Überblick
Dieser Kurs verbindet die Ausbildung zum AI Developer Professional mit der Vorbereitung auf die Microsoft-Zertifizierung Power Platform Developer (PL-400). Die Kombination ist in der Praxis hochrelevant: Power Platform ist in vielen Unternehmen die bevorzugte Plattform für interne Anwendungen, Prozessautomatisierung und datengestützte Dashboards — und Microsoft integriert KI-Fähigkeiten zunehmend tief in dieses Ökosystem. Der AI-Developer-Teil befähigt Sie, maschinelle Lernmodelle zu verstehen, zu trainieren und zu deployen. Der PL-400-Teil bringt Sie auf das Niveau eines professionellen Power-Platform-Entwicklers, der über einfache Low-Code-Lösungen hinausgeht und benutzerdefinierte Erweiterungen, Dataverse-Plug-ins und Azure-Integrationen realisiert.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — AI Developer Professional: Maschinelles Lernen und Modellentwicklung Die KI-Komponente legt im Kontext dieses Kurses besonderes Gewicht auf Deployment und Integration — Fähigkeiten, die für die Verbindung mit Power Platform direkt anwendbar sind. Sie erarbeiten, wie ML-Modelle als konsumierbare Dienste bereitgestellt werden, und verstehen die Schnittstellen, die Power Platform dann ansprechen kann. Die Themen im Einzelnen sind
- Grundlagen supervised und unsupervised learning
- Feature Engineering: Encoding, Skalierung, Imputation
- Modelltraining mit Scikit-learn: Pipelines, Cross-Validation, GridSearch
- Neuronale Netze: Aufbau, Training, Regularisierung
- Text- und Bildverarbeitung mit gängigen Frameworks
- Modelle als REST-API bereitstellen: FastAPI, Flask, Containerisierung
- Azure Machine Learning: Experimente verwalten, Modelle registrieren, Endpunkte deployen
Modul 2 — AI Developer Professional: KI in Unternehmensanwendungen Dieser Abschnitt behandelt KI nicht als Forschungsobjekt, sondern als Produktionsbestandteil von Unternehmensanwendungen. Er bereitet explizit auf die Verbindung mit Power Platform vor. Die Schwerpunkte sind
- AI Builder: Dokumentenverarbeitung, Objekterkennung, benutzerdefinierte Modelle
- Azure Cognitive Services im Überblick: Language, Vision, Speech, Decision
- Responsible AI: Bias-Erkennung, Erklärbarkeit, DSGVO-Konformität bei KI-Systemen
- KI-Modelle in REST-Endpoints verpacken und dokumentieren (OpenAPI-Spec)
- Fehlerbehebung und Monitoring von produktiven KI-Diensten
- Sicherheitsüberlegungen bei der KI-Integration in Unternehmensportale
Modul 3 — Power Platform Developer: Kernfähigkeiten und Datenmodell Das PL-400-Modul beginnt mit den Fundamenten, auf denen professionelle Power-Platform-Entwicklung aufbaut: dem Dataverse-Datenmodell und der Canvas-App-Entwicklung auf technischem Niveau. Im Unterschied zu Einsteigerkursen wird hier die technische Tiefe ausgeschöpft. Behandelt werden
- Dataverse: Tabellen, Beziehungen, Lookup-Felder, Choices und berechnete Spalten
- Geschäftsregeln, serverseitige Workflows und Power-Automate-Flows im Vergleich
- Canvas-Apps: Formeln, Delegation, Offline-Fähigkeit, Komponenten
- Model-driven-Apps: Formulare, Ansichten, Dashboards, benutzerdefinierte Seiten
- Power Fx in der Tiefe: Typsystem, Fehlerbehandlung, Testen von Formeln
- Sicherheit in Dataverse: Sicherheitsrollen, Teams, Zugriffssteuerung auf Datensatzebene
Modul 4 — Power Platform Developer: Erweiterungen und Integrationen Dieses Modul deckt die Kerninhalte ab, die PL-400 von einfachen Power-Platform-Kenntnissen unterscheiden. Benutzerdefinierte Erweiterungen erfordern echte Programmierkenntnisse. Die zentralen Themen sind
- Power Apps Component Framework (PCF): TypeScript-Entwicklung, Control Manifest, Debugging
- Dataverse Plug-ins in C#: Plug-in-Registrierung, Pre- und Post-Event, Fehlerbehandlung
