Überblick
Java gehört neben Python und C# zu den meistgefragten Programmiersprachen in der Softwareentwicklung und der KI-nahen Anwendungsentwicklung. Diese Weiterbildung vermittelt fundierte Java-SE-Kenntnisse auf Clean-Code-Niveau: von Grunddatentypen und Kontrollstrukturen über objektorientiertes Design mit Klassen, Vererbung und Interfaces bis hin zu grafischen Benutzeroberflächen mit AWT und Swing sowie Datenbankanbindung mit JDBC und JPA. Eingebettet in den Kurs ist eine praxisnahe Einführung in Künstliche Intelligenz — inklusive Prompt-Engineering, generativer KI und KI-gestützten Entwickler-Tools. Den Abschluss bildet ein eigenständiges Referenzprojekt, in dem Sie alle Lerninhalte zusammenführen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Einführung in Künstliche Intelligenz und Prompt-Engineering Bevor die Java-Programmierung beginnt, erhalten Sie einen fundierten Überblick über das Themenfeld Künstliche Intelligenz. Sie verstehen, wie maschinelles Lernen und neuronale Netze funktionieren, welche Algorithmen (z. B. Entscheidungsbäume) in der Praxis eingesetzt werden und wo KI heute Branchen verändert. Der Kurs geht auch auf gesellschaftlich relevante Themen wie Bias in Algorithmen, Datenschutz und Regulierungsfragen ein.
- Grundbegriffe und Geschichte der KI
- Funktionsweise von Machine Learning und neuronalen Netzen
- Entscheidungsbäume, Klassifikation und Vorhersagemodelle
- KI-gestützte Tools und Plattformen im Entwickleralltag
- Einführung in Prompt-Engineering: Grundprinzipien und Techniken
- Erstellung, Optimierung und Qualitätsbewertung von Prompts
- Ethik, Bias und Datenschutz in KI-Systemen
Modul 2 — Java-Grundlagen und Objektorientierung Sie starten mit den Grundbausteinen der Java-Sprache und schreiben schrittweise erste vollständige Programme. Nach Datentypen und Kontrollstrukturen steigen Sie in die objektorientierte Welt ein: Klassen, Objekte, Methoden, Konstruktoren und Datenkapselung bilden das Fundament. Vererbung und Polymorphie ermöglichen hierarchisches und flexibles Softwaredesign.
- Datentypen, Variablen, Operatoren, Ausdrücke
- Kontrollstrukturen: if/else, switch, for, while, do-while
- Klassen, Objekte, Methoden, Konstruktoren
- Datenkapselung: Zugriffsmodifikatoren und Getter/Setter
- Vererbung, abstrakte Klassen und Polymorphie
- Interfaces und deren Einsatz in realen Projekten
Modul 3 — Fortgeschrittenes Java: Collections, Lambda und Multithreading Moderne Java-Entwicklung nutzt Collections für flexible Datenstrukturen, Generics für typsichere Programmierung und Lambda-Ausdrücke für funktionale Stilelemente. Exceptions werden systematisch abgefangen und behandelt. Darüber hinaus lernen Sie, Anwendungsteile parallel auszuführen und Netzwerkkommunikation in Java-Programme zu integrieren.
- Exceptions und strukturiertes Fehlerhandling
- Collections: List, Set, Map und deren Implementierungen
- Generics und typsichere Datenstrukturen
- Lambda-Ausdrücke und funktionale Interfaces
- Datei-I/O: Texte und Daten in Dateien lesen und schreiben
- Multithreading: Threads, Synchronisation, Executor-Service
- Grundlagen der Netzwerkprogrammierung in Java
Modul 4 — Grafische Benutzeroberflächen und Datenbankanbindung Anwendungen brauchen eine Oberfläche und persistente Datenspeicherung. Sie gestalten GUIs mit AWT und Swing, binden Container- und Steuerelemente ein und reagieren auf Benutzerereignisse. Für die Datenpersistenz verbinden Sie Java-Programme über JDBC und JPA mit relationalen Datenbanken und arbeiten mit Entity-Klassen und Persistence-Konfigurationen.
