Photovoltaik Planung & Projektierung Weiterbildung
Technische Weiterbildung zur Planung und Projektierung von Photovoltaikanlagen — von der Dachanlage bis zum Freiflächenkraftwerk — für Ingenieure, Techniker und Quereinsteiger mit technischer Vorbildung.
Redaktion: Kursweg Redaktion · Inhalt aktualisiert:
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Kurzantworten zum Kurs
Einordnung: Berufliche Fachweiterbildung
- Wie lange dauert der Kurs?
- Der Umfang der Weiterbildung ist intensiv und erstreckt sich über mehrere Wochen. Vollzeit- und berufsbegleitende Varianten sind möglich, da die physikalisch-mathematischen Grundlagen und die Softwareübungen erheblichen Lernaufwand erfordern. Details
- Welcher Abschluss ist vorgesehen?
- Nach Abschluss der Weiterbildung wird eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung ausgestellt, die die erlernten Kompetenzen in Planung, Dimensionierung und Projektierung von Photovoltaikanlagen dokumentiert. Staatlich anerkannte Prüfungen sind nicht Bestandteil des Kurses; das Zertifikat ist ein… Details
- Welche Voraussetzungen gelten?
- Technische Berufsausbildung oder ingenieurs- bzw. wirtschaftsingenieurwissenschaftliches Studium sind vorausgesetzt; alternativ eine adäquate berufliche Vorbildung mit technisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt. Grundlegende Kenntnisse in Mathematik (Trigonometrie, Grundrechenarten… Details
Worum geht es in diesem Kurs?
Photovoltaik ist eine der am schnellsten wachsenden Sparten der Energiewirtschaft, und der Bedarf an qualifiziertem Planungspersonal wächst schneller als das Ausbildungsangebot. Diese Weiterbildung vermittelt das technische und methodische Rüstzeug, um Photovoltaikanlagen von der ersten Standortbewertung bis zur Ausführungsplanung professionell zu entwickeln — sowohl gebäudeintegrierte Systeme als auch großflächige Freiflächenkraftwerke. Physikalische Grundlagen, meteorologische Einflussgrößen, Auslegungsrechnung, Wirtschaftlichkeitsbewertung und Projekttechnik stehen im Mittelpunkt.
Was lernst du in diesem Kurs?
Das erste Modul legt die physikalischen und technischen Grundlagen. Teilnehmende lernen, wie Halbleiterzellen Licht in Strom umwandeln, welche Kenngrößen eine PV-Zelle beschreiben und wie diese von Temperatur, Einstrahlung und Verschmutzung beeinflusst werden. Ohne dieses Fundament ist sachkundige Planung nicht möglich.
- Halbleiterphysik für Photovoltaik: pn-Übergang, Photostrom, Leerlaufspannung
- I-U-Kennlinie und Kennwerte (Isc, Voc, MPP, FF, Wirkungsgrad)
- Einflussfaktoren auf die Modulleistung: Temperatur, Bestrahlungsstärke, Teilverschattung
- Modultypen im Vergleich: monokristallin, polykristallin, Dünnschicht, bifazial
- Systemkomponenten: Wechselrichter, Speicher, Einspeisemanagement, Schutzeinrichtungen
- Gleichstrom- und Wechselstromseitige Auslegung: Strings, Überströmschutz, Erdung
Das zweite Modul behandelt Meteorologie und Astronomie als Planungsgrundlagen. Solaranlagen reagieren empfindlich auf Standortbedingungen — wer Solarressourcen nicht sauber bewertet, plant am Ertragspotenzial vorbei.
