Überblick
Cybersecurity und Künstliche Intelligenz sind keine getrennten Felder mehr: Bedrohungen werden KI-gestützt — und die Abwehr muss es ebenfalls sein. Dieser Kurs verbindet den Einsatz von KI-Methoden in der IT-Sicherheit mit der Vorbereitung auf die Azure AI Engineer Associate-Zertifizierung (AI-102) von Microsoft. Der Schwerpunkt liegt auf Sicherheitsszenarien: Wie erkennt man Angriffsmuster mit KI, wie integriert man Azure Cognitive Services in Security-Operations, und wie baut man verantwortungsvolle KI-Systeme, die den besonderen Anforderungen von Sicherheitsumgebungen gerecht werden?
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — KI-Methoden in der Cybersecurity Angriffserkennung, Malware-Klassifikation, Insider-Threat-Analyse: KI verändert die Art, wie Security-Teams arbeiten. Dieses Modul gibt einen systematischen Überblick, welche KI-Techniken in der Cybersecurity eingesetzt werden, welche Angriffsvektoren dabei relevant sind und wie KI-Modelle in realen SOC-Umgebungen (Security Operations Center) eingebettet werden.
- Anomalieerkennung mit Machine Learning: statistische Modelle, Isolation Forest, Autoencoder
- Klassifikation von Malware und Phishing mit NLP und ML
- User and Entity Behavior Analytics (UEBA): Verhaltensmuster und Abweichungserkennung
- KI-gestützte Netzwerkanalyse: Intrusion Detection mit Deep-Learning-Modellen
- Threat Intelligence mit NLP: automatische Auswertung von CVE-Feeds und Sicherheitsberichten
- Grenzen und Angriffsflächen von KI-Systemen: Adversarial ML, Data Poisoning, Model Evasion
Modul 2 — Azure AI Engineer Associate (AI-102): Sicherheitsorientierte Implementierung Die AI-102-Prüfung von Microsoft zertifiziert die Fähigkeit, Azure-KI-Dienste zu planen, zu implementieren und zu betreiben. Dieses Modul erarbeitet alle prüfungsrelevanten Themen — aber mit Fokus auf sicherheitsrelevante Implementierungsszenarien. Wie schützt man Azure-KI-Ressourcen? Welche Konfigurationen gelten für den Einsatz in sensitiven Umgebungen? Wie integriert man AI-102-Kenntnisse in eine Security-Architektur?
- Azure Cognitive Services: Language, Vision, Speech, Decision — Überblick und Konfiguration
- Azure OpenAI Service: Deployment, API-Zugriffssteuerung, Content Filtering und Sicherheitsrichtlinien
- Azure Machine Learning: Modelltraining, Registrierung, Deployment mit Sicherheitskontrollen
- Identitäts- und Zugriffsmanagement für KI-Ressourcen: Managed Identities, RBAC, Private Endpoints
- Responsible AI in AI-102: Fairness, Erklärbarkeit, Transparenz, Reliability und Safety
- Prüfungsvorbereitung AI-102: Themengewichtung, Fragetypen und typische Architekturszenarien
Modul 3 — Security-Operations mit KI-Integration Dieses Modul zeigt, wie KI-Werkzeuge praktisch in Security-Operations eingebunden werden. Microsoft Sentinel als SIEM-Plattform unterstützt bereits KI-gestützte Erkennungsregeln und automatisierte Playbooks — dieser Praxisbezug steht im Mittelpunkt. Ergänzend werden SOAR-Konzepte und die Verbindung zwischen KI-Analysen und manuellem Incident-Response behandelt.
- Microsoft Sentinel: KI-gestützte Analytics-Regeln, Hunting Queries und Anomalie-Erkennung
- SOAR-Playbooks mit KI-Logik: automatisierte Reaktion auf erkannte Bedrohungen
- Threat Intelligence Platforms und KI-Integration: STIX/TAXII, Azure Defender Threat Intelligence
- Incident-Priorisierung mit ML: Triage-Automatisierung im SOC
- KI-gestützte Vulnerability-Bewertung und Patch-Priorisierung
- Compliance-Reporting mit KI-Auswertungen: automatisierte Nachweise für Audits
Modul 4 — Schutz und Governance von KI-Systemen im Sicherheitsumfeld KI-Systeme selbst sind Angriffsziele und müssen geschützt werden. Dieses Modul behandelt, wie man KI-Modelle und -Dienste in Sicherheitsarchitekturen einbettet, Adversarial Attacks abwehrt und Governance-Anforderungen für KI in regulierten Umgebungen einhält.