- AWT und Swing: Layout-Manager, Panels, Buttons, Textfelder
- Ereignisbehandlung: ActionListener und Event-Handling-Pattern
- Komplexe UI-Strukturen: Tabellen, Dialoge, Menüs
- Datenbankzugriff über JDBC: Verbindung, Abfragen, Ergebnisse
- JPA und Entity-Klassen: Mapping, Annotationen
- Persistence.xml und ORM-Konfiguration
Praxis-Block — Eigenständiges Referenzprojekt Das Referenzprojekt ist das Herzstück des Kurses. Sie entwickeln eine vollständige Java-Anwendung und durchlaufen alle Phasen der Softwareentwicklung von der Anforderungsanalyse bis zur Fertigstellung.
- Anforderungsanalyse und Projektvision formulieren
- Softwarearchitektur und Klassendiagramm entwerfen
- Datenbankmodell und Entity-Klassen definieren
- GUI-Prototyp erstellen und iterativ verbessern
- Geschäftslogik mit Clean-Code-Prinzipien implementieren
- Datenbankoperationen integrieren (CRUD)
- Fehlerhandling und Validierung einbauen
- Multithreading für responsive UI-Aktionen nutzen
- KI-Tools im Entwicklungsprozess gezielt einsetzen
- Code dokumentieren und nach Coding-Standards überarbeiten
- Präsentation des Projekts vor der Gruppe
- Reflexion und konstruktives Peer-Feedback
Das Referenzprojekt wird von Trainern begleitet, die auf individuelle Fragen und architektonische Entscheidungen eingehen. Die Kombination aus fachlichem Feedback und selbstständiger Umsetzung sichert den Transfer in die berufliche Praxis. Am Ende des Projekts verfügen Sie über eine vorzeigbare Anwendung, die Ihre Java-Kenntnisse unter Beweis stellt.
Lernziele:
Der Kurs vermittelt folgende Kompetenzen und Fähigkeiten.
- die Grundlagen der Java-Sprache (Datentypen, Variablen, Operatoren, Kontrollstrukturen) sicher anwenden
- objektorientierte Prinzipien wie Klassen, Objekte, Vererbung, Polymorphie und Interfaces in Java umsetzen
- Exceptions sauber behandeln und Laufzeitfehler systematisch debuggen
- Collections, Generics und Lambda-Ausdrücke für modernen Java-Code einsetzen
- grafische Benutzeroberflächen mit AWT und Swing erstellen und in Anwendungen einbinden
- Datenbankzugriff über JDBC und JPA realisieren und Entity-Klassen konfigurieren
- Multithreading in Java einsetzen und Nebenläufigkeit sicher steuern
- Netzwerkprogrammierung in Java-Applikationen integrieren
- Prompts für generative KI-Systeme zielgerichtet formulieren und iterativ verbessern
- KI-gestützte Tools und Plattformen im Entwickleralltag sinnvoll nutzen
- ethische und datenschutzrechtliche Fragen rund um KI-Algorithmen einschätzen
- ein vollständiges Java-Projekt von der Konzeption bis zur Fertigstellung eigenständig entwickeln
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die bereits Grundkenntnisse in der objektorientierten Programmierung mitbringen und ihre Fähigkeiten auf Java und moderne KI-Werkzeuge ausdehnen wollen. Besonders profitieren die folgenden Gruppen.
- Entwickler:innen mit Vorkenntnissen in C#, Python oder anderen OOP-Sprachen, die Java professionell erlernen möchten
- IT-Fachkräfte, die ihre Kenntnisse in der KI-nahen Softwareentwicklung ausbauen wollen
- Berufswechsler:innen mit soliden IT-Grundlagen, die eine Karriere in der Java-Entwicklung anstreben
- Softwareentwickler:innen, die Prompt-Engineering und KI-Tools systematisch in ihren Workflow integrieren wollen
- Personen, die sich gezielt auf Stellen als Java-Entwickler:in oder KI-nahe Softwarerollen vorbereiten
Die Weiterbildung setzt Kenntnisse in einer objektorientierten Programmiersprache (z. B. C#, Python, C++) sowie sichere SQL-Grundlagen voraus. Erwartet werden außerdem gute Deutschkenntnisse (B2) und gute Englischkenntnisse, da Tools und Dokumentation häufig englischsprachig sind. Weiters benötigen Sie eine hohe IT-Affinität, sicheren Umgang mit Windows und dem Dateisystem sowie grundlegende Textverarbeitungskenntnisse.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format in Vollzeit statt: Online-Selbstlernphasen für Theorie und asynchrone Übungen wechseln sich mit live-begleiteten Einheiten ab, in denen komplexe Konzepte gemeinsam erarbeitet und Fragen direkt beantwortet werden. Lernmaterialien, Code-Beispiele und Aufgabenstellungen stehen auf einer Lernplattform zur Verfügung. Das eigenständige Referenzprojekt ermöglicht es, alle Teilthemen in einem realen Entwicklungszyklus zusammenzuführen und dabei Beratung durch erfahrene Trainer zu erhalten.
