Überblick
Die Verwaltung von Daten ist keine Randbedingung für KI-Projekte, sondern ihr Fundament. Ohne zuverlässige Speichersysteme, klar strukturierte Dateiserver und sicher konfigurierte Zugriffsrechte scheitern selbst gut trainierte Modelle in der Praxis. Diese Weiterbildung kombiniert deshalb KI-Architektur auf Azure mit der konkreten Infrastrukturkompetenz für Windows-Server-basierte Speicher- und Datenverwaltung. Teilnehmende erarbeiten, wie KI-Dienste und Cloud-Workloads nahtlos mit On-Premise-Datenquellen zusammenwachsen — und wie die Infrastruktur dafür sicher, performant und wartbar aufgesetzt wird. Die Zusatzqualifikation (Modul 4) greift dabei direkt auf AZ-801 zurück, den offiziellen Microsoft-Pfad für fortgeschrittene Windows-Server-Administration.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Architektur moderner KI-Systeme: Der erste Block legt das konzeptionelle Fundament. Teilnehmende verstehen, wie sich heutige KI-Systemlandschaften aufbauen: welche Schichten es gibt, wie Daten durch Pipelines fließen und wo Cloud-Dienste mit On-Premise-Infrastrukturen zusammentreffen. Ein Leitprojekt — Planung einer hybriden KI-Architektur mit Azure-Diensten und lokalen Datenquellen — zieht sich durch diesen Baustein.
- Bestandteile einer modernen KI-Systemarchitektur
- Datenpipelines: Datenerfassung, Transformation, Modellbereitstellung
- Hybride Cloud-Architekturen und Integrationsmuster
- Governance-Anforderungen und ethische Grundsätze für KI-Systeme
- Sicherheitskonzepte: Datenschutz, Zugriffskontrolle, Audit-Trails
- Grundprinzipien von Responsible AI im Unternehmenskontext
Modul 2 — AI-102: Azure AI Engineer Associate: Dieser Baustein überführt das architektonische Wissen in konkretes Entwicklungs-Know-how. Schwerpunkt ist die Arbeit mit dem breiten Ökosystem der Azure AI Services — von Spracherkennung über maschinelles Sehen bis zur Integration von Azure OpenAI in bestehende Unternehmensanwendungen.
- Entwicklung von KI-Applikationen mit Azure Cognitive Services
- Sprach-, Text- und Bildverarbeitungsdienste konfigurieren und einsetzen
- Azure OpenAI: Modellauswahl, API-Integration, Prompt-Design
- Skalierung und Absicherung von KI-Workloads in Azure
- Authentifizierung, Schlüsselverwaltung und Netzwerksicherheit für AI-Endpunkte
- Monitoring und Logging für produktive KI-Anwendungen
Modul 3 — SC-100: Microsoft Cybersecurity Architect Expert: Sicherheitsarchitektur ist für KI-Systeme keine optionale Schicht, sondern Bestandteil des Designs. Dieses Modul vermittelt, wie umfassende Sicherheitskonzepte für hybride KI-Landschaften entwickelt werden — mit besonderem Augenmerk auf Zero Trust, Zugriffskontrolle und die Absicherung sensibler Modell- und Trainingsdaten.
- Zero-Trust-Architektur: Prinzipien, Umsetzungsstrategien, Kontrollebenen
- Sicherheits- und Governance-Frameworks für hybride Cloud-Umgebungen
- Identitätszentrierte Sicherheit mit Microsoft Entra ID und Conditional Access
- Risikoanalyse und Bedrohungsmodellierung für KI-Infrastrukturen
- Automatisierung von Sicherheitsmaßnahmen (Defender for Cloud, Sentinel)
- Compliance und Auditierbarkeit in regulierten Branchen
Modul 4 — AZ-801: Windows Server Hybrid Administrator (Advanced Services) — Zusatzqualifikation Dateiserver und Speicherverwaltung: Dies ist der spezialisierende Kernbaustein. Teilnehmende erarbeiten, wie unter Windows Server hybride Speicherinfrastrukturen geplant, aufgebaut und dauerhaft sicher betrieben werden — mit direktem Bezug auf die Anforderungen, die KI- und ML-Datenprojekte an Speichersysteme stellen.
- Implementierung von Dateiservern: DFS, File Server Resource Manager, Zugriffskontrollen
- Storage Spaces Direct: Aufbau, Konfiguration und Monitoring hyperkonvergenter Speicher
- Volumes, Cluster-Shared-Volumes und Replikationsmechanismen für Hochverfügbarkeit
- Integration von On-Premise-Dateifreigaben mit Azure File Sync und Azure Arc
- Backup-Konzepte: Azure Backup für Windows Server, Recovery-Strategien
- Performanceanalyse und Kapazitätsplanung für datenintensive ML-Workloads
Modul 5 — Integration von KI-Architektur und Serverinfrastruktur: Im Abschlussmodul werden alle erlernten Kompetenzen in einem kohärenten Architekturprojekt zusammengeführt. Teilnehmende entwickeln ein vollständiges Konzept für eine hybride KI-Umgebung, das sowohl die Azure-seitige KI-Komponente als auch die Windows-Server-basierte Datenhaltung umfasst.
