Technik & Ingenieurwesen
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WIG-Schweißen CrNi T1 – T6 (DVS-Zertifikat)

Sechsmoduliger WIG-Schweißkurs nach DVS-Richtlinie für nichtrostende Stähle und Nickellegierungen (CrNi), abgestimmt auf die Schweißpositionen und Wandstärken der T1- bis T6-Prüfzertifikate.

Redaktion: Kursweg Redaktion · Inhalt aktualisiert:

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Kurzantworten zum Kurs

Einordnung: Berufliche Fachweiterbildung

Wie lange dauert der Kurs?
Der Kurs umfasst sechs aufeinander aufbauende Module (CrNi T1 bis T6) und wird im Vollzeitformat durchgeführt. Die konkrete Gesamtstundenzahl hängt vom jeweiligen Anbieter und dem Zuschnitt der Einzelmodule ab. Der Lehrgang kann als Gesamtpaket oder in Teilen belegt werden, sofern die… Details
Welcher Abschluss ist vorgesehen?
Wer die modulbezogenen Prüfungen erfolgreich absolviert, erhält das DVS-IIW/EWF-Prüfzertifikat für die jeweiligen Module – eine international anerkannte schweißtechnische Qualifikation, die auf den Normen der International Welding Federation (IIW) und des European Welding Federation (EWF) basiert.… Details
Welche Voraussetzungen gelten?
Der Lehrgang setzt ein vollendetes 18. Lebensjahr und eine abgeschlossene Berufsausbildung oder nachgewiesene Berufspraxis im metallhandwerklichen Bereich voraus. Körperliche Eignung für Schweißarbeiten ist erforderlich, da die Tätigkeiten in Zwangslagen und teils unter eingeschränkter… Details

Worum geht es in diesem Kurs?

Dieser Lehrgang vermittelt das Wolfram-Inertgasschweißen (WIG) an austenitischen und ferritisch-austenitischen Werkstoffen – also nichtrostenden Stählen und Chrom-Nickel-Legierungen. Er folgt der DVS-Richtlinie für die Module CrNi T1 bis T6 und qualifiziert Fachkräfte, die mit korrosions- und hitzebeständigen Werkstoffen im Apparate-, Behälter- und Rohrleitungsbau arbeiten. Gegenüber dem Pendant an unlegiertem Stahl gelten für CrNi-Werkstoffe andere Schweißzusätze, engere Wärmezufuhrregeln und besondere Anforderungen an Verzug und Spaltkorrosion – alle diese Besonderheiten stehen im Mittelpunkt des Kurses.

Was lernst du in diesem Kurs?

Modul CrNi T1 – Kehlnahtschweißen an Blechen Das erste Modul legt den handwerklichen Grundstein für alle weiteren Kursabschnitte. Im Vordergrund stehen Kehlnähte an CrNi-Blechen, die in den Positionen PA (Wannenlage), PB (Horizontalnaht) und PF (Steigposition) ausgeführt werden.

  • Kehlnähte an CrNi-Blechen in PA, PB und PF
  • T-Stöße an Blechen: beidseitig zugängliche Verbindungen in der Praxis
  • Brenn- oder Plasmaschneiden von CrNi-Blechen im Bereich 3 bis 15 mm
  • Schweißzusatzauswahl für austenitische Werkstoffe (ER 308 L, ER 316 L und verwandte)
  • Vorbereitung von Fugenflanken und Reinigungsanforderungen bei CrNi
  • Kontrolle der Wärmeeinbringung zur Vermeidung von Sensibilisierung und Verzug

Modul CrNi T2 – Kehlnahtschweißen an Rohr-auf-Blech-Verbindungen Aufbauend auf T1 erweitert dieses Modul das Schweißspektrum auf dreidimensionale Verbindungsgeometrien, wie sie in der chemischen Apparatetechnik häufig vorkommen. Die geforderten Positionen erfordern eine kontrollierte Brennerführung an der Rundnaht.