- Sonnenstand: Deklination, Stundenwinkel, Sonnenhöhe und Azimut im Jahresverlauf
- Globalstrahlung, Direktstrahlung und Diffusstrahlung: Messung und Datenbasis
- Einstrahlungsberechnungen für geneigte Flächen und Ausrichtungsoptimierung
- Klimatische Standortfaktoren: Horizont, Nebel, Schnee, Wind und deren Auswirkung auf den Ertrag
- Nutzung von Wetterdaten (DWD, PVGIS, Meteonorm) für Ertragsabschätzungen
- Ertragssimulation mit Planungssoftware: Eingabe, Auswertung und Plausibilitätsprüfung
Das dritte Modul widmet sich der Projektierung von Gebäudeanlagen. PV-Aufdachanlagen erfordern eine genaue Abstimmung zwischen Gebäudestatik, Dachausrichtung, Netzanschlusspunkten und dem Eigenverbrauchskonzept des Gebäudenutzers.
- Dachflächenanalyse: Neigung, Ausrichtung, nutzbare Fläche, Durchdringungen
- Statik-Grundlagen für Aufdach-Montagesysteme und Lastannahmen
- Gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV): Fassaden, Balkone, Transparentfassaden
- Eigenverbrauchsoptimierung mit Batteriespeicher: Auslegungsprinzipien
- Netzanschluss auf Niederspannungsebene: TAB-Anforderungen, Anmeldung, Einspeisemanagement
- Planungsunterlagen und Dokumentationsanforderungen für Gebäudeanlagen
Das vierte Modul fokussiert auf Freiflächenkraftwerke — Solarparks im Megawatt-Bereich. Hier stehen Standortauswahl, Genehmigung und Netzintegration im Vordergrund, da ein Solarpark ohne gesicherte Netzanschlusskapazität und genehmigungsrechtliche Absicherung nicht realisierbar ist.
- Standortbewertung: Flächenverfügbarkeit, Eigentumsverhältnisse, Zonierung und B-Plan
- Verschattungsanalyse für großflächige Installationen: Reihenabstände, Horizontprofile
- Mittelspannungsanschluss: Übergabestation, Trafodimensionierung, Leitungsplanung
- Genehmigungsverfahren: BauGB, BNatSchG, EEG-Grundlagen für Freiflächenanlagen
- Wirtschaftlichkeitsmodelle: Direkt-PPA, Einspeisevergütung, Eigenverbrauchsgemeinschaft
- Ausschreibungs- und Vertragsunterlagen für EPC-Dienstleister und Behörden
Praxisblock — Berechnungen, Fallstudien und Projektarbeiten Die folgenden Aufgaben gehen von Grundlagenberechnungen über vollständige Systemauslegungen bis zur abschließenden Planungsdokumentation.
- Standortbewertung an einem realen Beispielstandort: Solarglobal mit PVGIS berechnen
- Modulauswahl und String-Auslegung für eine 30-kWp-Aufdachanlage mit Wechselrichterauslegung
- Verschattungssimulation mit unterschiedlichen Modulanordnungen und Optimierern vergleichen
- Eigenverbrauchsszenario: Speicherbedarf für ein Einfamilienhaus mit 10.000 kWh/Jahr berechnen
- Ertragsberechnung für Freiflächenanlage 1 MWp: Simulation, Korrekturfaktoren, P50/P90-Werte
- Wirtschaftlichkeitsberechnung: Amortisationszeit, interner Zinsfuß, Sensitivitätsanalyse
- Planungsunterlagen: Lageplan, Kabelplan und einlinienschema für eine Musteranlage erstellen
- Power-to-X-Fallstudie: PV-Anlage mit Elektrolyseur koppeln — Dimensionierung und Wirtschaftlichkeit
- Diskussion typischer Planungsfehler: Verschattung unterschätzt, Wechselrichtergröße falsch gewählt
- Dokumentationsprojekt: vollständige Ausführungsplanung für eine 50-kWp-Gewerbeanlage als Abschlussarbeit
Lernziele:
- Physikalische Grundlagen der Photovoltaik und des Solarkollektorprinzips erklären und anwenden
- Astronomische und meteorologische Einflussgrößen auf den solaren Ertrag berechnen und bewerten
- PV-Systeme für Gebäudeanlagen und Freiflächenkraftwerke korrekt dimensionieren
- Verschattungsanalysen durchführen und in die Systemauslegung integrieren
- Wirtschaftlichkeit von PV-Projekten berechnen: Amortisation, Rendite, Einspeisevergütung
- Marktstrukturen und den aktuellen Stand der Technik im Bereich Photovoltaik einordnen
- Planungsunterlagen, Lastenheft und Ausschreibungsdokumente für PV-Projekte erstellen
- Power-to-X-Konzepte und ihre Relevanz für integrierte Energieprojekte erläutern
- Projektierungsschritte für Dach- und Freiflächenanlagen von der Idee bis zur Baugenehmigung strukturieren
- Gängige PV-Planungssoftware für Ertragssimulation und Systemauslegung einsetzen
- Typische Fehler in der Auslegung und im Betrieb erkennen und vermeiden
Für wen ist der Kurs geeignet?