- Architekturdesign: Azure-KI-Dienste und Windows-Server-Speicher als integriertes System
- Orchestrierung von Datenflüssen zwischen Dateiserver, Azure Storage und ML-Pipelines
- Betriebskonzept: Monitoring, Alerting und Kapazitätsmanagement in hybrider Umgebung
- Sicherheitsvalidierung: Zugriffsrechte, Verschlüsselung und Auditierung im Gesamtsystem
- Dokumentation und Abschlusspräsentation des Architekturkonzepts
Praxis-Block — Hybride KI- und Speicherinfrastrukturen aufbauen
- Planung einer hybriden Architektur auf dem Papier: Dienste, Netzwerksegmente, Datenflüsse
- Konfiguration eines Dateiservers mit DFS-Namespace und FSRM-Kontingenten
- Aufbau einer Storage-Spaces-Direct-Testumgebung und Validierung der Replikation
- Integration des Dateiservers mit Azure File Sync für transparente Cloud-Tiering-Szenarien
- Entwicklung einer KI-Anwendung mit Azure Cognitive Services und Anbindung an lokale Dateifreigaben
- Implementierung eines Zero-Trust-Zugriffsmodells für die KI-Infrastruktur
- Backup-Konfiguration und simuliertes Recovery für kritische ML-Datensätze
- Monitoring-Dashboard in Azure Monitor für hybride Speicher- und KI-Workloads
- Sicherheitsaudit der Gesamtarchitektur: Identifizierung offener Angriffsvektoren
- Erstellung eines Betriebshandbuchs für die hybride Umgebung
- Architekturpräsentation mit Entscheidungsgrundlagen für Management und IT-Team
- Peer-Review anderer Architekturkonzepte mit strukturiertem Feedback
Das Combined-Learning-Format ermöglicht, die intensive Laborarbeit — besonders für die Windows-Server-Module — flexibel in den Berufsalltag zu integrieren. Der Kurs wird überwiegend in Vollzeit durchgeführt, eine Teilzeitvariante ist verfügbar. Das Programm bereitet auf die Microsoft-Prüfungen AI-102 (Azure AI Engineer Associate), SC-100 (Cybersecurity Architect Expert) und AZ-801 (Windows Server Hybrid Administrator) vor. Diese Prüfungen werden bei akkreditierten Microsoft-Testcentern abgelegt. Ergänzend wird ein trägerinternes Lehrgangszertifikat ausgestellt.
Lernziele:
- Hybride KI-Architekturen entwerfen, die Azure-Dienste mit On-Premise-Systemen verbinden
- KI-Anwendungen mit Azure Cognitive Services, Azure OpenAI und Speech-/Vision-Diensten entwickeln
- Sicherheitsarchitekturen für KI- und Cloud-Umgebungen nach Zero-Trust-Prinzip planen
- Dateiserver und Storage Spaces unter Windows Server implementieren und verwalten
- Volumes, Cluster und Replikationsmechanismen für hohe Verfügbarkeit konfigurieren
- Backup-, Monitoring- und Recovery-Konzepte für hybride Datenumgebungen aufsetzen
- Datenpipelines zwischen Azure Storage und Windows-Server-Dateifreigaben koordinieren
- Identitätsmanagement mit Microsoft Entra ID für KI-Zugriffsszenarien einrichten
- Sicherheitsrichtlinien und Risikoanalysen für KI-Infrastrukturen dokumentieren
- Compliance-Anforderungen für Daten in hybriden Umgebungen bewerten und umsetzen
- On-Premise/Cloud-Integrationsszenarien auf Basis von Azure Arc und Azure File Sync konzipieren
- Abschlussprojekte mit Architekturdiagrammen und technischen Konzepten präsentieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Programm richtet sich an technisch erfahrene Fachkräfte, die an der Schnittstelle von KI-Architektur und klassischer IT-Infrastruktur arbeiten oder dorthin wechseln wollen. Dazu gehören
- IT-Architektinnen und -Architekten mit Cloud- oder On-Premise-Background
- Systemadministratorinnen und -administratoren, die Windows-Server-Kenntnisse mit KI-Kompetenz verbinden wollen
- KI-Entwicklerinnen und -Entwickler, die Infrastrukturverantwortung übernehmen sollen
- Data Scientists, die verstehen wollen, wie ihre Datenpipelines physisch abgesichert werden
- IT-Verantwortliche, die hybride Dateninfrastrukturen für ML-Projekte verantworten
Grundkenntnisse in IT-Netzwerken, Cloud Computing und KI-Anwendungen sind erforderlich. Eine vorherige Belegung von Azure Fundamentals (AZ-900) und Kenntnisse in Python werden empfohlen, um den Einstieg in die Azure-AI-Module zu erleichtern. Erfahrung in der Windows-Server-Administration ist ein deutlicher Vorteil für Modul 4, aber keine formale Voraussetzung. Teilnehmende sollten bereit sein, technische Laborumgebungen eigenständig zu konfigurieren.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet instruktionsbasierte Online-Lehreinheiten mit umfangreichen Hands-on-Laborphasen in virtuellen Umgebungen. Für die Windows-Server-Module stehen dedizierte Lab-Instanzen bereit, in denen Konfigurationsaufgaben in Echtzeit ausgeführt werden. Azure-seitige Übungen nutzen Sandbox-Subscriptions. Die abschließenden Module sind stärker projektorientiert: Teilnehmende erarbeiten ein Architekturkonzept, das sie gegenüber der Gruppe verteidigen — eine Vorbereitung auf reale Architekturdiskussionen im Berufsalltag.
