Überblick
User Interface Design ist das Handwerk, das aus einer Funktion eine nutzbare Oberfläche macht. Dieser Kurs führt in die Grundlagen visuellen Gestaltens ein und verbindet sie direkt mit der professionellen UI-Arbeit: Wie werden Farben und Typografie eingesetzt, um Hierarchien zu schaffen? Wie entstehen Wireframes, die Informationsarchitektur vor der Pixelarbeit klärt? Und wie führen Low-fi-Prototypen zu einem UI-Konzept, das Entwickler und Kunden verstehen? Besonderes Gewicht liegt auf dem Einsatz von Figma als professionellem Designwerkzeug sowie auf dem Zusammenhang zwischen gestalterischen Entscheidungen und der Nutzungsqualität digitaler Produkte.
Kursinhalte & Lernziele
Grundlagen visuellen Gestaltens Bevor Interfaces gestaltet werden, müssen grundlegende Kompositionsprinzipien sitzen. Dieser erste Block vermittelt die klassischen Prinzipien visueller Gestaltung und schärft den Blick für das Warum hinter gestalterischen Entscheidungen.
- Vier Grundprinzipien des Grafikdesigns: Kontrast, Ausrichtung, Nähe, Wiederholung (C.A.R.R.)
- Gestaltgesetze: Figur-Grund, Nähe, Ähnlichkeit, Geschlossenheit in digitalen Oberflächen
- Visuelle Hierarchie: Wie Blickführung in Interfaces gesteuert wird
- Raster- und Rastersysteme für digitale Layouts (8pt-Grid, Spaltenraster)
- Weißraum als aktives Gestaltungsmittel
- Unterschiede zwischen Print- und Screendesign im Überblick
Farbe und Typografie für digitale Produkte Farbwahl und Schrift sind zwei der wirkungsmächtigsten Werkzeuge im UI-Design — und gleichzeitig zwei Bereiche, in denen Anfänger die häufigsten systematischen Fehler machen. Dieser Block behandelt beide Themen aus der Perspektive digitaler Produktgestaltung.
- Farbsysteme für Interfaces: Primär-, Sekundär- und Akzentfarben; neutrales UI-Grau
- Farbkontrast und Accessibility: WCAG-Kontrastvorgaben und deren praktische Überprüfung
- Typografisches System: Headline, Body, Caption, Label — Größen, Gewichte, Abstände
- Schriftauswahl für Interfaces: Lesbarkeit, Markenpersönlichkeit, Lizenzen
- Farbpsychologie und kulturelle Farbkonnotationen im Screendesign-Kontext
- Typografische Fehler im UI und wie man sie erkennt
Informationsarchitektur, Wireframes und Prototypen Das Herzstück dieses Kurses ist die strukturierte UI-Entwicklung: Bevor Pixels gesetzt werden, muss klar sein, welche Inhalte wie angeordnet sind, welche Aktionen möglich sind und wie Nutzer durch eine Anwendung navigieren. Wireframes sind das Werkzeug, um diesen strukturellen Entwurf ohne visuellen Noise zu diskutieren.
- Informationsarchitektur: Sitemaps, Navigation, Content-Hierarchie
- Wireframe-Stufen: Bleistiftskizze, Lo-Fi digital, Mid-Fi mit Inhaltsplatzhaltern
- Komponentendenken: Buttons, Karten, Formulare, Modals als Bausteine des UI
- Interaktionsprinzipien: Status, Feedback, Konsistenz in Benutzeroberflächen
- Figma-Einstieg: Frames, Gruppen, Auto Layout, Constraint-System
- Figma-Komponenten und lokale Bibliotheken anlegen und pflegen
Figma-Vertiefung, Prototyping und Lizenzen Der letzte Block geht von der Werkzeug-Anwendung in die Übergabe über — wie werden Designs dokumentiert, wie entstehen einfache Prototypen für Nutzertest und Stakeholder-Feedback, und welche rechtlichen Aspekte sind bei Gestaltungselementen zu beachten?
- Figma-Prototyping: Klickprototyp mit Seitenübergängen und Interaktionsstates
- Handoff-Vorbereitung: Maßangaben, Farbwerte, Textspezifikationen für Entwickler
- KI-gestützte Bildgenerierung im UI-Kontext: Einsatzmöglichkeiten und Grenzen
- Creative-Commons-Lizenzen und Bildrecht für digitale Produkte
- Medienrecht kompakt: wann brauche ich Freigaben, was ist gemeinfrei?
