Überblick
Künstliche Intelligenz entfaltet ihren Wert erst, wenn ihre Ergebnisse dort ankommen, wo Entscheidungen getroffen werden. Das ist der Kern dieser Weiterbildung: Sie verbindet die technische Seite der KI-Entwicklung mit der Fähigkeit, Daten und Modellausgaben verständlich zu visualisieren. Das Programm führt durch vier voneinander abhängige Themenbereiche – von der Architektur datengetriebener KI-Systeme über die Entwicklung von KI-Modellen mit Azure Cognitive Services (AI-102) und Power Platform (PL-100) bis hin zur Erstellung aussagekräftiger Power-BI-Dashboards als Zusatzqualifikation. Die Besonderheit dieses Programms liegt in der Verknüpfung: Es geht nicht darum, Power BI als isoliertes Werkzeug zu erlernen, sondern zu verstehen, wie Dashboards mit KI-Modellausgaben und Datenpipelines zusammenarbeiten. Wer diesen Kurs abschließt, hat ein Kompetenzprofil, das sowohl auf der Entwicklungs- als auch auf der Kommunikationsseite datengetriebener Systeme anschlussfähig ist.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – KI-Architektur und Datenintegration Dieser Einstiegsblock legt das konzeptuelle Fundament für alle weiteren Module. Teilnehmende lernen, wie moderne KI-Systeme strukturiert sind und welche Rolle Datenpipelines, Datenqualität und Cloud-Infrastruktur bei ihrer Funktionsfähigkeit spielen. Besonderes Gewicht liegt auf den Schnittstellen zwischen verschiedenen Azure-Diensten und ihrer Verbindung zu Power BI.
- Architekturmuster für KI-gestützte Systeme in der Cloud
- Datenintegration: Quellen, Transformationen, Zieldienste
- Governance und Datensicherheit in hybriden KI-Architekturen
- Rollen und Zuständigkeiten in KI-Projekten
- Aufbau einer Azure-Datenpipeline als Grundlage für Power-BI-Berichte
- Überblick über Azure-Dienste, die in diesem Programm genutzt werden
Modul 2 – Microsoft AI-102: Azure AI Engineer Associate Der zweite Block bildet den technischen Kern des Programms. Auf Basis der Anforderungen der AI-102-Prüfung lernen Teilnehmende, wie KI-Lösungen mit Azure Cognitive Services und Azure OpenAI entwickelt, konfiguriert und für den produktiven Einsatz bereitgestellt werden. Das Praxisbeispiel verbindet eine KI-App direkt mit einer Power-BI-Visualisierung – die Brücke zwischen den Modulen wird hier sichtbar.
- Azure Cognitive Services: Sprache, Bild, Formularerkennung, Entitätsextraktion
- Azure Machine Learning: Modelltraining, Evaluation, Deployment
- Azure OpenAI: Prompt-Engineering, API-Integration, Einsatzbereiche
- Monitoring von KI-Modellen nach dem Deployment
- Integration von Modellausgaben in Azure Synapse Analytics und Power BI
- Responsible AI: Fairness, Interpretierbarkeit, Compliance
Modul 3 – Microsoft PL-100: Power Platform App Maker (optional) Dieses Modul erweitert das Kompetenzprofil um die Low-Code-Seite: Teilnehmende lernen, mit Power Apps und Power Automate Anwendungen und Workflows zu erstellen, die KI-Dienste mit BI-Darstellungen verbinden. Es zeigt, wie automatisierte Berichtsprozesse aufgebaut werden können, ohne klassische Softwareentwicklung zu erfordern.
- Aufbau von Canvas-Apps und modellgesteuerten Apps in Power Apps
- Datenquellen verbinden: Dataverse, SharePoint, Azure SQL, externe APIs
- Power Automate: Flows für automatisierte Berichterstellung und KI-Trigger
- Verbindung von Power BI mit Power Apps für interaktive Analyseoberflächen
- Berechtigungsmanagement und Rollentrennung in der Power Platform
- Entwicklung einer automatisierten Berichtsroutine als Praxisaufgabe
Modul 4 – Microsoft Power BI Fundamentals (Zusatzqualifikation) Die Power-BI-Zusatzqualifikation schließt das Programm auf der Visualisierungsebene ab. Teilnehmende erwerben praxisorientierte Kenntnisse in der Erstellung von Dashboards, die sowohl statische Analysen als auch KI-gestützte Echtzeitdaten darstellen. Der Schwerpunkt liegt auf nachvollziehbarer, zielgruppengerechter Gestaltung.
