Überblick
Dieser Kurs vermittelt Lehrenden, Trainerinnen und Trainern sowie Weiterbildungsverantwortlichen das notwendige Rüstzeug, um virtuellen Unterricht professionell zu gestalten und Künstliche Intelligenz gezielt für pädagogische Zwecke einzusetzen. Im Mittelpunkt steht die Verbindung aus bewährter Didaktik und modernen KI-gestützten Werkzeugen, die den Bildungsalltag verändern. Die Weiterbildung dauert drei bis sechs Monate und wird im Combined Learning Format angeboten, das Präsenz- und Onlinephasen miteinander verbindet.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul widmet sich dem virtuellen Klassenzimmer als Lehrformat. Es schließt die Lücke zwischen Präsenzunterricht und Online-Lehre, indem theoretische Grundlagen zur Didaktik im virtuellen Raum mit konkreten Gestaltungsprinzipien verknüpft werden. Praxisaufgaben verankern das Gelernte direkt in der eigenen Unterrichtssituation.
- Unterschiede zwischen Präsenz- und Online-Unterricht verstehen und einordnen
- Didaktische Grundsätze für Live-Online-Unterricht kennen und anwenden
- Methoden der Teilnehmeraktivierung im virtuellen Raum einsetzen
- Eigene Unterrichtseinheiten im virtuellen Klassenzimmer entwerfen und halten
- Kommunikationsregeln und Konventionen für Online-Lehrformate etablieren
- Technische Tools für Videokonferenzen, Whiteboards und Breakout-Räume nutzen
Das zweite Modul führt in die Grundlagen der Künstlichen Intelligenz und ihre Relevanz für den Bildungsbereich ein. Lehrende lernen, was KI leisten kann, wo sie an Grenzen stößt und wie sie konkret in Lehr-Lern-Prozessen eingesetzt werden kann, ohne dabei pädagogische Verantwortung abzugeben.
- Grundbegriffe der KI verstehen und erklären können
- Wichtige Technologien wie maschinelles Lernen und generative Modelle einordnen
- Chancen und Grenzen von KI im Bildungskontext realistisch bewerten
- Beispiele für KI-Anwendungen in Schule, Erwachsenenbildung und Berufsausbildung kennen
- Ethische Überlegungen zum KI-Einsatz diskutieren und in eigene Konzepte einfließen lassen
- Medienkompetenz als Querschnittsaufgabe im KI-gestützten Unterricht verstehen
Das dritte Modul beschäftigt sich mit individualisierten Lernprozessen durch KI. Hier steht im Vordergrund, wie KI-Systeme individuelle Lernpfade erstellen, Echtzeit-Feedback geben und Lehrkräfte bei der Diagnose von Kompetenzlücken unterstützen können.
- KI-gestützte Personalisierung von Lernmaterialien planen und umsetzen
- Intelligente Tutorensysteme und deren pädagogischen Mehrwert einordnen
- Automatisierte Korrektur und Feedback als Ergänzung zur Lehrkraft nutzen
- KI-gestützte Diagnostik für Kompetenzanalysen anwenden
- Individualisierte Lernangebote für heterogene Gruppen entwickeln
- Anwendungsszenarien für unterschiedliche Bildungskontexte erarbeiten
Das vierte Modul beinhaltet die praktische Entwicklung und den Einsatz eines eigenen KI-Tools im Unterricht. Die Teilnehmenden durchlaufen alle Schritte vom Konzept bis zur Umsetzung und erarbeiten dabei ein Unterrichtskonzept, das KI-Elemente integriert.
- Auswahl eines geeigneten KI-Tools für die eigene Zielgruppe und den eigenen Unterrichtskontext
- Konzeption eines KI-gestützten Unterrichtsmoduls
- Erprobung und Reflexion des Tools im Praxiseinsatz
- Datenschutzkonforme Nutzung von KI-Diensten sicherstellen
- Rückmeldung und Verbesserungsschleifen in den Einsatz einbauen
- Dokumentation und Präsentation des entwickelten Konzepts
Der gesamte Kurs ist von praktischen Einheiten durchzogen, in denen das Gelernte direkt erprobt wird. Diese praxisbezogenen Anteile sind fester Bestandteil jedes Moduls.
- Gestaltung und Durchführung einer eigenen Online-Unterrichtseinheit
- Entwicklung von Lerninhalten für einen fiktiven Online-Kurs
- Einsatz eines KI-gestützten Feedback-Tools in einer Unterrichtssimulation
- Analyse von KI-generierten Lernpfaden und kritische Bewertung der Ergebnisse
- Entwicklung eines Medienkompetenz-Konzepts für Lernende im Umgang mit KI
- Diskussion ethischer Fallbeispiele in Gruppenarbeit
- Erstellen von interaktiven Quizzen und Multimedia-Inhalten mit KI-Unterstützung
- Reflexion eigener Lehr-Lern-Erfahrungen und Identifikation von Optimierungspotenzialen
- Erarbeitung konkreter Handlungsempfehlungen für die eigene Bildungseinrichtung
- Testen und Vergleich verschiedener KI-Tools anhand definierter pädagogischer Kriterien
- Entwicklung eines Konzepts für den verantwortungsvollen Einsatz von KI im eigenen Unterricht
- Präsentation der Ergebnisse in einer abschließenden Projektpräsentation
Am Ende der Weiterbildung haben die Teilnehmenden nicht nur theoretisches Wissen über KI und digitale Lehre erworben, sondern können dieses direkt in ihre pädagogische Praxis einbetten. Die Kombination aus fundierter Didaktik und konkreten KI-Werkzeugen befähigt sie, ihre Lehrveranstaltungen zukunftssicher zu gestalten und Lernende auf die Anforderungen einer digital geprägten Welt vorzubereiten.
