Überblick
Dieser Kurs vermittelt Grundkenntnisse und praktische Orientierung im Umgang mit Sterbenden, ihren Angehörigen und dem Thema Tod und Trauer. Er richtet sich an Pflegefach- und Hilfskräfte, Hospizmitarbeitende und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die professionell oder freiwillig im Bereich Sterbe- und Trauerbegleitung tätig sind oder dies werden möchten. Der Kurs wird in Vollzeit und im Combined Learning Format über einen Zeitraum von mehr als einer Woche bis zu einem Monat angeboten.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul führt in die Grundlagen der Sterbebegleitung und der Palliative Care ein. Es vermittelt das Basiswissen, das für jede Art von Begleitung am Lebensende unerlässlich ist, unabhängig davon, ob die Teilnehmenden hauptberuflich oder ehrenamtlich tätig sind.
- Begriffe und Konzepte der Palliative Care verstehen
- Geschichte und Bedeutung der Hospizbewegung kennen
- Phasen des Sterbeprozesses kennen und einordnen
- Grundhaltungen in der Begleitung sterbender Menschen entwickeln
- Kommunikation mit sterbenden Menschen und ihren Angehörigen üben
- Eigene Haltung zu Tod und Sterben reflektieren
Das zweite Modul behandelt das Thema Schmerz und körperliche Beschwerden am Lebensende. Für Pflegekräfte und Betreuende ist es wichtig zu wissen, wie Schmerz am Lebensende erkannt, kommuniziert und im Rahmen der eigenen Rolle angemessen adressiert werden kann.
- Grundlagen der Schmerzwahrnehmung und Schmerzerfassung kennen
- Unterschied zwischen körperlichen, seelischen und sozialen Schmerzen verstehen
- Beobachtungen und Beschwerden klar und präzise kommunizieren
- Nicht-pharmakologische Methoden zur Linderung von Beschwerden kennen
- Zusammenarbeit mit Palliativmedizinerinnen und -medizinern verstehen
- Würdevolle Pflege am Lebensende als Grundhaltung internalisieren
Das dritte Modul widmet sich der Trauerarbeit und dem Umgang mit Hinterbliebenen. Trauer ist ein natürlicher Prozess, der professionelle Begleitung erfordert, und dieser Kursabschnitt vermittelt das nötige Handwerkszeug, um trauernde Menschen angemessen zu unterstützen.
- Trauermodelle und Trauerverläufe kennen und einordnen
- Unterschiedliche Ausdrucksformen von Trauer verstehen und akzeptieren
- Einfühlsame Gesprächsführung mit Trauernden einüben
- Grenzen der eigenen Begleitung erkennen und Weitervermittlung initiieren
- Angebote der Trauerbegleitung und Trauergruppen kennen
- Selbstfürsorge und psychische Hygiene für Begleitende thematisieren
Das vierte Modul beleuchtet kulturelle und religiöse Unterschiede im Umgang mit Tod und Sterben. In einer pluralen Gesellschaft begegnen Pflegekräfte und Betreuende Menschen aus sehr unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergründen. Dieser Kursabschnitt schärft das Bewusstsein für diese Vielfalt.
- Überblick über Sterbe- und Bestattungsrituale verschiedener Kulturen und Religionen
- Bedeutung von Ritualen am Lebensende für Sterbende und Angehörige verstehen
- Respektvoller Umgang mit kulturell oder religiös geprägten Wünschen
- Kommunikation bei Sprachbarrieren und kulturellen Missverständnissen
- Interkulturelle Kompetenz als professionelle Haltung entwickeln
- Reflexion eigener kultureller Prägungen im Berufsalltag
Der Kurs verbindet theoretische Grundlagen mit praktischer Reflexion und fallbezogener Arbeit. Die praktischen Anteile umfassen unter anderem die folgenden Elemente.
