Überblick
Der steigende Bedarf an Energieberatung im Wohngebäudebereich eröffnet qualifizierten Fachleuten konkrete berufliche Perspektiven. Dieses Basismodul richtet sich speziell an Architekten und Ingenieure technischer oder naturwissenschaftlicher Fachgebiete, die die Voraussetzungen nach §88 Absatz 1 Nr. 2 GEG erfüllen. Es vermittelt das fachliche Fundament, das für eine spätere Listung als Energieeffizienz-Experte in der Datenbank der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG-Wohngebäude) notwendig ist. Der Kurs ist als Combined-Learning-Format konzipiert, verbindet Selbststudium mit betreutem Online-Unterricht und kann in Vollzeit absolviert werden. Die Dauer beträgt in der Regel mehr als einen Monat bis zu drei Monaten. Mit dem Basismodul legen Teilnehmende den ersten Grundstein für eine umfassende Qualifikation in der Energieberatung, die sowohl bei Neubauprojekten als auch bei Sanierungsmaßnahmen gefragt ist.
Kursinhalte & Lernziele
Der erste Themenblock umfasst die rechtlichen und energetischen Grundlagen. Das Gebäudeenergiegesetz bildet den regulatorischen Rahmen für alle Maßnahmen im Neubau und im Bestand. Teilnehmende lernen, Normen und Grenzwerte einzuordnen und die für ihre spätere Beratertätigkeit relevanten Paragraphen sicher anzuwenden.
- Gesetzliche Grundlagen nach GEG
- Energetische Standards für Neubau und Sanierung
- Grundprinzipien des Wärmetransports und Energiebilanzierung
- Anforderungen an die Energieausweisausstellung
- Primärenergiefaktoren und Emissionswerte verschiedener Energieträger
Der zweite Block behandelt Gebäudehülle und Dämmsysteme. Eine gut gedämmte und luftdichte Gebäudehülle ist die Grundvoraussetzung für einen niedrigen Heizenergiebedarf. In diesem Abschnitt werden alle relevanten Bauteile systematisch betrachtet.
- Außen-, Innen- und Dachdämmung: Systemvergleich und Einsatzbereiche
- Wärmedämmverbundsysteme und Vorhangfassaden
- Luftdichtheit: Anforderungen, Messverfahren und Qualitätssicherung
- Schwachstellen der Gebäudehülle und Wärmebrückenanalyse
- Sommerlicher Wärmeschutz und passive Kühlungsstrategien
Der dritte Block widmet sich Heizungstechnik und erneuerbaren Energien. Moderne Wärmeerzeuger und regenerative Systeme spielen eine zentrale Rolle im energetischen Gesamtkonzept. Teilnehmende erhalten einen fundierten Überblick über die verfügbaren Technologien und deren sinnvollen Einsatz.
- Überblick Heizsysteme: Gas, Öl, Wärmepumpe, Pellet, Fernwärme
- Schwachstellen in Heizungs- und Warmwasserbereitungsanlagen
- Solarthermie, Photovoltaik und sonstige regenerative Systeme
- Lüftungsanlagen: mechanische Systeme und Wärmerückgewinnung
- Hydraulischer Abgleich und Effizienzsteigerung im Bestand
Der vierte Block umfasst Förderprogramme, Wirtschaftlichkeit und Qualitätssicherung. Eine Energieberatung ist erst dann vollständig, wenn auch die finanziellen Aspekte und Fördermöglichkeiten berücksichtigt werden. In diesem Abschnitt lernen Teilnehmende, Maßnahmen zu bewerten und Kunden fundiert zu beraten.
- KfW- und BAFA-Förderprogramme im Überblick
- Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG): Wohngebäude-Variante
- Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und Amortisationsrechnung
- Instrumente zur Qualitätssicherung bei Planung und Ausführung
- Berichtspflichten und Dokumentation von Energieberatungsleistungen
Praktische Vertiefung: Im begleitenden Praxisteil wenden Teilnehmende das theoretische Wissen auf reale Gebäudesituationen an. Fallbeispiele aus dem Neubau und dem Bestand werden analysiert und bewertet.
