Überblick
Diese Weiterbildung bereitet umfassend auf die Rolle als Trainer, Ausbilder oder Lernbegleiter in Unternehmen und Bildungseinrichtungen vor. Sie verbindet methodisch-didaktische Grundlagen mit kommunikativen Kompetenzen, rechtlichem Fachwissen und der gezielten Vorbereitung auf die IHK-Ausbildereignungsprüfung. Wer Wissen verständlich, motivierend und nachhaltig weitergeben möchte, findet hier das notwendige Rüstzeug für professionelle Trainings- und Ausbildungsarbeit. Der Kurs verbindet klassische Ausbilderdidaktik mit modernen Lernformaten und digitalen Medien. Teilnehmende lernen nicht nur, wie Lernprozesse wirksam gestaltet werden, sondern auch, wie sie in Konfliktsituationen souverän agieren und unterschiedliche Zielgruppen gezielt ansprechen.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste thematische Modul behandelt Rolle, Verantwortung und rechtliche Rahmenbedingungen. Ausbilder und Trainer nehmen in Organisationen eine besondere Vertrauens- und Schlüsselposition ein. Das Modul klärt, welche rechtlichen Voraussetzungen das Berufsbildungsgesetz (BBiG), die Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) und die betrieblichen Regularien an diese Rolle stellen.
- Aufgaben und Funktionen von Trainer- und Ausbildertätigkeit im Betrieb
- Rechtliche Grundlagen nach BBiG und AEVO
- Ausbildungsvertrag, Probezeit und Beurteilungspflichten
- Organisatorische Einbettung der Ausbildung im Unternehmen
- Rechte und Pflichten aller Beteiligten
- Schnittstellen zu Berufsschule, Kammern und Behörden
Im zweiten Modul stehen Lernpsychologie und Trainingsplanung im Mittelpunkt. Wer Lernprozesse erfolgreich begleiten will, muss verstehen, wie Lernen funktioniert: welche kognitiven und emotionalen Faktoren Wissenserwerb erleichtern oder hemmen und wie Motivation dauerhaft aufrechterhalten wird.
- Grundbegriffe der Lernpsychologie: Kognition, Gedächtnis, Transferprozesse
- Lernstile und individuelle Lernvoraussetzungen berücksichtigen
- Motivationstheorien und ihre praktische Anwendung in Trainings
- Didaktische Modelle für die Planung von Lehreinheiten
- Lernziele formulieren und Erfolgskriterien definieren
- Umgang mit Heterogenität in Lerngruppen
Das dritte Modul widmet sich Methodik, Kommunikation und Konfliktmanagement. Hier werden die handwerklichen Kernkompetenzen für die Trainingspraxis vermittelt: Welche Methoden eignen sich für welche Ziele, wie wird ein Gespräch konstruktiv geführt und was tun, wenn Spannungen in der Gruppe entstehen?
- Überblick über Trainings- und Lernmethoden (Gruppenarbeit, Fallstudien, Rollenspiele, Planspiele)
- Einsatz digitaler Medien und E-Learning-Elemente
- Gesprächsführung: Fragetechniken, aktives Zuhören, wertschätzende Kommunikation
- Konfliktursachen erkennen und deeskalierend eingreifen
- Umgang mit schwierigen Teilnehmersituationen
- Inklusion und Diversität: Unterschiede produktiv in Gruppenarbeit einbinden
In praxisintegrierten Einheiten werden die erlernten Kompetenzen direkt erprobt. Teilnehmende gestalten eigene Trainingssequenzen, erhalten strukturiertes Feedback und schärfen ihr Profil als Lernbegleitung.