- Fallbesprechungen zu realen Begleitungssituationen aus dem Pflegealltag
- Rollenspiele zur Kommunikation mit sterbenden Menschen und Angehörigen
- Reflexionsübungen zur eigenen Betroffenheit und inneren Haltung
- Entwicklung eines persönlichen Selbstfürsorge-Konzepts
- Diskussion ethischer Dilemmata am Lebensende in der Gruppe
- Kennenlernen von Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht als Praxisthema
- Besuch oder Auseinandersetzung mit Hospiz-Konzepten und -Angeboten
- Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für typische Situationen in der Sterbebegleitung
- Austausch über eigene Erfahrungen mit Tod und Abschied in geschütztem Rahmen
- Reflexion der Rolle von Ehrenamtlichen gegenüber hauptberuflichen Pflegekräften
- Erarbeitung konkreter Kommunikationsstrategien für schwierige Gesprächssituationen
- Abschlussgespräch zu individuellen Lernfortschritten und offenen Fragen
Der Kurs kann neben der beruflichen Tätigkeit bewältigt werden, da er als Kombination aus Online-Lernphasen und Präsenzunterricht konzipiert ist. Die Lerneinheiten sind so gestaltet, dass sie auch in Teilzeit neben dem Berufsalltag gut bearbeitet werden können.
Lernziele:
Nach dem Abschluss des Kurses verfügen die Teilnehmenden über folgende Kenntnisse und Fähigkeiten.
- Die Grundbegriffe der Palliative Care erläutern und in den Kontext der Hospizarbeit einordnen.
- Die Phasen des Sterbeprozesses kennen und angemessen darauf reagieren.
- Unterschiedliche Methoden der Sterbebegleitung kennen und situationsgerecht einsetzen.
- Schmerz und Beschwerden am Lebensende erkennen und an das zuständige Fachpersonal kommunizieren.
- Trauernde einfühlsam begleiten und geeignete Trauerbegleitungsangebote vermitteln.
- Kulturelle und religiöse Unterschiede im Umgang mit Tod und Sterben kennen und respektieren.
- Die eigene Betroffenheit und Belastung im Umgang mit sterbenden Menschen reflektieren und Strategien zur Selbstfürsorge entwickeln.
- Rechtliche Grundlagen am Lebensende wie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung in ihren Grundzügen erklären.
- Die Bedeutung der Hospizbewegung für die Entwicklung einer humanen Sterbekultur verstehen.
- Schwerkranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und deren besondere Bedürfnisse in der Begleitung berücksichtigen.
- Angehörige von Sterbenden sensibel begleiten und unterstützen.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an alle, die in ihrer beruflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit mit sterbenden Menschen und deren Angehörigen in Kontakt kommen. Konkret angesprochen sind die folgenden Personengruppen.
- Pflegefachkräfte aus stationären Einrichtungen wie Pflegeheimen und Krankenhäusern
- Pflegehilfskräfte aus ambulanten und stationären Pflegediensten
- Leitungskräfte in der Pflege wie Wohnbereichsleitungen oder Pflegedienstleitungen
- Mitarbeitende aus Hospizen und Palliativstationen
- Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in der Hospiz- und Sterbebegleitung
- Betreuungskräfte nach § 43b SGB XI, die ihren Betreuungsalltag um Sterbebegleitungskompetenzen erweitern wollen
Für die Teilnahme werden Interesse an medizinischen oder sozialen Themen sowie grundlegende Computerkenntnisse und Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 bis B2 vorausgesetzt. Eine pflegerische oder sozialpädagogische Ausbildung ist von Vorteil, aber keine formale Voraussetzung. Auch Quereinsteiger und ehrenamtlich Tätige ohne pflegerischen Hintergrund können teilnehmen, wenn sie die sprachlichen Anforderungen erfüllen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined Learning Format angeboten, das Online-Lernphasen mit Präsenzunterricht verbindet. Die Online-Akademie stellt Lernmaterialien, Aufgaben und Reflexionsübungen bereit, die selbstständig bearbeitet werden können. Präsenztermine dienen der vertiefenden Auseinandersetzung, dem Austausch in der Gruppe und dem Einüben kommunikativer Fähigkeiten. Das Format ist bewusst so gestaltet, dass der Kurs neben der beruflichen Tätigkeit gut absolviert werden kann.
