Überblick
Projekte scheitern selten an fehlendem Methoden-Know-how — häufiger daran, dass Projektmanager nicht in der Lage sind, Teams zu motivieren, Konflikte frühzeitig zu erkennen oder unter Druck klare Entscheidungen zu treffen. Dieser Kurs verbindet die vollständige PRINCE2-Zertifizierungsstrecke (Foundation, Practitioner, Agile) mit einem eigenständigen Modul zu emotionaler Intelligenz. Nicht als Ergänzung, sondern als inhaltlich gleichwertiger Bestandteil: Wer aus diesem Kurs herausgeht, hat sowohl die methodische Sprache des Projektmanagements als auch die interpersonellen Werkzeuge, um Teams wirklich zu führen.
Kursinhalte & Lernziele
Die Weiterbildung gliedert sich in zwei inhaltlich gleichwertige Bereiche: das Soft-Skills-Modul zur emotionalen Intelligenz und den kompletten PRINCE2-Zertifizierungspfad. Modul Emotionale Intelligenz Emotionale Intelligenz ist keine angeborene Eigenschaft, sondern eine erlernbare Kompetenz — das ist die Kernthese dieses Moduls, das auf dem wissenschaftlich fundierten Modell von Daniel Goleman aufbaut. Im Projektalltag bedeutet das: weniger Eskalationen, mehr Vertrauen, bessere Ergebnisse.
- Geschichte und wissenschaftliche Grundlage emotionaler Intelligenz seit den 1990er-Jahren
- Die fünf Komponenten emotionaler Kompetenz: Selbstwahrnehmung, Selbstregulation, Motivation, Empathie, soziale Kompetenz
- Emotionales Vokabular erweitern: präzise Sprache für innere Zustände
- Selbstbewusstsein entwickeln: eigene Reaktionsmuster erkennen und hinterfragen
- Vertrauensvolle Beziehungen im Team und mit Stakeholdern systematisch aufbauen
- Flexibel und authentisch kommunizieren: Anpassung ohne Selbstverlust
- Körpersprache im Projektkontext bewusst einsetzen: Präsenz, Offenheit, Zugewandtheit
- Achtsamkeit als Werkzeug für Entscheidungen unter Unsicherheit
- Emotionen unter Stress regulieren: kognitive Modi erkennen und wechseln
- Konstruktiv widersprechen: Einwände formulieren, ohne zu beschädigen
- Dankbarkeit, Ausdauer und Charakterstärke als Führungsressourcen kultivieren
- Lebensbalance und Authentizität: mit gutem Beispiel vorangehen, ohne sich zu verbiegen
PRINCE2 Foundation Das erste PRINCE2-Modul schafft die methodische Grundlage. Teilnehmer lernen die Terminologie, die Prinzipien und die grundlegende Logik des Frameworks — und bereiten sich auf die Foundation-Prüfung vor.
- Überblick über das PRINCE2-Framework: Prinzipien, Themen, Prozesse
- Schlüsselelemente: Business Case, Rollen (Project Board, PM, Team Manager), Pläne
- Sieben PRINCE2-Themen: Organisation, Qualität, Pläne, Risiko, Änderungen, Fortschritt, Business Case
- Sieben PRINCE2-Prozesse vom Start-up bis zum Projektabschluss
- Vokabular und Managementprodukte (z. B. Project Initiation Document, Risk Register)
- Skalierung von PRINCE2 für kleine und große Projekte
- Prüfungsvorbereitung und Prüfungsablage PRINCE2 Foundation
PRINCE2 Practitioner Der Practitioner-Level vertieft die Methodenkompetenz und stellt sie auf die Probe. Der Kurs hat einen stark praktischen Charakter und setzt die Foundation-Kenntnisse in realistische Projektszenarien um.
- Vertiefung der Beziehungen zwischen Prinzipien, Themen und Prozessen
- Pragmatische Anwendung in einem durchgängigen Beispielprojekt
- Managementdokumente anpassen: wann wird was erstellt, aktualisiert, freigegeben?