- Energetische Bewertung eines typischen Einfamilienhauses
- Analyse eines Bestandsgebäudes aus den 1970er-Jahren
- Entwicklung eines Sanierungsfahrplans mit Priorisierung der Maßnahmen
- Berechnung des Heizwärmebedarfs mit gängigen Hilfsmitteln
- Erstellung eines vereinfachten Energieausweises
- Prüfung eines Lüftungskonzepts nach DIN 1946-6
- Bewertung von Fördermittelanträgen und Plausibilitätsprüfung
- Identifikation typischer Planungs- und Ausführungsfehler
- Kundengespräch üben: Argumentationslinien für energetische Maßnahmen
- Vergleich von Sanierungsvarianten unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten
- Umgang mit Rechentools und energetischer Bewertungssoftware
- Ergebnispräsentation und fachliche Diskussion im Kurs
Abschließend werden die Ergebnisse im Rahmen von moderierten Gruppenarbeiten präsentiert und diskutiert. Feedback aus der Lerngruppe und von den Kursbetreuenden unterstützt die Vertiefung und Konsolidierung des Gelernten.
Lernziele:
Nach Abschluss des Basismoduls sind die Teilnehmenden in der Lage, die wesentlichen Grundlagen energiesparenden Bauens zu erläutern und auf konkrete Gebäudesituationen anzuwenden.
- Sie können die relevanten gesetzlichen Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) sowie die Anforderungen an Energieausweise gemäß §88 GEG benennen und interpretieren.
- Sie beherrschen die energetischen Grundbegriffe und können Wärmeübertragungsvorgänge in Gebäuden rechnerisch einordnen.
- Sie kennen die Bedeutung von Luftdichtheit und können Lüftungskonzepte für Wohngebäude systematisch entwickeln und beurteilen.
- Sie sind vertraut mit den verschiedenen Dämmvarianten für Außenwände, Innenflächen und Dachanschlüsse sowie mit typischen Wärmebrücken und Schwachstellen der Gebäudehülle.
- Sie können die Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz bewerten und Maßnahmen zur Überhitzungsvermeidung vorschlagen.
- Sie verstehen die grundlegenden Funktionsprinzipien moderner Heizungstechnik und können Schwachstellen in Heizungs- und Warmwasseranlagen erkennen.
- Sie sind in der Lage, den Einsatz regenerativer Energiesysteme im Wohngebäudebereich einzuschätzen und Vor- und Nachteile unterschiedlicher Lösungen darzustellen.
- Sie kennen die gängigen Instrumente zur Qualitätssicherung im energetischen Bauen und Sanieren.
- Sie können wirtschaftliche Betrachtungen zu Energiesparmaßnahmen anstellen und Amortisationsberechnungen nachvollziehen.
- Sie sind vertraut mit dem KfW- und BAFA-Förderprogrammrahmen und können Grundzüge der Bundesförderung für effiziente Gebäude erläutern.
- Sie erfüllen nach Abschluss die Voraussetzungen für eine mögliche Listung als Energieeffizienz-Experte und dürfen Energieausweise gemäß §88 GEG ausstellen.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieses Basismodul richtet sich explizit an Architekten und Ingenieure, die die Voraussetzungen des §88 Absatz 1 Nr. 2 GEG erfüllen, also Personen mit einem abgeschlossenen Hochschulstudium in technischen oder naturwissenschaftlichen Fachgebieten mit Bezug zum Bauwesen oder zur Gebäudetechnik.
- Architekten und Stadtplaner mit Berufszulassung
- Bauingenieure und konstruktive Ingenieure
- Ingenieure der technischen Gebäudeausrüstung
- Elektrotechniker und Versorgungsingenieure mit Hochschulabschluss
- Personen mit vergleichbaren naturwissenschaftlich-technischen Studienabschlüssen und Bezug zum Bauwesen
Zugelassen sind ausschließlich Personen, die eine berufliche Qualifikation nach §88 Absatz 1 Nr. 2 GEG nachweisen können. Wer die Voraussetzungen nach §88 Absatz 1 Nr. 3 oder Nr. 4 GEG erfüllt — also Meister oder Techniker bestimmter Handwerksberufe — muss stattdessen das Basismodul für andere Berufsgruppen besuchen. Erforderlich ist ein sicherer Umgang mit dem Computer sowie Deutschkenntnisse auf Niveau C1. Berufserfahrung im Bauwesen und betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind wünschenswert, aber keine Pflicht.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt, das synchrone Online-Seminare mit asynchronen Lernphasen verbindet. Digitale Lernmaterialien, interaktive Übungen und moderierte Gruppenarbeiten wechseln sich ab. In begleiteten Live-Sessions können Fragen direkt an Fachlehrkräfte gestellt werden. Das Format ermöglicht eine orts- und teilweise zeitflexible Teilnahme und ist speziell auf Berufstätige ausgerichtet, die ihre Qualifikation erweitern möchten.
