Überblick
Lieferketten sind komplexer geworden — und die Anforderungen an Fachkräfte, die sie planen, steuern und optimieren, entsprechend gestiegen. Diese Weiterbildung verbindet drei Kernbereiche: die strategische und operative Seite des Supply Chain Managements, die praktische Arbeit mit SAP S/4HANA im Bereich Materials Management sowie den gezielten Einsatz von KI im Projektmanagement. Das Programm vermittelt kein isoliertes Einzelthema, sondern den gesamten Wirkungskreis moderner Beschaffungsprozesse — von der Einkaufsstrategie über die digitale Systemkompetenz bis zur KI-gestützten Projektsteuerung.
Kursinhalte & Lernziele
Das Modul Beschaffungsmanagement und Bestellabwicklung (ca. 4 Wochen) bildet die fachliche Grundlage für die gesamte Weiterbildung. Es behandelt sowohl die strategische Seite des Einkaufs — Marktanalyse, Lieferantenselektion, Verhandlungsführung — als auch die operative Bestellabwicklung und das Lager- und Materialmanagement.
- Strategische und operative Beschaffung inklusive Lager- und Materialmanagement
- Einsatz digitaler Beschaffungstools und moderner Einkaufssoftware
- Ausschreibung und Vergabe von Logistik- und Transportleistungen
- Rechtliche Grundlagen: Vertrags- und Zollrecht im Einkaufsumfeld
- Qualitäts- und Projektmanagement zur Sicherstellung der Lieferperformance
Das Modul SAP Power User für Geschäftsprozesse in S/4HANA (Fokus MM) (ca. 8 Wochen) ist das umfangreichste des Programms und vermittelt tiefgehende Systemkompetenz. Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen die SAP-Architektur kennen, navigieren in den relevanten Transaktionen und verstehen, wie Daten in der Beschaffung strukturiert und verwaltet werden. Ziel ist die Vorbereitung auf die SAP-Zertifizierungsprüfung.
- SAP S/4HANA-Architektur, Systemzugriff und Benutzeroberflächen verstehen
- Rolle und Aufgaben von Power Usern im SAP MM-Umfeld
- Prozesse und Datenmanagement in der Beschaffung systemseitig abbilden
- Beschaffungsvorgänge analysieren, optimieren und Automatisierungspotenziale nutzen
- Vorbereitung auf die SAP-FL/MM-Zertifizierungsprüfung
Das Modul KI-Engineering: KI-gestütztes Projektmanagement (ca. 4 Wochen) behandelt, wie KI konkret in den Projektalltag des Supply Chain Managements integriert werden kann. Neben einem grundlegenden Verständnis von KI-Technologien — von maschinellem Lernen bis zu vorausschauenden Analysemodellen — steht das praktische Prompt Engineering im Vordergrund. Gerade in der Beschaffung eröffnen KI-Werkzeuge Möglichkeiten zur automatisierten Lieferantenprüfung, Bedarfsprognose und Projektkommunikation.
- Grundlagen von KI und ihr Bezug zum Projektmanagement in der Lieferkette
- KI-Technologien und Lösungsansätze für Beschaffung und Logistik
- Prompt Engineering und Tools für SCM-typische Aufgaben
- Integration von KI in Steuerungs- und Entscheidungsprozesse der Beschaffung
- Automatisierungspotenziale im Einkaufsumfeld erkennen und einschätzen
Das Modul Supply Chain Management (ca. 4 Wochen) vertieft die strategische Perspektive und vermittelt, wie Unternehmen ihre Lieferketten ganzheitlich optimieren — unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit, Kosteneffizienz und digitaler Transformation. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Zusammenspiel von digitalem SCM und klassischen Logistikprozessen.
- Strategien und Strukturen im Supply Chain Management entwickeln und anpassen
- Digitale Lieferketten und E-SCM gestalten und steuern
- Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette verankern
- Kosten gezielt senken und Prozesse kontinuierlich verbessern
- Kennzahlen, Benchmarks und Controlling-Instrumente zur Leistungsmessung einsetzen
Das Modul Anfrage- und Einkaufsstrategien (ca. 4 Wochen) fokussiert auf die Verhandlungsebene und das strategische Lieferantenmanagement. Anhand konkreter Einkaufsszenarien werden Verhandlungstechniken, Marktanalysen und Kostenoptimierungsmaßnahmen erarbeitet. Nachhaltige und ethische Beschaffung gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung — rechtlich wie strategisch.
- Strategischer Einkauf und systematische Analyse von Beschaffungsmärkten
- Effiziente Gestaltung von Anfragen, Vergabeprozessen und Verhandlungsführung
- Lieferantenmanagement strukturiert aufbauen, bewerten und steuern
- Kostenkontrolle, Leistungsüberwachung und Optimierung im Beschaffungswesen
- Ethische Standards und nachhaltige Beschaffungsstrategien entwickeln und umsetzen
Lernziele:
- Strategische und operative Beschaffungsprozesse strukturieren und umsetzen
- Moderne Einkaufstools und digitale Beschaffungssysteme effizient nutzen
- Ausschreibungs- und Vergabeprozesse für Logistik- und Transportleistungen gestalten
- Rechtliche Grundlagen im Einkauf — insbesondere Vertrags- und Zollrecht — anwenden
- Qualitäts- und Projektmanagementmethoden zur Lieferperformance einsetzen
- SAP S/4HANA im Bereich Materials Management als Power User bedienen
- Beschaffungsprozesse in SAP analysieren, optimieren und automatisieren
- KI-Technologien im Projektalltag der Lieferkette identifizieren und integrieren
- Prompt Engineering für SCM-relevante Aufgaben einsetzen
- Nachhaltige und ethische Beschaffungsstrategien entwickeln
- Globale Lieferketten anhand von Kennzahlen und Controlling-Tools steuern
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Programm ist für Personen gedacht, die in der Beschaffung, Logistik oder im Supply Chain Management tätig sind oder gezielt in diesen Bereich wechseln wollen. Auch Kaufleute, die ihre Kenntnisse im SAP-Umfeld ausbauen und gleichzeitig KI-Kompetenz für das Projektmanagement aufbauen möchten, finden hier ein passendes Angebot.
