Überblick
Diese Weiterbildung vermittelt das konzeptionelle und gestalterische Handwerkszeug, das benötigt wird, um Websites und digitale Produkte konsequent aus der Nutzerperspektive zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht die User Experience — das Gesamterlebnis, das Menschen bei der Interaktion mit einer Website oder Anwendung haben. Teilnehmende lernen, was eine gute UX ausmacht, wie sie systematisch gestaltet wird und wie bestehende Angebote mithilfe von Analysetools wie Google Analytics gezielt verbessert werden können. Die Weiterbildung schließt mit einem trägerinternen Zertifikat bzw. einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung ab.
Kursinhalte & Lernziele
Grundlagen der User Experience — Konzepte und Teilbereiche Das einführende Modul schafft ein gemeinsames Begriffsverständnis und zeigt, warum UX in der heutigen digitalen Welt zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden ist. Am Beispiel bekannter Websites und Apps werden Erfolge und Misserfolge analysiert und konkrete Verbesserungspotenziale identifiziert. Teilnehmende entwickeln ein Gespür dafür, wann ein digitales Angebot wirklich funktioniert — und warum.
- Was bedeutet User Experience im Alltag und im digitalen Kontext?
- Abgrenzung Usability, UX, CX und UI
- Mentale Modelle und kognitive Belastung der Nutzenden
- Informationsarchitektur und Navigation
- Accessibility als UX-Faktor
- Wireframes und Prototypen als Kommunikationsmittel
Gestaltung — Layout, Designtheorie, Farbe und Typografie Gutes Design ist kein Zufall, sondern das Ergebnis systematisch angewendeter Gestaltungsgesetze. Dieses Modul vermittelt die visuellen Grundlagen, die jede UX-Gestalterin und jeder UX-Gestalter beherrschen muss. Die Inhalte sind praxisnah und direkt auf die Webgestaltung ausgerichtet.
- Gestaltgesetze: Nähe, Ähnlichkeit, Kontinuität, Figur-Grund
- Grid-Systeme und responsives Layout-Denken
- Farbpsychologie und Farbkontraste für Web-Accessibility
- Typografische Hierarchien und Lesbarkeit am Bildschirm
- Schriftarten im Web: System Fonts, Webfonts und Lizenzierung
- Bildsprache und Bildkomposition im Webdesign
Technische Grundlagen — HTML, CSS und Browser Eine fundierte UX-Gestaltung setzt voraus, dass man die technischen Möglichkeiten und Grenzen des Mediums kennt. In diesem Modul wird das technische Gerüst moderner Websites erarbeitet — nicht mit dem Anspruch, professionellen Entwicklerinnen und Entwicklern das Wasser zu reichen, sondern um auf Augenhöhe mit ihnen kommunizieren zu können. Die Arbeit im HTML-Editor macht die Zusammenhänge konkret erfahrbar.
- HTML-Grundstruktur: Elemente, Attribute und Semantik
- HTML-Handling in Dreamweaver und im Code-Editor
- CSS-Grundlagen: Selektoren, Box-Modell und Kaskade
- Externes CSS anlegen und verwalten
- Was kann der Browser? Grenzen und Möglichkeiten moderner Laufzeitumgebungen
- Hilfsprogramme für Webdesignerinnen und Webdesigner
User-Untersuchungen und Konzept für die Übergabe Nutzerdaten liefern die objektive Grundlage für Designentscheidungen. In diesem abschließenden Modul lernen Teilnehmende, mit Google Analytics reale Nutzungsdaten zu lesen und für die Weiterentwicklung einer Website zu nutzen. Darüber hinaus wird erarbeitet, wie ein professionelles Konzeptdokument aussieht, das als Grundlage für die Zusammenarbeit mit Entwicklerinnen und Entwicklern dient.
- User-Untersuchungen an einer realen Website mit Google Analytics
- Metriken verstehen: Absprungrate, Sitzungsdauer, Conversion
- Ableitung von Design-Maßnahmen aus Analysedaten
- Konzeptdokument für die Übergabe an Programmiererinnen und Programmierer
- Pflichtenheft und Briefing als UX-Deliverables
- Review-Zyklus und iteratives Design
Praxisprojekte und integrierter Workflow Die erlernten Inhalte werden in konkreten Webprojekten angewendet. Teilnehmende durchlaufen den gesamten Prozess von der Zielgruppenanalyse über das Layout bis zur technischen Grundstruktur.