Die Weiterbildung dauert mehr als drei Monate bis zu sechs Monaten und ist auf Vollzeitbasis ausgelegt. Der umfangreiche Stoff — von Java-Grundlagen über fortgeschrittene Sprachkonzepte bis zum Referenzprojekt — erfordert täglich mehrere Stunden intensiver Lernarbeit sowie eigenständige Übungszeit. Die genaue Stundenzahl variiert je nach Anbieter.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Anbieters. Diese dokumentiert Ihre Kenntnisse in Java SE, KI-Grundlagen und Prompt-Engineering. Ein staatlicher oder kammerbezogener Abschluss wird durch diesen Kurs nicht vergeben. Das Zertifikat ist jedoch ein praxisnaher Kompetenznachweis für Bewerbungen im Bereich der Java-Anwendungsentwicklung.
Nutzen & Perspektiven
Java ist nach wie vor eine der meistgefragten Programmiersprachen weltweit, insbesondere in Unternehmensanwendungen, Backend-Systemen und Android-Entwicklung. Wer Java auf Clean-Code-Niveau beherrscht und gleichzeitig KI-Tools sinnvoll einsetzen kann, positioniert sich am Arbeitsmarkt deutlich stärker als reine Java-Entwickler ohne KI-Kompetenz. Das Referenzprojekt sorgt dafür, dass Sie nicht nur Wissen angehäuft haben, sondern einen vollständigen Entwicklungszyklus erfolgreich abgeschlossen haben — ein Nachweis, der in Vorstellungsgesprächen überzeugt. Die Kombination aus Java SE, modernen Sprachelementen (Lambda, Generics) und dem Praxisanteil (GUI, Datenbank) spiegelt realistische Anforderungen in Java-Entwicklerstellen wider. Die KI-Komponente des Kurses ist nicht als Modevokabular gemeint, sondern gibt Ihnen konkrete Techniken an die Hand: Prompt-Engineering hilft Ihnen, KI-Assistenten im Entwickleralltag effektiver zu nutzen, Code-Generierung besser zu beurteilen und eigene KI-nahe Features einzuschätzen. Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist dieser Kurs über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Daneben kommen je nach persönlicher Situation das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung (BFD) der Bundeswehr, Leistungen zur Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine individuelle Beratung beim zuständigen Leistungsträger ist empfehlenswert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse werden vorausgesetzt?
Sie benötigen Kenntnisse in einer objektorientierten Programmiersprache (z. B. C#, Python, C++), SQL-Grundlagen sowie Deutschkenntnisse auf B2-Niveau und gute Englischkenntnisse. Zudem wird eine hohe IT-Affinität und sicherer Umgang mit Windows erwartet.
Was ist das Referenzprojekt?
Das Referenzprojekt ist eine vollständige Java-Anwendung, die Sie eigenständig von der Anforderungsanalyse bis zur Fertigstellung entwickeln. Es umfasst GUI, Datenbankanbindung, Geschäftslogik und wird von Trainern begleitet.
Warum ist die KI-Einführung Teil des Java-Kurses?
KI-Tools sind im Entwickleralltag nicht mehr wegzudenken. Der Kurs vermittelt Prompt-Engineering-Techniken und Grundlagen generativer Modelle, damit Sie KI-Assistenten gezielt und kritisch einsetzen können. Das ergänzt die Java-Kenntnisse um eine moderne Arbeitsmethodik.
Kann der Kurs gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein möglich. Je nach Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, Rehabilitationsleistungen oder die Deutsche Rentenversicherung in Betracht.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Sie erhalten ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Anbieters. Dies ist kein staatlicher Abschluss, aber ein anerkannter Kompetenznachweis für Bewerbungen in der Java-Entwicklung.
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