Die Weiterbildung richtet sich an technisch vorgebildete Fachkräfte, die Photovoltaik professionell planen oder projektieren wollen.
- Elektrotechniker und Elektroinstallateure mit Interesse an PV-Systemplanung
- Bauingenieure, Versorgungstechniker und Architekten mit Energieprojektbezug
- Ingenieure und Techniker aus dem Maschinen- oder Anlagenbau
- Wirtschaftsingenieure mit Schwerpunkt Energie oder Bauwesen
- Quereinsteiger mit technischer Berufsausbildung und nachweisbarer naturwissenschaftlicher Kompetenz
Technische Berufsausbildung oder ingenieurs- bzw. wirtschaftsingenieurwissenschaftliches Studium sind vorausgesetzt; alternativ eine adäquate berufliche Vorbildung mit technisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt. Grundlegende Kenntnisse in Mathematik (Trigonometrie, Grundrechenarten, Prozentrechnung) werden im Kurs täglich benötigt. Computerkenntnisse für die Arbeit mit Planungssoftware und Tabellenkalkulationen sind erforderlich.
Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?
Der Kurs wechselt zwischen Vorlesungseinheiten, in denen Physik, Mathematik und Planungsgrundlagen erarbeitet werden, und anwendungsorientierten Übungsblöcken, in denen Teilnehmende eigenständig Berechnungen durchführen, Software bedienen und Fallstudien auswerten. Praxiserfahrene Referenten aus der PV-Branche bringen aktuelle Projekterfahrung ein. Gruppenarbeit stärkt den fachlichen Austausch, besonders in den Projektierungsaufgaben.
Der Umfang der Weiterbildung ist intensiv und erstreckt sich über mehrere Wochen. Vollzeit- und berufsbegleitende Varianten sind möglich, da die physikalisch-mathematischen Grundlagen und die Softwareübungen erheblichen Lernaufwand erfordern.
Nach Abschluss der Weiterbildung wird eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung ausgestellt, die die erlernten Kompetenzen in Planung, Dimensionierung und Projektierung von Photovoltaikanlagen dokumentiert. Staatlich anerkannte Prüfungen sind nicht Bestandteil des Kurses; das Zertifikat ist ein Nachweis gegenüber Arbeitgebern und Auftraggebern im Planungsbereich.
Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?