- Modellsicherheit: Adversarial Robustness, Differential Privacy, Federated Learning Grundlagen
- Azure Policy und Defender für KI-Ressourcen: Compliance-Monitoring und automatisierte Kontrollen
- Zero-Trust-Architektur: Wie KI-Komponenten in ein Zero-Trust-Modell integriert werden
- Datenschutz bei KI-Systemen mit Personenbezug: DSGVO-Anforderungen, Datenminimierung
- Audit-Trails für KI-Entscheidungen: Protokollierung und Erklärbarkeit in sicherheitskritischen Kontexten
- Cloud-Sicherheitsstandards für KI-Deployments: CIS Benchmarks, NIST AI RMF
- Penetrationstests für KI-Systeme: Methodik und Werkzeuge
- Sicherheitsfreigaben und Change-Management bei KI-Modell-Updates
- Incident Response für KI-Systemausfälle und -kompromittierungen
- Security-by-Design-Prinzipien bei der Entwicklung von KI-Anwendungen
- Red-Teaming für KI: strukturierte Angriffssimulationen auf KI-Modelle
- Regulatorische Anforderungen: EU AI Act und sicherheitskritische KI-Klassifikationen
Die Verknüpfung zwischen AI-102-Prüfungsinhalten und realen Security-Szenarien ist das Besondere an diesem Kurs. Nicht die Azure-Dienste allein stehen im Mittelpunkt, sondern ihre Konfiguration und ihr Schutz in Umgebungen, in denen Sicherheitsanforderungen an erster Stelle stehen. Der Kurs schließt die Lücke zwischen zwei Professionen, die sich gerade annähern: Azure-KI-Engineers und Cybersecurity-Spezialisten. Wer beides versteht, kann die Schnittmenge besetzen — und die ist auf dem Stellenmarkt knapp besetzt.
Lernziele:
- Anwendungsfälle von KI in der Cybersecurity verstehen: Anomalieerkennung, Bedrohungsklassifikation, Incident-Priorisierung
- Azure Cognitive Services für sicherheitsrelevante Anwendungen einrichten und konfigurieren
- Azure OpenAI Service in Security-Workflows integrieren
- SIEM- und SOAR-Plattformen mit KI-Schnittstellen verbinden
- ML-Modelle zur Verhaltensanalyse und Angriffserkennung einsetzen
- AI-102-Prüfungsinhalte systematisch erarbeiten: Services, Architekturentscheidungen, Responsible AI
- Zero-Trust-Prinzipien im Zusammenspiel mit KI-gestützten Sicherheitskontrollen verstehen
- Bedrohungsmodellierung (Threat Modeling) mit KI-Methoden erweitern
- Schutzmaßnahmen für KI-Systeme gegen Adversarial Attacks kennen
- Azure Machine Learning für Sicherheitsanwendungen konfigurieren und überwachen
- Datenschutz- und Compliance-Anforderungen bei KI im Sicherheitsbereich einhalten
- Responsible AI: Fairness, Erklärbarkeit und Transparenz in sicherheitskritischen KI-Systemen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an IT-Sicherheitsfachleute, die ihre Kenntnisse um KI-Methoden erweitern wollen, sowie an KI-affine Cloud-Engineers, die Sicherheitsaspekte stärker in ihre Arbeit integrieren möchten. Typische Profile sind —
- Cybersecurity-Analysten und SOC-Engineers
- Azure-Security-Engineers und Cloud-Security-Architekten
- Threat-Intelligence-Analysten
- IT-Sicherheitsbeauftragte, die KI-Projekte bewerten und überwachen
- Cloud-Engineers, die in sicherheitssensiblen Umgebungen arbeiten
Grundkenntnisse in IT-Sicherheitskonzepten (Firewalls, IDS/IPS, PKI, Identitätsmanagement) und Azure-Grundlagen werden vorausgesetzt. Microsoft empfiehlt für die AI-102-Prüfung Kenntnisse auf AZ-900-Niveau sowie Programmiererfahrung in Python oder C#. Das Beratungsgespräch zu Kursbeginn hilft, individuelle Wissenslücken zu identifizieren und den Lernplan entsprechend anzupassen.
