Überblick
Die Weiterbildung zur KI-Architektin / zum KI-Architekten mit Zusatzqualifikation „Azure Support Engineer for Connectivity Specialty" verbindet zwei strategisch wichtige Kompetenzfelder: die Konzeption und Implementierung intelligenter KI-Lösungen auf Azure-Basis und die tiefgehende Beherrschung von Azure-Netzwerkarchitekturen. Wer KI-Workloads nicht nur entwickelt, sondern auch sicher, skalierbar und netzwerkseitig einwandfrei betreiben kann, nimmt eine Schlüsselrolle in modernen Cloud-Projekten ein. Das Curriculum durchläuft vier aufeinander aufbauende Microsoft-Lernpfade (AI-900, DP-100, AI-102) plus das Azure Networking-Modul AZ-700 und ergänzt diese um ein Architektur-Modul zu Microservices und hochverfügbaren KI-Systemen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Azure AI Fundamentals (AI-900) Der Einstieg in die Weiterbildung legt die konzeptionellen Grundlagen, ohne die kein solides KI-Architekturverständnis aufgebaut werden kann. Teilnehmende erarbeiten, wie Microsoft die KI-Infrastruktur in Azure strukturiert hat und welche ethischen Leitprinzipien die Plattform durchziehen.
- Grundbegriffe des maschinellen Lernens: überwachtes, unüberwachtes und verstärkendes Lernen
- Azure Cognitive Services im Überblick: Vision, Speech, Language, Decision
- Verantwortungsvoller KI-Einsatz: Fairness, Transparenz, Erklärbarkeit, Sicherheit
- Automatisiertes Machine Learning (AutoML) und Designer in Azure ML erkunden
- Praxisbeispiel: Aufbau eines regelbasierten Chatbot-Prototyps mit Azure Bot Service
- Überblick über die Prüfungsstruktur AI-900 und Prüfungsthemengewichtung
Modul 2: Data Science und Machine Learning mit Azure (DP-100) Das zweite Modul führt tief in den vollständigen ML-Lebenszyklus in Azure Machine Learning ein. Teilnehmende lernen, wie Daten vorbereitet, Modelle trainiert und schließlich als produktive Endpunkte bereitgestellt werden.
- Azure Machine Learning Workspace einrichten und Ressourcen verwalten
- Datenaufbereitung und Feature Engineering mit Azure-Datasets
- Modelltraining: Experimente starten, Hyperparameter tunen, Ergebnisse vergleichen
- MLflow-Integration für Experiment-Tracking und Modell-Registrierung
- Deployment-Optionen: Real-time Inference Endpoints und Batch-Pipelines
- Praxisbeispiel: Prognosemodell für Nachfrageplanung mit Azure ML Designer und SDK
Modul 3: Azure AI-Lösungen implementieren (AI-102) Auf dem ML-Fundament aufbauend zeigt dieses Modul, wie fertige Cognitive Services und eigene KI-Lösungen zu robusten Anwendungen zusammengefügt werden. Der Fokus liegt auf Konnektivität zwischen Services, API-Integration und End-to-End-Implementierung.
- Cognitive Services APIs: Textanalyse, Übersetzung, Formularerkennung, Anomalieerkennung
- Custom Vision und Computer Vision für bildbasierte Erkennungsszenarien
- Language Understanding (CLU) und Question Answering für dialogische Systeme
- Azure Bot Framework: Dialogdesign, Kanalintegration, Authentifizierung
- Sicherheit bei KI-Schnittstellen: API-Keys, Managed Identities, Private Endpoints
- Praxisbeispiel: Vollständiger virtueller Assistent mit NLP-Backend und Multi-Channel-Deployment
Modul 4: KI-Architekturprinzipien für skalierbare Systeme Einzelne KI-Services sind nur so gut wie die Architektur, die sie trägt. Dieses Modul vermittelt Best Practices für Systemdesign unter realen Produktionsbedingungen — mit Augenmerk auf Resilience, Skalierbarkeit und Wartbarkeit.
