Energieeffizienz-Experte Nichtwohngebäude – Weiterbildung
Weiterbildung zum Energieeffizienz-Experten für Nichtwohngebäude: Energieausweis, DIN V 18599 und Bilanzierung mit Berechnungssoftware nach GEG.
Redaktion: Kursweg Redaktion · Inhalt aktualisiert:
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Kurzantworten zum Kurs
Einordnung: Berufliche Fachweiterbildung
- Wie lange dauert der Kurs?
- Der Kurs hat eine überschaubare, fokussierte Dauer, die sich an der Komplexität der DIN V 18599-Berechnung für Nichtwohngebäude orientiert. Zeitumfang und genaue Stundenanzahl variieren je nach Anbieter; typischerweise handelt es sich um einen Vollzeit- oder Teilzeit-Weiterbildungsblock von… Details
- Welcher Abschluss ist vorgesehen?
- Erfolgreiche Teilnehmende erhalten ein trägerinternes Zertifikat. Darüber hinaus eröffnet der Kursabschluss den Zugang zur dena-Energieeffizienz-Expertenliste und zu den Zulassungsvoraussetzungen als BAFA-Energieberater. Diese beiden Listeneinträge sind im Markt etabliert und häufig Voraussetzung… Details
- Welche Voraussetzungen gelten?
- Die Zulassung setzt einen Hochschulabschluss im Ingenieurwesen oder mit dem Schwerpunkt Gebäudetechnik bzw. Bauwesen voraus. Alternativ sind ausgewählte Handwerksberufe und staatlich geprüfte Technikerinnen und Techniker der Fachrichtungen Gebäudetechnik oder Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik… Details
Worum geht es in diesem Kurs?
Dieser Weiterbildungskurs qualifiziert Fachleute mit Ingenieur- oder Bau-Hintergrund für die energetische Bewertung von Nichtwohngebäuden. Im Mittelpunkt stehen die Norm DIN V 18599 als Berechnungsgrundlage, die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und die Eintragung in die Energieeffizienz-Expertenliste der dena. Nichtwohngebäude folgen anderen thermischen und technischen Regeln als Wohngebäude — der Kurs vermittelt genau diese spezialisierten Kenntnisse, vom Bürogebäude über Bildungseinrichtungen bis zur Produktionshalle.
Was lernst du in diesem Kurs?
Modul 1 — Rechtliche Grundlagen und Normenwerk Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) bildet den regulatorischen Rahmen für die energetische Bewertung von Nichtwohngebäuden und löst die frühere EnEV vollständig ab. Der Kurs erarbeitet den Gesetzesaufbau, die Anforderungsniveaus für Neubau und Sanierung sowie die Ausweispflichten für öffentliche und private Nicht-Wohnimmobilien.
- GEG-Systematik und Anforderungsniveaus für Nichtwohngebäude
- Primärenergiefaktoren und Treibhausgasbewertung nach aktuellem GEG-Anhang
- Energieausweis für Nichtwohngebäude — Bedarfs- vs. Verbrauchsausweis
- Zugangsvoraussetzungen für die dena-Energieeffizienz-Expertenliste
- Verhältnis GEG zu weiteren Normen (DIN EN ISO 52000-Reihe, EU-Gebäuderichtlinie)
- Haftungsrechtliche Aspekte der Energieberatung
Modul 2 — DIN V 18599: Systemgrenzen und Berechnungslogik Die Norm DIN V 18599 beschreibt ein mehrstufiges Verfahren zur energetischen Bewertung von Gebäuden, das für Nichtwohngebäude deutlich komplexer ist als die vereinfachten Verfahren für Wohngebäude. Im Kurs werden die Teile der Norm je nach Gewerke-Schwerpunkt erarbeitet.
- Zonierung von Nichtwohngebäuden nach Nutzungsprofilen
- Heizwärme- und Kühlbedarf: Berechnung der Transmissions- und Lüftungswärmeverluste
- Warmwasserbedarf in gewerblichen Nutzungen
- Bilanzierung von Beleuchtungsanlagen und Tageslichtnutzung
- Lüftungs- und Klimatisierungssysteme inklusive Wärmerückgewinnung
- Systemrandbedingungen und Primärenergieumrechnung
Modul 3 — Bestandsaufnahme, Gebäudehülle und Anlagentechnik Eine belastbare Berechnung setzt eine sorgfältige Bestandsaufnahme voraus. Dieser Abschnitt vermittelt, wie Bausubstanz, Fenster, Dämmung und technische Anlagen vor Ort systematisch erfasst und dokumentiert werden.