- UI-Checkliste vor dem Entwickler-Handoff
Praxisblock: UI-Projekt von der Idee zum Klickprototyp
- Informationsarchitektur für eine Web-Anwendung oder digitales Lernmodul als Sitemap skizzieren
- Lo-Fi-Wireframe eines zentralen Bildschirms per Hand anfertigen
- Wireframe in Figma übertragen und auf Mid-Fi-Niveau ausarbeiten
- Farbsystem für ein Interface entwickeln und WCAG-Kontrast prüfen
- Typografisches System in Figma als Textstile definieren
- Komponentenbibliothek anlegen: Button-States, Inputfeld-Varianten, Karte
- Auto-Layout in Figma für responsive Inhaltsbereiche einsetzen
- Klickprototyp mit drei verlinkten Screens bauen und testen
- Feedback zu einem fremden Wireframe nach Gestaltprinzipien formulieren
- Lizenzprüfung: Bildquellen für ein Mockup recherchieren und dokumentieren
- Handoff-Dokument für einen UI-Screen vorbereiten (Annotationen, Maße)
- Abschluss-Präsentation: eigenes UI-Konzept mit Designentscheidungen begründen
Lernziele:
Nach diesem Kurs sind Sie in der Lage,
- die Grundprinzipien visueller Gestaltung (Kontrast, Ausrichtung, Nähe, Wiederholung) sicher anzuwenden
- Farb- und Typografiekonzepte für digitale Oberflächen zielgruppengerecht zu entwickeln
- den Aufbau einer Informationsarchitektur für digitale Anwendungen zu planen
- Wireframes auf unterschiedlichen Detailstufen (Lo-Fi bis Mid-Fi) eigenständig anzufertigen
- mit Figma grundlegende UI-Layouts, Komponenten-Bibliotheken und Styleguides zu erstellen
- den Unterschied zwischen UX- und UI-Designarbeit zu erläutern und im Projektverlauf einzuordnen
- Gestaltungsgesetze (Gestaltpsychologie) auf Interface-Probleme anzuwenden
- Accessible Design-Prinzipien zu benennen und bei der Gestaltung digitaler Oberflächen zu berücksichtigen
- Lizenzbedingungen für digitale Gestaltungselemente und KI-generierte Bilder rechtssicher einzuordnen
- Low-Fi-Prototypen für ein Feedback-Gespräch mit Stakeholdern vorzubereiten und zu präsentieren
- Gestaltungsentscheidungen in digitalen Bildungsmaterialien und App-Oberflächen zu beurteilen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die im digitalen Design tätig werden oder bestehende Gestaltungskenntnisse gezielt auf UI-Arbeit ausrichten wollen.
- Einsteiger ins Digitaldesign mit ersten gestalterischen Vorkenntnissen
- Entwickler, die ein fundiertes UI-Designverständnis für eigene Projekte aufbauen wollen
- Mediengestalter und Kommunikationsdesigner, die den Übergang ins Screen- und App-Design vollziehen
- E-Learning-Entwickler, die digitale Lernmittel gestalterisch aufwerten wollen
- Projektverantwortliche, die UI-Designentscheidungen fachkundig begleiten möchten
Erste Erfahrungen im medialen oder kaufmännischen Bereich durch Studium oder Berufsausbildung sowie gute PC-Kenntnisse sind die formale Grundlage. Ausgesprochene Affinität zum Medium Internet und erste Erfahrungen mit digitalen Gestaltungstools oder Social-Media-Erstellung erleichtern den Einstieg erheblich. Ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten sind hilfreich, da UI-Designarbeit immer auch Designentscheidungen erklären und verteidigen bedeutet. Photoshop- oder Illustrator-Kenntnisse sind nicht vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet kompakte Theorieblöcke mit umfangreicher Figma-Praxis. Jedes neue Gestaltungsprinzip wird unmittelbar in einer konkreten Übung angewendet, sodass das abstrakte Konzept sofort eine greifbare Umsetzung erhält. Lernende arbeiten durchgehend an einem eigenen Projekt, das sich über den Kurs hinweg vom ersten Wireframe zum Klickprototyp entwickelt. Die Maßnahme findet überwiegend im Online-Format statt; Präsenzphasen können je nach Anbieter ergänzend angeboten werden.
