Überblick
KI-Systeme skalieren schnell, aber regulatorische Anforderungen, Sicherheitsrisiken und Compliance-Verpflichtungen skalieren mit. Wer KI-Architekturen entwirft und dabei Sicherheitsrichtlinien, Datenschutzvorgaben und behördliche Standards vernachlässigt, riskiert nicht nur technische Schulden, sondern rechtliche und reputationelle Konsequenzen. Diese Weiterbildung verbindet technisch tiefes KI-Architekturwissen mit einer praxisnahen Zusatzqualifikation in Sicherheit und Compliance. Teilnehmende lernen, sichere KI-Systeme auf Azure zu designen, Compliance-Richtlinien wie ISO 27001 und GDPR zu berücksichtigen und im Ernstfall Sicherheitsvorfälle im KI-Umfeld zu erkennen und zu beheben. Das Programm ist für IT-Fachkräfte und KI-Interessierte konzipiert, die den strategisch-technischen Überblick mit regulatorischer Tiefe verbinden wollen.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul basiert auf dem AI-900-Curriculum und führt in Azure AI Services, maschinelles Lernen und die Governance-Aspekte von KI ein. Praxisbeispiel: Aufbau eines KI-Chatbots mit Governance-Anforderungen.
- Azure AI Services und ihre Anwendungsgebiete
- Grundlagen des maschinellen Lernens in Azure: Wie Modelle trainiert und eingesetzt werden
- Responsible AI: Fairness, Datenschutz, Zuverlässigkeit und Inklusivität
- Cognitive Services im Überblick: Sprach-, Bild- und Textverarbeitung
- Governance-Aspekte beim Chatbot-Design: Zugriffskontrollen, Auditierbarkeit, Datenspeicherung
- Bewertung von KI-Architekturen nach Skalierbarkeit, Wartbarkeit und Sicherheit
Das zweite Modul orientiert sich am DP-100-Curriculum und vertieft Data Science und Modell-Deployment in Azure. Praxisbeispiel: Aufbau eines Prognosemodells mit integrierten Sicherheitsrichtlinien.
- Einführung in Azure Machine Learning: Workspace, Experimente, Pipelines
- Datenaufbereitung und Feature Engineering für sichere ML-Workflows
- Modelltraining und Hyperparameter-Tuning in Azure
- Deployment und Monitoring: Modelle in Produktion bringen und überwachen
- Sicherheitsrichtlinien im ML-Deployment: Authentifizierung, Verschlüsselung, Zugriffsprotokolle
- Modell-Governance: Versionierung, Rollback und Auditierbarkeit
Das dritte Modul deckt die AI-102-Inhalte ab und behandelt den praxisnahen Einsatz von Cognitive Services, NLP und Computer Vision. Praxisbeispiel: Virtueller Assistent mit Zugriffs- und Compliance-Regeln.
- Natural Language Processing mit Azure Cognitive Services: Sprachverständnis, Entitäten, Sentimentanalyse
- Computer Vision: Objekterkennung, OCR, Bildklassifizierung in Azure
- Conversational AI mit dem Bot Framework
- Integration von Responsible-AI-Prinzipien in laufende Systeme
- Zugriffs- und Compliance-Regeln in virtuellen Assistenten technisch umsetzen
- Testszenarien für NLP- und Computer-Vision-Lösungen entwickeln
Das vierte Modul erschließt die EXIN-Information-Security-Foundation-Inhalte und legt das regulatorische Fundament. Praxisbeispiel: Entwurf eines ISO-27001-konformen Sicherheitskonzepts für eine KI-Architektur.
- Grundlagen der Informationssicherheit: Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit
- Standards im Überblick: ISO 27001, GDPR, NIST Cybersecurity Framework
- Risikomanagement in KI-Projekten: Bedrohungen identifizieren, bewerten, priorisieren
- Richtlinien für den sicheren Betrieb von KI-Systemen in Unternehmen
- GDPR-Anforderungen an KI-Systeme: Datensparsamkeit, Zweckbindung, Betroffenenrechte
- Sicherheitskonzept entwickeln: Struktur, Inhalte, Abnahmekriterien
Das fünfte Modul basiert auf dem CertNexus-CyberSec-First-Responder-Curriculum und behandelt die Reaktion auf Sicherheitsvorfälle im KI-Kontext. Praxisbeispiel: Sicherheitsvorfall in einer Azure-KI-Umgebung erkennen und beheben.
- Incident Detection: Anomalien in KI-Systemen und Cloud-Infrastruktur erkennen
- Incident-Response-Prozess: Klassifizierung, Eindämmung, Behebung, Nachsorge
- Risikoanalyse und Eskalationsverfahren bei Sicherheitsvorfällen
- Best Practices für Cloud Security in KI-Umgebungen
- Angriffsvektoren auf KI-Systeme: Adversarial Attacks, Data Poisoning, Model Stealing
- Forensische Grundlagen: Digitale Spuren sichern und dokumentieren
Praxisteil – Sicherheitsarchitektur für KI-Systeme Alle fünf Modulkenntnisse werden in einem integrativen Praxisteil zusammengeführt.