- Zielgruppenanalyse für ein reales Webprojekt durchführen
- Wireframe für eine Landingpage entwickeln
- Typografie-Konzept für ein Webprojekt erstellen
- Farbpalette auswählen und Kontraste prüfen
- HTML-Grundgerüst einer Seite anlegen
- CSS-Styling für Layout und Typografie anwenden
- Google-Analytics-Bericht interpretieren und Maßnahmen ableiten
- Konzeptdokument für Entwickler-Übergabe erstellen
- Peer-Feedback im Kurs einholen und einarbeiten
- Abschlusspräsentation des eigenen Webprojekts
- Reflexion des eigenen Gestaltungsprozesses
- Checkliste für zukünftige UX-Projekte erstellen
Die Weiterbildung legt besonderen Wert darauf, gestalterisches Denken und technisches Verständnis zu verbinden. Teilnehmende lernen nicht nur, wie eine gute Website aussieht, sondern auch, wie sie entsteht und wie ihre Wirkung gemessen wird.
Lernziele:
Nach Abschluss dieser Weiterbildung können Teilnehmende den Begriff User Experience präzise definieren und gegenüber verwandten Konzepten wie Usability und User Interface abgrenzen, die wesentlichen Einflussfaktoren auf das Nutzererlebnis im digitalen Raum analysieren und bewerten, nutzerorientierte Konzepte und Wireframes für Webprojekte entwickeln, grundlegende Gestaltungsgesetze auf Layout, Farbe und Typografie anwenden, HTML-Dokumente strukturieren und in Dreamweaver oder einem vergleichbaren Editor bearbeiten, CSS-Regeln zur Steuerung von Darstellung und Layout einsetzen, Webbrowser-Möglichkeiten und -Grenzen realistisch einschätzen und in die Konzeption einbeziehen, User-Untersuchungen mit Google Analytics durchführen und auswerten, zielgruppengerechte Konzeptdokumente für die Übergabe an Entwicklerinnen und Entwickler erstellen, Entscheidungen zur Bildsprache und Typografie professionell begründen, Hilfsprogramme und Ressourcen für die tägliche Webdesign-Praxis kennen und nutzen und ein eigenes kleines Webprojekt eigenständig planen und umsetzen.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Fachleute aus Kommunikation, Gestaltung und Marketing, die ihre digitalen Kompetenzen systematisch ausbauen möchten.
- Marketingfachleute und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Werbeabteilungen größerer Unternehmen
- Grafiker und Designer für Print oder Web, die UX als Disziplin kennenlernen wollen
- Redakteurinnen, Redakteure und Mitarbeitende aus Verlagen und Redaktionen
- Profifotografinnen und Profifotografen mit eigenen Studios
- Mode-, Textil-, Industrie- und Verpackungsdesigner mit Interesse an digitaler Gestaltung
Für die Teilnahme an dieser Weiterbildung werden ein sicherer und routinierter Umgang mit dem PC sowie räumliches Denken und Kreativität vorausgesetzt. Deutschkenntnisse auf Sprachniveau B2 sind erforderlich, da die gesamte Weiterbildung auf Deutsch durchgeführt wird. Vorkenntnisse in Webentwicklung oder Grafikdesign sind hilfreich, aber keine Pflicht: Die technischen und gestalterischen Grundlagen werden im Kurs erarbeitet. Wichtiger als Vorwissen ist die Bereitschaft, das eigene Auge zu schulen und Gestaltungsentscheidungen systematisch zu begründen.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung wird im Combined-Learning-Format als Vollzeitmaßnahme durchgeführt. Onlinephasen zum selbstständigen Erarbeiten von Lehrvideos, Texten und Übungsaufgaben wechseln sich mit betreuten Einheiten ab, in denen Lehrende Feedback zu eigenen Entwürfen und Projekten geben. Die Vollzeitstruktur ermöglicht es, in kurzer Zeit sowohl konzeptionelle als auch technische Themen tiefgehend zu behandeln. Gruppenarbeiten und Peer-Feedback-Runden fördern den Austausch und die kritische Auseinandersetzung mit eigenen Gestaltungsentscheidungen.