- Datenimport aus verschiedenen Quellen: Excel, SharePoint, Azure SQL, REST-APIs
- Datenmodellierung im Power-BI-Datenmodell: Beziehungen, Hierarchien, berechnete Tabellen
- DAX-Grundlagen: SUM, CALCULATE, FILTER, DATESINPERIOD und weitere
- Visuelle Gestaltung: Auswahl geeigneter Diagrammtypen, Farbgebung, Interaktivität
- KPI-Dashboard mit Echtzeitdaten aus Azure als zentrales Praxisbeispiel
- Veröffentlichung, Abonnements und Zugriffssteuerung im Power BI Service
Praxisprojekte und angewandte Szenarien Die vier Module werden durch ein durchgängiges Abschlussprojekt verbunden, in dem Teilnehmende eine vollständige, integrierte Lösung entwickeln.
- Aufbau einer Datenpipeline von einer Azure-Datenquelle über einen KI-Dienst bis zu einem Power-BI-Dashboard
- Entwicklung einer KI-App mit Azure Cognitive Services und Einbindung der Ergebnisse in einen Power-BI-Bericht
- Automatisierung einer Berichtskette mit Power Automate
- Gestaltung eines KPI-Dashboards für eine fiktive Unternehmensführung mit Echtzeitdaten
- Präsentation der End-to-End-Lösung und Dokumentation der Architekturentscheidungen
- Sicherheits- und Zugriffskonzept für das entwickelte System
Das Abschlussprojekt integriert alle vier Module und macht den Lernfortschritt für Teilnehmende und für potenzielle Arbeitgeber sichtbar. Die Fähigkeit, eine integrierte Lösung zu entwickeln und zu erklären, ist in der Praxis oft wertvoller als Einzelkenntnisse in isolierten Werkzeugen.
Lernziele:
- Architekturen datengetriebener KI-Systeme in Azure verstehen und skizzieren
- Azure Cognitive Services und Azure Machine Learning für die Entwicklung und den Einsatz von KI-Modellen einsetzen
- Azure OpenAI-Dienste in eigene Applikationen integrieren
- Datenpipelines zwischen Azure-KI-Komponenten und Power BI konzipieren und aufbauen
- Low-Code-Anwendungen und automatisierte Workflows mit Power Apps und Power Automate erstellen
- Power BI Desktop für Datenimport, Modellierung und Visualisierung nutzen
- DAX-Berechnungen für Kennzahlen und Measures erstellen
- KPI-Dashboards mit Echtzeit-Datenbindung gestalten und im Power BI Service veröffentlichen
- Sicherheits- und Governance-Anforderungen in integrierten KI-BI-Architekturen umsetzen
- End-to-End-Szenarien von der Datenquelle bis zur Entscheidungsunterstützung dokumentieren und präsentieren
- Monitoring und Betrieb von Azure-KI-Anwendungen nach dem Deployment verantworten
- Berichts- und Automatisierungsprozesse mit der Power Platform optimieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung eignet sich für Personen, die bereits Grundkenntnisse in Cloud-Technologien oder Datenverarbeitung mitbringen und ihr Profil in Richtung KI-Entwicklung und Business Intelligence ausbauen möchten.
- KI-Architektinnen und KI-Architekten in Ausbildung, die ihren Kompetenzbereich um Visualisierung erweitern
- Data Scientists und Analysten, die KI-Ergebnisse direkt in Berichtssysteme integrieren wollen
- IT-Berater und Solution Architects, die ganzheitliche datengetriebene Systemlösungen entwerfen
- Business Analysts mit Interesse an KI-gestützten Dashboards und Automatisierung
- Fachkräfte, die in ihren Unternehmen die Brücke zwischen Datenteam und Entscheidungsebene bauen sollen
Grundkenntnisse in Datenverarbeitung oder Cloud-Technologien sind empfohlen. Hilfreiche Vorkurse sind Azure Fundamentals (AZ-900) und ein einführender Python-Kurs. Power-BI-Vorkenntnisse sind nicht erforderlich; der Kurs beginnt in diesem Bereich bei den Grundlagen.