- Eigenständige Planung und Durchführung einer Trainingseinheit
- Vortrag mit anschließender Auswertung durch die Gruppe
- Einsatz von Präsentations- und Moderationstechniken
- Erstellung eines Ausbildungsplans für einen fiktiven Betrieb
- Erarbeitung geeigneter Beurteilungsbögen und Feedbackinstrumente
- Umgang mit schriftlichen und mündlichen Prüfungsformaten
- Erkennen typischer Fehler in Trainingsdesign und Ausbilder-Kommunikation
- Anwendung von Leistungsbeurteilungsrastern
- Differenzierter Einsatz digitaler Tools im kombinierten Lernsetting
- Simulation einer Ausbildungssituation inklusive Feedbackrunde
- Schriftliche Ausarbeitung einer Trainingsdokumentation
- Übungen zur mündlichen IHK-Prüfungssimulation
Auf die Praxiseinheiten folgt eine systematische Vorbereitung auf die IHK-Ausbildereignungsprüfung. Dabei werden sowohl die schriftlichen als auch die praktischen Prüfungsanteile gezielt behandelt, sodass Teilnehmende den AdA-Schein mit solider Vorbereitung ablegen können. Die Teilnehmenden schließen die Weiterbildung mit einem klaren Anforderungsprofil ab und kennen die Prüfungsformate der Ausbildereignungsprüfung aus eigener Übung.
Lernziele:
- Trainings und Ausbildungseinheiten systematisch planen, strukturieren und didaktisch aufbereiten
- Lernprozesse methodisch abwechslungsreich gestalten und an verschiedene Zielgruppen anpassen
- Rechtliche Rahmenbedingungen der betrieblichen Ausbildung kennen und einhalten
- Lernpsychologische Grundlagen verstehen und in der Unterrichtsgestaltung anwenden
- Motivationsstrategien gezielt einsetzen, um nachhaltige Lernbereitschaft zu fördern
- Kommunikationssituationen im Trainingskontext professionell steuern und moderieren
- Konflikte in Lerngruppen frühzeitig erkennen und lösungsorientiert bearbeiten
- Diversität in Gruppen als Ressource nutzen und inklusive Lernumgebungen schaffen
- Digitale Medien und Tools sinnvoll in Trainings- und Ausbildungssituationen einbinden
- Leistungen von Lernenden fair und transparenten Kriterien folgend beurteilen
- Konstruktives Feedback geben und annehmen, das Entwicklung fördert
- Gezielt auf die Anforderungen der IHK-Ausbildereignungsprüfung vorbereiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Personen, die Wissen professionell weitergeben und in Unternehmen oder Bildungseinrichtungen als Ausbilder oder Trainer tätig werden möchten. Ebenfalls angesprochen sind Berufserfahrene, die ihre Tätigkeit in der Personalentwicklung ausbauen wollen.
- Fachkräfte, die die IHK-Ausbildereignungsprüfung (AdA-Schein) ablegen möchten
- Mitarbeitende, denen zukünftig Ausbildungsaufgaben im Betrieb übertragen werden
- Quereinsteiger in die Erwachsenen- und Berufsbildung
- Personalentwickler und HR-Fachkräfte, die Trainings intern durchführen
- Führungskräfte, die ihre Mentoring- und Coachingkompetenz vertiefen wollen
Für den Zugang wird eine abgeschlossene Berufsausbildung im relevanten Fachbereich vorausgesetzt, alternativ ein Hochschulstudium (auch ohne Abschluss) oder nachgewiesene Berufserfahrung, aus der fachliche Eignung hervorgeht. Deutschkenntnisse auf kommunikationssicherem Niveau sind notwendig, da die Unterrichtssprache Deutsch ist und die Lernmaterialien auf Deutsch erarbeitet werden. Grundlegende Computerkenntnisse werden erwartet, um digitale Lernplattformen und Online-Werkzeuge zu nutzen. Englischkenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt, das Präsenz- und Online-Phasen sinnvoll verzahnt. Lernenden steht eine digitale Lernplattform zur Verfügung, über die Materialien, Aufgaben und Kommunikationskanäle gebündelt werden. Präsenzphasen dienen der Vertiefung, dem Üben und dem kollegialen Austausch; eigenverantwortliche Selbststudiumsphasen ermöglichen flexible Zeiteinteilung. Didaktisch wechseln Vortrag, moderierte Gruppenarbeit, Fallbesprechungen und praktische Trainingseinheiten einander ab.
