Geothermie und Wärmepumpen Projektierung – Kurs
Fachweiterbildung zur Projektierung von Geothermie- und Wärmepumpenanlagen: Erdwärme, Wärmepumpentechnik, Latentwärmespeicher und politische Rahmenbedingungen der Wärmewende.
Redaktion: Kursweg Redaktion · Inhalt aktualisiert:
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Kurzantworten zum Kurs
Einordnung: Berufliche Fachweiterbildung
- Wie lange dauert der Kurs?
- Der Kurs ist auf eine intensive Qualifikationsphase ausgelegt, in der sowohl thermodynamische Grundlagen als auch Projektierungsmethodik in kompakter Form vermittelt werden. Anbieter bieten die Qualifikation in unterschiedlichen Formaten an — von Vollzeit-Intensivkursen bis zu berufsbegleitenden… Details
- Welcher Abschluss ist vorgesehen?
- Der Abschluss umfasst ein trägerinternes Zertifikat oder eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung, die den erfolgreich absolvierten Kursinhalt dokumentiert. Staatlich anerkannte Abschlüsse werden nicht vergeben. Das Zertifikat kann zusammen mit dem Berufsabschluss gegenüber Arbeitgebern und… Details
- Welche Voraussetzungen gelten?
- Vorausgesetzt wird eine technische Berufsausbildung, ein technisch-naturwissenschaftliches oder ingenieurwissenschaftliches Studium oder eine vergleichbare berufliche Vorbildung. Physikalisch-technische Grundkenntnisse — insbesondere zu thermischen Prozessen, Wärmeübertragung und Druckverhalten… Details
Worum geht es in diesem Kurs?
Wärmepumpen und Geothermie sind die Schlüsseltechnologien der Wärmewende in Deutschland und Europa. Kein anderes Heizsystem kann fossile Wärmeerzeuger in Neubau und Bestand so breit und so effizient ersetzen wie erdgekoppelte Wärmepumpensysteme — von der Einzelhauswärmepumpe mit Erdkollektor bis zum Quartierswärmenetz mit Tiefengeothermie-Einspeisung. Diese Weiterbildung vermittelt das technische und planerische Rüstzeug für die Entwicklung, Projektierung und Bewertung solcher Anlagen. Der Fokus liegt auf dem physikalisch-technischen Verständnis thermodynamischer Prozesse, den spezifischen Technologieeigenschaften unterschiedlicher Wärmepumpentypen und Geothermieformen sowie den aktuellen Markt- und Politikentwicklungen, die die Nachfrage und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bestimmen. Wärmepumpenplanung wird hier nicht als Produktkatalog vermittelt, sondern als ingenieurtechnische Disziplin mit messbaren Kennzahlen (COP, JAZ, spezifische Entzugsleistung) und systematischen Planungsschritten.
Was lernst du in diesem Kurs?
Thermodynamische Grundlagen und Wärmepumpentechnik Der Einstieg in die Wärmepumpentechnik beginnt bei der Physik. Das Modul erklärt den Kälteprozess, auf dem jede Wärmepumpe beruht, von Verdampfung über Verdichtung und Verflüssigung bis zur Expansion — und leitet daraus die praktischen Leistungsmerkmale ab.
- Thermodynamischer Kreisprozess der Kompressionswärmepumpe
- Kältemittel: R32, R290, R410A, natürliche Alternativen und F-Gase-Verordnung
- COP und JAZ als Leistungskennzahlen: Berechnung, Norm und Praxiswert
- Wärmepumpentypen nach Wärmequelle und Wärmeabgabe (Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser)
- Invertertechnik und Teillastbetrieb: Dimensionierungsstrategien
- Heizungssystemtemperaturen und deren Einfluss auf die Jahresarbeitszahl
Geothermie: Grundlagen, Erschließung und Systemtechnik Geothermie bezeichnet die Nutzung der im Erdreich gespeicherten Wärme — von oberfächennahen Kollektoren bis zu hydrothermalen Tiefenbohrungen. Dieses Modul behandelt die geologischen, hydraulischen und thermischen Grundlagen der Erdwärmenutzung und ihre technische Erschließung.
- Geothermische Wärmestromdichte und geologische Randbedingungen in Deutschland
- Oberflächennahe Geothermie: Erdwärmekollektoren, Erdwärmesonden (EWS), Energiepfähle
- Tiefe Geothermie: hydrothermale und petrothermale Systeme, Erschließungsverfahren
- Dimensionierung von EWS-Feldern nach VDI 4640 Teil 2
- Grundwasserwärmepumpen: hydrogeologische Anforderungen, Brunnenbau, Wiedereinleitung
- Bohrrechtliche und wasserrechtliche Genehmigungsanforderungen
Latentwärmespeicher, Eisspeicher und Systemintegration Moderne Wärmepumpenanlagen sind selten Einzelanlagen — sie sind Teil eines energetischen Gesamtsystems mit Speichern, Reservesystemen und Erzeugungsverbünden. Dieses Modul behandelt die wichtigsten Systemkomponenten und ihre Integration.
