Überblick
Dieser Kombinationskurs verbindet zwei eigenständige, aber gut ergänzende Fachrichtungen: die Spezialisierung auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen in Cloud-Computing-Umgebungen einerseits und die Red-Hat-Zertifizierung zum Certified Engineer (RHCE, Prüfung EX294) andererseits. Die RHCE-Prüfung prüft seit ihrer Neuausrichtung primär Ansible-Automation – also die Fähigkeit, Linux-Umgebungen automatisiert zu provisionieren, zu konfigurieren und zu betreiben. In Kombination mit ML-Kompetenz entsteht ein Profil, das für datengetriebene Infrastrukturautomatisierung und den Betrieb von KI-Workloads auf Linux-basierten Plattformen gut geeignet ist.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: KI und maschinelles Lernen in der Cloud Dieser Abschnitt legt das konzeptionelle Fundament für den KI/ML-Teil des Kurses. Sie lernen die Grundprinzipien des maschinellen Lernens kennen – von den mathematischen Grundlagen der Optimierung über typische Datenvorbereitungsschritte bis hin zur Modellauswahl. Besonders im Fokus steht die Anwendung in Cloud-Computing-Umgebungen, wo skalierbare Rechenkapazitäten für das Training großer Modelle genutzt werden können.
- Supervised Learning: lineare Regression, logistische Regression, Entscheidungsbäume, Random Forest
- Unsupervised Learning: K-Means-Clustering, Dimensionsreduktion mit PCA
- Datenvorverarbeitung: Normalisierung, Behandlung fehlender Werte, Feature Engineering
- Modelltraining und Hyperparameter-Tuning (Grid Search, Cross-Validation)
- Evaluierungsmetriken für Klassifikation und Regression
- Cloud-Infrastruktur für ML-Workloads: Recheninstanzen, Speicher, GPU-Ressourcen
Modul 2: Datengetriebene Prozesse und KI-Integration Dieser Block vertieft die praktische Seite der KI-Entwicklung: Wie werden Modelle in bestehende Geschäftsprozesse eingebunden? Welche Datenpipelines sind notwendig, und wie lassen sie sich wartbar gestalten? Sie erarbeiten konkrete Szenarien aus verschiedenen Branchen.
- Aufbau von Datenpipelines: Datenquellen, Transformation, Laden (ETL)
- Einsatz von pandas und NumPy für Datenwrangling in Python
- Modell-Deployment: REST-API-Schnittstellen für ML-Modelle
- Monitoring von Modellen im Betrieb: Drift-Erkennung und Retraining
- Sicherheit und Datenschutz beim Umgang mit Trainingsdaten
- Dokumentation und Reproduzierbarkeit von Experimenten (MLflow-Konzepte)
Modul 3: Red Hat Certified Engineer (RHCE/EX294) – Ansible-Automatisierung Der RHCE-Teil des Kurses fokussiert vollständig auf Ansible – das offizielle Prüfungsthema der aktuellen EX294-Zertifizierung. Sie lernen, wie mit Ansible Playbooks komplexe Linux-Systemkonfigurationen automatisiert werden. Dabei geht es um Praxiskompetenz: die EX294 ist eine reine Hands-on-Prüfung ohne Multiple-Choice-Anteil.
- Ansible-Grundarchitektur: Inventory, Control Node, Managed Nodes
- Playbook-Struktur: Tasks, Handlers, Variables, Templates (Jinja2)
- Rollen (Roles): Strukturierung wiederverwendbarer Automatisierungseinheiten
- Ansible Galaxy: Community-Rollen nutzen und eigene veröffentlichen
- Fehlerbehandlung in Playbooks: Blöcke, Rescue, Always
- Systemkonfiguration mit Ansible: Pakete, Dienste, Firewall, SELinux, Dateisystem
Modul 4: Linux-Systemadministration für KI-Umgebungen Dieser abschließende Block verknüpft Linux-Administration mit dem Betrieb von KI-Workloads. Sie verstehen, wie Python-Umgebungen auf Red-Hat-Systemen isoliert und verwaltet werden, wie Container (Podman) für ML-Trainingsaufgaben eingesetzt werden und wie Ansible eingesetzt wird, um ML-Infrastruktur reproduzierbar bereitzustellen.