- Architekturpatterns für KI-Systeme: Event-driven, CQRS, Saga, Sidecar
- Microservices-Zuschnitt für KI-Workloads und Service-Mesh-Konzepte
- Hochverfügbarkeit: Availability Zones, Traffic Manager, Load Balancer
- Azure Kubernetes Service (AKS) als Hosting-Plattform für ML-Modelle
- Cost-Management und Right-Sizing für KI-Workloads
- Architektur-Blueprint-Dokumentation und Architecture Decision Records
Modul 5: Azure Netzwerkarchitektur und Connectivity Specialty (AZ-700) Das abschließende Spezialisierungsmodul führt in die Netzwerkschicht ein, auf der alle KI-Workloads aufsetzen. Dieser Bereich ist für Architekten besonders wertvoll, weil Netzwerkprobleme in Cloud-Projekten häufig der kritische Flaschenhals sind.
- Azure Virtual Networks, Subnets, Network Security Groups und Routing-Tabellen
- Site-to-Site VPN, Point-to-Site VPN und Azure ExpressRoute konfigurieren
- Azure Firewall, WAF und DDoS Protection Layer verstehen und einsetzen
- Private Link und Private Endpoints für sichere Service-Anbindung
- Azure Network Watcher: Diagnose, Connection Troubleshoot, Packet Capture
- Monitoring mit Azure Monitor und Network Insights: Alert-Regeln und Dashboards
- Praxisbeispiel: Absicherung einer hybriden Netzwerktopologie für ein produktives KI-System
Die Verbindung aus KI-Entwicklung und Netzwerkarchitektur ermöglicht es, als vollständiger Technologiepartner in Projekten aufzutreten — von der KI-Konzeption über die Implementierung bis zur sicheren Produktivschaltung in vernetzten Azure-Umgebungen.
Lernziele:
Die Weiterbildung entwickelt in fünf Modulen folgende Fähigkeiten.
- Kernkonzepte von Machine Learning, Cognitive Services und Responsible AI erklären und einordnen (AI-900-Niveau)
- Machine-Learning-Modelle in Azure ML entwerfen, trainieren, bewerten und produktiv deployen (DP-100-Niveau)
- Azure Cognitive Services, NLP-Pipelines, Custom Vision und Conversational AI in echten Anwendungen implementieren (AI-102-Niveau)
- Skalierbare KI-Architekturen auf Basis von Microservices und Event-driven-Prinzipien entwerfen
- Azure-Netzwerkkomponenten (VNet, VPN Gateway, ExpressRoute, Azure Firewall, Load Balancer) konfigurieren und diagnostizieren
- Hybride und multi-cloud-fähige Netzwerktopologien für KI-Produktivsysteme absichern
- Monitoring- und Governance-Konzepte für vernetzte KI-Infrastrukturen umsetzen
- Typische Konnektivitätsprobleme in Azure systematisch troubleshooten
- Projektübergreifende Architektur-Blueprints dokumentieren und gegenüber Stakeholdern vertreten
- Ethical-AI-Anforderungen und Compliance-Aspekte in Systemdesign einplanen
- Praxisprojekte von der Anforderungsanalyse bis zum Deployment eigenständig strukturieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an IT-Fachkräfte mit technischer Grundlage, die sich an der Schnittstelle von KI-Entwicklung und Cloud-Infrastruktur spezialisieren wollen.
- Cloud-Administratoren und Azure-Infrastruktur-Spezialisten, die KI-Workloads betreuen möchten
- Data Scientists und ML Engineers, die ihre Architektur- und Netzwerkkompetenz ausbauen wollen
- Softwareentwickler mit Cloud-Erfahrung, die in Architektur-Rollen wachsen möchten
- IT-Projektleiter, die KI-Projekte technisch tiefer verstehen und steuern müssen
- Netzwerkspezialisten, die ihr Profil um KI-Expertise erweitern wollen
Empfohlen sind Azure-Grundkenntnisse auf dem Niveau des AZ-900 (Azure Fundamentals) sowie erste Berührung mit Data Science oder KI — etwa durch eigene Projekte, Studium oder berufliche Erfahrung. Kenntnisse in Python sind für die DP-100-Inhalte hilfreich, aber keine harte Voraussetzung. Verständnis grundlegender Netzwerkkonzepte (IP-Adressen, Subnetting, Routing) erleichtert den Einstieg in das AZ-700-Modul erheblich.