Die Weiterbildung dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat und wird als Vollzeitmaßnahme durchgeführt. In dieser kompakten Zeit werden sowohl gestalterische als auch technische Kompetenzen erarbeitet. Die genaue Stundenzahl variiert je nach Anbieter. Durch die intensive Struktur können Teilnehmende rasch erste eigene Webprojekte umsetzen und ihr Portfolio erweitern.
Die Weiterbildung schließt mit einem trägerinternen Zertifikat bzw. einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers ab. Dieses Dokument bestätigt die erworbenen Kenntnisse in UX-Design, Gestaltungsgrundlagen und den technischen Grundlagen von HTML und CSS. Das Zertifikat ist kein staatlich anerkannter Abschluss, wird aber in der Branche als Qualifikationsnachweis anerkannt und kann durch abgeschlossene Praxisprojekte im Portfolio sinnvoll ergänzt werden.
Nutzen & Perspektiven
User Experience ist in der digitalen Wirtschaft zu einer Kerndisziplin geworden. Unternehmen investieren zunehmend in UX, weil schlechte Nutzererlebnisse direkt zu Absprüngen, Kaufabbrüchen und Kundenverlust führen. Wer UX professionell gestalten kann, ist daher in Agenturen, Redaktionen, E-Commerce-Unternehmen und Marketingabteilungen gefragt. Diese Weiterbildung bietet einen direkten Einstieg in dieses Berufsfeld und verbindet konzeptionelles Denken mit praktischen Fähigkeiten. Die Kombination aus Gestaltungsgrundlagen, technischem HTML- und CSS-Wissen sowie der Arbeit mit echten Analysedaten (Google Analytics) macht die Weiterbildung besonders wertvoll. Teilnehmende sind nach Abschluss nicht nur in der Lage, Websites ästhetisch zu gestalten, sondern auch ihre Wirkung zu messen und datenbasiert zu verbessern. Diese Verbindung von Kreativität und Analytik ist auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. Für Personen mit einem Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters ist diese Weiterbildung bei AZAV-zertifizierten Trägern in der Regel vollständig förderbar. Darüber hinaus kommen Förderungen nach dem Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Leistungen zur Rehabilitation sowie Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine individuelle Beratung beim zuständigen Kostenträger hilft dabei, die passende Förderoption zu identifizieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich bereits programmieren können, um teilzunehmen?
Nein. Der Kurs führt schrittweise in HTML und CSS ein. Technische Vorkenntnisse sind hilfreich, aber keine Voraussetzung. Wichtiger ist ein sicherer Umgang mit dem PC und die Bereitschaft, sich auf gestalterische und analytische Aufgaben einzulassen.
Welche Software wird im Kurs eingesetzt?
Schwerpunkte liegen auf der Arbeit mit einem HTML-Editor (z. B. Adobe Dreamweaver), Google Analytics und gängigen Designhilfstools. Alle eingesetzten Programme werden im Kurs vorgestellt; eigene Lizenzen sind in der Regel nicht erforderlich.
Für wen ist dieser Kurs geeignet?
Der Kurs eignet sich besonders für Marketingfachleute, Grafiker, Designer, Redakteure und alle Kreativen, die Websites nutzerfreundlicher gestalten und den Unterschied zwischen gutem und schlechtem digitalen Erlebnis systematisch verstehen möchten.
Ist der Kurs förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist die Maßnahme in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Auch Förderungen nach dem Qualifizierungschancengesetz oder der Deutschen Rentenversicherung kommen je nach individueller Situation in Betracht.
Welchen Abschluss bekomme ich?
Die Weiterbildung schließt mit einem trägerinternen Zertifikat bzw. einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung ab. Ergänzt durch abgeschlossene Praxisprojekte dient dieses Dokument als aussagekräftiger Nachweis gegenüber zukünftigen Arbeitgebern.
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