Der Kurs ist auf mehrere Wochen bis zu einigen Monaten angelegt, je nach gewähltem Format (Vollzeit oder Teilzeit). Die Zeitspanne erlaubt, sowohl die gestalterischen Grundlagen als auch die Figma-Praxis in der nötigen Tiefe zu behandeln. Genaue Dauer und Termine beim Anbieter erfragen.
Der Kurs schließt mit einem trägerinternen Zertifikat ab, das die erworbenen Kenntnisse in visuellem Design und User Interface Design dokumentiert. Es ist kein staatlich anerkannter Berufsabschluss — der Marktwert liegt in den nachgewiesenen Fertigkeiten und dem entstandenen Portfolio.
Nutzen & Perspektiven
UI-Design ist ein Beruf, der selten durch Selbststudium allein gelingt. Was Einsteiger benötigen, ist nicht Inspiration, sondern Methode: ein systematisches Vokabular für Gestaltungsentscheidungen, handhabbare Werkzeuge und die Übung, beides unter Zeitdruck einzusetzen. Dieser Kurs vermittelt genau das — und endet mit einem Portfolio-Stück, das in Präsentationen und Bewerbungsgesprächen als konkreter Nachweis dient. Die Stärke des Kurses liegt in seiner Doppelperspektive: Gestaltungsprinzipien und Figma als Werkzeug werden nicht getrennt gelehrt, sondern unmittelbar miteinander verbunden. Wer versteht, warum ein 8pt-Raster die Konsistenz verbessert, nutzt es in Figma gezielter — und wer die WCAG-Kontrastvorgaben kennt, entwickelt barrierearme Farbsysteme statt zufällig schöner Paletten. Digital-Produkte entstehen heute in multidisziplinären Teams, in denen Entwickler, Produktmanager und Designer täglich miteinander kommunizieren. Ein Designer, der Figma-Handoffs korrekt vorbereitet, Wireframes stakeholdergerecht aufbereitet und Gestaltungsentscheidungen begründen kann, ist in solchen Teams sofort einsatzfähig — und positioniert sich langfristig als verlässliche Schnittstelle zwischen Konzept und Umsetzung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Vorkenntnisse in Grafikdesign-Software?
Kenntnisse in Photoshop oder Illustrator sind nicht vorausgesetzt. Figma, das zentrale Werkzeug des Kurses, wird von Grund auf eingeführt. Hilfreich sind allgemeine Computerkenntnisse und eine ausgeprägte Affinität zu digitalen Medien.
Was ist Figma und warum wird es im Kurs verwendet?
Figma ist das aktuell am weitesten verbreitete Browser-basierte Tool für UI-Design und Prototyping. Es ermöglicht kollaborative Arbeit in Echtzeit und ist im Berufsalltag von UI-Designern, Produktteams und Agenturen de facto Standard. Der Kurs setzt auf Figma, weil die erlernten Fähigkeiten direkt auf reale Berufssituationen übertragbar sind.
Wie unterscheidet sich dieser Kurs von einem Print-/DTP-Kurs?
Dieser Kurs hat einen klaren Fokus auf digitale Oberflächen: Interfaces, Apps und web-basierte Produkte. Ein DTP-Kurs behandelt hingegen Druckvorstufe, Satzgestaltung und Printproduktion — andere Werkzeuge (InDesign, Photoshop), andere Formate, andere Ausgabemedien. Beide Bereiche haben Berührungspunkte in der Gestaltungstheorie, sind aber für verschiedene Berufsfelder relevant.
Kann ich nach diesem Kurs als Junior UI-Designer arbeiten?
Der Kurs legt eine solide Grundlage — Gestaltungsprinzipien, Werkzeugkompetenz in Figma, Wireframe-Praxis und ein Portfolio-Stück. Für eine Junior-Stelle ist das ein guter Ausgangspunkt. Praxiserfahrung durch eigene Projekte oder Praktika ergänzt die Qualifikation zusätzlich.
Werden Lizenzen für Bilder und Schriften behandelt?
Ja. Der Kurs behandelt Creative-Commons-Lizenzen, Bildrecht und die lizenzrechtliche Einordnung von KI-generierten Bildern im Designkontext. Das ist für professionelle UI-Arbeit unverzichtbar, da fehlende oder falsche Bildlizenzen zu rechtlichen Problemen führen können.
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