- Entscheidungen des Project Boards vorbereiten und fundiert begründen
- Umgang mit typischen Projektschieflagen: Eskalation, Exception Plan, Änderungsanträge
- Prüfungsvorbereitung und Prüfungsablage PRINCE2 Practitioner
PRINCE2 Agile Der Agile-Kurs erweitert die klassische PRINCE2-Logik um agile Denk- und Arbeitsweisen. Ziel ist nicht die Wahl zwischen PRINCE2 und Scrum, sondern deren intelligente Kombination — ein Hybridmodell, das in vielen modernen Organisationen gefragt ist.
- Verzahnung von PRINCE2 und Scrum: wo greifen die Prinzipien ineinander?
- Kanban und Lean Start-up im PRINCE2-Kontext
- Umgang mit unsicheren Anforderungen: PRINCE2-Themen in agilen Sprints
- Lieferung: was bedeutet „Toleranz" in einem iterativen Umfeld?
- PRINCE2 Agile in einem agilen Organisationsumfeld verankern
- Prüfungsvorbereitung und Prüfungsablage PRINCE2 Agile
Lernziele:
Diese Weiterbildung baut methodische und interpersonelle Kompetenzen auf, die für professionelles Projektmanagement unerlässlich sind.
- das PRINCE2-Framework mit seinen sieben Prinzipien, Themen und Prozessen vollständig beschreiben
- PRINCE2 auf reale Projektszenarien anwenden und gezielt an unterschiedliche Projektarten anpassen
- PRINCE2-Agile-Konzepte (Scrum, Kanban, Lean) mit klassischem Projektmanagement verbinden
- die PRINCE2 Foundation- und Practitioner-Prüfungen sowie die Agile-Prüfung ablegen
- die fünf Komponenten emotionaler Kompetenz nach Goleman benennen und praktisch einsetzen
- Selbstwahrnehmung und Selbstregulation in stressreichen Projektsituationen bewusst steuern
- Körpersprache und nonverbale Kommunikation in Meetings und Präsentationen gezielt einsetzen
- Vertrauen in Projektteams aufbauen und interpersonelle Konflikte konstruktiv bearbeiten
- emotionale Reaktionen bei sich und anderen erkennen, einordnen und adäquat darauf eingehen
- Resilienz, Dankbarkeit und Charakterstärken als Führungsressourcen aktiv entwickeln
- Authentizität als dauerhaftes Führungsprinzip verankern
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs ist für Personen konzipiert, die Projektmanagement sowohl fachlich als auch menschlich auf ein höheres Niveau bringen wollen.
- Projektleiter und Projektkoordinatoren, die strukturiertes Vorgehen mit besseren Teamdynamiken verbinden möchten
- Führungskräfte aus Fachabteilungen, die häufig Projektverantwortung übernehmen, ohne formale PM-Ausbildung zu haben
- Nachwuchsführungskräfte und potenzielle Team Leads, die sich früh interpersonelle Stärken aufbauen wollen
- Scrum Master und Agile Coaches, die klassische Projektmanagementkompetenz ergänzen möchten
- Coaches und Berater, die in Projektkontexten tätig sind und Methodenwissen brauchen
Für PRINCE2 Foundation sind keine speziellen Vorkenntnisse notwendig — das Framework wird von Grund auf erklärt. Für PRINCE2 Practitioner wird die bestandene Foundation-Prüfung vorausgesetzt. Erste Berufserfahrung im Projekt- oder Teamkontext ist nützlich, da das Modul zur emotionalen Intelligenz praxisnah ausgelegt ist und Reflexion eigener Situationen einbezieht. Vor Kursbeginn wird ein individueller Lernplan erstellt.
Ablauf & Abschluss
Das Soft-Skills-Modul zu emotionaler Intelligenz arbeitet stärker mit Reflexionsaufgaben, Selbsteinschätzungen und Fallbeispielen als die Methodik-Module. Das PRINCE2-Curriculum folgt dem offiziellen PeopleCert-Lernpfad mit strukturierter Prüfungsvorbereitung, Musterprüfungen und Fallstudien. Beide Stränge laufen im Combined-Learning-Format: angeleitete Phasen wechseln sich mit Selbststudium ab. Der Anteil an Vollzeit-Durchführungen überwiegt; Teilzeit ist möglich.