- Python-Umgebungsverwaltung auf RHEL: venv, pip, Conda auf Enterprise-Linux
- Container mit Podman: Images bauen, Volumes, Netzwerke
- Automatisiertes Deployment von ML-Umgebungen mit Ansible
- Ressourcenverwaltung auf Linux: cgroups, CPU/Memory-Limits für Trainingsjobs
- Logfile-Analyse und Monitoring: journald, rsyslog, systemd-Dienste
- IT-Sicherheitskonzepte: SELinux-Policies, Firewall-Regeln, SSH-Härtung
Praxisblock: Integriertes Abschlussprojekt In diesem umfangreichen Praxisteil entwickeln Sie eine vollständige, automatisiert bereitgestellte ML-Trainingsumgebung. Sie verbinden Ansible-Automatisierung mit Python-ML-Workflow —
- Ansible-Playbook zur Provisionierung einer ML-Node (Python, Bibliotheken, GPU-Treiber)
- Versioniertes Inventory für Staging- und Produktionsumgebungen
- Automatisches Deployment eines scikit-learn-Modells als REST-API (Flask/FastAPI)
- Containerisierung des ML-Services mit Podman
- Ansible-Rolle für wiederkehrende Deployments
- Überwachung des laufenden Services mit systemd und journald
- Dokumentation der Deployment-Pipeline in YAML und README
- Qualitätssicherung: Unit-Tests für das ML-Modell, Integrationstests für die API
- Sicherheitsprüfung der bereitgestellten Umgebung (SELinux, Firewall, SSH)
- Abschlusspräsentation der Architektur und Reflexion der Technologieauswahl
- Fehleranalyse und Debugging typischer Ansible-Laufzeitfehler
- Vergleich des manuellen vs. automatisierten Deployment-Aufwands
Die Praxisaufgaben orientieren sich an realistischen DevOps-/MLOps-Szenarien, die in Unternehmen mit Red-Hat-basierter Infrastruktur auftreten. Der Kurs schließt mit einer gemeinsamen Auswertung der Abschlussprojekte, in der Lösungsansätze verglichen und Best Practices besprochen werden.
Lernziele:
Nach Abschluss dieses Kurses beherrschen Sie grundlegende und fortgeschrittene Konzepte des maschinellen Lernens und können diese auf Cloud-basierte Infrastrukturen anwenden. Sie verstehen, wie KI-Modelle trainiert, evaluiert und in produktive Systeme überführt werden. Sie sind in der Lage, mit Ansible Playbooks Linux-Systeme automatisiert zu konfigurieren und Rollen sowie Variablen strukturiert einzusetzen. Sie administrieren Red-Hat-basierte Systeme auf einem Niveau, das der RHCE-Prüfung EX294 entspricht. Sie kombinieren Automatisierungswissen mit ML-Pipelines, etwa um Trainingsumgebungen reproduzierbar bereitzustellen. Sie analysieren Datensätze und wählen geeignete Algorithmen für Klassifikation, Regression und Clustering. Sie nutzen Python-Bibliotheken (scikit-learn, pandas, NumPy) für die Modellentwicklung. Sie erklären den Unterschied zwischen überwachtem, unüberwachtem und bestärkendem Lernen. Sie beurteilen Modellqualität anhand relevanter Metriken wie Accuracy, Precision, Recall und F1. Sie verstehen Sicherheitskonzepte für Linux-Systeme im Kontext von KI-Betriebsumgebungen. Sie planen die Integration von ML-Modellen in automatisierte Deployment-Pipelines.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an IT-Fachleute, die sowohl in der Systemadministration als auch im wachsenden Bereich der KI und des maschinellen Lernens Fuß fassen wollen. Das Kombiprofil ist besonders interessant für Personen, die in MLOps- oder DevOps-Rollen tätig werden möchten.
- Linux-Systemadministratoren, die ihre Karriere um KI/ML-Kompetenz erweitern wollen
- Entwickler, die Automatisierungswerkzeuge für KI-Infrastruktur erlernen möchten
- IT-Fachleute mit Python-Grundkenntnissen, die sich auf RHCE vorbereiten
- Quereinsteiger aus verwandten IT-Bereichen, die ein breites Technikprofil aufbauen
- DevOps-Engineers, die ML-Workloads in ihre Automatisierungspipelines integrieren wollen
Linux-Grundkenntnisse sind für den RHCE-Anteil unbedingt erforderlich; idealerweise haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits die Red-Hat-Fundamentals (RHCSA-Niveau, EX200) absolviert oder entsprechende praktische Erfahrung. Für den ML-Teil sind Python-Grundlagen sowie ein Verständnis elementarer statistischer Konzepte (Mittelwert, Varianz, Wahrscheinlichkeiten) hilfreich. Programmiererfahrung in einer anderen Sprache ist ein guter Ausgangspunkt.