- Funktionsprinzip des Latenwärmespeichers und Phasenwechselmaterialien (PCM)
- Eisspeicher als solare Wärmequelle: Prinzip, Dimensionierung, hydraulische Einbindung
- Pufferspeicher und Schichtenspeicher für Wärmepumpenanlagen
- Hybridheizsysteme: Wärmepumpe + Spitzenlastkessel, Solarwärme, Photovoltaik
- Wärmenetze: Anergienetze und Niedertemperaturnetze als Wärmequellenverbund
- Monitoring und hydraulischer Abgleich im laufenden Betrieb
Markt, Politik und Wirtschaftlichkeit Die rasante Marktentwicklung der Wärmepumpen und die Förderlandschaft für Geothermie sind maßgebliche Faktoren für Investitionsentscheidungen. Dieses Modul vermittelt Orientierung im politischen Rahmen und in der wirtschaftlichen Bewertung. Luft-Wasser-Wärmepumpe für Bestandsgebäude
- Genehmigungsanforderungen für eine Grundwasserwärmepumpe recherchieren und zusammenfassen
- Analyse eines Marktberichts zu Wärmepumpeninstallationen und Kältemittelfragen
- Einordnung eines Tiefengeothermie-Projekts (z. B. München) in die technischen und politischen Rahmenbedingungen
- Prüfung eines Systemschemas auf typische hydraulische Fehler
- Kurzpräsentation einer eigenen Projektidee für eine Wärmepumpenanlage (Standort, Wärmequelle, Dimensionierung)
- Diskussion von Planungsfehlern anhand realer Schadensfälle aus der Praxis
- Bewertung eines Förderbescheids auf Vollständigkeit der Anforderungen
Praxisübungen und Fallanalysen bilden den Kern dieser Weiterbildung — Planung und Projektierung lernt man nicht durch Lesen, sondern durch Rechnen und Entscheiden.
Lernziele:
- Das Prinzip der Wärmepumpe thermodynamisch korrekt beschreiben (Carnot-Prozess, realer Kreisprozess)
- Unterschiedliche Wärmequellen (Erdreich, Grundwasser, Außenluft, Abwasser) und ihre Nutzbarkeit einordnen
- Oberflächennahe und tiefe Geothermie voneinander abgrenzen und ihre jeweiligen Anwendungsfelder benennen
- Wärmepumpenkennzahlen (COP, SCOP, JAZ) berechnen und als Planungsbasis nutzen
- Erdwärmekollektoren, Erdwärmesonden und Grundwasserbrunnen fachgerecht dimensionieren
- Latentwärmespeicher und Eisspeicher als Systemkomponenten einordnen und planen
- Wärmepumpenanlagen in Wärmeverteil- und Speichersysteme integrieren
- Relevante technische Normen und Vorschriften (VDI 4640, VDE-Anwendungsregeln) anwenden
- Politische Programme und Fördermechanismen für Wärmepumpen und Geothermie einordnen
- Wirtschaftlichkeit und Amortisation einer Wärmepumpenanlage berechnen
- Typische Planungsfehler und Systemfehler identifizieren und vermeiden
Für wen ist der Kurs geeignet?
Diese Weiterbildung richtet sich an Fachleute mit technischem Fundament, die Wärmepumpen- und Geothermieplanung als eigenständigen Kompetenzbereich aufbauen oder vertiefen möchten.
- Ingenieurinnen und Ingenieure aus Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Gebäudetechnik
- Fachkräfte aus der Energieberatung, die Heizsystemplanung vertiefen möchten
- Techniker:innen und Meister:innen aus dem SHK-Handwerk, die Planungsaufgaben übernehmen
- Wirtschaftsingenieure mit Interesse an erneuerbarer Energietechnik
- Quereinsteiger mit technischer Vorbildung aus angrenzenden Bereichen wie Elektrotechnik oder Kältetechnik
Vorausgesetzt wird eine technische Berufsausbildung, ein technisch-naturwissenschaftliches oder ingenieurwissenschaftliches Studium oder eine vergleichbare berufliche Vorbildung. Physikalisch-technische Grundkenntnisse — insbesondere zu thermischen Prozessen, Wärmeübertragung und Druckverhalten von Gasen — sind erforderlich, da das Modul diese Grundlagen nicht von Null aufbaut. Gute Computerkenntnisse werden erwartet, da Berechnungen mit Tabellenkalkulationen und Fachsoftware durchgeführt werden.
Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?
