Überblick
Dieser Kurs verbindet die Prinzipien verantwortungsvoller KI-Entwicklung mit der praxisorientierten Arbeit auf der Microsoft Power Platform auf Professional-Niveau (Prüfung PL-400). Microsoft Power Apps, Power Automate und Power Virtual Agents binden KI-Dienste — von AI Builder bis Azure Cognitive Services — zunehmend direkt in Low-Code-Lösungen ein. Wer diese Möglichkeiten als zertifizierter Power Platform Developer nutzt, steht gleichzeitig vor der Verantwortung, KI-gestützte Automatisierungen und Formularprozesse fair, transparent und regulierungskonform zu gestalten. Der Kurs befähigt Teilnehmende, Power-Platform-Lösungen mit integrierten KI-Komponenten so zu entwickeln, dass sie sowohl technisch als auch ethisch und rechtlich belastbar sind. Grundlage ist der EU AI Act und sein Risikorahmen, ergänzt um praktische Governance-Werkzeuge für den Power-Platform-Entwicklungsalltag.
Kursinhalte & Lernziele
Der Kurs gliedert sich in einen Governance-Domänenteil und einen Power-Platform-Developer-Domänenteil, die durch praxisnahe Überschneidungsprojekte miteinander verbunden werden. Themenblock 1 — AI Ethics and Governance: Verantwortungsvolle KI in Low-Code-Umgebungen Dieser Block beleuchtet die ethischen und regulatorischen Dimensionen von KI, wobei der Schwerpunkt explizit auf Anwendungen liegt, die über Plattformen wie Power Platform realisiert werden. Die zentrale Frage: Welche Risiken entstehen, wenn KI-gestützte Entscheidungen in automatisierte Geschäftsprozesse eingebettet werden?
- Werte und Prinzipien verantwortungsvoller KI: Fairness, Transparenz, Erklärbarkeit und Rechenschaftspflicht in der Praxis
- EU AI Act: Risikoklassifizierung für automatisierte Entscheidungssysteme und KI-gestützte Prozessoptimierung
- Biasrisiken in trainierten Modellen: Wie fehlerhafte Trainingsdaten zu diskriminierenden Automatisierungen führen können
- Datenschutz und DSGVO-Anforderungen für KI-Anwendungen, die personenbezogene Daten verarbeiten
- Transparenzpflichten: Wann müssen Nutzerinnen und Nutzer wissen, dass eine KI entscheidet?
- Governance-Strukturen für den Einsatz von AI Builder und externen KI-Diensten in Power-Platform-Projekten
Themenblock 2 — Microsoft Power Platform Developer (PL-400): Professional-Entwicklung auf der Power Platform Dieser Block vermittelt die technischen Kompetenzen für die PL-400-Zertifizierung. Teilnehmende lernen, komplexe, erweiterbare und sichere Lösungen auf der Microsoft Power Platform zu entwickeln — weit über einfaches App-Bauen hinaus.
- Canvas Apps und Model-Driven Apps: Architekturentscheidungen, Komponentenbibliotheken und Performance-Optimierung
- Microsoft Dataverse: Tabellendesign, Beziehungen, Sicherheitsrollen, Plugins und Business Rules
- Power Automate: Flows, Genehmigungsprozesse, Desktop Flows (RPA) und Ausnahmebehandlung
- Custom Connectors: REST-APIs anbinden, Authentifizierungsverfahren konfigurieren
- Power Apps Component Framework (PCF): TypeScript-basierte Eigenkomponenten entwickeln und deployieren
- ALM und Deployment: Solution Packaging, Pipelines für Power Platform, Co-Authoring und Versionsverwaltung
Themenblock 3 — KI in der Power Platform: AI Builder, Governance und Compliance Dieser Block verbindet beide Domänen konkret in der Praxis der Power-Platform-Entwicklung mit KI-Komponenten.
- AI Builder Modelltypen (Formularverarbeitung, Objekterkennung, Textklassifikation, Vorhersagemodelle) und ihre jeweiligen Governance-Implikationen
- Bewertung von AI-Builder-Modellen: Wie interpretiert man Modellgenauigkeiten und Vorhersage-Konfidenzwerte?
- Integration von Azure Cognitive Services (Form Recognizer, Text Analytics) unter Compliance-Gesichtspunkten
- Dokumentation von KI-Komponenten in Power-Platform-Lösungen für Auditzwecke
- Power Platform CoE Governance-Richtlinien: Wer darf AI Builder-Modelle einsetzen, und unter welchen Bedingungen?