Der Markt für Photovoltaik wächst in Deutschland seit Jahren zweistellig. Installierte Kapazitäten, Anzahl der Projekte und die gesetzlich verankerten Ausbauziele für erneuerbare Energien erfordern einen massiven Ausbau qualifizierter Planungskapazitäten. Wer heute eine fundierte PV-Planungsausbildung absolviert, tritt in einen Arbeitsmarkt ein, der Angebot und Nachfrage strukturell zugunsten der Fachkräfte verschoben hat. Besonders wertvoll ist die Kombination aus physikalischem Grundlagenwissen, meteorologischen Berechnungen und wirtschaftlicher Projektbewertung. Viele Berufseinsteiger in die PV-Branche beherrschen entweder die Technik oder die Wirtschaftlichkeitsrechnung — wer beides verbindet und darüber hinaus Projektierungsunterlagen professionell erstellen kann, ist als Generalist in Planungsbüros, Energieversorgungsunternehmen und Projektenwicklungsgesellschaften sofort einsatzfähig. Die Integration von Power-to-X-Konzepten und Freiflächenkraftwerken hebt diese Weiterbildung über reine Handwerker-Schulungen hinaus. Wer versteht, wie Photovoltaik in sektorengekoppelte Energiesysteme eingebettet wird — mit Elektrolyse, Wärmepumpen oder Speichersystemen — kann in einer Branche mitwirken, die nicht nur Strom erzeugt, sondern die Energieversorgung strukturell neu gestaltet. Gerade der Bereich Freiflächenanlagen bietet erhebliche Karrierechancen für Absolventinnen und Absolventen mit Planungskompetenz: Solarparks werden in Deutschland in der Größenordnung von Gigawatt jährlich neu genehmigt und gebaut. Projektiererinnen und Projektierer, die Genehmigungsunterlagen erstellen, Wirtschaftlichkeitsmodelle rechnen und technische Ausführungsplanung liefern können, werden von Projektenwicklern, Energieversorgern und Planungsbüros aktiv gesucht. Wer nach diesem Kurs auf Projekterfahrung aufbaut, hat eine realistische Perspektive in eines der dynamischsten Berufsfelder der kommenden Jahre.
Welche Förderung passt zu dir?
Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Berufswege prüfen
Zugeordnete Zielberufe
Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.
- Photovoltaik-Projektierer/in
- Solarenergieberater/in
- Energieberater/in
- Projektentwickler/in Erneuerbare Energien
- Solarplaner/in
- Technischer Vertrieb Erneuerbare Energien
Vor der Kurswahl klären
- Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
- Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
- Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?
Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.
Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Gebäude-PV und PV-Kraftwerken?
Gebäudegebundene Photovoltaikanlagen — Aufdachanlagen auf Wohnhäusern, Gewerbeimmobilien oder gebäudeintegrierte Systeme (BIPV) — sind in der Regel kleiner (5 kWp bis einige hundert kWp) und unterliegen anderen Planungs-, Statik- und Netzanschlussanforderungen. Freiflächen-PV-Kraftwerke (Solarparks) beginnen typischerweise im Megawatt-Bereich und erfordern Standortanalyse, Flächensicherung, Netzanschlussplanung auf Mittelspannungsebene und umfangreichere Genehmigungsverfahren. Der Kurs behandelt beide Kategorien in eigenen Modulen.
Werden Planungssoftware-Werkzeuge im Kurs behandelt?
Ja. Marktgängige PV-Planungswerkzeuge werden im Kurs vorgestellt und in Übungsszenarien eingesetzt, um Systemauslegung, Verschattungsanalyse und Ertragsberechnung praktisch durchzuführen. Welche Software konkret verwendet wird, hängt von der Kursversion ab; gebräuchlich sind unter anderem PVsyst, Polysun und SolarEdge Designer.
Was sind Power-to-X-Konzepte und warum sind sie für PV-Fachleute relevant?
Power-to-X beschreibt Verfahren, die Solarstrom in andere Energieträger oder Stoffe umwandeln — etwa in Wasserstoff (Power-to-Gas), Wärme (Power-to-Heat) oder synthetische Kraftstoffe. Für PV-Projektierer ist das relevant, weil PV-Anlagen zunehmend in integrierte Energiekonzepte eingebettet werden, die über reine Stromeinspeisung hinausgehen. Das Verständnis dieser Konzepte erweitert das Beratungs- und Planungsspektrum erheblich.
Ist die Weiterbildung auch für Personen ohne Elektrotechnik-Hintergrund geeignet?
Die Weiterbildung setzt eine technische oder naturwissenschaftliche Vorbildung voraus, nicht zwingend eine elektrotechnische. Personen aus dem Bauingenieurwesen, der Versorgungstechnik, dem Maschinenbau oder dem technischen Vertrieb bringen häufig ausreichende Grundlagen mit. Für absolute Einsteiger ohne technische Ausbildung ist der Kurs anspruchsvoll; in diesem Fall empfiehlt sich zunächst eine Grundlagenweiterbildung in Elektrotechnik oder Energietechnik.