Überblick
Moderne Lieferketten erzeugen enorme Datenmengen — aus ERP-Systemen, Lieferantendatenbanken, Logistik-Tracking, Lagerverwaltung und Nachfrageprognosen. Wer diese Daten gezielt analysieren und mit Machine Learning auswerten kann, verschafft seinem Unternehmen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Dieser Kurs vermittelt die methodischen Grundlagen und fortgeschrittenen Techniken der Datenanalyse und des maschinellen Lernens — mit einem klaren Fokus auf die spezifischen Anforderungen und Fragestellungen der Supply Chain. Python ist dabei das zentrale Werkzeug: als meistgenutzte Sprache für Data Science und Machine Learning bietet es ein umfassendes Ökosystem aus Bibliotheken, die exakt auf Analyse- und Modellierungsaufgaben zugeschnitten sind.
Kursinhalte & Lernziele
Der erste Themenblock legt die technischen und analytischen Grundlagen. Sie richten Ihre Python-Umgebung ein und lernen die wichtigsten Bibliotheken kennen, die in der Datenanalyse für Supply Chains eingesetzt werden. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Verständnis von Datenstrukturen, die in der Logistik und Lieferkettenplanung typisch sind — von Transaktionsdaten bis zu Zeitreihen.
- Einrichtung der Python-Umgebung (Anaconda, Jupyter Notebooks, VS Code)
- Einführung in pandas: DataFrames, Series, Indizierung und Selektion
- Datentypen und Strukturen in Supply-Chain-Datensätzen
- Daten importieren: CSV, Excel, SQL-Datenbanken, APIs
- Erste Bereinigungsschritte: fehlende Werte, Duplikate, Typkonvertierungen
- Grundlegende statistische Kennzahlen mit NumPy und pandas berechnen
Im zweiten Themenblock steht die Datenaufbereitung und explorative Datenanalyse im Mittelpunkt. Supply-Chain-Daten aus realen Systemen sind selten sauber — Lücken, Inkonsistenzen und Ausreißer sind die Regel. Sie lernen, wie man Daten systematisch prüft, bereinigt und für die Modellierung vorbereitet.
- Explorative Datenanalyse (EDA): Verteilungen, Korrelationen, Ausreißer
- Visualisierung mit matplotlib und seaborn: Histogramme, Boxplots, Heatmaps
- Zeitreihenanalyse: Saisonalität, Trends und Stationarität erkennen
- Feature Engineering für Supply-Chain-Daten: Lag-Features, rollierende Mittelwerte
- Normalisierung und Standardisierung von Merkmalen
- Datensätze für Machine-Learning-Modelle vorbereiten (Train-Test-Split)
Der dritte Themenblock führt in das maschinelle Lernen für Supply-Chain-Anwendungen ein. Sie lernen die wichtigsten überwachten Lernmethoden kennen und wenden sie auf konkrete Prognoseaufgaben an — Nachfragevorhersage, Lieferzeit-Schätzung und Bestandsoptimierung.
- Lineare und logistische Regression für Supply-Chain-Prognosen
- Entscheidungsbäume und Random Forests für Klassifikations- und Regressionsaufgaben
- Gradient Boosting (XGBoost, LightGBM) für hochperformante Prognosemodelle
- Zeitreihenprognose mit ARIMA und Prophet
- Modellbewertung: MAE, RMSE, R², Precision und Recall
- Cross-Validation und Hyperparameter-Tuning mit scikit-learn
Der vierte Themenblock behandelt unüberwachtes Lernen, Anomalie-Erkennung und fortgeschrittene Anwendungsfelder. Clustering hilft dabei, Lieferanten zu segmentieren und Muster in Bestelldaten zu erkennen. Anomalie-Erkennung schützt vor Datenproblemen und Betrug in der Lieferkette.