- Aufmaß und Datenaufnahme vor Ort: Grundrisse, Schnitte, Bauteilaufbauten
- U-Wert-Berechnung für opake und transparente Bauteile
- Bewertung von Wärmebrücken in der Gebäudehülle
- Heizkessel, Wärmepumpen, Fernwärmeanschlüsse — Effizienzbeurteilung
- Lüftungsanlagen: Volumenströme, Wärmerückgewinnung, SFP-Wert
- Kälteanlagen und dezentrale Klimageräte: Kennwerte und Einbeziehung in die Bilanz
Modul 4 — Berechnungssoftware Hottgenroth und Ausweis-Erstellung Die Berechnungssoftware Hottgenroth gehört zu den in der Praxis verbreiteten Programmen zur DIN V 18599-Berechnung. Der Kurs führt praxisnah in die Bedienung ein, von der Projektanlage über die Zoneneingabe bis zum fertigen Ausweis. Die Abschlussaufgabe umfasst die vollständige Berechnung und Ausweis-Erstellung für ein Nichtwohngebäude. Nach erfolgreichem Abschluss erfüllen die Teilnehmenden die fachlichen Voraussetzungen für die Eintragung in die dena-Energieeffizienz-Expertenliste sowie für die Zulassung als Energieberater bei der BAFA — zwei anerkannte Referenzen für das Berufsfeld der Gebäudeenergieberatung.
Lernziele:
- Energierechtliche Normanforderungen für Nichtwohngebäude nach GEG vollständig kennen und anwenden
- Berechnung des Jahres-Primärenergiebedarfs nach DIN V 18599 für komplexe Gebäudetypen durchführen
- Gebäudehülle anhand bauphysikalischer Kennwerte beurteilen und Schwachstellen identifizieren
- Heizungs- und Warmwasseranlagen in Nichtwohngebäuden energetisch bewerten
- Raumlufttechnische Anlagen inklusive Wärmerückgewinnung berechnen und beurteilen
- Kühlanlagen, Beleuchtungssysteme und sonstige Haustechnik in die Gesamtbilanz einbeziehen
- Energieausweis für Nichtwohngebäude gesetzeskonform ausstellen
- Sanierungsschritte energetisch und wirtschaftlich vergleichen und priorisieren
- Berechnungssoftware (Hottgenroth) für die praxistaugliche Anwendung im Nichtwohngebäude beherrschen
- Anforderungen der dena-Expertenliste und der BAFA-Zugangsvoraussetzungen erfüllen
- Bestandsaufnahme und Dokumentation vor Ort strukturiert durchführen
- Ergebnisse der Energieberatung adressatengerecht kommunizieren und aufbereiten
Für wen ist der Kurs geeignet?
Der Kurs richtet sich an Fachleute aus Ingenieur- und Planungsberufen, die ihre Tätigkeit um die spezialisierte Energieberatung für Nichtwohngebäude erweitern möchten.
- Ingenieurinnen und Ingenieure der Fachrichtungen Bau, Gebäudetechnik, Versorgungstechnik oder Architektur
- Staatlich geprüfte Technikerinnen und Techniker aus Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik
- Handwerksmeisterinnen und -meister aus angrenzenden Gewerken mit Hochschulzugang oder gleichwertiger Qualifikation
- Planende aus Architekturbüros oder TGA-Unternehmen, die Energieausweise eigenständig erstellen wollen
- Fachleute aus Facility Management oder Bauverwaltung, die Bestandsgebäude energetisch beurteilen müssen
Die Zulassung setzt einen Hochschulabschluss im Ingenieurwesen oder mit dem Schwerpunkt Gebäudetechnik bzw. Bauwesen voraus. Alternativ sind ausgewählte Handwerksberufe und staatlich geprüfte Technikerinnen und Techniker der Fachrichtungen Gebäudetechnik oder Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik zugelassen. Gute Computerkenntnisse sind erforderlich, da ein erheblicher Teil der Kursarbeit mit Berechnungssoftware stattfindet. Grundlegende Kenntnisse in Bauphysik und Haustechnik erleichtern den Einstieg, werden aber im Kurs schrittweise vertieft.
Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?
Der Kurs verbindet theoretische Normenvermittlung mit konkreten Berechnungsübungen an der Software. Kursinhalte werden durch Lehrmaterial, erklärende Videoeinheiten und strukturierte Aufgaben vermittelt, die unmittelbar an praxisnahen Gebäudestudien anknüpfen. Teilnehmende arbeiten Schritt für Schritt an vollständigen Berechnungsszenarien, erhalten Musterlösungen zum Vergleich und haben die Möglichkeit, Fragen in Betreuungseinheiten zu klären. Das Lerntempo kann innerhalb des vorgegebenen Kursrahmens individuell gestaltet werden, was besonders bei parallel laufender Berufstätigkeit hilfreich ist.
Der Kurs hat eine überschaubare, fokussierte Dauer, die sich an der Komplexität der DIN V 18599-Berechnung für Nichtwohngebäude orientiert. Zeitumfang und genaue Stundenanzahl variieren je nach Anbieter; typischerweise handelt es sich um einen Vollzeit- oder Teilzeit-Weiterbildungsblock von mehreren Wochen. Ziele und Abschlussvoraussetzungen sind so bemessen, dass die Teilnehmenden nach Kursende in der Lage sind, selbstständig Energieausweise für Nichtwohngebäude zu erstellen und Beratungsleistungen gegenüber Eigentümern zu erbringen.