- Azure-KI-Architektur entwerfen: Komponenten, Datenflüsse, Sicherheitsebenen skizzieren
- Sicherheits- und Compliance-Plan für eine KI-Implementierung erstellen
- Governance-Struktur für ein KI-Vorhaben dokumentieren
- Risikoregister für ein fiktives KI-Projekt entwickeln
- Chatbot mit Compliance-Anforderungen technisch spezifizieren
- ISO-27001-Sicherheitskonzept für eine KI-Anwendung ausarbeiten
- Incident-Response-Übung: Szenarien durchspielen und Entscheidungen dokumentieren
- KI-Risikobewertung für eine Führungspräsentation aufbereiten
- Data-Poisoning-Angriff simulieren und Abwehrstrategien ableiten
- Datenschutz-Folgenabschätzung für ein KI-System strukturieren
- EU AI Act: Risikoklassifizierung einer fiktiven KI-Anwendung vornehmen
- Modulübergreifende Fallstudie: Sichere KI-Architektur von der Konzeption bis zur Auditdokumentation
Die Kombination aus technischer KI-Kompetenz und regulatorischem Wissen ist am Markt selten und entsprechend gefragt. Während viele KI-Qualifikationen entweder sehr technisch (Modellentwicklung) oder sehr konzeptuell (KI-Strategie) ausgerichtet sind, füllt diese Weiterbildung die Lücke dazwischen: fundiertes technisches Verständnis plus Compliance-Tiefe. Sicherheit in KI-Systemen ist kein nachträglicher Gedanke, sondern muss von Anfang an in die Architektur eingebaut werden. Wer diesen Grundsatz versteht und umsetzt, ist in einer Position, KI-Projekte von der Konzeption bis zur Produktion sicher zu begleiten.
Lernziele:
Teilnehmende können nach Abschluss erklären, wie Azure AI Services konzeptionell und architektonisch zusammenarbeiten und wie Responsible-AI-Prinzipien in jede Systemebene eingebettet werden. Sie kennen die Methoden der Datenaufbereitung, des Feature Engineering und des Modell-Deployments in Azure Machine Learning. Sie sind in der Lage, Cognitive Services für NLP und Computer Vision in reale Lösungen zu integrieren und Zugriffs- sowie Compliance-Regeln technisch umzusetzen. Sie verstehen die wichtigsten Informationssicherheitsstandards – insbesondere ISO 27001, GDPR und das NIST-Framework – und können diese auf KI-Implementierungen anwenden. Sie wissen, wie Sicherheitsrisiken im KI-Umfeld erkannt, klassifiziert und eskaliert werden. Sie beherrschen Grundprinzipien des Incident-Response-Prozesses für Cloud- und KI-Systeme. Sie können ein Sicherheitskonzept für eine KI-Architektur entwerfen, das regulatorische Mindestanforderungen erfüllt. Sie sind für die Zertifizierungsprüfungen AI-900, DP-100, AI-102, EXIN Information Security Foundation und CertNexus CyberSec First Responder vorbereitet. Sie können Governance-Strukturen für KI-Systeme beschreiben und in Organisationen verankern. Sie sind in der Lage, KI-Risiken für Führungskräfte und Compliance-Beauftragte verständlich zu kommunizieren. Sie kennen gängige Angriffsvektoren auf KI-Systeme und wissen, wie man sie im Design adressiert. Sie verstehen, was der EU AI Act für die Entwicklung und den Betrieb von KI-Systemen bedeutet.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an IT-Fachkräfte, die über KI-Grundkenntnisse hinausgehen und sich auf Sicherheit, Compliance und Architektur von KI-Systemen spezialisieren wollen.
- IT-Fachkräfte und Systemarchitekten mit Interesse an KI-spezifischer Sicherheitsarchitektur
- Data Scientists und AI Engineers, die ihre Arbeit in regulierte Umgebungen einbetten müssen
- Sicherheitsbeauftragte, die KI-Systeme in ihre Sicherheitskonzepte integrieren sollen
- Compliance-Verantwortliche und Risk Manager, die KI-Risiken verstehen und steuern müssen
- Fachkräfte im Fortgeschrittenen- bis Profi-Niveau mit Grundkenntnissen in KI und Cloud-Architekturen
Grundkenntnisse in KI und Cloud-Architekturen erleichtern den Einstieg erheblich. Microsoft AZ-900 als Vorkurs ist empfehlenswert, aber nicht verpflichtend. Englischkenntnisse sind hilfreich, da einige Zertifizierungsprüfungen auf Englisch durchgeführt werden. Verständnis von grundlegenden Netzwerk- und IT-Sicherheitskonzepten ist nützlich. Der Kurs ist auf Fortgeschrittene und Profis ausgerichtet; Einsteiger ohne IT-Erfahrung sollten zunächst einen Grundlagenkurs belegen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet synchrone Intensivphasen mit selbstgesteuerten Praxisprojekten im Combined-Learning-Format. Jeder der fünf Modulblöcke enthält ein konkretes Praxisbeispiel, das in realitätsnahen Szenarien gelöst wird – von der Chatbot-Entwicklung über das Sicherheitskonzept bis zur Incident-Response-Übung. Der Kurs findet überwiegend in Vollzeit, teils auch in Teilzeit statt. Deutschlandweite Online-Teilnahme ist möglich.