Das Programm ist auf Vollzeitdurchführung ausgelegt, wobei eine Teilzeitvariante verfügbar ist. Der Gesamtumfang ergibt sich aus drei Microsoft-Zertifizierungsmodulen plus dem Architektureinführungs- und Integrationsbaustein. Die Zeit für Praxisprojekte und Laborarbeit ist explizit eingeplant und in der Gesamtdauer enthalten. Alle Module können deutschlandweit online absolviert werden.
Das Programm führt zu den Microsoft-Zertifikaten AI-102 (Azure AI Engineer Associate), SC-100 (Cybersecurity Architect Expert) und AZ-801 (Windows Server Hybrid Administrator). Prüfungen werden extern bei akkreditierten Testcentern abgelegt; die inhaltliche Vorbereitung ist vollständig im Curriculum integriert. Zusätzlich erhalten Absolventinnen und Absolventen ein trägerinternes Lehrgangszertifikat.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination aus KI-Entwicklung und Windows-Server-Infrastruktur klingt für manche ungewöhnlich — dabei beschreibt sie präzise den Alltag vieler IT-Architektinnen und -Architekten in mittelständischen Unternehmen, die ihre ML-Workloads nicht vollständig in die Cloud verlagern können oder wollen. Hybride Architekturen, bei denen sensible Daten On-Premise auf Windows-Servern verbleiben, aber Azure-KI-Dienste für die Verarbeitung genutzt werden, sind in der Praxis weit verbreitet. Microsoft SC-100 ist einer der anspruchsvollsten Architektur-Pfade im Microsoft-Zertifizierungsuniversum. Wer diesen Nachweis zusammen mit AI-102 und AZ-801 vorweist, signalisiert eine breite und vertiefte Infrastrukturkompetenz — von der KI-Schicht bis zur physischen Datenhaltung. Das ist ein Profil, das auf dem Stellenmarkt für Senior-IT-Architekten und IT-Leiter zunehmend gefragt ist. Das Abschlussprojekt, in dem eine vollständige hybride KI- und Speicherinfrastruktur konzipiert und präsentiert wird, ist nicht nur Prüfungsformat, sondern praxisnahe Vorbereitung. Wer dieses Konzept strukturiert verteidigen kann, ist auch für echte Architektur-Reviews in Unternehmens-IT-Projekten gerüstet.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum verbindet dieses Programm KI-Architektur mit Windows-Server-Speicherverwaltung?
Viele Unternehmen betreiben hybride Umgebungen, in denen sensible Daten auf On-Premise-Windows-Servern verbleiben, KI-Dienste aber in Azure laufen. Die Fähigkeit, beide Welten zu verbinden — Dateiserver, Speicherinfrastruktur und Azure-KI-Dienste — ist eine in der Praxis häufig gesuchte, aber selten abgedeckte Kombination.
Welche Microsoft-Prüfungen kann ich nach diesem Kurs ablegen?
Das Programm bereitet auf AI-102 (Azure AI Engineer Associate), SC-100 (Cybersecurity Architect Expert) und AZ-801 (Windows Server Hybrid Administrator — Advanced Services) vor. Die Prüfungen finden bei akkreditierten Microsoft-Testcentern statt.
Ist der SC-100 wirklich Teil dieses Programms?
Ja. SC-100 ist der anspruchsvolle Cybersecurity-Architect-Pfad bei Microsoft. Er ist hier bewusst integriert, weil KI-Architektinnen und -Architekten, die hybride Infrastrukturen verantworten, zwingend Sicherheitsarchitektur-Kompetenz benötigen — insbesondere für die Absicherung sensibler Trainingsdaten.
Brauche ich vor Kursbeginn Windows-Server-Erfahrung?
Praktische Erfahrung mit Windows Server ist ein deutlicher Vorteil für Modul 4, aber keine formale Zulassungsbedingung. Empfohlen werden Grundkenntnisse in IT-Netzwerken und Cloud Computing sowie idealerweise eine vorherige Belegung von Azure Fundamentals (AZ-900).
In welchem Format findet der Kurs statt?
Der Kurs nutzt das Combined-Learning-Format mit Online-Lehreinheiten und Hands-on-Laborphasen in virtuellen Umgebungen. Er wird überwiegend in Vollzeit durchgeführt; eine Teilzeitvariante ist verfügbar. Alle Module sind deutschlandweit online absolvierbar.
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