Überblick
Dieser Kurs ist die Drei-Systeme-Variante unter den Finanzbuchhaltungs-Weiterbildungen: Lexware, DATEV und SAP S/4HANA FI werden gemeinsam vermittelt. Das ist kein Doppeltraining mit Zusatz, sondern ein bewusst breites Qualifikationsprofil: Lexware für den KMU-Einsatz mit einsteigerfreundlicher Oberfläche, DATEV für die Zusammenarbeit mit Steuerkanzleien, SAP FI für den Unternehmenseinsatz in mittelgroßen und großen Unternehmen. Wer alle drei Systeme beherrscht, ist im gesamten Spektrum der deutschen Buchhaltungslandschaft einsatzfähig – von Kleinstbetrieb bis Konzern. Am Ende stehen ein DATEV-Online-Zertifikat und ein SAP-Anwenderzertifikat Foundation Level.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul legt die gemeinsame buchhalterische Grundlage für alle drei Systeme. Buchführung ist ein regelbasiertes Handwerk – wer das Prinzip der doppelten Buchführung versteht und Kontenrahmen einordnen kann, erschließt sich jede Buchführungssoftware schneller und sicherer.
- Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und Buchführungspflicht
- Kontenrahmen SKR03 und SKR04 als Orientierung
- Bestands- und Erfolgskonten, Eröffnungs- und Schlussbilanzkonten
- Buchungen im Betriebs- und Produktionszyklus
- Umsatzsteuer, Steuerschlüssel und Voranmeldung
- Aufbau des Jahresabschlusses: Bilanz und GuV im Überblick
Das zweite Modul widmet sich Lexware als einsteigerfreundlicher Buchhaltungslösung für KMU und Gründer. Lexware wird in Deutschland vor allem in kleineren Betrieben eingesetzt, die keine komplexe ERP-Infrastruktur betreiben, aber dennoch ordentliche Buchführung benötigen. Der Kurs vermittelt die vollständige Grundbedienung bis zur Auswertung.
- Firmenstamm anlegen und Kontenplan zuordnen in Lexware
- Buchungserfassung, Belegverwaltung und Buchungsjournal
- Debitoren- und Kreditorenverwaltung in Lexware
- Anlagenstammdaten und Abschreibungslauf
- Betriebswirtschaftliche Auswertung und Kontenblatt erstellen
- Jahresabschluss vorbereiten und Buchungsperiode abschließen
Das dritte Modul behandelt DATEV als Standard in der steuerberatenden Landschaft. Wer in buchhalterischen Abteilungen mit externen Steuerberatern zusammenarbeitet, begegnet DATEV regelmäßig – sei es bei der Belegübergabe, beim Datenimport oder bei der Abstimmung mit der Kanzlei. Die Bedienung von DATEV wird praxisnah eingeführt.
- Mandantenverwaltung und Kontenrahmen in DATEV
- Buchungserfassung und automatisierter Belegimport
- Anlagenbuchhaltung mit AfA-Tabellen in DATEV
- Summen-Saldenliste, BWA und Kontoblattauswertung
- Schnittstelle DATEV zu Excel für individuelle Auswertungen
- Jahresabschlussarbeiten: Bilanzvorbereitung und ELSTER-Anbindung
Das vierte Modul erschließt SAP S/4HANA FI als ERP-Lösung für mittlere und große Unternehmen. Im Vergleich zu Lexware und DATEV ist SAP komplexer aufgebaut – Buchungskreise, Kontenpläne und Organisationsstrukturen müssen verstanden sein, bevor Buchungen sinnvoll platziert werden können. Dieser Block baut systematisch auf diesem Verständnis auf.
- SAP S/4HANA: Architektur, Fiori-Launchpad und Systemlogik
- Organisationseinheiten in FI: Buchungskreis, Geschäftsbereich, Kontenplan
- Debitoren-, Kreditoren- und Sachkontenstammdaten pflegen
- Rechnungserfassung, Zahlungslauf und Mahnprogramm
- Anlagenstamm, Zugangsbuchung und AfA-Lauf in SAP
- Periodenabschluss: Abstimmkonten saldieren, Saldovortrag
Die Praxiswerkstatt stellt alle drei Systeme in vergleichenden Buchungsszenarien gegenüber. Ein durchgängig simuliertes Unternehmen wird in Lexware, DATEV und SAP FI parallel geführt – mit identischen Geschäftsvorfällen, die systemspezifisch erfasst und ausgewertet werden. Das schult die Urteilsfähigkeit: Welches System eignet sich wann und warum?