  • Kehlnähte an Blechen in PB und PH
  • Rohr-auf-Blech-Verbindungen in den Positionen PB, PD und PH
  • Umgang mit Wärmeableitungsunterschieden zwischen Rohr und Blech
  • Sichtprüfung und Nahtbewertung nach DVS
  • Zugabe von Schweißzusatzeinlageteil in mehreren Übungssequenzen
  • Dokumentation und Protokollierung von Schweißparametern

Modul CrNi T3 und T4 – Blechschweißen mit Stumpfnähten Die beiden Blechmodule trainieren einseitig geschweißte Stumpfnähte, die in der industriellen Praxis an Behälterwandungen, Tanks und Austauscher-Baugruppen relevant sind. T3 konzentriert sich auf die ebenen Positionen PA und PC, T4 auf die anspruchsvolleren Positionen PE und PF.

  • Einseitig geschweißte Stumpfnähte in PA und PC (T3)
  • Stumpfnähte in PE (Überkopflage) und PF (Steiglage) (T4)
  • Fugenvorbereitung: V-Naht und Y-Naht an CrNi-Blechen
  • Wurzellage, Fülllagen und Decklage in mehreren Übergängen
  • Anlauffarbenbeurteilung und deren Bedeutung für die Korrosionsbeständigkeit
  • Prüfung der Nahtgeometrie auf Unter- und Überwölbung, Kantenversatz

Modul CrNi T5 und T6 – Rohrschweißen dünn- und dickwandig Die Rohrmodule bilden den anspruchsvollsten Teil des Lehrgangs. T5 befasst sich mit dünnwandigen Rohren in allen vier relevanten Positionen inklusive der Schrägposition H-L045. T6 steigert die Anforderungen auf dickwandige Rohre, bei denen Mehrlagentechnik und präzise Brennerführung unabdingbar sind.

  • Dünnwandige Rohrstumpfnähte in PA, PC, PH und H-L045 (T5)
  • Dickwandige Rohrstumpfnähte in PA, PC, PH und H-L045 (T6)
  • Schweißen mit Schweißzusatzeinlageteil (Formiergas-Schutz der Wurzel) in mehreren Übungen
  • Kontrolle des Schmelzbads in der Zwangslage H-L045
  • Mehrlagentechnik: Wurzel-, Füll- und Decklagentechnik an Rohren
  • Einhalten von Nahtzwischentemperaturen bei austenitischen CrNi-Werkstoffen
  • Beurteilung der fertigen Rohrnähte nach optischen und maßlichen Kriterien
  • Vorbereitung auf die modulspezifischen DVS-Prüfungen

In begleitenden Fachkundeeinheiten werden Werkstoffprüfung, Nahtberechnung und die einschlägigen Regelwerke (EN ISO 9606-1, DVS-Merkblätter) behandelt, damit die Kursteilnehmer die theoretischen Grundlagen für das DVS-IIW/EWF-Prüfzertifikat mitbringen.

Lernziele:

  • Grundlagen der Metallurgie und Gefügekunde von CrNi-Stählen verstehen und auf das Schweißen anwenden
  • Auswahl und Handhabung geeigneter Schweißzusatzwerkstoffe für austenitische und ferritisch-austenitische Legierungen beherrschen
  • Kehlnähte in den Positionen PA, PB und PF an Blechen regelwerksgerecht ausführen
  • T-Stöße an Blechen in verschiedenen Schweißpositionen sicher einschweißen
  • Brenn- oder Plasmaschneideverfahren für CrNi-Bleche im Dickenbereich 3 bis 15 mm anwenden
  • Rohr-auf-Blech-Verbindungen in den Positionen PB, PD und PH schweißen
  • Einseitig geschweißte Stumpfnähte an Blechen in PA und PC sowie PE und PF sauber herstellen
  • Dünnwandige Rohrstumpfnähte (Positionen PA, PC, PH und H-L045) mit Schweißzusatzeinlageteil ausführen
  • Dickwandige Rohrverbindungen in allen relevanten Positionen einschließlich H-L045 meistern
  • Schweißnahtfehler an CrNi-Werkstoffen erkennen, beurteilen und vermeiden
  • Wärmeeinbringung kontrollieren und Anlauffarben sachgerecht beurteilen
  • Anforderungen der DVS-Richtlinie und der korrespondierenden IIW/EWF-Prüfnorm kennen und einhalten

Für wen ist der Kurs geeignet?

