Überblick
Klimaschutz und Energieeffizienz gewinnen vor dem Hintergrund politischer Zielsetzungen stetig an Bedeutung, und der Bedarf an fachgerechter Energieberatung sowie an sachverständiger Begleitung energieeffizienter Neubau- und Sanierungsmaßnahmen steigt. Der Einsatz spezialisierter Software ist dabei unerlässlich, denn mit ihr lassen sich Energiekosteneinsparungen, die Wirkung von Maßnahmen und der mögliche Einsatz von Fördermitteln zuverlässig berechnen. Dieser Kurs vermittelt den praktischen Umgang mit verbreiteten Programmen der Energieberatung, insbesondere mit Energieberater-Software von Hottgenroth oder EVEBI von ENVISYS sowie der Wärmebrückensoftware Therm. Sie lernen, Gebäudedaten zu erfassen, energetische Berechnungen durchzuführen, Sanierungspläne zu entwickeln und aussagekräftige Beratungsberichte zu erstellen. Damit erwerben Sie das Werkzeug-Know-how, das die Energieberatung im Alltag trägt.
Kursinhalte & Lernziele
Der Kurs verbindet das Verständnis der energetischen Zusammenhänge mit der praktischen Bedienung der Programme. Im Mittelpunkt steht, von der Datenerfassung bis zum fertigen Bericht durchgängig mit der Software zu arbeiten. Den Einstieg bilden Programmüberblick und Projektarbeit.
- Aufbau und Bedienung der eingesetzten Energieberater-Software
- Projekte erstellen, bearbeiten und verwalten
- Grundlegende Orientierung in der Arbeitsumgebung
Den Kern bildet die energetische Bewertung von Gebäuden.
- Erfassen der Gebäudedaten
- Durchführen der energetischen Berechnungen
- Erstellen und Bewerten von Sanierungsplänen
- Ermittlung von Fördermöglichkeiten
Einen eigenen Schwerpunkt bildet die Wärmebrückenberechnung als anspruchsvolles Detailthema.
- Grundlagen der Wärmebrückenproblematik
- Wärmebrückenberechnungen mit der Software Therm
- Einordnung der Ergebnisse in die Gesamtbewertung
Den Abschluss bilden Dokumentation und Darstellung der Ergebnisse.
- Erzeugen und Ausdrucken von Vor-Ort-Beratungsberichten
- Grafische Ausgaben zur anschaulichen Darstellung
- Aufbereitung der Ergebnisse für Auftraggeber
Im praktischen Teil bearbeiten Sie ein durchgängiges Beispielprojekt von der Gebäudeaufnahme bis zum fertigen Beratungsbericht. So erleben Sie, wie die einzelnen Programmfunktionen im realen Beratungsablauf zusammenwirken. Ein wichtiger Lerneffekt ist, die von der Software gelieferten Zahlen nicht ungeprüft zu übernehmen, sondern fachlich einzuordnen und auf Plausibilität zu prüfen. Genau diese Verbindung aus Werkzeugkompetenz und fachlichem Urteil macht eine belastbare Energieberatung aus. Damit die einzelnen Programmfunktionen im Zusammenhang verständlich werden, orientiert sich der Kurs am realen Ablauf einer Energieberatung von der Aufnahme bis zur Empfehlung.
- Aufnahme der Gebäudegeometrie und der Bauteile
- Erfassen von Hülle, Fenstern, Türen und Anlagentechnik
- Bilanzierung des energetischen Ist-Zustands eines Gebäudes
- Durchrechnen verschiedener Sanierungsvarianten im Vergleich
- Bewertung von Maßnahmen nach Wirkung und Wirtschaftlichkeit
- Berücksichtigung von Wärmebrücken in der Gesamtbilanz
- Zuordnung passender Förderprogramme zu den Maßnahmen
- Erstellen eines nachvollziehbaren Sanierungsfahrplans
- Aufbereitung der Ergebnisse in Grafiken und Berichten
- Übergabe einer verständlichen Empfehlung an die Auftraggeber
So erleben Sie, wie aus erfassten Daten über die Berechnung am Ende eine konkrete, begründete Empfehlung wird. Dieses Verständnis des Gesamtablaufs unterscheidet eine fundierte Beratung von der bloßen Bedienung eines Programms.
Lernziele:
- Aufbau und Bedienlogik der Energieberater-Software verstehen
- Projekte anlegen, bearbeiten und verwalten
- Gebäudedaten strukturiert und vollständig erfassen
- Energetische Berechnungen für Wohn- und Nichtwohngebäude durchführen
- Sanierungspläne erstellen und Maßnahmen bewerten
- Vor-Ort-Beratungsberichte erzeugen und ausdrucken
- Fördermöglichkeiten ermitteln und in die Beratung einbeziehen
- Grafische Ausgaben für die Darstellung der Ergebnisse nutzen
- Wärmebrückenberechnungen mit Therm durchführen
- Ergebnisse nachvollziehbar dokumentieren und kommunizieren
- Software-Ergebnisse kritisch prüfen und einordnen
- Die Werkzeuge sinnvoll im Beratungsprozess kombinieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Personen, die in der Energieberatung tätig sind oder dies anstreben und die entsprechende Software sicher einsetzen möchten.
