Überblick
Lichtbogenhandschweißen zählt zu den ältesten und zugleich robustesten Schweißverfahren der Metallverarbeitung — flexibel einsetzbar, auch unter erschwerten Bedingungen zuverlässig und in vielen Handwerks- und Industriebereichen nach wie vor gefragt. Dieser Praxiskurs führt Teilnehmende systematisch an das Verfahren heran: von den physikalischen Grundlagen des Lichtbogens über den sicheren Umgang mit Schweißgeräten und Schutzgasen bis zum eigenständig ausgeführten Stumpfstoß in Werkstattqualität.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Sicherheit und Grundlagen des Lichtbogenschweißens Bevor die Elektrode zum ersten Mal gezündet wird, steht die Sicherheit im Vordergrund. Das Modul vermittelt, welche Gefahren beim Lichtbogenschweißen entstehen — von Strahlung über Hitze bis zu den Risiken im Umgang mit Gasen — und wie sich Teilnehmende und ihre Umgebung wirksam schützen.
- Physikalisches Grundprinzip des elektrischen Lichtbogens
- Gefahren beim Lichtbogenschweißen: Strahlung, Hitze, Funkenflug
- Gefahren im Umgang mit Schweiß- und Schutzgasen
- Persönliche Schutzausrüstung: Schweißhelm, Handschuhe, Schutzkleidung
- Brandschutz und Absaugung am Arbeitsplatz
- Erste-Hilfe-Grundlagen für den Schweißarbeitsplatz
Modul 2 — Gerätekunde und Bedienung Wer sicher schweißen will, muss sein Gerät kennen. Dieses Modul erklärt Aufbau und Funktionsweise von Lichtbogenschweißgeräten sowie die richtige Einstellung von Stromstärke und Polung für unterschiedliche Werkstoffe und Elektrodentypen.
- Aufbau und Funktionsprinzip von Lichtbogenschweißgeräten
- Bedienung und sichere Inbetriebnahme der Anlage
- Elektrodentypen und ihre Eigenschaften
- Einstellung von Stromstärke und Polung je nach Werkstück
- Wartung und Sichtprüfung der Ausrüstung vor Arbeitsbeginn
Modul 3 — Nahtvorbereitung und Werkstückhandhabung Eine saubere Schweißnaht beginnt lange vor dem eigentlichen Schweißvorgang. Dieses Modul zeigt, wie Werkstücke für den Stumpfstoß korrekt vorbereitet, ausgerichtet und geheftet werden, damit die spätere Naht form- und maßhaltig wird.
- Vorbereitung von Blechkanten für den Stumpfstoß
- Ausrichtung und Spaltmaß der zu verbindenden Werkstücke
- Heften der Werkstücke vor dem eigentlichen Schweißen
- Werkstoffkunde: Eignung gängiger Stahlsorten für das Verfahren
- Vermeidung von Verzug durch geeignete Spanntechnik
Modul 4 — Praxis: Schweißnähte ausführen und prüfen Im Zentrum des Kurses steht die praktische Ausführung am Werkstück. Unter Anleitung üben Teilnehmende den einlagigen Stumpfstoß (BW) so lange, bis Nahtbild und Durchschweißung den Anforderungen entsprechen — und lernen, die eigene Arbeit selbstständig zu beurteilen.
- Zünden und Führen des Lichtbogens in gleichmäßiger Bewegung
- Einlagiges Schweißen als Stumpfstoß (BW) in Werkstattlage
- Kontrolle der Nahtbreite und -höhe während des Schweißens
- Vermeidung typischer Fehler wie Einbrand, Bindefehler und Poren
- Umgang mit Schlackenbildung und deren Entfernung
- Optische Prüfung der fertigen Naht auf Regelmäßigkeit
- Beurteilung der Nahtqualität durch Brechen der Schweißnaht mittels Presse
- Analyse von Bruchflächen zur Fehlerdiagnose
- Wiederholte Übungsschweißungen zur Verfeinerung der Handführung
- Anpassung der Technik an unterschiedliche Blechdicken
- Dokumentation der eigenen Übungsergebnisse
- Übertragung der Grundtechnik auf einfache praxisnahe Werkstücke
- Umgang mit unterschiedlichen Schweißpositionen am Werkstück
- Einschätzung der eigenen Fortschritte anhand wiederholter Nahtvergleiche
Der Kurs ist bewusst als Einstieg konzipiert und verzichtet auf theoretischen Ballast zugunsten intensiver Werkbankarbeit. Wer den Kurs abschließt, hat nicht nur den Stumpfstoß mehrfach unter Anleitung geübt, sondern auch gelernt, die eigene Nahtqualität selbstständig einzuschätzen — eine Fähigkeit, die im späteren Berufsalltag jeden Handgriff am Schweißgerät begleitet. Die Kombination aus Sicherheitsschulung, Gerätekunde und wiederholter Praxisübung sorgt dafür, dass die Grundtechnik nicht nur einmalig vorgeführt, sondern tatsächlich verinnerlicht wird. Das macht den Kurs zu einer soliden Basis für alle weiteren Schritte in der Schweißtechnik.
