Überblick
Prozessmanagement wird komplexer und datengetriebener zugleich: Wo früher Kennzahlen manuell erfasst wurden, übernehmen heute KI-gestützte Systeme Mustererkennung, Prognose und Anomalieerkennung. Dieser Lehrgang verbindet klassische Methoden des Lean Managements und Qualitätsmanagements mit dem gezielten Einsatz von KI in der Datenarbeit – und schließt mit Zertifizierungen in Lean Six Sigma, TÜV-Qualitätsmanagement sowie SAP FL und SAP PP für S/4HANA ab.
Kursinhalte & Lernziele
IT-Projektleitung und Lean Six Sigma Yellow Belt (ca. 4 Wochen) Das erste Modul verbindet methodische Grundlagen des Lean Six Sigma mit dem Handwerkszeug für KPI-basiertes Prozesscontrolling. Lean Six Sigma Yellow Belt beschreibt die Einstiegsstufe in das Six-Sigma-Zertifizierungsmodell; Teilnehmende lernen, einfache Verbesserungsprojekte zu unterstützen und Prozesskennzahlen zu interpretieren.
- Festlegung und Operationalisierung von KPIs für Prozessleistungsmessung
- Methoden zur Datenanalyse und Prozessfähigkeitsbewertung (Cp, Cpk)
- Grundlagen der Prozessverbesserung mit DMAIC-Zyklus
- Kosten-Nutzen-Analyse von Verbesserungsmaßnahmen
- Risikobewertung und Fehlermöglichkeiten-Analyse (FMEA)
- Dokumentation und Berichterstattung in Verbesserungsprojekten
Prompt Engineering und KI-gestützte Datenarbeit (ca. 4 Wochen) Daten allein erzeugen keinen Mehrwert – erst ihre intelligente Auswertung und Visualisierung schafft Entscheidungsgrundlagen. Dieses Modul vermittelt, wie KI-Werkzeuge und Prompt-Engineering-Techniken in der praktischen Prozess-Datenarbeit eingesetzt werden, um Muster zu erkennen, Berichte zu automatisieren und Prognosemodelle zu nutzen.
- Methoden zur Datenaufbereitung, -transformation und Mapping in Prozessszenarien
- Grundkonzepte des maschinellen Lernens: Supervised, Unsupervised, Reinforcement Learning
- Einsatz generativer KI und Prompt Engineering für Datenauswertung und Reporting
- Automatisierung von Visualisierungen und Dashboards in Prozessumgebungen
- Prognosemodelle und Mustererkennung zur vorausschauenden Prozesssteuerung
- Ethische Grundsätze: Transparenz, Erklärbarkeit und Fairness beim KI-Einsatz in Unternehmen
Prozessmanager und Lean Management inkl. Six Sigma White Belt (ca. 4 Wochen) Aufbauend auf dem Yellow Belt vertiefen die Teilnehmenden ihr Verständnis ganzheitlicher Lean-Methodik. Dieser Block behandelt Konzepte der schlanken Produktion und Verwaltung sowie deren Anwendung auf reale Unternehmensprozesse.
- Lean-Ideen und Grundprinzipien: Wertstrom, Verschwendung, Pull-Prinzip
- Kaizen-Ansatz: kontinuierliche Verbesserung in Kleinschritten und Mitarbeiterbeteiligung
- Lean Production und Lean Administration im Vergleich
- Push- und Pull-Systeme in der Materialsteuerung
- Wertstromanalyse und -design als zentrales Lean-Werkzeug
- Six Sigma White Belt: Rollen im Verbesserungsprojekt und Grundprinzipien
Qualitätsmanagement und TÜV-Zertifizierung zum Qualitätsbeauftragten (ca. 4 Wochen) Qualitätssicherung ist keine Nachkontrolle, sondern ein systhematisch aufgebauter Prozess, der in jede Phase der Wertschöpfung eingebettet ist. Dieses Modul bereitet auf die TÜV-Zertifizierung zum Qualitätsbeauftragten vor und legt die Grundlage für normenkonformes Qualitätsmanagement.
- Normative Grundlagen der Prozesssicherheit und Effizienz (DIN EN ISO 9001 u. a.)
- Aufbau, Steuerung und kontinuierliche Verbesserung (KVP) von Qualitätsmanagementsystemen
- Auditierung, Bewertung und Verbesserung von Prozessen nach QM-Standards
- Mess- und Prüfmethoden zur Qualitätskontrolle und Leistungsmessung
- Dokumentationsanforderungen und Berichtswesen im QM-System
- Vorbereitung auf die TÜV-Prüfung zum Qualitätsbeauftragten
SAP Power User für Produktionsplanung in S/4HANA inkl. SAP FL/PP-Zertifizierung (ca. 12 Wochen) Das umfangreichste Modul des Lehrgangs vermittelt SAP-Kenntnisse aus Anwenderperspektive, mit Fokus auf die Module Finanzlogistik (FL) und Produktionsplanung (PP) in SAP S/4HANA. Ziel ist die Befähigung zur selbstständigen Übernahme von Power-User-Aufgaben und die Vorbereitung auf die SAP-Zertifizierungsprüfung.
