Überblick
Die Solarenergie ist eine der tragenden Säulen der Energiewende. Die Bundesregierung hat das Ziel, bis 2030 mindestens 80 Prozent des Stroms durch erneuerbare Energien zu erzeugen — und Photovoltaik sowie Solarthermie spielen dabei eine entscheidende Rolle. Diese Weiterbildung vermittelt das grundlegende technische, rechtliche und wirtschaftliche Wissen, das für eine fundierte berufliche Auseinandersetzung mit solarer Energietechnik benötigt wird. Sie lernen, wie Sonnenkollektoren, Solarzellen und Sonnenkraftwerke funktionieren, welche physikalischen Grundlagen die Energiewandlung beschreiben und wie Photovoltaik- sowie Solarthermieanlagen in Haushalt und Gewerbe sinnvoll eingesetzt werden. Der Kurs schließt auch Förderprogramme, gesetzliche Regelwerke und die Umweltbilanz von Solaranlagen ein.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Allgemeine Grundlagen der Solarenergie Dieses Modul führt in das Thema Solarenergie ein und schafft ein gemeinsames Verständnis für die Möglichkeiten und Grenzen der solaren Energienutzung. Es bildet das Fundament für alle weiteren, technisch vertiefenden Inhalte des Kurses.
- Sonne als Energiequelle: Strahlungsleistung, spektrale Zusammensetzung, Einstrahlung
- Globale und regionale Potenziale der Solarenergie
- Überblick über Solarenergienutzung weltweit und in Deutschland
- Vorteile der Solarenergie: Emissionsfreiheit, Dezentralität, Ressourcenschonung
- Nachteile und Einsatzgrenzen: Verfügbarkeit, Speicherproblematik, Flächenbedarf
- Solarenergie und Umweltschutz: Ökobilanz, Lebenszyklus, Recycling
Modul 2: Grundlagen der Solarthermie In diesem Modul werden die physikalischen und technischen Grundlagen der Wärmenutzung aus Sonnenlicht behandelt. Solarthermie ist eine bewährte Technologie für Heizungsunterstützung, Warmwasserbereitung und industrielle Prozesswärme.
- Wärmetechnische und physikalische Grundlagen: Strahlung, Absorption, Wärmeübertragung
- Aufbau und Funktion von Sonnenkollektoren (Flachkollektor, Vakuumröhrenkollektor)
- Solarthermische Anlagen für Warmwasser und Heizungsunterstützung
- Dimensionierung einfacher Solarthermieanlagen
- Einbindung von Solarthermie in bestehende Heizsysteme
- Wirtschaftlichkeit und Amortisation von Solarthermieanlagen
Modul 3: Grundlagen der Photovoltaik Photovoltaik ist die bedeutendste Form der Solarstromerzeugung. Dieses Modul erklärt, wie Sonnenenergie mithilfe von Solarzellen in elektrischen Strom umgewandelt wird und welche technischen Komponenten dabei zusammenwirken.
- Elektrische Grundlagen: Spannung, Strom, Leistung, Gleichstrom vs. Wechselstrom
- Photoelektrischer Effekt und Funktionsprinzip der Solarzelle
- Typen von Solarzellen: monokristallin, polykristallin, Dünnschichttechnologie
- Aufbau eines Photovoltaikmoduls und einer Solaranlage
- Wechselrichter: Funktion, Typen und Auslegungsprinzipien
- Netzeinspeisung, Eigenverbrauch und Speichersysteme
Modul 4: Sonnenkraftwerke, Recht und Förderung Dieses Modul schließt die technische Betrachtung mit einem Überblick über Kraftwerkskonzepte, gesetzliche Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Förderinstrumente ab. Wer in der Solarbranche tätig werden möchte, braucht dieses Querschnittswissen.
- Typen von Sonnenkraftwerken: Dachanlagen, Freiflächenanlagen, solarthermische Kraftwerke
- Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): Einspeisevergütung, Direktvermarktung, Markprämie
- Weitere Regelwerke: Niederspannungsanschlussverordnung, VDE-Normen
- Förderprogramme des Bundes und der Länder: KfW-Kredite, Zuschüsse, steuerliche Vergünstigungen
- Netzanschluss, Anmeldung und Genehmigungsverfahren
- Perspektiven der Solarenergie in der deutschen Energiewende bis 2030
Praxisorientierte Vertiefung Der Kurs verbindet technisches Grundlagenwissen mit praxisorientierten Aufgaben, die auf typische berufliche Anforderungen in der Solarenergie vorbereiten. Dieser Ansatz macht das abstrakte Wissen greifbar und anwendbar.
