Überblick
ChatGPT und ähnliche Large Language Models (LLMs) verändern, wie Wissensarbeiter mit Texten, Anforderungen und Kommunikationsaufgaben umgehen. Im Projektmanagement-Kontext bedeutet das: Ticket-Beschreibungen verfassen, Meeting-Zusammenfassungen erstellen, Anforderungen strukturieren, Status-Reports formulieren, Risikolisten kommentieren — all das lässt sich heute mit KI-Assistenz erheblich effizienter erledigen. Gleichzeitig bleibt Jira das Steuerungswerkzeug, in dem Planung, Aufgabenverteilung und Fortschrittsverfolgung konsolidiert sind. Dieser Kurs verbindet beide Werkzeuge zu einem praxistauglichen Workflow: Wie werden LLMs gezielt in Jira-Prozesse integriert? Welche Aufgaben lassen sich sinnvoll delegieren, welche erfordern menschliches Urteilsvermögen? Wie schreibt man Prompts, die für Projektmanagement-Kontexte nützliche Ergebnisse liefern? Und welche KI-Features bietet Jira selbst mittlerweile an? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt — ergänzt durch eine kritische Auseinandersetzung mit den Grenzen und Risiken von KI-Assistenz in Entscheidungs- und Planungsprozessen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Grundlagen generativer KI und Large Language Models für Projektmanager Wer KI-Assistenz sinnvoll einsetzen will, muss verstehen, wie LLMs funktionieren — nicht auf Ingenieursniveau, aber so, dass die Grenzen des Systems erkennbar sind. Dieser Einstiegsblock erklärt, was LLMs können und was nicht, warum sie „halluzinieren", warum Kontext im Prompt entscheidend ist und welche Nutzungsszenarien im Projektmanagement wirklich Zeit sparen. Auch rechtliche und datenschutzrechtliche Grundfragen werden thematisiert.
- Wie LLMs funktionieren: Token, Training, Inferenz — ohne technischen Überbau
- Was ChatGPT kann und nicht kann: Stärken (Textgenerierung, Strukturierung) und Grenzen (Fakten, Aktualität, Logik)
- Prompt-Grundlagen: System-Prompts, Context-Windows, Zero-Shot vs. Few-Shot
- Datenschutz und Vertraulichkeit: Was darf ich ChatGPT schicken, was besser nicht?
- KI-Tools im Vergleich: ChatGPT, Copilot, Gemini — welches für welchen PM-Anwendungsfall?
- Kritischer Umgang mit KI-Ausgaben: Verifikation, Redigieren, Eigenverantwortung
Modul 2: Prompt-Engineering für Projektmanagement-Aufgaben Ein guter Prompt ist nicht „Schreib mir ein Ticket" — es ist eine präzise formulierte Anfrage mit Kontext, Format-Vorgaben und Rollenbeschreibung. Dieser Block ist das Herzstück des Kurses für Alltags-Anwender: Hier werden systematische Prompt-Strategien entwickelt und direkt auf PM-Aufgaben angewandt. Von Ticket-Erstellung über Projektberichte bis zu Risikoanalysen und Stakeholder-E-Mails.
- Prompt-Strukturierung: Aufgabe, Kontext, Format, Ton, Beispiel
- Tickets schreiben: Anforderungen, Akzeptanzkriterien und User Stories mit KI-Assistenz formulieren
- Meeting-Protokolle: Rohnotizen in strukturierte Zusammenfassungen umwandeln
- Status-Reports: Aus Jira-Daten KI-gestützte Management-Berichte generieren
- Risikoregister kommentieren und Gegenmaßnahmen mit KI-Assistenz ausformulieren
- Iteratives Prompt-Verbessern: Warum der erste Prompt selten der beste ist
Modul 3: Jira-Automatisierung und KI-Features in Atlassian-Produkten Atlassian hat KI-Funktionen in Jira und Confluence integriert (Atlassian Intelligence), und Jira-Automatisierung erlaubt ohne Programmierkenntnis, repetitive Prozessschritte zu eliminieren. Dieser Block zeigt, welche nativen KI-Features Jira bietet, wie Automatisierungsregeln für typische PM-Workflows eingerichtet werden und wie sich ChatGPT und Jira-Automatisierung sinnvoll ergänzen.