- Firmengründung: Stammdaten in Lexware, DATEV und SAP parallel anlegen
- Erste Einkaufsrechnung in allen drei Systemen buchen und Kontenpfad vergleichen
- Kundenzahlung eingehen und verrechnen – Unterschiede in den Buchungsmasken
- Anlagenanlage und erste Abschreibungsbuchung in Lexware vs. DATEV vs. SAP
- Monatliche BWA in Lexware und DATEV – SAP-Kostenstellenbericht danebenlegen
- Mahnlauf in SAP ausführen und Ergebnis in Excel für Geschäftsführung aufbereiten
- Jahresabschluss in DATEV vorbereiten und Bilanzpositionen dokumentieren
- SAP-Periodenabschluss: Abstimmkonten prüfen, Periode sperren, Saldovortrag anlegen
- Export aus Lexware nach Excel: Summen-Saldenliste formatieren und kommentieren
- Drei-Systeme-Vergleich: Welche Buchführungslösung für welchen Unternehmenstyp?
- Vorauszahlungserfassung und Verrechnung im SAP-FI-System
- Abschlusspräsentation: Buchungsabschluss eines simulierten Quartals in allen drei Systemen
Lernziele:
Teilnehmende wenden Buchführungsprinzipien systemunabhängig korrekt an. In Lexware werden Mandanten eingerichtet, laufende Buchungen erfasst und Auswertungen erzeugt. DATEV wird für Buchführung, Jahresabschluss und Belegimport genutzt. Die SAP-Fiori-Oberfläche wird sicher navigiert. Debitoren- und Kreditorenstammdaten werden in SAP korrekt gepflegt. Rechnungen, Zahlungsläufe und Mahnprozesse werden in SAP vollständig abgewickelt. Anlagevermögen wird in SAP erfasst, abgeschrieben und ausgebucht. Periodenabschlüsse werden in SAP strukturiert durchgeführt. Alle drei Systeme werden miteinander verglichen und nach Einsatzkontext eingeordnet. Das DATEV-Online-Zertifikat und das SAP Foundation-Level-Zertifikat werden inhaltlich vorbereitet. Typische Auswertungen – BWA, Saldenliste, SAP-FI-Berichte – werden in allen drei Systemen erzeugt. Grundlegende Excel-Auswertungen für buchhalterisches Reporting werden erstellt.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Fachkräfte, die bewusst das gesamte Spektrum der in Deutschland gängigen Buchhaltungssoftware abdecken wollen – von Lexware über DATEV bis SAP. Die Breite der Systemkenntnisse ist das zentrale Alleinstellungsmerkmal dieser Weiterbildung.
- Buchhalterinnen und Buchhalter, die in mehreren Software-Umgebungen einsetzbar sein wollen
- Fachkräfte, die zwischen KMU- und Unternehmensumgebungen wechseln möchten
- Personen mit kaufmännischer Ausbildung, die Systemkompetenz in drei Buchhaltungslösungen aufbauen wollen
- Mitarbeitende in Unternehmen, die mehrere Buchführungssysteme parallel nutzen
- Quereinsteiger mit Rechnungswesen-Grundlagen, die am Markt sehr breit einsetzbar sein wollen
Eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder praktische Berufserfahrung im Finanz- und Rechnungswesen ist Zugangsvoraussetzung. Buchführungsgrundkenntnisse – Konten, Buchungssätze, Bilanz – erleichtern den Einstieg erheblich, da alle drei Systemmodule auf kaufmännischen Konzepten aufbauen. Grundlegende PC-Kenntnisse und Deutschkenntnisse in Wort und Schrift werden vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Als Vollzeitkurs ist die Weiterbildung in klar abgegrenzte Systemblöcke gegliedert, die aufeinander aufbauen. Jede Softwareeinheit wird zuerst in betreuten Lehrphasen eingeführt und dann in Einzelübungen und Gruppenszenarien vertieft. Die Praxiswerkstatt am Ende verknüpft alle drei Systeme in vergleichenden Szenarien. Excel als Auswertungs- und Exportwerkzeug wird kursbegleitend genutzt.