- Systemüberblick SAP S/4HANA: Architektur, Benutzeroberflächen und Navigationsprinzipien
- Stammdatenverwaltung in der Produktionsplanung: Materialstamm, Stückliste, Arbeitsplan
- Geschäftsprozesse in der Fertigungssteuerung: Planaufträge, Fertigungsaufträge, Rückmeldungen
- Datenanalyse und Reporting in SAP PP: MRP-Auswertungen und Kapazitätsplanung
- Rolle des Power Users in der Prozessverantwortung und systemseitigen Betreuung
- Integration von SAP PP mit Logistik und Finanzbuchhaltung (FL)
- Qualitätssicherungsschritte im SAP-Kontext und systemgestützte Prüfprozesse
- Praxisfälle aus der Fertigungsindustrie im SAP-System
Dieser Lehrgang verbindet mehrere eigenständige Qualifizierungsstufen, die inhaltlich aufeinander aufbauen. Die KI-gestützte Datenanalyse ist dabei kein isoliertes Add-on, sondern wird gezielt im Kontext der übrigen Prozessmanagement-Methoden eingesetzt: Prognosemodelle ergänzen die KPI-Arbeit, Visualisierungsautomatisierung entlastet das QM-Reporting, und Anomalieerkennung unterstützt die SAP-Prozesssteuerung. Das integrative Format macht den Lehrgang besonders effizient: Wer alle vier Themenbereiche separat belegen würde, benötigt erheblich mehr Zeit und koordinativen Aufwand. Hier werden die Übergänge zwischen Lean, Qualität, KI-Analyse und SAP-Systemwissen didaktisch verknüpft.
Lernziele:
- Prozessleistung mit KPIs messen, Daten analysieren und Verbesserungspotenziale identifizieren
- Lean-Management-Prinzipien, Kaizen und den Six-Sigma-Ansatz auf Produktions- und Verwaltungsprozesse anwenden
- KI-gestützte Datenanalyse, Visualisierung und Prognosemodelle in der Prozessarbeit einsetzen
- Maschinelles Lernen für Mustererkennung, Datenaugmentation und Anomalieerkennung verstehen und nutzen
- Qualitätssicherungsprozesse nach anerkannten QM-Normen aufbauen und kontinuierlich verbessern
- SAP S/4HANA-Produktionsplanung konfigurieren, Stammdaten verwalten und Geschäftsprozesse steuern
- Prüfungs- und Zertifizierungsanforderungen für Lean Six Sigma Yellow Belt, TÜV-QB und SAP FL/PP erfüllen
- Kosten-Nutzen-Analysen und Risikobewertungen für Prozessoptimierungsvorhaben durchführen
- Ethische und Transparenzanforderungen beim Einsatz von KI in Unternehmensprozessen berücksichtigen
- Automatisierungsansätze im Reporting und Daten-Mapping konzipieren und bewerten
- Melderechtliche und normative Rahmenbedingungen für Prozesssicherheit einhalten
- SAP Power-User-Aufgaben in der Produktionsplanung eigenständig übernehmen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Lehrgang richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die in der Schnittmenge von Prozessverantwortung, Qualitätssicherung und ERP-Systemen tätig sind oder es werden wollen.
- Prozessmanager und Operations-Spezialisten, die ihre Methodik durch KI-Werkzeuge erweitern wollen
- Qualitätsbeauftragte oder QM-Mitarbeitende, die eine anerkannte TÜV-Zertifizierung anstreben
- SAP-Anwender in der Produktion, die eine Power-User-Rolle übernehmen wollen
- Fachkräfte mit abgeschlossener Ausbildung oder Studium, die in die Prozessmanagement-Domäne wechseln
- Personen mit ausreichender einschlägiger Berufserfahrung, die strukturiertes Methodenwissen ergänzen
Für die Teilnahme sind eine abgeschlossene Berufsausbildung, ein Studium oder ausreichende einschlägige Berufserfahrung erforderlich. Grundlegende EDV-Kenntnisse werden vorausgesetzt; Englischgrundkenntnisse sind hilfreich, da SAP-Systeme häufig englische Fachbegriffe verwenden. Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sind verpflichtend. Vorkenntnisse in SAP oder Six Sigma erleichtern den Einstieg, sind aber nicht zwingend erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Der Lehrgang findet im Combined-Learning-Format statt, das Präsenz- oder Online-Unterricht mit angeleiteten Übungsphasen am SAP-System kombiniert. Jeder Themenblock hat einen eigenen inhaltlichen Schwerpunkt und endet mit einer Zertifizierungskomponente. Besonders der SAP-Block setzt auf systemnahe Übungen, in denen Teilnehmende Planungsszenarien in einer SAP-Trainingsumgebung durcharbeiten. Die KI-Einheiten verbinden konzeptionelles Verständnis mit praxisbezogenen Analyseaufgaben.