Ablauf & Abschluss
Das Programm nutzt das Combined-Learning-Format: theoretische Konzeptvermittlung in betreuten Online-Einheiten wird konsequent durch praktische Laborphasen ergänzt, in denen Teilnehmende in Azure-Umgebungen und Power BI Desktop arbeiten. Das Abschlussprojekt wird im letzten Modulblock begonnen und kann begleitend zu den regulären Kurseinheiten weiterentwickelt werden. Kurssprache ist in der Regel Deutsch; englischsprachige Lernmaterialien zu den Prüfungsinhalten sind ergänzend verfügbar. Die Teilnahme ist deutschlandweit online möglich, in Voll- und Teilzeitvariante.
Die Gesamtdauer hängt von der gewählten Durchführungsform ab. Die Vollzeitvariante ermöglicht einen konzentrierten Durchlauf; die Teilzeitoption verteilt die Inhalte auf einen längeren Zeitraum und lässt sich mit Berufstätigkeit verbinden.
Nach dem Kursabschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Lehrgangs-Zertifikat. Für die Prüfungsbestandteile AI-102 (Azure AI Engineer Associate) und PL-100 (Power Platform App Maker) können externe Microsoft-Prüfungen bei einem akkreditierten Testcenter abgelegt werden. Die Power-BI-Zusatzqualifikation dokumentiert die erworbenen Kenntnisse im BI-Bereich gesondert. Alle Microsoft-Prüfungszertifikate werden von Microsoft ausgestellt.
Nutzen & Perspektiven
Die Verbindung von KI-Entwicklung und Business Intelligence in einem einzigen Programm ist selten. Üblicherweise werden diese Kompetenzen separat erworben – was dazu führt, dass viele KI-Projekte an der Schnittstelle zwischen Modell und Bericht steckenbleiben. Wer beide Seiten beherrscht, kann in interdisziplinären Teams mehr beitragen und Lösungen liefern, die nicht nur funktionieren, sondern auch genutzt werden. Die in diesem Kurs aufgebauten Kompetenzen – Azure Cognitive Services, Power BI, Power Platform, Datenpipelines – sind in der Stellenlandschaft für datengetriebene Rollen gut dokumentiert. Das Programm qualifiziert gezielt für Aufgaben, die am Schnittpunkt von KI-Entwicklung, Datenarchitektur und Entscheidungsunterstützung liegen – ein Profil, das in Unternehmen mit wachsenden Datenambitionen stark nachgefragt wird. Die Zusatzqualifikation Power BI ist nicht bloß eine ergänzende Fähigkeit, sondern das entscheidende Kommunikationswerkzeug zwischen technischen Teams und dem Management. Wer KI-Ergebnisse nicht vermitteln kann, hat die halbe Arbeit getan. Dieser Kurs schließt diese Lücke gezielt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist die Zusatzqualifikation Power BI Fundamentals?
Sie ist ein eigenständiger Lernblock innerhalb des Programms, der gezielt die Grundlagen und praxisnahe Anwendung von Power BI vermittelt. Teilnehmende lernen, Daten zu modellieren, Berichte zu gestalten und Dashboards zu veröffentlichen – als Ergänzung zur KI-Architekt-Kernausbildung.
Brauche ich Programmierkenntnisse für diesen Kurs?
Grundkenntnisse sind hilfreich, aber kein striktes Muss. Die Kurs-Inhalte bauen konzeptuelle Verständnis auf; die Laborübungen zu Azure AI nutzen jedoch häufig Code-Beispiele. Wer Python-Grundlagen mitbringt, kommt leichter durch die Azure-ML-Abschnitte.
Ist das Modul PL-100 verpflichtend?
Das Quellmaterial kennzeichnet PL-100 als optionales Modul. Es erweitert das Kompetenzprofil um Low-Code-Automatisierung, ist aber kein harter Bestandteil des Kerncurriculums. Ob es belegt wird, hängt von den eigenen Berufszielen ab.
Welche Prüfungen kann ich nach dem Kurs ablegen?
Prüfungsvorbereitung enthält dieser Kurs für AI-102 (Azure AI Engineer Associate) und PL-100 (Power Platform App Maker). Diese Microsoft-Prüfungen werden bei akkreditierten Testcentern abgelegt und sind von Microsoft zertifiziert. Für die Power-BI-Inhalte gibt es ebenfalls eine eigene Microsoft-Prüfung (PL-300), die als weiterführende Option angestrebt werden kann.
Für welche Berufsbilder qualifiziert dieses Programm?
Das Programm bereitet auf Rollen an der Schnittstelle von KI und Business Intelligence vor – etwa als Azure AI Engineer, KI-Architekt, Solution Architect mit Datenfokus oder als Business Analyst mit technischer KI-Kompetenz.
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