Die Weiterbildung wird in Vollzeit durchgeführt. Die genaue Gesamtdauer richtet sich nach dem individuellen Lehrplan und den Kursangeboten des jeweiligen Standorts; erfahrungsgemäß umfassen vergleichbare Train-the-Trainer-Programme mit integrierter AEVO-Vorbereitung mehrere Monate. Präsenz- und Online-Anteile sind über den Kursverlauf verteilt, sodass Theorie und Praxis kontinuierlich miteinander verknüpft werden.
Nach erfolgreicher Kursteilnahme und bestandener IHK-Ausbildereignungsprüfung erhalten Teilnehmende den AdA-Schein der IHK, der bundesweit als Nachweis der Ausbildereignung anerkannt ist. Zusätzlich wird ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung ausgestellt, die die behandelten Inhalte und die Dauer der Weiterbildung dokumentiert. Der AdA-Schein öffnet formal den Zugang zur rechtlich anerkannten Ausbildertätigkeit in anerkannten Ausbildungsberufen.
Nutzen & Perspektiven
Wer den AdA-Schein in der Hand hält, erfüllt die gesetzliche Voraussetzung, Auszubildende in anerkannten Berufen offiziell betreuen zu dürfen. Das ist in vielen Unternehmen eine karriererelevante Qualifikation, die Aufstiegsmöglichkeiten in Personalentwicklung, interne Schulungsorganisation oder Bildungskoordination eröffnet. Gleichzeitig stärkt die Weiterbildung die methodisch-didaktische Kompetenz so grundlegend, dass Absolventen auch ohne formale Ausbilderrolle Wissen in Teams, Projekten und Workshops überzeugender vermitteln. Die im Kurs entwickelten Kommunikations- und Moderationskompetenzen zahlen weit über den Trainingskontext hinaus ein. Konflikte ansprechen, Feedback strukturieren, heterogene Gruppen führen — das sind Fähigkeiten, die in jeder Führungsaufgabe gefragt sind. Teilnehmende erleben, wie sich ihr eigenes Auftreten in Gesprächssituationen verändert, wenn sie die dahinterliegenden psychologischen Mechanismen verstehen. Schließlich positioniert die Kombination aus fachlicher Tiefe und IHK-Abschluss im Arbeitsmarkt für Bildung und Personalentwicklung sehr deutlich. Der Nachweis einer strukturierten Weiterbildung inklusive anerkanntem Kammerzertifikat hebt Bewerber aus der Masse der Trainerprofile heraus und bietet eine solide Grundlage für selbstständige Trainertätigkeit ebenso wie für Festanstellungen in Unternehmen und Bildungseinrichtungen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welchen Abschluss erhalte ich nach dieser Weiterbildung?
Nach bestandener IHK-Ausbildereignungsprüfung erhalten Sie den AdA-Schein, der bundesweit als Nachweis der Ausbildereignung anerkannt ist. Zusätzlich stellt der Kursanbieter ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung aus.
Muss ich selbst schon Ausbilder sein, um teilzunehmen?
Nein. Der Kurs richtet sich auch an Personen, die erst zukünftig eine Ausbilderrolle übernehmen möchten. Vorausgesetzt wird lediglich eine abgeschlossene Ausbildung, ein Studium oder ausreichende Berufserfahrung im jeweiligen Fachbereich.
In welchem Format findet der Kurs statt?
Die Weiterbildung wird im Combined-Learning-Format durchgeführt, das Präsenzphasen mit digitalem Selbststudium verbindet. So bleiben Sie flexibel und können die Lerninhalte in Ihrem eigenen Tempo vertiefen.
Wofür brauche ich den AdA-Schein?
Der AdA-Schein (Ausbilder-Eignungsnachweis nach AEVO) ist gesetzliche Voraussetzung, um in Deutschland Auszubildende in anerkannten Ausbildungsberufen offiziell betreuen zu dürfen. Er öffnet zudem Türen in der betrieblichen Personalentwicklung und im Bildungsbereich.
Welche Kenntnisse sind vor Kursbeginn erforderlich?
Gefordert werden sichere Deutschkenntnisse sowie grundlegende Computerkenntnisse. Fachliche Vorkenntnisse im Bereich Pädagogik sind hilfreich, aber nicht zwingend nötig. Der Kurs vermittelt alle didaktischen und methodischen Grundlagen im Verlauf der Weiterbildung.
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