- Umgang mit KI-Fehlern in Automatisierungen: Fallback-Logiken, menschliche Prüfpunkte und Eskalationspfade
Praxisblock — Entwicklungsübungen und Governance-Szenarien
- Entwicklung einer Canvas App mit AI Builder-Formularverarbeitung und integrierter Datenschutzdokumentation
- Aufbau eines Power Automate Genehmigungsworkflows mit menschlichem Kontrollpunkt für KI-generierte Empfehlungen
- Custom Connector Übung: Anbindung einer externen REST-API an Power Apps mit Authentifizierung
- PCF-Übung: Entwicklung einer benutzerdefinierten Komponente für eine spezifische Geschäftsanforderung
- Governance-Analyse: Bewertung einer fiktiven Power-Platform-Lösung mit KI-Komponenten nach EU-AI-Act-Kriterien
- Dataverse-Modellierungsübung: Datenmodell für eine Prozessautomatisierung mit Sicherheitsrollen und Auditfeldern
- Bias-Test-Szenario: Analyse eines trainierten AI-Builder-Klassifikationsmodells auf systematische Fehlklassifikationen
- ALM-Übung: Deployment einer Power Platform Solution über Environments mit Staging und Produktion
- Mock-Prüfung: PL-400-Prüfungssimulation mit Auswertung und Feedbackgespräch
- Diskussion: Aktuelle Entwicklungen im EU AI Act und ihre praktischen Auswirkungen auf Power-Platform-Projekte
- Gruppenarbeit: Entwicklung einer KI-Nutzungsrichtlinie für ein fiktives Power-Platform-Center-of-Excellence
- Peer-Review: Gegenseitige Bewertung von Entwicklungs- und Governance-Artefakten
Technische Konfigurationsübungen wechseln sich mit analytischen Governance-Einheiten ab, sodass Teilnehmende sowohl für die PL-400-Prüfung als auch für die tägliche Praxis als verantwortungsvolle Power-Platform-Developer vorbereitet sind.
Lernziele:
Nach Abschluss des Kurses beherrschen Teilnehmende folgende Kompetenzen praxisnah —
- Kernprinzipien verantwortungsvoller KI (Fairness, Transparenz, Erklärbarkeit, menschliche Aufsicht) auf Power-Platform-Anwendungskontexte anwenden
- Den EU AI Act und seine Anforderungen für Low-Code-KI-Anwendungen einordnen und auf eigene Entwicklungsprojekte übertragen
- Bias- und Fairness-Risiken in KI-Builder-Modellen und automatisierten Entscheidungsabläufen in Power Automate erkennen
- Technische Dokumentations- und Auditanforderungen für KI-Komponenten in Power-Platform-Lösungen umsetzen
- Komplexe Power Apps (Canvas und Model-Driven) für Unternehmensszenarien entwickeln und bereitstellen
- Power Automate Workflows und Genehmigungsprozesse mit KI-Komponenten automatisieren
- Custom Connectors und Dataverse-Tabellen für komplexe Datenstrukturen modellieren und konfigurieren
- AI Builder-Modelle (Formulare, Objekte, Vorhersagen) in Power Apps einbinden und testen
- Power Platform-Lösungen in Azure-Dienste integrieren und mit Azure Active Directory absichern
- Power Platform Center of Excellence (CoE) Starter Kit für Governance und Lifecycle-Management nutzen
- PCF (Power Apps Component Framework) für individuelle Komponentenentwicklung einsetzen
- Auf die PL-400-Zertifizierungsprüfung vorbereitet sein
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen, die Power-Platform-Lösungen entwickeln oder die Plattform professionell einführen und betreiben wollen — mit einem klaren Bewusstsein für die KI-Governance-Anforderungen moderner Geschäftslösungen.
- Power-Platform-Entwicklerinnen und -Entwickler mit Berufserfahrung, die den Professional-Level anstreben
- Solution-Architektinnen und -Architekten, die Power-Platform-Projekte mit KI-Komponenten verantworten
- IT-Compliance-Beauftragte in Unternehmen, die Power Platform und AI Builder im Einsatz haben
- Business-Analysten mit technischer Affinität, die in die Plattformentwicklung einsteigen wollen
- Microsoft-zertifizierte Fachleute (PL-200, PL-100), die ihre Kenntnisse auf Developer-Niveau ausbauen
Praktische Erfahrung mit der Microsoft Power Platform (Power Apps, Power Automate) und Grundkenntnisse in Microsoft Dataverse werden empfohlen. Kenntnisse in JavaScript oder TypeScript erleichtern den PCF-Teil erheblich. Für den Governance-Anteil sind keine spezifischen Vorkenntnisse erforderlich — ein Verständnis für Datenschutz und IT-Compliance ist hilfreich, aber nicht Bedingung. Im Beratungsgespräch wird ein auf die Vorkenntnisse abgestimmter Lernplan erstellt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet Live-Instruktion in virtuellen Klassenräumen mit praktischen Entwicklungsübungen in Microsoft-365- und Power-Platform-Testumgebungen. Governance-Themen werden durch Case-Study-Analysen, Gruppenarbeiten und Dokumentationsaufgaben erarbeitet. PL-400-Prüfungsvorbereitung erfolgt durch gezielte Übungsklausuren, Mock-Examen und individuelle Feedbackgespräche. Begleitmaterialien stehen auf einer digitalen Lernplattform für Selbststudium und Vertiefung bereit.