Die Weiterbildung dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat und wird in Vollzeit durchgeführt. Die kompakte Laufzeit ermöglicht einen fokussierten Einstieg in das Thema Sterbe- und Trauerbegleitung. Die genaue Stundenzahl variiert je nach Bildungsträger.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Diese bescheinigt die erworbenen Grundkenntnisse in Sterbe- und Trauerbegleitung sowie in Teilbereichen der Palliative Care. Es handelt sich um einen anbietergebundenen Nachweis, der in der Praxis als Qualifikationsnachweis für Stellenprofile im Pflegebereich und in der Hospizarbeit anerkannt wird. Er entspricht keiner staatlich geregelten Fachqualifikation, ergänzt jedoch ein pflegerisches Berufsprofil sinnvoll.
Nutzen & Perspektiven
Die Fähigkeit, Menschen am Lebensende würdevoll zu begleiten, ist eine der anspruchsvollsten und zugleich bedeutsamsten Aufgaben im Pflege- und Sozialbereich. Fachkräfte, die diese Kompetenz nachweisen können, sind in der Branche gefragt und können in spezialisierten Einrichtungen wie Hospizen, Palliativstationen oder ambulanten Hospizdiensten eingesetzt werden. Gleichzeitig schafft das erworbene Wissen auch in allgemeinen Pflegeeinrichtungen einen Mehrwert, da Sterbende in allen stationären und ambulanten Versorgungssettings begleitet werden müssen. Neben dem fachlichen Nutzen bietet der Kurs eine persönliche Entwicklungsmöglichkeit: Der strukturierte Austausch über Sterben, Tod und Trauer in einer professionellen Lernumgebung hilft, eigene Ängste und Unsicherheiten zu verarbeiten und eine stabile innere Haltung zu entwickeln. Diese Haltung schützt vor Burnout und fördert die langfristige Arbeitszufriedenheit in einem emotional herausfordernden Berufsfeld. Förderungsmöglichkeiten machen die Weiterbildung finanziell zugänglich: Bei AZAV-zertifizierten Trägern kann die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters finanziert werden. Darüber hinaus kommen das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr sowie Leistungen zur Rehabilitation oder der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine persönliche Beratung beim zuständigen Kostenträger klärt, welche Fördermöglichkeit für die jeweilige Situation am besten geeignet ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich Pflegefachkraft sein, um teilzunehmen?
Nein. Der Kurs steht auch Pflegehilfskräften, Betreuungskräften und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern offen. Vorausgesetzt werden lediglich Interesse am Thema sowie Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 bis B2.
Ist der Kurs auch neben dem Beruf absolvierbar?
Ja. Der Kurs ist bewusst als Combined Learning konzipiert, das Online-Lernphasen mit Präsenzunterricht verbindet. Die Online-Anteile können zeitlich flexibel bearbeitet werden, sodass der Kurs gut neben einer beruflichen Tätigkeit absolviert werden kann.
Welchen Abschluss erhalte ich nach dem Kurs?
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Es handelt sich um einen anbietergebundenen Nachweis, keinen staatlich anerkannten Abschluss, der jedoch in der Praxis als Qualifikationsnachweis für Stellen in der Pflege und Hospizarbeit anerkannt wird.
Kann ich den Kurs über einen Bildungsgutschein finanzieren?
Ja. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Finanzierung über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters möglich. Auch das Qualifizierungschancengesetz, Leistungen zur Rehabilitation und die Berufsförderung der Bundeswehr kommen je nach Situation in Betracht.
Wie geht der Kurs mit emotionaler Belastung der Teilnehmenden um?
Der Kurs thematisiert ausdrücklich die emotionale Belastung in der Begleitung sterbender Menschen und vermittelt Strategien zur Selbstfürsorge und psychischen Hygiene. Reflexionsübungen und geschützte Gesprächsräume ermöglichen die Auseinandersetzung mit eigenen Gefühlen und Erfahrungen in einem professionellen Rahmen.
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