- Clustering mit K-Means und DBSCAN: Lieferanten- und Produktsegmentierung
- Hauptkomponentenanalyse (PCA) zur Dimensionsreduktion
- Anomalie-Erkennung in Logistik- und Transaktionsdaten
- Einführung in Optimierungsmodelle: Bestandsoptimierung, EOQ-Modell
- Einsatz von Deep Learning in Supply Chain (Ausblick)
- Ergebnisse visualisieren und für Stakeholder aufbereiten
Praxis-Block — typische Analyseaufgaben in der Supply-Chain-Praxis
- Rohen Lieferantendatensatz importieren, prüfen und bereinigen
- Fehlende Lieferdaten mit geeigneten Imputation-Strategien ergänzen
- Saisonale Nachfragemuster mit Zeitreihenzerlegung visualisieren
- Nachfrageprognosemodell mit Random Forest trainieren und evaluieren
- Lieferzeiten auf Basis historischer Daten vorhersagen
- Lieferanten nach Zuverlässigkeit und Kostenprofil mit K-Means clustern
- Bestandsanomalie-Detektion mit Isolation Forest implementieren
- EOQ-Modell in Python berechnen und visualisieren
- Prognoseergebnisse in einem Dashboard mit matplotlib darstellen
- Modellgenauigkeit durch Hyperparameter-Tuning verbessern
- Ergebnisbericht für Nicht-Techniker in einem Jupyter Notebook aufbereiten
- Machine-Learning-Pipeline von der Dateneingabe bis zur Ausgabe strukturieren
Lernziele:
- Sie beherrschen die grundlegenden Python-Bibliotheken für Datenanalyse: pandas, NumPy und matplotlib
- Sie können Supply-Chain-Daten aus verschiedenen Quellen importieren, strukturieren und bereinigen
- Sie kennen die wichtigsten deskriptiven Analysemethoden und wenden sie auf Lieferkettendaten an
- Sie verstehen das Prinzip von Machine-Learning-Modellen und können zwischen überwachtem und unüberwachtem Lernen unterscheiden
- Sie trainieren und evaluieren Prognosemodelle für Nachfrage, Lagerbestand und Lieferzeiten
- Sie identifizieren Anomalien in Supply-Chain-Daten und setzen Outlier-Detection-Methoden ein
- Sie kennen Clustering-Verfahren zur Segmentierung von Lieferanten, Produkten und Kunden
- Sie erstellen aussagekräftige Visualisierungen von Supply-Chain-Kennzahlen
- Sie können einfache Optimierungsmodelle zur Bestandsplanung und Routenoptimierung aufstellen
- Sie kennen die wichtigsten Qualitätsprobleme in Lieferkettendaten und wissen, wie man sie behebt
- Sie sind in der Lage, Analyseergebnisse verständlich für nicht-technische Stakeholder aufzubereiten
- Sie haben einen Überblick über aktuelle Trends im Bereich KI und Machine Learning für Supply Chain
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Fachkräfte aus Logistik, Supply Chain Management und Datenanalyse, die ihre analytischen Kompetenzen gezielt mit Python und Machine Learning erweitern möchten.
- Supply-Chain-Analysten und Logistikplaner, die datengetriebene Entscheidungsunterstützung einführen wollen
- Data-Science-Einsteiger mit Bezug zum Bereich Lieferkettenmanagement
- IT-Fachkräfte und Business Analysten, die Python für SCM-Anwendungen erlernen möchten
- Fach- und Führungskräfte aus Einkauf, Produktion und Logistik, die das Potenzial von Machine Learning für ihre Branche verstehen wollen
- Personen, die sich für eine Stelle als Supply-Chain-Analyst oder Data Analyst qualifizieren möchten
Grundkenntnisse in Python oder einer anderen Programmiersprache sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich — der Kurs legt alle Grundlagen Schritt für Schritt. Kenntnisse in Grundstatistik (Mittelwert, Streuung, Korrelation) erleichtern den Einstieg in die Machine-Learning-Themen erheblich. Berufliche Erfahrung im Bereich Supply Chain, Logistik oder Einkauf ist von Vorteil, aber kein Ausschlusskriterium. Ein individuelles Beratungsgespräch vor Kursbeginn hilft, den Lernplan optimal auf Vorkenntnisse und Ziele abzustimmen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird überwiegend als Combined Learning durchgeführt und verbindet angeleitete Lernphasen mit praktischen Übungen in Python-Notebooks. Ergänzend ist ein reines Online-Seminar-Format verfügbar. Alle Themen werden anhand realer oder realistischer Supply-Chain-Datensätze vermittelt, sodass die Teilnehmenden direkt sehen, wie die erlernten Methoden auf echte Probleme angewendet werden. Individuelle Lernpläne berücksichtigen unterschiedliche Vorkenntnisse in Python und Data Science.