Die Kursdauer beträgt in der Regel mehr als einen Monat bis zu drei Monaten bei Vollzeitteilnahme. Die genaue Stundenzahl variiert je nach Bildungsträger. Da das Modul als Basisqualifikation für das gesamte Qualifizierungsschema der Energieeffizienz-Experten fungiert, ist eine kontinuierliche und vollständige Teilnahme erforderlich. Aufbaumodule für Wohngebäude oder Nichtwohngebäude können im Anschluss belegt werden.
Nach erfolgreichem Abschluss stellen die Bildungsträger ein trägerinternes Zertifikat oder eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung aus. Diese Bescheinigung ist Bestandteil der Zulassungsvoraussetzungen für eine Listung in der Expertenliste für die Bundesförderung für effiziente Gebäude. Sie berechtigt zudem zur Ausstellung von Energieausweisen gemäß §88 GEG, sofern die erforderliche Grundqualifikation bereits vorliegt.
Nutzen & Perspektiven
Die Energiewende im Gebäudebereich ist ein Dauerthema in der deutschen Bau- und Planungswirtschaft. Wer als Architekt oder Ingenieur heute die Qualifikation als Energieeffizienz-Experte anstrebt, erschließt sich ein wachsendes Beratungsfeld mit stetig steigender Nachfrage. Förderprogramme wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude machen professionelle Energieberatung für Eigentümer attraktiver als je zuvor, was die Auftragslage für gelistete Experten kontinuierlich verbessert. Die Weiterbildung ist bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder der Jobcenter förderbar. Je nach Situation kommen auch Leistungen nach dem Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr, Leistungen zur Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Damit lässt sich die Weiterbildung häufig mit geringem oder keinem Eigenaufwand realisieren. Mit dem Abschluss dieses Basismoduls steht der Weg zu Aufbauqualifikationen offen, etwa für Nichtwohngebäude oder für spezielle Sanierungsvorhaben. Wer sukzessive die Module absolviert, baut ein vollständiges Kompetenzprofil auf, das im Markt der energetischen Gebäudeberatung dauerhaft Bestand hat und eine eigenständige Beratungstätigkeit mit echter Marktrelevanz ermöglicht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für wen ist dieses Basismodul geeignet?
Das Modul richtet sich an Architekten und Ingenieure, die die Voraussetzungen nach §88 Absatz 1 Nr. 2 GEG erfüllen, also ein abgeschlossenes technisches oder naturwissenschaftliches Studium mit Baubezug haben. Personen mit Meister- oder Technikerqualifikation müssen das Basismodul für andere Berufsgruppen besuchen.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie ein trägerinternes Zertifikat oder eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Diese Bescheinigung ist Bestandteil der Zulassungsvoraussetzungen für die Expertenliste der Bundesförderung für effiziente Gebäude und berechtigt zur Ausstellung von Energieausweisen nach §88 GEG.
Kann die Weiterbildung gefördert werden?
Ja, bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Auch Leistungen nach dem Qualifizierungschancengesetz, der Berufsförderung der Bundeswehr oder der Deutschen Rentenversicherung kommen je nach persönlicher Situation infrage.
Wie läuft der Kurs ab?
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt, das Online-Präsenzphasen mit asynchronen Selbstlernphasen verbindet. Die Vollzeitvariante dauert in der Regel mehr als einen Monat bis zu drei Monaten. Die genaue Struktur variiert je nach Bildungsträger.
Kann ich nach diesem Basismodul weitere Aufbauqualifikationen erwerben?
Ja, das Basismodul ist der erste Baustein auf dem Weg zur vollständigen Qualifikation als Energieeffizienz-Experte. Aufbaumodule für Wohngebäude oder Nichtwohngebäude können im Anschluss belegt werden und erweitern das Beratungsprofil erheblich.
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