Überblick
Dieser Kurs verbindet zwei technisch anspruchsvolle Bereiche: den gezielten Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen und die Red-Hat-Zertifizierung RHCE (Red Hat Certified Engineer, Prüfung EX294). Wer in Krankenhäusern, medizinischen Versorgungszentren oder bei Herstellern medizinischer Software arbeitet, begegnet einem doppelten Anforderungsprofil: Die IT-Infrastruktur muss hochverfügbar, sicher und regelkonform betrieben werden — und gleichzeitig wächst der Druck, KI-gestützte Auswertungen, Entscheidungsunterstützung und Prozessautomatisierung in den klinischen Alltag zu integrieren. Diese Weiterbildung adressiert genau dieses Profil, indem sie beide Domänen in einer Vollzeit-Weiterbildung von ein bis drei Monaten zusammenführt.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — KI im Gesundheitswesen Der erste Modul-Block widmet sich den besonderen Anforderungen, die medizinische Anwendungsfälle an KI-Systeme stellen. Gesundheitsdaten sind sensibel, heterogen und oft unstrukturiert — von Arztbriefen und Laborbefunden bis hin zu Bilddaten aus Röntgen- oder MRT-Geräten. Die Teilnehmenden lernen, wie KI-Modelle in solchen Kontexten entwickelt, validiert und verantwortungsvoll eingesetzt werden.
- Typen medizinischer Daten: strukturiert, semi-strukturiert, Bilddaten
- Supervised-Learning-Verfahren für Diagnoseunterstützung und Risikoklassifikation
- Verarbeitung natürlicher Sprache (NLP) in klinischen Dokumentationssystemen
- Grundzüge der medizinischen Bildanalyse mit neuronalen Netzen
- Anforderungen an Modell-Interpretierbarkeit und klinische Validierung
- Datenschutz, Pseudonymisierung und regulatorische Rahmenbedingungen (MDR, DSGVO)
Modul 2 — Red Hat Certified Engineer (RHCE / EX294) Der zweite Block bereitet gezielt auf die praktische Herstellerprüfung EX294 vor, die zum Red Hat Certified Engineer (RHCE) führt. Im Mittelpunkt steht die Ansible Automation Platform: Teilnehmende schreiben Playbooks, strukturieren Rollen, arbeiten mit Inventories und sichern ihre Deployments über Vault ab. Die Übungen orientieren sich eng an den realen Prüfungsaufgaben — EX294 ist eine rein praktische Prüfung ohne Multiple-Choice-Anteil.
- Ansible-Architektur: Control Node, Managed Nodes, Inventories und Variablen
- Playbook-Entwicklung: Tasks, Handler, Conditionals, Loops
- Ansible-Rollen erstellen, strukturieren und in Playbooks einbinden
- Ansible Vault für sensible Konfigurationsdaten und Credentials
- Fehlerbehandlung, Idempotenz und Teststrategien in Playbooks
- Prüfungssimulationen für EX294: typische Multi-Host-Szenarien
Modul 3 — Integration: KI-Anwendungen auf Linux-basierter Healthcare-Infrastruktur Dieser Block verbindet die beiden Hauptdomänen. Teilnehmende erarbeiten, wie KI-Dienste (Python-basierte Inferenz-Server, API-Gateways, Datenbank-Backends) über Ansible-Workflows auf Red-Hat-Systemen deployt und betrieben werden. Besonderes Gewicht liegt auf den Sicherheits- und Compliance-Anforderungen im klinischen Umfeld.
- Deployment-Workflows für KI-Microservices mit Ansible auf RHEL
- Konfiguration von SELinux-Policies für medizinische Anwendungsserver
- Monitoring und Logging KI-gestützter Dienste im Healthcare-Netz
- Schnittstellengestaltung zwischen KI-Modulen und klinischen Informationssystemen (KIS/RIS/PACS)
- Backup- und Recovery-Konzepte für sensible medizinische Datenpipelines
Praktische Übungsszenarien Vollständige Ansible-Playbooks für ein fiktives Krankenhaus-Netzwerk zu schreiben und dabei Rollen, Vault und Inventory-Struktur systematisch aufzubauen, ist eine der zentralen Übungen. Parallel dazu trainieren die Teilnehmenden einen ML-Klassifikator auf medizinischen Labordaten und evaluieren dessen Güte anhand klinisch relevanter Metriken.