Erfolgreiche Teilnehmende erhalten ein trägerinternes Zertifikat. Darüber hinaus eröffnet der Kursabschluss den Zugang zur dena-Energieeffizienz-Expertenliste und zu den Zulassungsvoraussetzungen als BAFA-Energieberater. Diese beiden Listeneinträge sind im Markt etabliert und häufig Voraussetzung für die Übernahme unterstützter Beratungsmandate. Das trägerinterne Zertifikat selbst ist eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung und kein staatlicher Abschluss.
Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?
Der Markt für Energieberatung in Nichtwohngebäuden wächst erheblich, da gewerbliche und öffentliche Gebäudeeigentümer durch GEG-Anforderungen, EU-Gebäuderichtlinie und steigende Energiekosten unter Handlungsdruck stehen. Fachleute mit nachgewiesener Kompetenz für Nichtwohngebäude sind gefragt, weil dieser Bereich deutlich anspruchsvoller ist als die Wohngebäudeberatung und weniger Fachkräfte ihn beherrschen. Nach dem Kurs können Absolventinnen und Absolventen Energieausweise für gewerbliche Bauten, Schulen, Verwaltungsgebäude und Industriebauten eigenständig erstellen, Sanierungsempfehlungen formulieren und bei BAFA-unterstützten Beratungsprojekten als Expertin oder Experte auftreten. Die Eintragung in die dena-Expertenliste gibt dem Profil eine öffentlich sichtbare Referenz, die Auftraggebenden die Suche nach qualifizierten Fachleuten erleichtert. Wer bereits in der TGA-Planung, im Bauingenieurwesen oder im Facility Management tätig ist, kann mit diesem Zertifikat ein Beratungsangebot als Zusatzleistung aufbauen. Die Kombination aus normativer Tiefe (DIN V 18599), Softwarekompetenz (Hottgenroth) und regulatorischem Überblick (GEG, dena, BAFA) macht die Weiterbildung zu einer fachlich vollständigen Vorbereitung auf eigenständige Beratungsmandate.
Welche Förderung passt zu dir?
Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Berufswege prüfen
Zugeordnete Zielberufe
Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.
- Energieeffizienz-Experte/-in für Nichtwohngebäude
- Energieberater/-in (BAFA)
- Fachplaner/-in Gebäudetechnik
- Nachhaltigkeitsmanager/-in Gebäude
- TGA-Fachingenieur/-in mit Energieberatungsprofil
Vor der Kurswahl klären
- Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
- Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
- Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?
Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.
Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet diesen Kurs von einer allgemeinen Energieberatungsausbildung?
Der Kurs fokussiert ausschließlich auf Nichtwohngebäude, die nach der komplexen Norm DIN V 18599 bewertet werden. Wohngebäude folgen einfacheren Berechnungsverfahren. Die Spezialisierung auf Büros, Schulen, Handelsbauten oder Industriegebäude ist am Markt gefragt, weil deutlich weniger Fachleute diesen Bereich beherrschen.
Kann ich nach dem Kurs Energieausweise eigenständig ausstellen?
Ja. Nach dem Kurs verfügen Teilnehmende über die fachlichen Voraussetzungen, um Energieausweise für Nichtwohngebäude zu erstellen. Für geförderte Beratungsleistungen ist zusätzlich die Eintragung in die dena-Expertenliste und ggf. die BAFA-Zulassung erforderlich, deren Voraussetzungen der Kurs erfüllen hilft.
Welche Software wird im Kurs eingesetzt?
Der Kurs arbeitet mit der Berechnungssoftware Hottgenroth, einem in der Praxis verbreiteten Programm zur DIN V 18599-Berechnung für Nichtwohngebäude. Teilnehmende lernen die Bedienung von der Projektanlage bis zur Ausweis-Erstellung.
Ist der Kurs auch für Techniker ohne Hochschulabschluss geeignet?
Staatlich geprüfte Technikerinnen und Techniker der Fachrichtungen Gebäudetechnik oder Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik können ebenfalls zugelassen werden. Ob der individuelle Abschluss die Voraussetzungen erfüllt, klärt man am besten direkt mit dem jeweiligen Anbieter.
Was ist der Unterschied zur Energieberatung für Wohngebäude?
Nichtwohngebäude haben komplexere Nutzungsprofile (Beleuchtung, Kühlung, Lüftung, Warmwasser in gewerblichem Maßstab), die in DIN V 18599 in separate Zonen aufgeteilt und berechnet werden. Wohngebäude können nach vereinfachten Verfahren berechnet werden; für Nichtwohngebäude ist die detaillierte Gesamtbilanz nach DIN V 18599 gesetzlich vorgeschrieben.