Die Weiterbildung dauert in der Regel mehrere Tage bis zu einer Woche in Vollzeit. Für Teilnehmende, die den Kurs mit Berufstätigkeit oder anderen Verpflichtungen kombinieren, stehen Teilzeitvarianten zur Verfügung, die sich über mehrere Wochen bis zu drei Monate erstrecken können. Individuelle Startzeitpunkte sind auf Anfrage möglich.
Nach erfolgreichem Kursabschluss erhalten Teilnehmende ein international anerkanntes Herstellerzertifikat sowie ein Lehrgangszertifikat von New Horizons. Diese Zertifizierungen belegen die erworbenen Kenntnisse in Datenanalyse und Machine Learning für Supply Chain Analytics und sind bei Arbeitgebern in der Logistik-, Handels- und Industrie-Branche anerkannt. Es handelt sich um eine trägerinterne Zertifizierung — kein staatlicher Abschluss.
Nutzen & Perspektiven
Die Digitalisierung der Lieferkette ist kein Zukunftsthema mehr — sie findet jetzt statt. Unternehmen, die ihre Supply-Chain-Daten nutzen, um Bestände zu optimieren, Lieferzeiten präzise vorherzusagen und Risiken frühzeitig zu erkennen, sparen erhebliche Kosten und reagieren schneller auf Marktschwankungen. Fachkräfte, die diese Analysen durchführen können, sind auf dem Arbeitsmarkt stark gefragt — und selten. Python hat sich als De-facto-Standard für Data Science und Machine Learning etabliert. Wer Python für Supply-Chain-Analysen beherrscht, kann mit denselben Werkzeugen, die auch in großen Technologieunternehmen eingesetzt werden, reale Probleme lösen. Das macht diese Weiterbildung zu einer hochrelevanten Investition in die eigene berufliche Entwicklung — unabhängig davon, ob man als Analyst, Logistikplaner oder IT-Fachkraft tätig ist. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist diese Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit förderbar. Für Beschäftigte kommt zusätzlich eine Förderung über das Qualifizierungschancengesetz in Betracht. Je nach persönlicher Situation können auch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung genutzt werden. Eine individuelle Beratung vor Kursstart hilft, die optimale Förderoption zu identifizieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Python-Vorkenntnisse für diesen Kurs?
Grundkenntnisse in Python oder einer anderen Programmiersprache sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Der Kurs legt alle Grundlagen schrittweise. Vor Beginn findet ein Beratungsgespräch statt, das den Lernplan auf Ihre Vorkenntnisse abstimmt.
Welche Supply-Chain-Probleme kann ich nach dem Kurs lösen?
Sie sind nach dem Kurs in der Lage, Nachfragemuster zu analysieren, Lieferzeiten vorherzusagen, Bestände zu optimieren, Lieferanten zu segmentieren und Anomalien in Lieferkettendaten zu erkennen. Alle Themen werden anhand praxisnaher Datensätze vermittelt.
Welche Python-Bibliotheken werden im Kurs verwendet?
Der Schwerpunkt liegt auf pandas, NumPy, matplotlib, seaborn, scikit-learn sowie Zeitreihenbibliotheken wie Prophet und statsmodels. Für fortgeschrittene Modelle werden XGBoost und LightGBM eingeführt.
Ist der Kurs förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Für Beschäftigte kommt das Qualifizierungschancengesetz in Betracht. Weitere Fördermöglichkeiten bestehen über Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben oder die Deutsche Rentenversicherung.
Welches Zertifikat erhalte ich nach dem Kurs?
Teilnehmende erhalten ein international anerkanntes Herstellerzertifikat sowie ein Lehrgangszertifikat von New Horizons. Diese Bescheinigungen belegen die erworbenen Kenntnisse in Datenanalyse und Machine Learning für Supply Chain.
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Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Supply-Chain-Manager/Supply-Chain-Managerin1.426 Stellen
- Data Analyst1.257 Stellen
- Machine Learning Engineer888 Stellen
- Fachinformatiker/Fachinformatikerin Fachrichtung Daten- und Prozessanalyse523 Stellen
- Industriemeister/Industriemeisterin - allgemein118 Stellen
- Assistent/Assistentin für Informatik (technische Informatik)80 Stellen