- Automatisiertes Deployment eines Inferenz-Servers auf RHEL mit Ansible
- Datenschutz-Checkliste für einen KI-gestützten Diagnoseprozess erstellen
- Konfigurationsmanagement für mehrere RHEL-Nodes über ein strukturiertes Inventory
- Ansible-Rolle für automatisches Patchmanagement einer Krankenhaus-IT-Umgebung
- NLP-Preprocessing-Pipeline für klinische Freitextdaten aufbauen
- EX294-Prüfungssimulation: Multihost-Setup unter Zeitdruck
- Sicherheitsaudit eines RHEL-Servers mit Ansible-basiertem Compliance-Check
- Integrationsszenario: KI-Ergebnis über REST-API in ein simuliertes Krankenhaus-Informationssystem übertragen
- SELinux-Policy für einen medizinischen Applikationsserver konfigurieren
- Vollständige Playbook-Dokumentation nach klinischen IT-Standards verfassen
Die praktischen Übungen sind so aufgebaut, dass die Teilnehmenden schrittweise ein durchgängiges Szenario entwickeln — von der Einrichtung der Linux-Infrastruktur bis zum Betrieb eines KI-Dienstes in einer simulierten klinischen Umgebung. Wer die EX294-Prüfung im Anschluss ablegt, findet sich durch die regelmäßigen Prüfungssimulationen gut vorbereitet.
Lernziele:
- Verstehen, welche KI-Verfahren für spezifische Anwendungsfälle im Gesundheitswesen geeignet sind
- Klinische Datensätze klassifizieren, vorverarbeiten und für maschinelle Lernmodelle aufbereiten
- Medizinische Bildverarbeitung und diagnostische Unterstützungssysteme konzeptionell einordnen
- Grundsätze des datenschutzkonformen KI-Einsatzes nach DSGVO und spezifischen Gesundheitsdaten-Regularien anwenden
- Ansible-Playbooks und Rollen für automatisierte Deployments auf Red-Hat-Systemen erstellen
- Komplexe Multi-Host-Szenarien mit Ansible Automation Platform verwalten
- Systemkonfiguration, Patchmanagement und Compliance-Checks über Inventories und Templates steuern
- Integrationspfade zwischen KI-Anwendungen und Linux-basierter Krankenhausinfrastruktur entwickeln
- Sicherheitsanforderungen in medizinischen IT-Umgebungen mit Ansible-Workflows abbilden
- Prüfungsanforderungen der EX294 kennen und sich auf die praktische RHCE-Prüfung vorbereiten
- Ergebnisse aus KI-Auswertungen in bestehende klinische Informationssysteme einbetten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an IT-Fachleute, die bereits in medizinischen Einrichtungen oder bei Unternehmen der Gesundheits-IT arbeiten und ihr Profil gezielt schärfen wollen.
- Linux-Administratoren und Systemingenieure mit Interesse an Healthcare-IT
- Entwickler und DevOps-Engineers im Umfeld von Krankenhaussoftware oder Medizingeräte-IT
- IT-Projektleiter, die Automatisierungsvorhaben in klinischen Umgebungen verantworten
- Berufseinsteiger mit Linux-Grundkenntnissen, die ein starkes Doppelprofil aufbauen möchten
- Fachkräfte aus der Medizintechnik, die IT-Kompetenz systematisch erweitern wollen
Solide Linux-Grundkenntnisse sind für den RHCE-Teil des Kurses wichtig, da die EX294-Prüfung eine rein praktische Systemadministrationsaufgabe ist. Grundkenntnisse in Kommandozeile, Dateisystemverwaltung und Netzwerkkonfiguration unter Linux sollten vorhanden sein. Für den KI-Healthcare-Teil sind mathematisches Grundverständnis und Erfahrung mit strukturierten Datensätzen hilfreich, aber keine Pflichtvoraussetzung. Ein Vorgespräch zur Einschätzung des individuellen Startpunkts ist vorgesehen.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung läuft im Combined-Learning-Format: Kernlehreinheiten finden als Live-Unterricht im virtuellen Klassenzimmer statt, ergänzt durch eigenständige Übungsphasen, in denen praktische Szenarien bearbeitet werden. Wer die Präsenzinfrastruktur eines New-Horizons-Centers bevorzugt, kann dort an einem vollausgestatteten Dual-Monitor-Arbeitsplatz mit Mikrofon und Kamera teilnehmen. Die Trainer arbeiten mit Theorieinputs, geführten Labs, Fallstudien und Prüfungssimulationen. Inhaltlich und zeitlich lässt sich der Kurs modular anpassen.