Die Weiterbildung erstreckt sich über mehrere Wochen und deckt insgesamt fünf Zertifizierungsbausteine ab: AI-900, DP-100, AI-102, EXIN Information Security Foundation und CertNexus CyberSec First Responder. Die genauen Tages- und Stundenangaben richten sich nach dem gewählten Anbieter und Termin.
Teilnehmende bereiten sich im Kurs auf fünf Prüfungen vor: Microsoft AI-900, DP-100 (Azure Data Scientist Associate), AI-102 (Azure AI Engineer Associate), EXIN Information Security Foundation sowie CertNexus CyberSec First Responder (CFR). Die Zertifikate werden von den jeweiligen Herausgebern – Microsoft, EXIN und CertNexus – ausgestellt. Es handelt sich um international anerkannte Branchenzertifikate. Ergänzend erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Abschlussbescheinigung des durchführenden Bildungsträgers.
Nutzen & Perspektiven
Fünf aufeinander abgestimmte Zertifikate aus dem Azure-Ökosystem, der Informationssicherheit und dem Incident-Response-Bereich – das ist ein Qualifikationsprofil, das am Markt kaum in dieser Kombination zu finden ist. Wer KI-Architekturen sicher designen, in Compliance-Anforderungen einbetten und im Ernstfall souverän reagieren kann, ist für Unternehmen in stark regulierten Umgebungen besonders wertvoll: Banken, Versicherungen, Gesundheitswesen, öffentliche Verwaltung. Die Zusatzqualifikation in Sicherheit und Compliance macht den Unterschied gegenüber reinen KI-Technik-Kursen. Während andere Absolventen wissen, wie KI-Modelle trainiert werden, wissen Absolventen dieses Kurses auch, wie man sie sicher betreibt, dokumentiert und auditiert. Das ist in einer Zeit, in der der EU AI Act verbindliche Anforderungen an KI-Systeme stellt, keine Spezialität – es ist eine Grundvoraussetzung für professionelles KI-Engineering. Beruflich eröffnet diese Qualifikation Tätigkeiten als KI-Architekt, Cloud-Security-Spezialist, AI-Compliance-Manager oder Sicherheitsbeauftragter mit KI-Expertise. Die Kombination aus technischer Tiefe und regulatorischem Verständnis ist der Schlüssel zu Positionen, die Brücken zwischen Entwicklung, Betrieb und Governance schlagen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifikate bereitet der Kurs vor?
Der Kurs bereitet auf fünf Prüfungen vor: Microsoft AI-900, DP-100 (Azure Data Scientist Associate), AI-102 (Azure AI Engineer Associate), EXIN Information Security Foundation und CertNexus CyberSec First Responder (CFR). Die Zertifikate werden von den jeweiligen Herausgebern ausgestellt.
Was unterscheidet diesen Kurs vom allgemeinen KI-Techniken-Kurs?
Der KI-Techniken-Kurs legt ein breites methodisches Fundament zu Machine Learning und Deep Learning. Dieser Kurs geht einen Schritt weiter: Er verbindet KI-Architekturwissen gezielt mit Sicherheitsstandards, Compliance-Anforderungen und Incident Response – und deckt damit eine spezialisierte, strategisch-technische Rolle ab.
Muss ich Azure vorher kennen?
AZ-900 als Vorbereitung wird empfohlen, ist aber nicht verpflichtend. Grundkenntnisse in KI und Cloud-Architekturen erleichtern den Einstieg erheblich. Der Kurs beginnt mit dem AI-900-Baustein und baut Azure-Kenntnisse schrittweise auf.
Ist der Kurs auch für Sicherheitsbeauftragte ohne KI-Hintergrund geeignet?
Teilweise. Sicherheitsbeauftragte, die KI-Systeme in ihre Sicherheitskonzepte integrieren sollen, profitieren vom Kurs – sollten aber bereit sein, sich in die Azure-KI-Welt einzuarbeiten. Reines IT-Sicherheitswissen ohne jede KI-Affinität reicht nicht aus; idealerweise bringen Teilnehmende beides in Grundzügen mit.
Was bedeutet der EU AI Act konkret für Kursteilnehmende?
Der EU AI Act klassifiziert KI-Systeme nach Risikostufen und stellt verbindliche Anforderungen an Dokumentation, Transparenz und Auditierbarkeit. Im Kurs wird anhand eines Praxisbeispiels gezeigt, wie eine KI-Anwendung risikoklassifiziert wird und welche technischen und organisatorischen Maßnahmen daraus folgen.
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