- Custom Connectors: OpenAPI-Definition, Authentifizierung, Trigger und Actions
- Azure Functions als Backend für Power-Platform-Lösungen
- Solution-Lifecycle-Management: managed vs. unmanaged Solutions, ALM, GitHub-Integration
- PL-400-Prüfungsvorbereitung: Prüfungsdomänen, Aufgabentypen, praktische Übungsszenarien
Lernziele:
Im Kurs erwerben Sie folgende Kompetenzen —
- ML-Modelle für Klassifikation, Regression und Sequenzverarbeitung eigenständig entwickeln und evaluieren
- Neuronale Netzarchitekturen für strukturierte und unstrukturierte Daten konfigurieren
- KI-Modelle als APIs deployen und in externe Anwendungen integrieren
- AI Builder in Power Apps und Power Automate einsetzen, um vortrainierte KI-Modelle in Workflows einzubinden
- Canvas-Apps und Model-driven-Apps professionell entwickeln und in Unternehmensszenarien einbetten
- Power Automate Flows für komplexe Prozessautomatisierungen mit Bedingungslogik und Fehlerbehandlung entwerfen
- Dataverse-Datenmodelle entwerfen, Beziehungen definieren und Geschäftsregeln implementieren
- Power Apps Component Framework (PCF) nutzen, um benutzerdefinierte Steuerelemente in TypeScript zu entwickeln
- Dataverse-Plug-ins in C# erstellen, um serverseitige Geschäftslogik zu implementieren
- Custom Connectors für REST-APIs erstellen und in Power Platform-Lösungen integrieren
- Azure-Dienste — Cognitive Services, Azure Functions, Logic Apps — über Connectors in Power Platform einbinden
- Die Anforderungen der PL-400-Prüfung kennen und gezielt auf das Prüfungsformat vorbereiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen mit technischem Hintergrund, die Power Platform auf professionellem Entwicklerniveau einsetzen und dabei KI-Fähigkeiten integrieren möchten. Typische Teilnehmende sind
- Softwareentwickler, die Power Platform als Unternehmensplattform bedienen und dabei KI-Integrationen realisieren
- Power-Platform-Anwender mit Entwicklungsambitionen, die tiefer in PCF und Plug-in-Entwicklung einsteigen
- IT-Fachleute in Microsoft-Unternehmensumgebungen, die den nächsten Entwicklungsschritt machen
- Business-Analysten mit Programmiererfahrung, die eigenständig komplexere Lösungen bauen wollen
Grundkenntnisse in einer Programmiersprache sind für den PL-400-Teil wichtig — TypeScript/JavaScript für PCF-Entwicklung und C# für Dataverse-Plug-ins sind die relevanten Sprachen. Wer bisher nur Power-Platform-Basiswissen hat, wird den Sprung zur PL-400-Komplexität als anspruchsvoll erleben; ein solides Fundament erleichtert den Einstieg erheblich. Für den KI-Entwicklungsanteil sind Python-Grundkenntnisse hilfreich. Der Kurs findet im Combined-Learning-Format mit Live-Unterricht und begleitendem Selbststudium statt.
Ablauf & Abschluss
Der Unterricht verbindet Live-Sitzungen im virtuellen Klassenzimmer mit gezielten Übungsaufgaben, die dem Prüfungsformat der PL-400 nahekommen. Power-Platform-Entwicklung wird in Lab-Umgebungen praktisch geübt — Sie bauen Canvas-Apps, konfigurieren Flows mit KI-Builder-Schritten und entwickeln einfache PCF-Controls. Der KI-Teil setzt auf interaktive Codeaufgaben, bei denen Sie Modelle trainieren und als Endpunkte bereitstellen. An New-Horizons-Standorten stehen PCs mit zwei Bildschirmen zur Verfügung; Home-Office-Teilnahme ist möglich.
Im Vollzeitformat dauert der Kurs mehr als einen Monat bis zu drei Monaten. Die genaue Dauer hängt von der individuellen Modulauswahl ab. Power Platform Developer ist ein umfangreicher Prüfungsbereich, der in Kombination mit KI-Entwicklung ausreichend Lernzeit benötigt — das Vollzeitformat stellt sicher, dass beide Domänen intensiv behandelt werden können.