Die Weiterbildung dauert mehr als einen Monat bis maximal drei Monate und wird in Vollzeit absolviert. Die genaue Kurslänge hängt davon ab, welche Module aus dem RHCE- und dem KI-Healthcare-Bereich kombiniert werden. Für individuelle Starttermine und Teilzeitvarianten steht das Beratungsteam zur Verfügung.
Nach erfolgreichem Kursabschluss erhalten Teilnehmende eine trägerinterne Qualifikationsbescheinigung des Bildungsanbieters. Der RHCE-Teil bereitet auf die externe Herstellerprüfung EX294 von Red Hat vor; die Prüfung selbst ist separat abzulegen und bei Red Hat zu buchen. Das daraus resultierende RHCE-Zertifikat ist ein offizielles Red-Hat-Herstellerzertifikat mit internationaler Anerkennung. Es gibt keinen staatlich anerkannten Abschluss.
Nutzen & Perspektiven
Das Gesundheitswesen gehört zu den Branchen, die von KI am stärksten profitieren werden — gleichzeitig stellt es hohe Anforderungen an Sicherheit, Datenschutz und Systemstabilität. Wer hier arbeiten will, braucht ein Profil, das technische Tiefe mit Domänenwissen verbindet. Dieser Kurs liefert beides: fundierte KI-Grundlagen mit Fokus auf medizinische Anwendungsfälle und eine marktanerkannte Linux-Infrastrukturkompetenz auf RHCE-Niveau. Der RHCE ist einer der renommiertesten Linux-Administratornachweise überhaupt — von Unternehmen weltweit für Seniorrollen in der Systemadministration und DevOps vorausgesetzt. Ansible-Automatisierung ist in IT-Abteilungen von Krankenhäusern und medizinischen Großbetreibern inzwischen Standard; das kombinierte Profil aus RHCE und KI-Healthcare ist auf dem Arbeitsmarkt noch selten und entsprechend gefragt. Über die direkte Karrierewirkung hinaus hilft dieser Kurs, technische Brücken zu bauen: zwischen medizinischen Fachkräften, die KI-Ergebnisse einordnen müssen, und der IT-Infrastruktur, auf der diese Systeme laufen. Wer beide Seiten versteht, ist in der Lage, Digitalisierungsprojekte im Gesundheitswesen zu steuern — nicht nur umzusetzen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist das RHCE-Zertifikat?
Der Red Hat Certified Engineer (RHCE) wird durch die praktische Prüfung EX294 erworben und belegt die Fähigkeit, komplexe IT-Systeme mit Red Hat Ansible Automation Platform zu automatisieren. Es ist ein international anerkanntes Herstellerzertifikat von Red Hat.
Welche Rolle spielt KI im Gesundheitswesen in diesem Kurs?
Der Kurs vermittelt, wie KI-Methoden in medizinischen Anwendungsszenarien eingesetzt werden: von der Analyse klinischer Daten über automatisierte Diagnoseunterstützung bis zur Optimierung von Pflegeprozessen mithilfe maschineller Lernverfahren.
Wie ist der Kurs organisiert?
Die Weiterbildung läuft im Combined-Learning-Format: Live-Online-Unterricht im virtuellen Klassenzimmer wird mit eigenständigen Übungsphasen kombiniert. Wer möchte, kann die Präsenzinfrastruktur in einem New-Horizons-Center nutzen.
Wird dieser Kurs durch den Bildungsgutschein gefördert?
Als AZAV-zertifizierter Kurs kann er grundsätzlich über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters gefördert werden. Ob ein Anspruch besteht, klärt man am besten im Beratungsgespräch mit dem zuständigen Berater.
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