- Atlassian Intelligence: Zusammenfassungen, Ticket-Drafts und Smart-Links in Jira
- Jira Automation: Wenn-Dann-Regeln für Status-Übergänge, Benachrichtigungen und Ticket-Erststellung
- Automations-Rezepte für häufige PM-Szenarien: Sprint-Reviews, SLA-Warnungen, Eskalationspfade
- Integration von KI-Tools über Webhooks und externe Trigger in Jira-Workflows
- Confluence + ChatGPT: Projektdokumentation schneller erstellen und pflegen
- Grenzen der Automatisierung: Was muss menschliche Entscheidung bleiben?
Modul 4: KI-Integration in den Projektalltag und kritische Reflexion Im abschließenden Block entwickeln Teilnehmende ihren eigenen KI-Workflow für wiederkehrende Aufgaben und setzen sich mit den kritischen Fragen auseinander, die KI-Einsatz in Entscheidungsprozessen aufwirft. Wann führt KI-Assistenz zu besserem Output, wann zu Copy-Paste-Denken? Wie kommuniziert man im Team, wo und wie KI genutzt wird? Und welche Kompetenzen bleiben auch mit KI-Assistenz unersetzlich?
- Persönlicher PM-KI-Workflow: Welche Aufgaben delegiere ich, welche behalte ich?
- Team-Guidelines für KI-Nutzung: Transparenz, Qualitätsstandards, Grenzen
- Urteilsvermögen bleibt menschlich: Entscheidungen, Priorisierungen, Stakeholder-Management
- Ethik im KI-Einsatz: Bias, Quellenprüfung, Verantwortung für KI-generierte Artefakte
- Zukunft KI im PM: Trends und realistische Einschätzung der nächsten Entwicklungen
- Abschlussprojekt: Einen eigenen KI-unterstützten Workflow für eine wiederkehrende PM-Aufgabe dokumentieren
Lernziele:
Teilnehmende können nach dieser Weiterbildung die folgenden Kompetenzen anwenden —
- Grundprinzipien von Large Language Models wie ChatGPT erklären und deren Stärken und Schwächen einschätzen
- effektive Prompts für typische Projektmanagement-Aufgaben entwickeln und iterativ verbessern
- ChatGPT für Ticket-Erstellung, Anforderungsdokumentation und Statusberichte gezielt einsetzen
- KI-generierte Texte kritisch prüfen, redigieren und auf Faktengenauigkeit kontrollieren
- Jira-native KI-Features (z. B. Atlassian Intelligence) kennen und situationsgerecht nutzen
- Automatisierungsregeln in Jira einrichten, die repetitive Prozessschritte reduzieren
- Risiken und ethische Fragen bei der Nutzung von KI-Assistenz in Projektprozessen einschätzen
- ChatGPT für Risikoanalysen, Stakeholder-Kommunikation und Change-Dokumentation einsetzen
- einen persönlichen KI-Workflow für wiederkehrende PM-Aufgaben entwickeln und dokumentieren
- Datenschutzanforderungen bei der Nutzung von LLMs in beruflichen Kontexten berücksichtigen
- Kolleginnen und Kollegen in der Nutzung von KI-Assistenz in Jira-Workflows einführen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Praktiker, die Jira bereits einsetzen und KI-Assistenz als echtes Produktivitätswerkzeug — nicht als Spielzeug — in ihre Arbeit integrieren möchten. Die folgenden Profile profitieren besonders —
- Projektmanager und Projektkoordinatoren, die Routineaufgaben effizienter erledigen wollen
- Scrum Master und Product Owner, die Ticket-Erstellung, Backlog-Pflege und Sprint-Reviews mit KI-Assistenz beschleunigen
- Teamleitungen und IT-Leads, die ihren Teams praktische KI-Nutzungsorientierung geben wollen
- Junior-PM-Einsteiger, die frühzeitig KI-Tools professionell in ihren Workflow integrieren
- Agile Coaches, die die Wirkung von KI-Assistenz auf agile Teams einschätzen und begleiten möchten
Grundlegende Jira-Kenntnisse sind für diesen Kurs empfehlenswert; Projekterfahrung in agilen oder klassischen Settings ist hilfreich. ChatGPT oder ähnliche Tools müssen nicht vorab bekannt sein — der Kurs beginnt mit den Grundlagen. Ein Computer mit Internetzugang für Übungen ist erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs ist anwendungsorientiert: Theorie-Inputs sind kurz, Prompt-Übungen und Jira-Demonstrationen stehen im Vordergrund. Teilnehmende arbeiten mit echten PM-Szenarien und entwickeln während des Kurses tatsächlich nutzbare Prompts und Workflows — kein Lehrbuchstoff, sondern Werkzeuge, die morgen im Einsatz sein können.