Da Foundation, Practitioner und Agile jeweils eigenständige Prüfungen umfassen und das Soft-Skills-Modul inhaltlich umfangreich ist, liegt die Gesamtdauer bei ein bis drei Monaten. Bei sehr guten Vorkenntnissen in einzelnen Bereichen kann die Dauer entsprechend kürzer sein.
Die Weiterbildung schließt mit drei PRINCE2-Zertifikaten von PeopleCert ab: Foundation, Practitioner und Agile. Alle drei sind international anerkannte Herstellerzertifizierungen und werden weltweit von Arbeitgebern und öffentlichen Auftraggebern akzeptiert. Ergänzend erhalten Teilnehmer ein Lehrgangszertifikat des Kursanbieters.
Nutzen & Perspektiven
Was diesen Kurs von reinen PRINCE2-Angeboten unterscheidet, ist nicht die bloße Addition eines Soft-Skills-Themas, sondern die inhaltliche Konzeption: Emotionale Intelligenz und PRINCE2 sprechen unterschiedliche Seiten derselben Herausforderung an. PRINCE2 gibt dem Projektmanager die Struktur — das Fundament aus Plänen, Rollen und Eskalationswegen. Emotionale Intelligenz gibt ihm die Werkzeuge, die diese Struktur erst zum Leben erwecken: das Gespür dafür, wann ein Team motiviert ist oder kurz vor dem Einbruch steht, die Fähigkeit, unter Druck klar zu bleiben, und die Kompetenz, Konflikte zu lösen, bevor sie eskalieren. Für den Arbeitsmarkt bedeutet die Kombination: Wer sowohl den Practitioner als auch den Agile-Titel vorweist und zusätzlich nachweislich Soft-Skills-Training absolviert hat, ist für Senior-Rollen im Projektmanagement und für Führungsfunktionen attraktiver als Kandidaten mit reiner Methodenkompetenz. Personalverantwortliche in Consulting-Firmen und Konzernen suchen zunehmend nach genau dieser Kombination. Das Modul zur emotionalen Intelligenz ist auch für sich genommen ein nachhaltiger Gewinn: Die Fähigkeit, das eigene Verhalten unter Stress besser zu steuern, Körpersprache bewusst einzusetzen und Authentizität als Führungsprinzip zu verankern, zahlt sich in jedem Team und jeder Rolle aus — weit über das Projektmanagement hinaus.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet diesen Kurs von einem reinen PRINCE2-Kurs?
Dieser Kurs enthält ein vollständiges Modul zu emotionaler Intelligenz als eigenständigen Lernbereich — nicht als kurzen Exkurs. Das Modul deckt die fünf Komponenten emotionaler Kompetenz nach Goleman ab und kombiniert Reflexion, Selbstwahrnehmung und Kommunikationstraining mit dem PRINCE2-Lernpfad.
Welche PRINCE2-Prüfungen sind im Kurs enthalten?
Die Maßnahme umfasst Vorbereitung und Ablage von drei Prüfungen: PRINCE2 Foundation, PRINCE2 Practitioner und PRINCE2 Agile. Alle drei sind PeopleCert-zertifiziert und international anerkannt.
Muss ich Foundation bestehen, bevor ich den Practitioner belegen kann?
Ja, die bestandene Foundation-Prüfung ist Zulassungsvoraussetzung für den Practitioner. Der Kursaufbau folgt dieser Reihenfolge: Foundation → Practitioner → Agile.
Für wen ist das Modul zur emotionalen Intelligenz besonders relevant?
Das Modul richtet sich an alle, die in Teams führen oder zusammenarbeiten — also an Projektleiter, Team Leads und Führungskräfte. Es ist praxisnah konzipiert und arbeitet mit Fallbeispielen und Reflexionsaufgaben aus dem Projektalltag.
Ist der Kurs auch für Menschen geeignet, die noch kein Projektmanagement-Wissen haben?
Ja, PRINCE2 Foundation setzt keine Vorkenntnisse voraus. Erste Berufserfahrung ist für die praxisbezogenen Soft-Skills-Inhalte nützlich, aber kein formales Ausschlusskriterium.
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