- Analyse von Einstrahlungsdaten und Standortbewertung
- Berechnung des Energieertrags einer einfachen PV-Anlage
- Vergleich verschiedener Kollektortypen anhand von Kenndaten
- Recherche zu aktuellen EEG-Vergütungssätzen und Förderkonditionen
- Fallstudie zur Wirtschaftlichkeit einer Dachanlage im Einfamilienhaus
- Analyse der Ökobilanz verschiedener Solartechnologien
- Diskussion aktueller Entwicklungen im deutschen PV-Markt
- Gruppenarbeit zu Einsatzmöglichkeiten von Solarthermie im Gewerbe
- Überblick über relevante VDE-Normen und ihre praktische Bedeutung
- Präsentation der wichtigsten Förderprogramme mit konkreten Beispielen
- Fallbeispiel: Netzanmeldung einer PV-Anlage Schritt für Schritt
- Reflexion eigener beruflicher Anknüpfungspunkte an Solarenergie
Die Verbindung von technischem Grundlagenwissen, rechtlichen Rahmenbedingungen und wirtschaftlichen Aspekten macht diese Weiterbildung zu einem vollständigen Einstieg in die Solarenergie. Teilnehmende sind nach Abschluss in der Lage, grundlegende solartechnische Fragen im Berufsalltag kompetent zu beantworten und weiterzulernen.
Lernziele:
Nach Abschluss dieser Weiterbildung kennen die Teilnehmenden die allgemeinen Grundlagen, Perspektiven und Grenzen der Solarenergienutzung in Deutschland und weltweit. Sie können die Vorteile, Nachteile und Einsatzgrenzen von Photovoltaik und Solarthermie sachlich und differenziert benennen. Sie verstehen das Potential der Sonnenenergie anhand von Einstrahlungsdaten und Ertragsprognosen. Sie sind in der Lage, die wesentlichen physikalischen und wärmetechnischen Grundlagen der Solartechnik zu erläutern. Sie kennen Aufbau, Funktion und Typen von Sonnenkollektoren für Solarthermieanwendungen. Sie verstehen die elektrischen Grundlagen der Photovoltaik und können den Energiefluss von der Solarzelle über den Wechselrichter bis ins Netz beschreiben. Sie kennen die unterschiedlichen Arten von Solarzellen (mono-, polykristallin, Dünnschicht) und deren Eigenschaften. Sie sind vertraut mit dem Aufbau von Sonnenkraftwerken, von kleinen Dachanlagen bis zu Freiflächenanlagen. Sie kennen die wichtigsten Förderprogramme für Solaranlagen in Deutschland und können erste Aussagen zur Einspeisevergütung machen. Sie verstehen die rechtlichen Regelwerke, die für Planung, Installation und Betrieb von Solaranlagen relevant sind. Sie können Solarenergie in den Kontext der gesamten Energiewende und der Umweltschutzziele einordnen. Sie sind auf weiterführende Module und berufliche Aufgaben in der Solartechnikbranche vorbereitet.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an ein breites Fachpublikum, das beruflich mit Solartechnik, Energieplanung oder verwandten Themen in Berührung kommt.
- Fachleute aus öffentlichen Verwaltungen mit Zuständigkeit für Energie und Klimaschutz
- Politikerinnen und Politiker auf kommunaler Ebene, die Entscheidungsgrundlagen benötigen
- Elektroinstallateure und Handwerksbetriebe, die ihr Angebotsspektrum erweitern möchten
- Fachplaner aus dem Hochbau, der TGA (Technische Gebäudeausrüstung) und dem Bereich erneuerbare Energien
- Ingenieure, die einen fundierten Überblick über Solartechnik als Einstieg suchen
- Sachbearbeiter, Finanz- und Bankkaufleute, die Investitionen in Solaranlagen beurteilen müssen
Für die Teilnahme an dieser Weiterbildung wird eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium im kaufmännischen oder technischen Bereich vorausgesetzt. Außerdem sollten ausreichende PC-Kenntnisse vorhanden sein, da ein Teil des Kurses digital stattfindet. Vertiefte mathematische oder elektrotechnische Vorkenntnisse sind für diesen Grundlagenkurs nicht erforderlich, erleichtern jedoch das Verständnis bestimmter technischer Inhalte. Der Kurs ist als Überblick und Einstieg konzipiert, der eine solide Basis für weiterführende Fachqualifizierungen legt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Format Combined Learning durchgeführt, das Präsenzveranstaltungen mit Online-Lernphasen verbindet. Didaktisch kommen Fachvorträge, Fallstudien, Berechnungsübungen, Gruppenarbeiten und Diskussionen zum Einsatz. Die Teilnehmenden erhalten digitale Lernmaterialien, Datenblätter und Normenübersichten als Begleitunterlagen. Das Vollzeitformat sorgt für ein intensives Lerntempo und ermöglicht es, in kurzer Zeit ein strukturiertes Grundlagenwissen aufzubauen.