Der Kurs erstreckt sich typischerweise über einen bis drei Monate im Vollzeitformat. Eine Teilzeitvariante für berufsbegleitende Teilnahme ist auf Anfrage verfügbar. Individuelle Lernpläne werden vorab im Beratungsgespräch erstellt und berücksichtigen Vorkenntnisstand und berufliche Ziele.
Teilnehmende, die die Prüfung PL-400 (Microsoft Power Platform Developer) erfolgreich ablegen, erhalten das entsprechende Microsoft-Herstellerzertifikat — einen weltweit anerkannten Nachweis für professionelle Power-Platform-Entwicklungskompetenzen. Das Zertifikat wird direkt von Microsoft ausgestellt und gehört zum Microsoft Certified: Power Platform Developer Associate Track. Zusätzlich stellt der Bildungsanbieter ein Lehrgangszertifikat aus, das beide Themenbereiche des Kombinationskurses ausweist.
Nutzen & Perspektiven
Die Microsoft Power Platform ist eine der meistgenutzten Low-Code-Plattformen in deutschen Unternehmen, und die Nachfrage nach zertifizierten Entwicklerinnen und Entwicklern übersteigt das Angebot deutlich. Mit dem PL-400-Zertifikat positionieren sich Fachleute klar als Entwicklungsprofis, die über einfaches App-Bauen hinausgehen und komplexe, erweiterbare Unternehmenslösungen realisieren können. Dieser Kurs geht noch einen Schritt weiter: Er verbindet die technische Power-Platform-Expertise mit dem zunehmend gefragten Governance-Wissen rund um verantwortungsvolle KI. Unternehmen, die KI-Funktionen in ihre Power-Platform-Anwendungen integrieren, sehen sich mit wachsenden regulatorischen Anforderungen konfrontiert. Der EU AI Act macht die Dokumentation und Kontrolle automatisierter Entscheidungssysteme zur Pflicht — eine Anforderung, die direkt in die Entwicklungsarbeit mit AI Builder und Power Automate hineinspielt. Entwicklerinnen und Entwickler, die diese Anforderungen verstehen und direkt im Entwicklungsprozess berücksichtigen, sind für Unternehmen strategisch unverzichtbar. Diese doppelte Qualifikation erhöht die Beschäftigungsfähigkeit und ermöglicht sowohl Fachkarrieren als auch Wechsel in Beratungsrollen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was verbindet KI-Ethik und Power Platform in diesem Kurs?
Power Platform integriert KI-Dienste wie AI Builder direkt in Geschäftsprozesse. Dieser Kurs vermittelt, wie diese KI-Komponenten nicht nur technisch eingesetzt, sondern auch governance-konform — im Sinne des EU AI Act und der DSGVO — entwickelt und dokumentiert werden.
Muss ich bereits PL-200 oder PL-100 haben?
Nicht zwingend, aber praktische Erfahrung mit Power Apps und Power Automate ist eine sinnvolle Basis. Im Beratungsgespräch wird ein Lernplan erstellt, der auf Ihren Kenntnisstand abgestimmt ist.
Welches Zertifikat erhalte ich?
Nach Bestehen der PL-400-Prüfung erhalten Sie das Microsoft Certified: Power Platform Developer Associate-Zertifikat, ausgestellt von Microsoft. Zusätzlich gibt es ein Lehrgangszertifikat des Bildungsanbieters.
Warum ist AI Builder aus Governance-Sicht relevant?
AI Builder-Modelle fällen automatisierte Entscheidungen oder Klassifikationen, die in Geschäftsprozesse eingebettet sind. Der EU AI Act verlangt bei solchen Systemen Transparenz, Dokumentation und menschliche Kontrollmöglichkeiten — Anforderungen, die direkt im Entwicklungsprozess adressiert werden müssen.
Ist der Kurs berufsbegleitend möglich?
Ja, eine Teilzeitvariante ist auf Anfrage verfügbar. Starttermin und Format werden im Beratungsgespräch individuell vereinbart.
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