Ablauf & Abschluss
Der Unterricht findet als Live-Session im virtuellen Klassenzimmer statt. Das didaktische Konzept wechselt zwischen strukturierten Wissenseinheiten zu Azure-Diensten und Security-Konzepten, praktischen Demos mit Azure-Umgebungen und fallstudienbasierten Übungen, die typische SOC-Szenarien nachbilden. Teilnehmer können vom Homeoffice oder von einem Schulungscenter aus teilnehmen. Die Klasse ist interaktiv gehalten: Prüfungsszenarien, Live-Demos und gemeinsame Troubleshooting-Sessions prägen den Ablauf.
Der Kurs wird in Vollzeit durchgeführt und dauert je nach Lernplan und Vorwissen mehr als einen Monat bis zu drei Monate. Individuelle Modularisierung und Starttermine sind nach Absprache möglich.
Am Ende des Kurses erhalten Teilnehmer ein Lehrgangszertifikat. Die Microsoft Certified: Azure AI Engineer Associate-Zertifizierung (AI-102) ist eine separate externe Prüfung bei Microsoft — nach Bestehen stellt Microsoft das Zertifikat aus. Das AI-102-Zertifikat muss nach einem Jahr durch eine kostenpflichtige Renewal-Assessment erneuert werden.
Nutzen & Perspektiven
Die Schnittstelle zwischen KI und Cybersecurity wird auf dem Arbeitsmarkt zunehmend zum eigenständigen Berufsfeld. Unternehmen suchen gezielt nach Fachkräften, die sowohl Bedrohungsszenarien einschätzen als auch KI-gestützte Erkennungssysteme aufbauen und betreiben können. Die Kombination aus Sicherheits-Know-how und Azure-KI-Zertifizierung ist dabei ein starkes Profil. AI-102 ist eine der wenigen Microsoft-Zertifizierungen, die explizit auf Responsible AI und ethische KI-Gestaltung eingeht — ein Aspekt, der in regulierten Branchen (Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, kritische Infrastruktur) zunehmend in Ausschreibungen und Sicherheitsreviews erwartet wird. Wer AI-102 in einem Sicherheitskontext gelernt hat, bringt genau die Perspektive mit, die sicherheitssensible Organisationen brauchen. Für SOC-Engineers, Security Architects und Cloud-Security-Spezialisten bietet dieser Kurs eine strukturierte Möglichkeit, KI nicht nur als technologisches Schlagwort, sondern als praktisches Werkzeug für die eigene Arbeit zu begreifen — und die Azure-Zertifizierung gleich mitzunehmen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was deckt die AI-102-Prüfung konkret ab?
AI-102 prüft die Fähigkeit, KI-Lösungen auf Azure zu planen, implementieren und managen. Themen umfassen Azure Cognitive Services, Azure OpenAI Service, Azure Machine Learning, Responsible AI und die Integration von KI-Diensten in Anwendungen. Die Prüfung ist englischsprachig und wird online bei einem Proctoring-Anbieter abgelegt.
Wie unterscheidet sich dieser Kurs vom Data-Analytics-Pendant mit AI-102?
Beide Kurse bereiten auf AI-102 vor, aber der Domänenanteil ist grundlegend verschieden. Dieser Kurs fokussiert auf Sicherheitsanwendungen: Bedrohungserkennung, SIEM-Integration, Anomalieerkennung bei Angriffsmustern und Schutz von KI-Systemen. Der Data-Analytics-Kurs behandelt stattdessen Datenpipelines, BI-Szenarien und KI für Analyseprozesse.
Brauche ich einen Azure-Account für die Übungen?
Für praktische Übungen mit Azure-Diensten ist ein Azure-Account hilfreich. Microsoft bietet kostenlose Trial-Zugänge an, die für die meisten Übungsszenarien im Kurs ausreichen. Der Bildungsträger informiert zu Beginn über die konkrete Übungsumgebung.
Wie läuft die AI-102-Prüfung ab?
Die Prüfung dauert rund 120 Minuten und enthält 40–60 Fragen (Multiple Choice, Fallstudien, Drag-and-Drop). Ein Score von mindestens 700 von 1000 Punkten ist zum Bestehen notwendig. Die Prüfung kann online oder in einem Pearson-VUE-Testcenter abgelegt werden.
Welche Förderung ist für diesen Kurs möglich?
Bei AZAV-Zertifizierung des Anbieters kann der Kurs über einen Bildungsgutschein (BA/Jobcenter) oder das Qualifizierungschancengesetz gefördert werden. Die Förderfähigkeit ist vor Kursstart beim zuständigen Träger zu klären.
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