- Einkäufer und Beschaffer, die SAP S/4HANA-Kompetenz aufbauen wollen
- Supply-Chain-Mitarbeitende, die KI-gestützte Projektmethoden einführen wollen
- Logistikfachkräfte mit Interesse an digitalisierten Beschaffungsprozessen
- Kaufmännische Quereinsteiger ins SCM-Umfeld
- Projektmanager, die im Beschaffungs- oder Logistikumfeld eingesetzt werden
Vorausgesetzt werden eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem kaufmännischen, logistischen oder technischen Bereich, ein Hochschulabschluss oder nachgewiesene Berufserfahrung. Grundlegende EDV-Kenntnisse sind notwendig; SAP-Vorkenntnisse sind hilfreich, aber kein Muss. Englischkenntnisse sind von Vorteil, da SAP-Dokumentationen und KI-Technologien häufig englischsprachig sind. Deutschkenntnisse auf kommunikativem Niveau sind erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung findet im Combined-Learning-Format statt, wobei Online-Lernmodule und angeleitete Präsenz- oder Videokonferenzphasen ineinandergreifen. Im SAP-Modul wird durchgehend mit einem echten Übungssystem gearbeitet, damit der Systemumgang praxisnah trainiert werden kann. Das Vollzeitformat erlaubt eine intensive und zusammenhängende Auseinandersetzung mit den Lerninhalten.
Das Programm umfasst fünf Module mit einer Gesamtdauer von mehr als drei bis zu sechs Monaten und wird als Vollzeitmaßnahme durchgeführt.
Absolventinnen und Absolventen erhalten ein trägerinternes Abschlusszertifikat sowie das offizielle SAP-Zertifikat nach bestandener SAP-FL/MM-Prüfung. Die SAP-Fortbildung wird im Rahmen einer SAP-Bildungspartnerschaft durchgeführt, sodass das Zertifikat offiziell von SAP anerkannt ist.
Nutzen & Perspektiven
SAP-kompetente Fachkräfte, die gleichzeitig KI-Werkzeuge im Projektalltag einsetzen können, sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt — und selten zugleich so tief im strategischen Einkauf verwurzelt. Dieses Programm schließt genau diese Lücke: Es qualifiziert nicht nur für die SAP-Transaktion, sondern gibt auch das strategische Rüstzeug, um Beschaffungsentscheidungen fundiert zu treffen, Lieferantenrisiken einzuschätzen und Prozesse zu optimieren. Die Kombination aus SAP S/4HANA, Einkaufsstrategie und KI-gestütztem Projektmanagement deckt drei Felder ab, die in modernen Supply-Chain-Abteilungen zunehmend zusammenwachsen. Wer in der Lage ist, Beschaffungsprozesse sowohl systemseitig abzubilden als auch strategisch und mit KI-Unterstützung zu steuern, bringt ein Profil mit, das über eine reine Sachbearbeiterstelle deutlich hinausgeht. Insbesondere der Aspekt der nachhaltigen Beschaffung — im Kontext des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes und wachsender ESG-Anforderungen — ist ein Themenfeld, für das aktuell viele Unternehmen qualifiziertes Personal suchen. Das SAP-Zertifikat als offiziell anerkannter Nachweis ist dabei ein konkreter Mehrwert gegenüber Kursen, die nur trägerintern bescheinigen. In vielen Unternehmen ist ein SAP-Nachweis im Lebenslauf ein unmittelbarer Gesprächsöffner — insbesondere dann, wenn er durch nachgewiesene Projektkompetenz und digitales Know-how ergänzt wird. Und wer den KI-Block zusätzlich belegen kann, zeigt, dass er die Transformationsaufgaben der nächsten Jahre nicht nur versteht, sondern aktiv mitgestalten kann.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welches SAP-Zertifikat erhalte ich?
Sie erhalten das offizielle SAP-Zertifikat nach bestandener SAP-FL/MM-Prüfung. Die Fortbildung wird im Rahmen einer SAP-Bildungspartnerschaft durchgeführt, das Zertifikat ist SAP-anerkannt.
Muss ich SAP-Vorkenntnisse mitbringen?
Nein. Das SAP-Modul beginnt mit den Grundlagen der S/4HANA-Architektur und Benutzeroberflächen. Allgemeine EDV-Kenntnisse und Bereitschaft zur intensiven Systemarbeit reichen als Ausgangspunkt.
Was unterscheidet diesen Kurs von einem allgemeinen SCM-Kurs?
Dieses Programm kombiniert strategisches und operatives SCM-Wissen mit konkreter SAP S/4HANA-Praxis und KI-gestütztem Projektmanagement. Ein allgemeiner SCM-Kurs deckt typischerweise nur die konzeptionelle Ebene ab.
In welchem Format findet der Kurs statt?
Als Vollzeitmaßnahme im Combined-Learning-Format: begleitete Unterrichtseinheiten und Online-Lernphasen wechseln sich ab. Im SAP-Modul wird mit einem echten Übungssystem gearbeitet.
Für welche beruflichen Positionen qualifiziert das Programm?
Das Programm qualifiziert für Tätigkeiten als SAP-MM-Anwender, Einkäufer, Supply-Chain-Manager oder Projektmanager im Beschaffungsumfeld — insbesondere in mittelständischen und großen Unternehmen mit SAP-Systemen.
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