Die Weiterbildung findet in Vollzeit statt und erstreckt sich über einen Zeitraum von mehr als einer Woche bis zu einem Monat. Der genaue Stundenumfang variiert je nach Anbieter. Konkrete Angaben zu Unterrichtsstunden, Lernzeitaufwand außerhalb der Präsenzzeiten sowie zu Prüfungs- und Abschlussformaten sind beim jeweiligen Bildungsträger erhältlich.
Die Weiterbildung schließt mit einem trägerinternen Zertifikat bzw. einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers ab. Dieser Nachweis ist kein staatlich anerkannter Abschluss, dokumentiert jedoch erworbene Fachkenntnisse in der Solartechnik und dient als Grundlage für weiterführende Module und Qualifizierungen in der Solarenergie.
Nutzen & Perspektiven
Die Energiewende ist eine der größten wirtschaftlichen und technischen Herausforderungen unserer Zeit — und Solarenergie ist einer ihrer zentralen Bausteine. Der Markt für Photovoltaik und Solarthermie wächst rasant: Anlagenprojektierung, Fördermittelberatung, Installation, Wartung und Betrieb bieten stabile und zukunftssichere Beschäftigungsmöglichkeiten. Wer in der Energieberatung, im Handwerk, in der Verwaltung oder in der Finanzierung von Solaranlagen tätig ist oder werden möchte, braucht fundiertes Grundlagenwissen — genau das liefert diese Weiterbildung. Der Kurs ist als Einstiegs- und Orientierungsmodul konzipiert, das bewusst auf einen breiten Überblick setzt, anstatt in einem Spezialgebiet zu vertiefen. Dieses Designprinzip ist ein Vorteil: Teilnehmende aus verschiedenen Berufsfeldern — von der kommunalen Verwaltung bis zum Elektrohandwerk — können gleichermaßen profitieren und das Erlernte auf ihre jeweiligen beruflichen Kontexte übertragen. Gleichzeitig schafft das Modul die Basis für weitere Vertiefungskurse in Photovoltaik-Planung, Solarthermie-Dimensionierung oder Energiespeichersystemen. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist diese Weiterbildung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach persönlicher Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung (BFD) der Bundeswehr, Rehabilitationsleistungen und Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine individuelle Förderberatung vor Kursbeginn ist empfehlenswert, um alle Finanzierungsoptionen zu prüfen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für wen ist dieser Kurs geeignet?
Der Kurs richtet sich an Fachleute aus öffentlichen Verwaltungen, Elektroinstallateure, Ingenieure, Fachplaner sowie Sachbearbeiter und Finanzfachkräfte, die einen fundierten Überblick über Solartechnik benötigen. Er ist als Einstiegs- und Orientierungsmodul konzipiert und setzt eine kaufmännische oder technische Berufsausbildung voraus.
Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie?
Photovoltaik wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um. Solarthermie nutzt die Sonnenwärme zur Erzeugung von Warmwasser oder zur Heizungsunterstützung. Beide Technologien werden in diesem Kurs behandelt, von den physikalischen Grundlagen über Anlagenkomponenten bis zu Fördermöglichkeiten.
Welche Förderprogramme werden im Kurs behandelt?
Der Kurs gibt einen Überblick über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit Einspeisevergütung und Marktprämienmodell sowie über KfW-Förderkredite und Zuschüsse des Bundes und der Länder für Solaranlagen. Ziel ist es, erste fundierte Aussagen zu Fördermöglichkeiten machen zu können.
Ist die Weiterbildung förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters möglich. Weitere Optionen sind das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr sowie Leistungen der Deutschen Rentenversicherung.
Gibt es Aufbaukurse nach diesem Modul?
Ja, dieser Kurs ist als Modul 1 eines Grundlagenprogramms konzipiert und schafft die Basis für weiterführende Vertiefungskurse in Photovoltaik-Planung und -Projektierung, Solarthermie-Dimensionierung, Stromspeichersystemen und Energieberatung. Das hier erworbene Wissen ist die unmittelbare Voraussetzung für alle Aufbaumodule.
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