Der Lehrgang ist auf insgesamt ca. 28 Wochen angelegt (Lean Six Sigma: 4 Wochen; KI-Datenanalyse: 4 Wochen; Lean Management/White Belt: 4 Wochen; Qualitätsmanagement/TÜV: 4 Wochen; SAP PP/FL: 12 Wochen) und wird in Vollzeit absolviert. Die genauen Termine und Gesamtstunden sind beim Anbieter zu erfragen.
Wer den Lehrgang vollständig absolviert, erwirbt mehrere Zertifikate: den Lean Six Sigma Yellow Belt, den Six Sigma White Belt, die TÜV-Zertifizierung zum Qualitätsbeauftragten sowie das SAP-Zertifikat für SAP FL und SAP PP (S/4HANA). Die jeweiligen Prüfungen sind Bestandteil der einzelnen Module. Zusätzlich wird ein trägerinternes Gesamtzertifikat für den vollständig absolvierten Lehrgang ausgestellt. Für die SAP-Zertifizierung gilt: Die offizielle Prüfung wird von SAP SE abgenommen; der Kurs bereitet darauf vor und beinhaltet Übungsszenarien in der SAP-Trainingsumgebung.
Nutzen & Perspektiven
Der Arbeitsmarkt verlangt zunehmend Fachkräfte, die Prozessoptimierung nicht nur methodisch beherrschen, sondern auch datengetrieben umsetzen können. Lean und Six Sigma allein reichen nicht mehr aus, wenn Unternehmen KI-gestützte Planungs- und Steuerungssysteme einführen. Wer SAP-Kenntnisse mit Lean-Methodik und KI-Datenkompetenz kombiniert, bringt ein Profil mit, das in produzierenden Unternehmen und im Dienstleistungsbereich gleichermaßen gefragt ist. Die Mehrfach-Zertifizierung in einem kohärenten Lehrgang hat einen konkreten Vorteil gegenüber der Einzelbelegung: Wissensverbindungen entstehen organisch, weil Inhalte aufeinander aufbauen und Transferaufgaben Domänengrenzen überschreiten. Ein Qualitätsbeauftragter, der KI-gestützte Anomaliedetektion versteht, oder ein SAP-Power-User, der Lean-Prinzipien anwenden kann, ist produktiver als jemand mit Silokompetenzen. Wer nach dem Lehrgang in die Praxis wechselt, bringt ein Fundament mit, das sowohl methodisch (Lean, Six Sigma, TÜV-QM) als auch systemseitig (SAP S/4HANA) und technologisch (KI, Datenanalyse) belastbar ist. Das macht diesen Abschluss besonders für den Ein- oder Aufstieg in Prozessmanagement- und Operations-Rollen geeignet.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifikate erhalte ich nach Abschluss des Lehrgangs?
Nach vollständiger Absolvierung erhalten Teilnehmende den Lean Six Sigma Yellow Belt, den Six Sigma White Belt, die TÜV-Zertifizierung zum Qualitätsbeauftragten sowie das offizielle SAP-Zertifikat für SAP FL und SAP PP in S/4HANA. Zusätzlich wird ein trägerinternes Gesamtzertifikat ausgestellt.
Benötige ich SAP-Vorkenntnisse?
SAP-Vorkenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Der SAP-Block beginnt mit einer Systemübersicht und baut das nötige Verständnis schrittweise auf. Grundlegende EDV-Kenntnisse werden vorausgesetzt.
Wie ist der Lehrgang zeitlich strukturiert?
Der Lehrgang gliedert sich in vier thematische Blöcke à ca. 4 Wochen (Lean Six Sigma, KI-Datenanalyse, Lean Management/White Belt, Qualitätsmanagement/TÜV) und einen umfangreicheren SAP-Block von ca. 12 Wochen. Insgesamt umfasst der Lehrgang rund 28 Wochen und wird in Vollzeit absolviert.
Was unterscheidet diesen Lehrgang von reinen Lean- oder SAP-Kursen?
Die Integration von KI-gestützter Datenanalyse mit klassischer Lean-Methodik und SAP-Systemkompetenz ist das zentrale Alleinstellungsmerkmal. Prognosemodelle, Automatisierung und Anomalieerkennung werden direkt im Kontext von Prozessmanagement und SAP-Planung eingesetzt – keine isolierten Themeninseln.
Für wen ist dieser Lehrgang besonders geeignet?
Für Fachkräfte, die eine Schnittstellenrolle zwischen Prozessverantwortung, Qualitätssicherung und ERP-Systemen anstreben oder schon innehaben, sowie für Personen, die ihren beruflichen Aufstieg im produzierenden Gewerbe oder in Operations-Funktionen durch anerkannte Zertifizierungen untermauern wollen.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
Berufsbild ist branchenübergreifend einsetzbar. Karrierechancen hängen stark von zusätzlicher Spezialisierung und Region ab.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Prozessmanager/Prozessmanagerin für RPA2.406 Stellen
- SPS-Fachkraft1.789 Stellen
- KI-Manager/KI-Managerin162 Stellen
- Künstliche Intelligenz (grundständig)63 Stellen
- Fachwirt/Fachwirtin für Zahnärztliches Praxismanagement34 Stellen