Der Kurs richtet sich an Personen, die in metallverarbeitenden oder apparatetechnischen Berufen tätig sind oder tätig sein wollen und sich auf die Arbeit mit nichtrostenden und säurebeständigen Werkstoffen spezialisieren möchten. Typische Ausgangssituationen sind der Einstieg in den Anlagenbau, die chemische Industrie, die Pharmaindustrie oder die Lebensmitteltechnik.

  • Schweißfachkräfte, die ihre Qualifikation auf CrNi-Werkstoffe ausweiten wollen
  • Metallbauer, Konstruktionsmechaniker und Industriemechaniker mit Schweiß-Grundkenntnissen
  • Quereinsteiger mit nachgewiesener Berufspraxis in einem metallhandwerklichen Bereich
  • Arbeitssuchende mit Berufsausbildung, die den Einstieg in den höherqualifizierten Schweißbereich anstreben
  • Fachkräfte aus dem Behälter-, Apparate- oder Rohrleitungsbau, die ihre Positionsqualifikationen erweitern
Voraussetzungen:

Der Lehrgang setzt ein vollendetes 18. Lebensjahr und eine abgeschlossene Berufsausbildung oder nachgewiesene Berufspraxis im metallhandwerklichen Bereich voraus. Körperliche Eignung für Schweißarbeiten ist erforderlich, da die Tätigkeiten in Zwangslagen und teils unter eingeschränkter Sichtverhältnissen ausgeführt werden. Deutsche Sprachkenntnisse auf mindestens B1-Niveau sind notwendig, um Arbeitsanweisungen, Zeichnungen und Richtlinientexte sicher verstehen zu können. Eigene Vorerfahrungen im WIG-Schweißen sind hilfreich, aber nicht zwingend Voraussetzung – das Modul T1 beginnt auf einem zugänglichen Einstiegsniveau.

Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?

Der Kurs findet ausschließlich als Präsenzunterricht statt. Das Verhältnis von Theorie zu Praxis ist deutlich zugunsten der praktischen Schweißübungen verschoben: Der überwiegende Teil der Kurszeit wird direkt an der WIG-Anlage verbracht, wobei jeder Teilnehmer seinen eigenen Brenner und Arbeitsplatz hat. Fachtheoretische Einheiten umfassen Werkstoffkunde, DVS-Regelwerk, Nahtbewertung und Qualitätsprüfung und werden eng mit den laufenden Übungen verzahnt. Begleitend werden die Schweißparameter gemeinsam ausgewertet, Fehler analysiert und Korrekturen eingeübt. Die Vollzeitstruktur ermöglicht eine kompakte, intensive Lernkurve.

Der Kurs umfasst sechs aufeinander aufbauende Module (CrNi T1 bis T6) und wird im Vollzeitformat durchgeführt. Die konkrete Gesamtstundenzahl hängt vom jeweiligen Anbieter und dem Zuschnitt der Einzelmodule ab. Der Lehrgang kann als Gesamtpaket oder in Teilen belegt werden, sofern die Voraussetzungen für das jeweilige Einstiegsmodul erfüllt sind.

Wer die modulbezogenen Prüfungen erfolgreich absolviert, erhält das DVS-IIW/EWF-Prüfzertifikat für die jeweiligen Module – eine international anerkannte schweißtechnische Qualifikation, die auf den Normen der International Welding Federation (IIW) und des European Welding Federation (EWF) basiert. Zusätzlich stellen die Anbieter ein trägerinternes Zertifikat aus. Das DVS-Prüfzertifikat ist bei Arbeitgebern im Anlagen-, Behälter- und Rohrleitungsbau sowie in der Petrochemie und Pharmazie bekannt und anerkannt.

Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?

Die Qualifikation für CrNi-Werkstoffe öffnet Türen zu Einsatzbereichen, die besondere Materialanforderungen stellen und entsprechend auch besser vergütete Positionen bieten. Wer mit nichtrostenden Stählen und Nickelbasislegierungen schweißen kann, ist in Pharmabetrieben, Lebensmittelfabriken, Chemieanlagen und der Offshore-Technik gefragt – Branchen, in denen WIG-Fachkräfte ohne CrNi-Qualifikation nicht eingesetzt werden können. Die sechs Module decken systematisch die gesamte Bandbreite ab, von der einfachen Kehlnaht am Blech bis zur anspruchsvollen Dickwand-Rohrstumpfnaht in der Schrägposition H-L045. Damit erhalten Absolventen eine umfassende Positionsqualifikation, die unmittelbar auf reale Fertigungs- und Montagesituationen anwendbar ist. Das DVS-IIW/EWF-Prüfzertifikat ist innerhalb Europas und darüber hinaus gültig und anerkannt, was gerade für Fachkräfte mit internationalem Arbeitsinteresse einen konkreten Vorteil darstellt. Wer zusätzlich die Module des Stahl-Pendants (T1–T6) abgeschlossen hat, deckt mit beiden Zertifikaten das gesamte Spektrum der häufigsten WIG-Anwendungen ab.

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Zugeordnete Zielberufe

Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.

  • WIG-Schweißer/in (CrNi)
  • Schweißfachkraft Apparatebau
  • Rohrleitungsbauer/in
  • Metallbauer/in Fachrichtung Schweißtechnik
  • Industrieschweißer/in

Vor der Kurswahl klären

  • Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
  • Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
  • Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?

Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.

Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen diesem CrNi-Kurs und dem Stahl-Pendant?

Beide Kurse folgen dem gleichen Modulaufbau T1–T6, unterscheiden sich aber grundlegend im Werkstoff. Beim CrNi-Kurs werden nichtrostende und säurebeständige Stähle sowie Chrom-Nickel-Legierungen geschweißt, was andere Schweißzusätze, strengere Wärmezufuhrregeln und die Beurteilung von Anlauffarben erfordert. Beim Stahl-Kurs arbeiten die Teilnehmer mit unlegiertem Baustahl.

Welches Zertifikat erhalte ich nach dem Kurs?

Nach erfolgreich abgelegten Modulprüfungen erhalten Sie das DVS-IIW/EWF-Prüfzertifikat für die jeweiligen Module sowie ein trägerinternes Zertifikat des Bildungsträgers. Das DVS-IIW/EWF-Zertifikat ist europaweit als schweißtechnische Qualifikation anerkannt.

Muss ich alle sechs Module in einem Durchgang belegen?

Eine modulweise Belegung ist möglich, sofern die inhaltlichen Einstiegsvoraussetzungen für das jeweilige Modul erfüllt sind. In der Regel empfiehlt sich der Einstieg bei T1, da jedes Modul auf den Fertigkeiten des vorherigen aufbaut.

In welchen Branchen wird diese Qualifikation benötigt?

Das DVS-CrNi-Zertifikat ist besonders in der Pharmaindustrie, der Lebensmittel- und Getränketechnik, der Chemie- und Petrochemieanlage sowie im Offshore-Bereich gefragt, wo Werkstoffe korrosions- und hitzebeständig sein müssen. Auch der Behälter- und Apparatebau setzt regelmäßig CrNi-qualifizierte Schweißer ein.

Was bedeutet die Schrägposition H-L045?

H-L045 bezeichnet eine festgelegte Rohrschweißposition, bei der die Rohrachse in einem 45-Grad-Winkel geneigt ist. Das Rohr dreht sich während des Schweißens nicht – der Schweißer umfährt das Rohr vollständig. Diese Position gilt als besonders anspruchsvoll, da der Schmelzbadfluss in allen Rohrsegmenten unterschiedlich kontrolliert werden muss.