Die Vollzeitmaßnahme deckt vier inhaltliche Blöcke ab – Buchführungsgrundlagen, Lexware, DATEV und SAP FI – plus eine ausgedehnte Praxiswerkstatt. Der genaue zeitliche Gesamtumfang variiert nach Standort und Durchführungsform. Drei Systeme in einem Lehrgang erfordern mehr Zeit als Einzel-System-Kurse; vergleichbare Qualifizierungen sind typischerweise über mehrere Monate angelegt.
Teilnehmende erhalten nach Abschluss ein trägerinternes Kursabschlusszertifikat. Darüber hinaus werden zwei externe Prüfungen abgelegt: das DATEV-Online-Zertifikat Finanzbuchführung und das SAP-Anwenderzertifikat Foundation Level. Beide Zertifikate werden von unabhängigen Stellen (DATEV eG bzw. SAP) ausgestellt.
Nutzen & Perspektiven
Systemkenntnisse in Lexware, DATEV und SAP FI decken den kompletten deutschen Markt für Buchhaltungssoftware ab. Wer alle drei Systeme sicher bedient, kann in Kleinunternehmen mit Lexware, in mittelständischen Kanzleiumgebungen mit DATEV und in großen Unternehmen mit SAP tätig sein – ohne je wieder einen Software-Einführungskurs zu benötigen. Diese Breite ist selten in einer einzigen Weiterbildung erreichbar. Der Systemvergleich in der Praxiswerkstatt schärft das Urteilsvermögen: Wer weiß, warum dasselbe Buchungsprinzip in SAP anders abgebildet wird als in Lexware, versteht Buchhaltungssoftware grundlegend – nicht nur als Formularausfüller, sondern als Anwender mit strukturiertem Verständnis. Das ist ein Unterschied, den Buchführungsabteilungen bei der Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen sofort bemerken. Zwei extern geprüfte Zertifikate – DATEV und SAP – runden das Qualifikationsprofil ab und machen die erworbenen Kenntnisse für Arbeitgeber transparent und überprüfbar. In Stellenanzeigen werden genau diese Softwarekenntnisse sehr häufig als Anforderung genannt. Wer mit nachgewiesenen Kenntnissen in allen relevanten Systemen antritt, trifft das Anforderungsprofil einer breiten Palette an Buchhalter-Stellen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum werden drei Buchhaltungssysteme in einem Kurs kombiniert?
Lexware, DATEV und SAP decken gemeinsam nahezu den gesamten deutschen Markt für kaufmännische Software ab. Wer alle drei Systeme kennt, ist unabhängig von der Software-Infrastruktur des jeweiligen Arbeitgebers – ein Vorteil, der sich besonders bei Stellenwechseln und in wachsenden Unternehmen mit wechselnder IT-Ausstattung auszahlt.
Welche Zertifikate kann ich in diesem Kurs erwerben?
Das DATEV-Online-Zertifikat Finanzbuchführung (ausgestellt von DATEV eG) und das SAP-Anwenderzertifikat Foundation Level (ausgestellt von SAP). Für Lexware gibt es keine externe Zertifizierungsprüfung – die Kompetenz wird trägerintern bestätigt. Alle drei Systeme sind Teil der Prüfungsvorbereitung im Kurs.
Was ist der Unterschied zwischen Lexware und DATEV?
Lexware ist eine einsteigerfreundliche Komplettlösung für Kleinunternehmen – einfach zu bedienen, kostengünstig und direkt nutzbar ohne Steuerberater-Infrastruktur. DATEV ist die Plattform der steuerberatenden Berufe und wird in Kanzleien und KMU mit Kanzleianschluss eingesetzt. Beide haben ihren eigenen Markt; die Praxiswerkstatt macht diese Unterschiede direkt erfahrbar.
Wie ist die Praxiswerkstatt in diesem Kurs aufgebaut?
In der Praxiswerkstatt wird ein durchgängiges Buchungsszenario in allen drei Systemen parallel bearbeitet. Identische Geschäftsvorfälle – Eingangsrechnung, Zahlung, Anlagenanlage, Monatsabschluss – werden in Lexware, DATEV und SAP FI verglichen. Das schärft das Systemverständnis und bereitet auf die Arbeit in unterschiedlichen Unternehmensumgebungen vor.
Muss ich SAP-Vorkenntnisse mitbringen?
Nein. Der SAP-Block beginnt mit Systemnavigation, Organisationsstrukturen und Grundbegriffen. Die Benutzeroberfläche SAP Fiori wird systematisch eingeführt. Kaufmännische Grundkenntnisse erleichtern den Einstieg, aber keine vorherige SAP-Erfahrung ist nötig.
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