- Energieberaterinnen und Energieberater
- Mitarbeitende in Architektur- und Ingenieurbüros
- Planerinnen und Planer im Bau
- Handwerkerinnen und Handwerker mit Bezug zu energetischer Sanierung
Vorausgesetzt werden eine Ausbildung oder ein Studium im kaufmännischen oder technischen Bereich sowie ausreichende PC-Kenntnisse. Ein Grundverständnis für bauliche und energetische Zusammenhänge ist hilfreich, da der Kurs auf die softwaregestützte Umsetzung fokussiert und nicht die bauphysikalischen Grundlagen von Grund auf vermittelt. Wer aus Planung, Bau oder Beratung kommt, findet sich entsprechend schnell zurecht.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs ist praxisorientiert und arbeitet durchgehend mit der Energieberater-Software an konkreten Gebäudebeispielen. Theorie und Anwendung wechseln sich ab, sodass jede Funktion unmittelbar am Projekt nachvollzogen wird. Laut den vorliegenden Angebotsdaten wird der Kurs überwiegend als Combined Learning angeboten, also als Mischung aus angeleitetem Unterricht und betreuten Übungsphasen, in der Regel in Vollzeit.
Als fokussierter Software-Kurs ist das Angebot klar umrissen. Die ausgewerteten Termindaten zeigen überwiegend eine Dauer von mehr als einer Woche bis zu einem Monat. Damit eignet sich der Kurs gut als gezielte Ergänzung für alle, die ihre Energieberatung um die nötige Werkzeugkompetenz erweitern möchten. Je nach mitgebrachter Erfahrung lässt sich der Schwerpunkt zwischen Datenerfassung, Berechnung und Berichterstellung etwas verschieben, sodass das Angebot sowohl für Einsteiger als auch für bereits beratend Tätige sinnvoll ist.
Zum Abschluss erhalten Sie in der Regel ein trägerinternes Zertifikat beziehungsweise eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung, die die behandelten Programme und Inhalte ausweist. Eine herstellerseitige oder behördliche Listung, etwa als Energieeffizienz-Experte, ist nicht automatisch Teil des Kurses; die konkrete Bezeichnung des Nachweises unterscheidet sich je nach Bildungsträger.
Nutzen & Perspektiven
Energieeffizienz ist ein Wachstumsfeld, das durch politische Vorgaben, steigende Energiekosten und die Nachfrage nach Sanierung dauerhaft an Bedeutung gewinnt. Energieberatung lebt von belastbaren Berechnungen, und ohne den sicheren Umgang mit der entsprechenden Software ist diese Arbeit kaum zu leisten. Wer Hottgenroth, EVEBI und Therm beherrscht und damit Gebäude bewerten, Sanierungen planen und Fördermittel ermitteln kann, bringt genau die Werkzeugkompetenz mit, die Architektur- und Ingenieurbüros, Energieberatungen und Handwerksbetriebe suchen. Besonders wertvoll ist, dass Sie den gesamten Weg von der Datenaufnahme bis zum fertigen Beratungsbericht beherrschen und damit eigenständig arbeiten können. Für Fachkräfte aus Planung, Bau und Beratung ist die Software-Kompetenz ein klarer Zusatznutzen, der die eigene Dienstleistung professionalisiert und die Position am Markt stärkt. Hinzu kommt, dass die energetische Sanierung des Gebäudebestands eine langfristige gesellschaftliche Aufgabe ist, die über Jahre Arbeit sichert. Wer Gebäude bewerten und Sanierungen fundiert planen kann, trägt unmittelbar zur Senkung von Energieverbrauch und Kosten bei und liefert Eigentümern eine belastbare Entscheidungsgrundlage. Die Fähigkeit, auch passende Fördermittel zu ermitteln, erhöht den konkreten Nutzen der Beratung für die Auftraggeber zusätzlich. Damit ist die Software-Kompetenz nicht nur ein technisches Detail, sondern ein zentraler Baustein einer gefragten und sinnstiftenden Tätigkeit. Für Arbeitsuchende ist der Kurs bei AZAV-zertifizierten Trägern in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar; je nach persönlicher Situation kommen außerdem das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr, Leistungen zur Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Programme lerne ich in diesem Kurs?
Im Mittelpunkt stehen verbreitete Programme der Energieberatung: Energieberater-Software von Hottgenroth oder EVEBI von ENVISYS sowie die Wärmebrückensoftware Therm. Welche Programme konkret eingesetzt werden, kann je nach Anbieter variieren.
Was kann ich nach dem Kurs?
Sie können Projekte anlegen, Gebäudedaten erfassen, energetische Berechnungen und Wärmebrückenberechnungen durchführen, Sanierungspläne entwickeln, Fördermöglichkeiten ermitteln und Vor-Ort-Beratungsberichte erstellen.
Welche Voraussetzungen brauche ich?
Eine Ausbildung oder ein Studium im kaufmännischen oder technischen Bereich und ausreichende PC-Kenntnisse. Ein Grundverständnis baulicher und energetischer Zusammenhänge ist hilfreich, da der Kurs die softwaregestützte Umsetzung in den Vordergrund stellt.
Werde ich damit zum gelisteten Energieeffizienz-Experten?
Nicht automatisch. Der Kurs vermittelt die Software-Kompetenz; eine behördliche Listung, etwa als BAFA- oder dena-gelisteter Energieeffizienz-Experte, ist davon getrennt und nicht automatisch Teil des Kurses.
Ist der Kurs förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Je nach Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr, Leistungen zur Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht.
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