Ablauf & Abschluss
Der Unterricht läuft als Live-Kurs im virtuellen Klassenzimmer: Dozentinnen und Dozenten vermitteln Inhalte in interaktiven Unterrichtseinheiten, die durch Übungsphasen in eigenen Lab-Umgebungen ergänzt werden. Ansible-Übungen werden auf virtuellen Red-Hat-Lab-Systemen durchgeführt; ML-Aufgaben laufen in vorkonfigurierten Python-Umgebungen. Der Kurs ist auf Vollzeitteilnahme ausgelegt, Teilzeitoption nach Absprache möglich.
Da die Kursinhalte individuell kombinierbar sind, hängt die Gesamtdauer vom gewählten Umfang ab. Ein typischer Durchlauf mit beiden Zertifizierungszielen (ML-Spezialisierung plus RHCE) erfordert mehrere Wochen intensiver Vollzeitteilnahme. Aktuelle Zeitpläne und Termine sind über die Anbieterseiten auf Kursweg einsehbar.
Der Kurs bereitet auf die Red-Hat-Zertifizierungsprüfung RHCE (EX294) sowie auf eine Anbieterzertifizierung im KI/ML-Bereich vor. Die RHCE-Prüfung wird von Red Hat als Hands-on-Lab-Prüfung abgenommen und führt bei Bestehen zum offiziellen Red-Hat-Zertifikat. Der ML-Spezialisierungsanteil schließt mit einer trägerinternen Zertifizierung ab. Hersteller der RHCE-Zertifizierung ist Red Hat (IBM); die Zertifizierung ist zeitlich befristet und muss nach drei Jahren erneuert werden.
Nutzen & Perspektiven
Das Kombiprofil aus KI/ML-Wissen und Linux-Automatisierung über Ansible ist auf dem Arbeitsmarkt vergleichsweise selten und daher gesucht: MLOps-Rollen, die sowohl Modellentwicklung als auch den zuverlässigen Betrieb von Trainings- und Inferenzinfrastruktur verantworten, setzen genau diese Kombination voraus. Der RHCE stärkt das Profil insbesondere bei Unternehmen, die auf Red-Hat-Enterprise-Linux oder OpenShift als Betriebsplattform setzen. Ansible ist als De-facto-Standard für Infrastrukturautomatisierung in Enterprise-Umgebungen etabliert, und die Fähigkeit, ML-Deployments damit zu automatisieren, verkürzt den Weg von Experimenten in der Entwicklungsumgebung zur produktiven Anwendung erheblich. Dieser Kurs vermittelt genau diesen Brückenschlag – von der Datenvorbereitung über das Modelltraining bis zur automatisierten Bereitstellung auf Linux-Systemen. Darüber hinaus bietet das offiziell anerkannte RHCE-Zertifikat von Red Hat eine verlässliche, prüfungsbasierte Nachweisgrundlage für die Systemkompetenz, die von Personalverantwortlichen in IT-intensiven Branchen gut eingeordnet werden kann.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was prüft die Red-Hat-RHCE-Prüfung (EX294) genau?
Die aktuelle RHCE-Prüfung EX294 prüft ausschließlich Ansible-Automatisierung – also die praktische Fähigkeit, Linux-Systeme mit Ansible Playbooks, Rollen und Variablen zu konfigurieren. Es handelt sich um eine reine Hands-on-Lab-Prüfung ohne Multiple-Choice-Anteil.
Muss ich vor diesem Kurs die RHCSA-Zertifizierung besitzen?
Formal ist die RHCSA keine Pflichtvoraussetzung für die Kursteilnahme, jedoch sehr empfohlen. Für die EX294-Prüfung ist RHCSA-Niveau inhaltlich vorausgesetzt. Wer solide Linux-Grundlagen mitbringt, kann auch ohne formale RHCSA-Zertifizierung am Kurs teilnehmen.
Wie lange ist die RHCE-Zertifizierung gültig?
Red-Hat-Zertifizierungen sind drei Jahre gültig. Eine Erneuerung ist durch erneutes Ablegen der Prüfung oder durch Ablegen einer neueren Red-Hat-Prüfung möglich.
Welche Programmiersprache wird im ML-Teil verwendet?
Der ML-Teil setzt auf Python mit den gängigen Bibliotheken scikit-learn, pandas und NumPy. Grundlegende Python-Kenntnisse werden vorausgesetzt; tiefe Programmiererfahrung ist nicht zwingend notwendig.
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