Lernziele:
- Physikalische Grundlagen des Lichtbogens und seine Wirkung auf das Schweißgut verstehen
- Aufbau, Bedienung und Sicherheitsvorkehrungen an Lichtbogenschweißgeräten anwenden
- Gefahren im Umgang mit Schweißgasen erkennen und Sicherheitsvorkehrungen einhalten
- Persönliche Schutzausrüstung korrekt auswählen und einsetzen
- Werkstücke für den Stumpfstoß fachgerecht vorbereiten und heften
- Elektrodenauswahl passend zu Werkstoff und Nahtform treffen
- Einlagiges Schweißen als Stumpfstoß (BW) sauber und gleichmäßig ausführen
- Schweißnähte auf optische Fehler wie Einbrand, Poren und Bindefehler prüfen
- Nahtqualität durch Brechen der Schweißnaht mittels Presse beurteilen
- Arbeitsplatz und Werkstück sicher vor- und nachbereiten
- Typische Schweißfehler benennen und deren Ursachen vermeiden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen mit Interesse an der Metallverarbeitung und -bearbeitung, die das Lichtbogenhandschweißen praktisch von Grund auf erlernen möchten. Vorerfahrung im Schweißen selbst ist nicht erforderlich, wohl aber ein technisches Grundverständnis.
- Personen mit abgeschlossener technischer Berufsausbildung, die sich in Schweißtechnik weiterqualifizieren möchten
- Fachkräfte aus dem Metallbau, die ihr handwerkliches Spektrum erweitern wollen
- Quereinsteiger/innen mit Berufspraxis in einem technischen Bereich
- Personen, die eine praktische Grundlage für weiterführende Schweißkurse aufbauen möchten
Erforderlich ist eine abgeschlossene technische Berufsausbildung oder entsprechende Berufspraxis in einem technischen Bereich. Vorkenntnisse im Schweißen selbst sind nicht notwendig, da der Kurs die Grundtechniken von Anfang an vermittelt. Ein grundlegendes technisches Verständnis für Werkstoffe und Werkzeuge erleichtert den Einstieg in die praktischen Übungen.
Ablauf & Abschluss
Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der praktischen Arbeit an der Schweißstation: Nach einer kompakten theoretischen Einführung zu Sicherheit und Gerätekunde verbringen Teilnehmende den Großteil der Zeit direkt am Werkstück. Die Technik wird schrittweise unter Anleitung aufgebaut und durch wiederholte Übungsschweißungen gefestigt, bis die eigenständige Ausführung sitzt.
Der Kurs ist als kompakter Praxiskurs angelegt, der sich auf die wesentlichen Grundlagen des Lichtbogenhandschweißens konzentriert und ausreichend Zeit für wiederholte Übungsschweißungen an der Werkbank einplant.
Der Kurs schließt mit einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung ab, die die erworbenen praktischen Grundfertigkeiten im Lichtbogenhandschweißen dokumentiert. Ein staatlich anerkannter Schweißerprüfungsabschluss ist nicht Bestandteil dieses Einstiegskurses.
Nutzen & Perspektiven
Lichtbogenhandschweißen bleibt trotz moderner Verfahren wie MIG/MAG oder WIG ein gefragtes Grundhandwerk — robust, flexibel einsetzbar und auch unter erschwerten Bedingungen zuverlässig. Wer die Technik von Grund auf sauber erlernt, verschafft sich einen praktischen Zugang zu einem Bereich, der in Metallbau, Instandhaltung und industrieller Fertigung durchgängig gebraucht wird. Für Teilnehmende mit technischer Vorbildung bietet der Kurs eine direkte Möglichkeit, das eigene Kompetenzprofil um eine konkrete handwerkliche Fertigkeit zu erweitern. Die wiederholte Praxis am Werkstück sorgt dafür, dass nicht nur theoretisches Wissen, sondern tatsächlich anwendbares Können entsteht — spürbar in der eigenen Handführung und in der Qualität der geschweißten Nähte. Wer nach diesem Einstieg tiefer in die Schweißtechnik einsteigen möchte, hat mit dem sauber erlernten Stumpfstoß eine solide Basis für weiterführende Verfahren und Zertifizierungen geschaffen. Die Grundlagen aus Sicherheit, Gerätekunde und Nahtbeurteilung tragen dabei durchgängig weiter. Nicht zuletzt schult der Kurs auch die Selbsteinschätzung: Wer lernt, eine Naht durch Brechen der Probe selbst zu beurteilen, entwickelt ein Gespür für die eigene Arbeit, das sich nicht allein aus dem Betrachten der Nahtoberfläche ergibt. Diese Fähigkeit zur kritischen Selbstkontrolle bleibt weit über den Kurs hinaus relevant, wann immer handwerkliche Qualität in der Metallverarbeitung gefragt ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Vorkenntnisse im Schweißen für diesen Kurs?
Nein, Schweißvorkenntnisse sind nicht erforderlich. Erwartet wird jedoch eine abgeschlossene technische Berufsausbildung oder entsprechende Berufspraxis in einem technischen Bereich.
Welche Schweißtechnik wird im Kurs vermittelt?
Im Mittelpunkt steht das Lichtbogenhandschweißen mit dem einlagigen Stumpfstoß (BW) als zentrale Übungsform, ergänzt um Sicherheits- und Gerätekunde.
Wie wird die Qualität der eigenen Schweißnaht überprüft?
Unter anderem durch Brechen der Schweißnaht mittels Presse, wodurch Durchschweißung und mögliche Bindefehler an der Bruchfläche sichtbar werden und direktes Feedback zur eigenen Technik entsteht.
Welchen Abschluss erhalte ich am Ende?
Sie erhalten eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung, die die erworbenen praktischen Grundfertigkeiten im Lichtbogenhandschweißen dokumentiert.
Für wen eignet sich dieser Einstiegskurs?
Für Personen mit Interesse an Metallverarbeitung, etwa aus Metallbau oder technischen Berufen, die das Lichtbogenhandschweißen praktisch von Grund auf lernen möchten.
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