteln.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format angeboten, das strukturierte Online-Phasen mit interaktiven Präsenzsitzungen verbindet. Theoretische Konzepte werden von erfahrenen Trainern anhand konkreter Beispiele aus der Praxis erläutert. Der Hauptanteil der Lernzeit entfällt auf praktische Laborübungen, in denen die Teilnehmenden Datenbankentwicklungsaufgaben in einer gesicherten Testumgebung durchführen. Peer-Diskussionen und Code-Reviews fördern das gemeinsame Lernen und den Austausch über Best Practices. Online-Lernmaterialien, offizielle Microsoft-Kursunterlagen und Übungsumgebungen stehen auch nach dem Kurs zur Verfügung.
Die Kursdauer liegt üblicherweise bei mehr als einer Woche bis zu einem Monat, je nach gewähltem Lernformat. Vollzeitvarianten decken den Stoff intensiv und kompakt ab, während Teilzeitkurse eine berufsbegleitende Weiterbildung ermöglichen. Die genaue Stundenanzahl und der Lernplan werden im Beratungsgespräch vor Kursbeginn individuell festgelegt.
Teilnehmende erhalten nach Kursabschluss ein international anerkanntes Herstellerzertifikat sowie ein Lehrgangszertifikat des durchführenden Anbieters. Der Kurs bereitet gezielt auf die Microsoft-Prüfung 70-464 vor, die als eigenständige externe Zertifizierungsprüfung separat abgelegt werden kann. Eine bestandene Prüfung 70-464 ist Bestandteil der Zertifizierung zum Microsoft Certified Solutions Associate (MCSA) im SQL Server-Bereich und wird international von Unternehmen und Personalabteilungen anerkannt.
Nutzen & Perspektiven
Der Kurs schließt eine häufig anzutreffende Lücke in IT-Karrieren: Viele Fachkräfte kennen SQL Server aus der Administratorperspektive, haben aber keine systematische Ausbildung als Datenbankentwickler durchlaufen. Durch den Kurs erwerben die Teilnehmenden genau jene Entwicklungskompetenzen, die in modernen Projekten mit datenbankintensiven Anwendungen gefragt sind. Sie werden in die Lage versetzt, Datenbankdesignentscheidungen fundiert zu treffen und mit Anwendungsentwicklerteams auf Augenhöhe zu kommunizieren. Die Vorbereitung auf die Prüfung 70-464 verleiht dem Kurs zusätzlichen Wert: Ein bestandenes Microsoft-Zertifikat stärkt das Profil auf dem Arbeitsmarkt erheblich und wird in Bewerbungsgesprächen als Qualitätsmerkmal gewertet. Für Unternehmen, die SQL Server als Kerndatenbankplattform einsetzen, ist ein zertifizierter Entwickler eine wertvolle Ressource bei der Umsetzung von Datenbankprojekten. Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist dieser Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Für Beschäftigte, die sich berufsbegleitend weiterqualifizieren möchten, kommen Fördermöglichkeiten im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes infrage. Auch Leistungen zur beruflichen Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung können je nach individueller Situation genutzt werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet diesen Kurs von einem SQL Server-Administratorkurs?
Dieser Kurs konzentriert sich auf die Datenbankentwicklung: Tabellendesign, T-SQL-Programmierung, Stored Procedures und Trigger. Administratorkurse behandeln hingegen Installation, Betrieb und Wartung. Beide Perspektiven ergänzen sich und können nacheinander absolviert werden.
Bereitet dieser Kurs direkt auf eine Zertifizierungsprüfung vor?
Ja, der Kurs bereitet gezielt auf die Microsoft-Prüfung 70-464 vor. Diese Prüfung kann separat abgelegt werden und ist Bestandteil der MCSA SQL Server-Zertifizierung. Die Prüfungsgebühr ist nicht im Kurspreis enthalten.
Welche T-SQL-Vorkenntnisse werden erwartet?
Teilnehmende sollten SELECT, INSERT, UPDATE und DELETE sicher anwenden können sowie grundlegende JOINs verstehen. Der Kurs setzt dort an und vertieft die programmatischen Aspekte der Datenbankentwicklung systematisch.
Kann der Kurs gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit möglich. Für Beschäftigte kommt das Qualifizierungschancengesetz infrage. Eine persönliche Förderberatung klärt die besten Optionen.
Gibt es praktische Übungen im Kurs?
Ja, ein Großteil der Kurszeit entfällt auf Laborübungen in einer gesicherten Testumgebung. Teilnehmende entwickeln vollständige Datenbankschemas, implementieren Stored Procedures und analysieren Ausführungspläne anhand realistischer Szenarien.
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