Ablauf & Abschluss
Das Kursformat kombiniert synchrone Online-Präsenzen mit selbstgesteuerten Lernphasen — ein sogenanntes Combined-Learning-Modell, das Flexibilität mit direktem Austausch verbindet. Anbieter setzen auf Demo-Umgebungen in Azure, in denen Teilnehmende Konzepte unmittelbar ausprobieren. Jedes Modul schließt mit einem Praxisbeispiel ab, das konkrete Architekturfähigkeiten demonstriert. Teilzeit-Termine ermöglichen die Kombination mit dem Beruf; Vollzeit-Blöcke bieten eine intensivere Lernerfahrung für einen schnelleren Abschluss.
Die Weiterbildung umfasst fünf aufeinander aufbauende Module und hat durch die Breite des Stoffes (vier Microsoft-Lernpfade plus Architektur-Modul) einen erheblichen Zeitumfang. Anbieter strukturieren dies je nach Teilnahmeformat unterschiedlich — Teilzeit verteilt den Stoff über mehrere Monate, Vollzeit ermöglicht eine kompaktere Durchführung.
Teilnehmende erhalten nach erfolgreichem Abschluss ein trägerinternes Zertifikat, das die absolvierten Module dokumentiert. Die im Kurs behandelten Microsoft-Prüfungen AI-900, DP-100, AI-102 und AZ-700 sind externe Zertifizierungsprüfungen, die separat bei einem akkreditierten Microsoft-Testcenter abgelegt werden. Das Curriculum bereitet gezielt auf diese Prüfungen vor. Der Kurs enthält außerdem Grundlagenkurse zu Scrum Foundation, Scrum Master und Scrum Product Owner, die trägerintern zertifiziert werden.
Nutzen & Perspektiven
KI-Architekten, die auch Netzwerkarchitekturen kennen, sind auf dem Markt ausgesprochen rar. Die meisten Fachkräfte spezialisieren sich entweder auf KI-Entwicklung oder auf Cloud-Infrastruktur — wer beides beherrscht, kann Projekte end-to-end verantworten und in Teams brückenbildend wirken. Genau diese Kombination wird in der Stellenbeschreibung immer häufiger explizit gesucht. Azure ist die dominierende Cloud-Plattform in deutschen Unternehmen — von KMU bis Konzern. Die Microsoft-Zertifizierungspfade, auf die dieser Kurs vorbereitet (AI-900, DP-100, AI-102, AZ-700), sind international anerkannte Qualifikationsnachweise, die Personalverantwortliche kennen und in Stellenanzeigen konkret anfragen. Wer nach dem Kurs diese Prüfungen ablegt, verfügt über ein prüfbares Kompetenzprofil. Langfristig eröffnet das Profil Rollen als KI-Lösungsarchitekt, Azure Cloud Architect, ML Platform Engineer oder Connectivity-Spezialist in großen IT-Projekten — Positionen, die in der Vergütung und Verantwortung deutlich über reinen Entwicklerpositionen liegen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Microsoft-Prüfungen deckt der Kurs ab?
Der Kurs bereitet auf die Prüfungen AI-900 (Azure AI Fundamentals), DP-100 (Data Science Solutions with Azure ML), AI-102 (Azure AI Solutions) und AZ-700 (Azure Network Engineer Associate) vor. Die Prüfungen selbst werden separat bei einem akkreditierten Microsoft-Testcenter abgelegt.
Brauche ich Vorkenntnisse in Python oder Netzwerktechnik?
Python-Kenntnisse sind für die DP-100-Inhalte hilfreich, aber keine zwingende Voraussetzung — das Curriculum ist so aufgebaut, dass auch Teilnehmende mit wenig Python-Erfahrung folgen können. Grundlegende Netzwerkkenntnisse erleichtern den Einstieg in das AZ-700-Modul spürbar.
Was unterscheidet diesen Kurs von einem reinen KI-Kurs?
Die Zusatzqualifikation im Bereich Azure Connectivity stellt sicher, dass Absolventinnen und Absolventen KI-Systeme nicht nur entwickeln, sondern auch netzwerkseitig absichern und produktiv betreiben können. Diese Kombination aus KI-Kompetenz und Netzwerkarchitektur ist auf dem Markt besonders gefragt.
Kann ich den Kurs in Teilzeit absolvieren?
Ja. Anbieter offerieren sowohl Vollzeit- als auch Teilzeit-Varianten. Teilzeit verteilt die Inhalte auf mehrere Monate und lässt sich gut mit einer bestehenden Berufstätigkeit kombinieren, ohne auf Inhalte verzichten zu müssen.
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