Sie erhalten eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Die Zertifizierung Microsoft Certified: Power Platform Developer Associate (PL-400) wird von Microsoft nach bestandener Prüfung ausgestellt. Microsoft-Zertifizierungen auf Associate-Level müssen jährlich durch eine kostenlose Online-Prüfung im Microsoft-Learn-Portal erneuert werden — ein Mechanismus, der sicherstellt, dass das Zertifikat aktuelle Produktstände widerspiegelt. Die externe Prüfung legen Sie separat bei einem Microsoft-autorisierten Prüfungszentrum oder über Pearson VUE online ab.
Nutzen & Perspektiven
Power Platform ist in Microsoft-geprägten Unternehmensumgebungen der Standard für interne Anwendungen, Prozessautomatisierungen und Reporting. Wer die Plattform auf PL-400-Niveau beherrscht, kann Lösungen realisieren, die einfache Low-Code-Grenzen überwinden: maßgeschneiderte Steuerelemente, automatisierte Geschäftsprozesse mit komplexer Logik, tiefe Azure-Integrationen. Die Nachfrage nach solchen Fähigkeiten ist in Unternehmen mit Microsoft-365- und Dynamics-365-Landschaft hoch. Die KI-Komponente erweitert dieses Profil um eine Dimension, die am Markt noch nicht flächendeckend abgedeckt ist: KI-fähige Power-Platform-Lösungen zu entwickeln — also nicht nur AI-Builder-Templates zu klicken, sondern eigene Modelle als Azure-Endpunkte bereitzustellen und sie über Custom Connectors in Power Apps zu integrieren — ist eine Kompetenz, die in Teams gesucht wird, die digitale Produkte schnell liefern wollen, ohne für jede Erweiterung ein separates Entwicklungsprojekt aufzusetzen. Der Kurs ist AZAV-akkreditiert; eine Förderung über den Bildungsgutschein ist für anspruchsberechtigte Personen möglich.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was prüft die PL-400-Prüfung?
PL-400 — Microsoft Certified: Power Platform Developer Associate — prüft die Fähigkeit, benutzerdefinierte Erweiterungen für Power Platform zu entwickeln: PCF-Controls, Plug-ins für Dataverse, Custom Connectors und die Integration von Azure-Diensten. Sie ist deutlich technischer als die PL-100 oder PL-200.
Wie verbindet sich KI mit der Power Platform?
Microsoft hat KI-Fähigkeiten tief in Power Platform integriert: AI Builder ermöglicht es, vortrainierte KI-Modelle (Formularverarbeitung, Objekterkennung, Sentiment-Analyse) direkt in Canvas-Apps oder Flows zu nutzen. Copilot-Funktionen sind in Power Apps und Automate verfügbar. Darüber hinaus können externe ML-Modelle über Azure-Dienste und Custom Connectors eingebunden werden.
Ist Power Platform nur für Nicht-Entwickler?
Low-Code-Tools wie Power Apps ermöglichen es auch Nicht-Entwicklern, Anwendungen zu bauen. PL-400 richtet sich jedoch explizit an professionelle Entwickler, die über Low-Code-Grenzen hinausgehen: benutzerdefinierte Steuerelemente mit dem Power Apps Component Framework (PCF), Plug-ins für Dataverse und komplexe Azure-Integrationen erfordern echte Programmierkenntnisse.
Welche Programmiersprachen sind relevant?
PCF-Controls werden in TypeScript entwickelt; Dataverse-Plug-ins in C# (.NET). Power Fx ist die Low-Code-Formelsprache von Power Apps. Für Azure-Integrationen sind je nach Dienst Python oder C# relevant. Eine Kombination aus TypeScript/JavaScript und C# deckt den Großteil des PL-400-relevanten Codes ab.
Wie lange ist das PL-400-Zertifikat gültig?
Microsoft-Zertifizierungen auf Associate- und Expert-Level müssen jährlich verlängert werden — durch eine kostenlose Online-Prüfung im Microsoft Learn-Portal. Das hält das Zertifikat auf dem Stand der aktuellen Produktversionen.
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