Die Weiterbildung umfasst mehrere Wochen in Teilzeit oder kompakter als Vollzeitblock. Der Umfang erlaubt, alle Module gründlich zu bearbeiten und im Praxisteil eigene KI-Workflows zu entwickeln.
Die Teilnehmenden erhalten eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Da dieser Kurs kein herstellerseitiges Zertifizierungsprogramm abbildet, gibt es keine externe Prüfung — der Lernnachweis ist die Teilnahmebescheinigung.
Nutzen & Perspektiven
ChatGPT und Jira sind in vielen Organisationen bereits vorhanden. Der tatsächliche Produktivitätsgewinn entsteht aber nicht durch das bloße Vorhandensein der Tools, sondern durch systematisches Prompt-Handwerk und die kluge Entscheidung, was delegiert wird und was nicht. Wer nach diesem Kurs zurück in den Projektalltag geht, hat eine klare Vorstellung davon, welche Aufgaben durch KI-Assistenz schneller und besser werden — und welche menschliches Urteilsvermögen erfordern. Die Verbindung von ChatGPT-Prompt-Engineering und Jira-Automatisierung schafft multiplikativen Nutzen: KI generiert den Rohtext, Jira-Automatisierung übernimmt die Verteilung und Benachrichtigung, der Projektmanager behält die Steuerung und Entscheidung. Das ist kein Jobersatz, sondern eine Neuverteilung von Zeit — weg von repetitivem Formulierungsaufwand, hin zu den Dingen, für die Erfahrung und Urteilsvermögen tatsächlich gefragt sind. Dieser Kurs ist auch für Teams relevant, die mit KI-Nutzung noch am Anfang stehen und Orientierung suchen: Was ist seriöse Anwendung, was ist Hype? Was muss ich datenschutzrechtlich beachten? Wie führe ich mein Team in einen reflektierten Umgang mit KI-Tools ein? Diese Fragen werden nicht ausgewichen, sondern direkt beantwortet.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich Programmieren können, um KI in Jira zu integrieren?
Nein. Jira-Automatisierungen werden ohne Code konfiguriert, und ChatGPT wird über das Textinterface genutzt. Der Kurs setzt keine Programmierkenntnisse voraus und deckt alle Inhalte auf einem praktischen, nicht-technischen Niveau ab.
Darf ich sensible Projektdaten in ChatGPT eingeben?
Das ist eine wichtige Frage, die im Kurs explizit behandelt wird. Vertrauliche Daten, Kundennamen, personenbezogene Informationen oder interne Geschäftszahlen sollten grundsätzlich nicht in öffentliche LLM-Dienste eingegeben werden. Der Kurs zeigt, wie man Prompts so formuliert, dass sie nützlich sind, ohne vertrauliche Inhalte preiszugeben.
Ist Atlassian Intelligence in jedem Jira-Plan verfügbar?
Atlassian Intelligence ist in bestimmten Jira-Lizenzplänen enthalten oder zubuchbar. Ob die eigene Organisation Zugriff hat, hängt vom gebuchten Lizenzmodell ab. Der Kurs vermittelt die Nutzung von KI-Features sowohl über Atlassian Intelligence als auch durch externe ChatGPT-Nutzung, sodass Teilnehmende unabhängig vom Lizenzstand profitieren.
Unterscheidet sich dieser Kurs vom Kanban+Jira-Kurs?
Ja, grundlegend. Der Kanban+Jira-Kurs vermittelt Methodik zur Fluss- und Prozesssteuerung. Dieser Kurs ist anwendungsorientiert auf KI-Assistenz fokussiert: Wie nutze ich ChatGPT und Jira-Automatisierung, um Kommunikation, Dokumentation und Routine-Aufgaben zu beschleunigen? Die Zielkompetenz ist eine andere.
Welche KI-Tools werden im Kurs behandelt?
Im Mittelpunkt steht ChatGPT (OpenAI), ergänzt durch einen Überblick über Microsoft Copilot und Google Gemini als Alternative im Business-Kontext. Atlassian Intelligence als Jira-native KI-Funktion wird gesondert behandelt. Der Kurs ist toolagnostisch formuliert, sodass Teilnehmende die Konzepte auf ihre bevorzugten KI-Tools übertragen können.
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