Die Weiterbildung verbindet physikalisch-technische Theorie mit konkreten Dimensionierungsaufgaben. Lehrvorträge zur Thermodynamik, Geologie und Systemtechnik werden durch systematische Rechenübungen ergänzt, in denen die Teilnehmenden Wärmepumpenanlagen selbst auslegen. Fallanalysen aus der Planungspraxis — inklusive Fehleranalysen realer Schäden — schärfen das Verständnis für Systemgrenzen und Risiken. Marktdaten und Förderdokumente werden im Unterricht direkt ausgewertet.
Der Kurs ist auf eine intensive Qualifikationsphase ausgelegt, in der sowohl thermodynamische Grundlagen als auch Projektierungsmethodik in kompakter Form vermittelt werden. Anbieter bieten die Qualifikation in unterschiedlichen Formaten an — von Vollzeit-Intensivkursen bis zu berufsbegleitenden Modulreihen. Die Gesamtstundenzahl orientiert sich an der Tiefe der technischen Materie.
Der Abschluss umfasst ein trägerinternes Zertifikat oder eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung, die den erfolgreich absolvierten Kursinhalt dokumentiert. Staatlich anerkannte Abschlüsse werden nicht vergeben. Das Zertifikat kann zusammen mit dem Berufsabschluss gegenüber Arbeitgebern und Auftraggebern als Nachweis der fachlichen Spezialisierung auf Geothermie und Wärmepumpenplanung eingesetzt werden.
Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?
Wärmepumpen sind der wichtigste Einzelbaustein der deutschen Wärmewende. Wer in der Lage ist, Wärmepumpenanlagen und Geothermiesysteme professionell zu planen, zu dimensionieren und in Gesamtsysteme zu integrieren, gehört zu einer gesuchten Fachkräftegruppe, die auf Jahre hinaus gut ausgelastet sein wird. Die Verbindung aus Physik, Systemtechnik und Marktkenntnis macht diese Qualifikation besonders wertvoll für alle, die nicht nur Produkte verkaufen, sondern echte Planungsverantwortung übernehmen wollen — sei es im Ingenieurbüro, bei Energiedienstleistern, in Kommunen, die ihre Wärmeversorgung transformieren, oder im SHK-Handwerk, das zunehmend auf Planungsleistungen ausgeweitet wird. Darüber hinaus bildet die Qualifikation eine solide Basis für weiterführende Spezialisierungen in der Tiefengeothermie, im Contracting oder in der Quartierswärmeplanung — allesamt Felder, die in der wachsenden Wärmewendebranche strukturell an Bedeutung gewinnen.
Welche Förderung passt zu dir?
Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Berufswege prüfen
Zugeordnete Zielberufe
Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.
- Wärmepumpen-Planer/in
- Projektentwickler/in Geothermie
- Energieberater/in (Heizsysteme)
- Fachkraft für erneuerbare Energien (Wärme)
- Technische/r Berater/in Heizsystemhersteller
Vor der Kurswahl klären
- Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
- Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
- Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?
Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.
Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Wärmepumpentypen werden in der Weiterbildung behandelt?
Der Kurs deckt alle wesentlichen Typen ab: Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen sowie Absorptionswärmepumpen. Schwerpunkt liegt auf erdgekoppelten Systemen mit Erdsonde oder -kollektor, die im Kontext der Geothermie-Projektierung besonders relevant sind.
Wird auch Tiefengeothermie behandelt oder nur oberflächennahe Systeme?
Beide Formen werden behandelt: Oberflächennahe Systeme (Erdwärmesonden, Kollektoren, Grundwasserbrunnen) mit konkreten Dimensionierungsübungen sowie tiefe Geothermie (hydrothermale und petrothermale Systeme) als Überblick mit Einordnung in die Markt- und Genehmigungsrealität.
Welche normativen Grundlagen werden vermittelt?
Im Mittelpunkt steht die VDI 4640 für die Nutzung von Erdwärme, ergänzt durch wasserrechtliche und bohrrechtliche Grundlagen für Geothermie-Erschließung sowie relevante Teile des GEG 2024 zu Wärmepumpenanforderungen. Kältemittelvorschriften (F-Gase-Verordnung) werden ebenfalls einbezogen.
Ist der Kurs auch für SHK-Meister ohne Studium geeignet?
Ja, Handwerksmeister aus dem SHK-Bereich sind ausdrücklich als Zielgruppe benannt. Die erforderliche technische Vorbildung wird durch die Meisterausbildung abgedeckt. Physikalisch-technische Grundkenntnisse aus der Fachausbildung sind ausreichend; ein Hochschulstudium ist keine Voraussetzung.
Wie sieht das Verhältnis von Theorie und Praxis im Kurs aus?
Theorie und Praxis wechseln engmaschig ab. Jedes Modul schließt mit Dimensionierungs- oder Berechnungsaufgaben, und der Praxisblock enthält eigenständige Planungsaufgaben inkl. einer selbst entwickelten Projektskizze. Der Kurs zielt ausdrücklich auf angewandte Planungsfähigkeit, nicht nur auf Faktenwissen.