Lernziele:
Nach Abschluss des Kurses können die Teilnehmenden folgende Kompetenzen nachweisen.
- Sie verstehen die didaktischen Unterschiede zwischen Präsenz- und Online-Unterricht und können daraus konkrete Gestaltungsentscheidungen ableiten.
- Sie entwickeln eigene Unterrichtseinheiten und Präsentationen, die speziell auf das virtuelle Klassenzimmer zugeschnitten sind.
- Sie kennen die Grundlagen der Künstlichen Intelligenz und ordnen KI-Technologien in einen bildungswissenschaftlichen Rahmen ein.
- Sie erläutern, wie generative KI personalisierte Lernerfahrungen schafft und Unterrichtsmethoden optimiert.
- Sie nutzen KI-gestützte Systeme, um Aufgaben und Feedback auf individuelle Bedürfnisse von Lernenden abzustimmen.
- Sie konzipieren und setzen ein eigenes KI-Tool in einer realen Unterrichtssituation ein.
- Sie beurteilen ethische Fragestellungen rund um KI in der Bildung und kommunizieren diese sachlich gegenüber Lernenden.
- Sie aktivieren Teilnehmende im virtuellen Raum durch geeignete Interaktionsformate und setzen digitale Medien zielgruppengerecht ein.
- Sie erstellen Lerninhalte für Online-Kurse, die sowohl motivierend als auch methodisch korrekt aufgebaut sind.
- Sie reflektieren kritisch die Potenziale und Grenzen von KI-Unterstützung im pädagogischen Kontext.
- Sie entwickeln Konzepte für den verantwortungsvollen Einsatz von KI-Tools im Unterricht und berücksichtigen dabei Medienkompetenz und Datenschutz.
- Sie integrieren KI-gestützte Diagnostikwerkzeuge zur Kompetenzanalyse in bestehende Lehr-Lern-Arrangements.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an alle, die Unterricht oder Trainings in digital gestützten Formaten durchführen oder dies künftig planen. Angesprochen sind insbesondere die folgenden Berufsgruppen.
- Lehrkräfte in der Schul- und Erwachsenenbildung, die ihren Online-Unterricht didaktisch und technisch weiterentwickeln wollen
- Trainerinnen und Trainer in der betrieblichen Weiterbildung, die KI-Werkzeuge sinnvoll integrieren möchten
- Bildungsreferentinnen und -referenten sowie Weiterbildungsverantwortliche in Organisationen
- Fachkräfte aus Berufsausbildung, Sprachförderung oder anderen Bildungsbereichen, die sich mit digitalen Lehrmethoden vertraut machen wollen
- Erzieherinnen und Erzieher sowie Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, die neue pädagogische Ansätze kennenlernen möchten
Für die Teilnahme sind grundlegende PC-Kenntnisse notwendig. Die Teilnehmenden sollten sicher im Umgang mit dem Internet und gängigen Kommunikationsmedien sein. Kenntnisse in Textverarbeitung und Präsentationssoftware (z. B. Word, PowerPoint) werden vorausgesetzt. Falls in diesen Bereichen Wissenslücken bestehen, empfiehlt sich die vorherige Absolvierung eines entsprechenden Office-Kurses. Pädagogisches Interesse oder Erfahrung in einem Bildungsberuf ist von Vorteil, jedoch keine zwingende Voraussetzung. Eine hohe Motivation zur Auseinandersetzung mit neuen Technologien und didaktischen Ansätzen rundet das Anforderungsprofil ab.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung wird im Combined Learning Format durchgeführt, das heißt, sie kombiniert Präsenzphasen mit Online-Lernphasen in einer aufeinander abgestimmten Struktur. In den Präsenzphasen werden Inhalte vertieft, praktische Übungen durchgeführt und direktes Feedback erhalten. Die Online-Phasen umfassen selbstgesteuertes Lernen mit digitalen Materialien, Videokonferenzen sowie die Bearbeitung von Aufgaben im virtuellen Klassenzimmer. Diese Methodik ist selbst ein Lerngegenstand: Die Teilnehmenden erleben die Lehr- und Lernformen, die sie später selbst einsetzen werden, unmittelbar am eigenen Leib und können so reflektiertes Erfahrungswissen aufbauen. Vollzeitunterricht ermöglicht ein konzentriertes und intensives Lerntempo.
Die Weiterbildung erstreckt sich über einen Zeitraum von mehr als drei bis zu sechs Monaten. Sie wird in Vollzeit absolviert, was eine zügige und intensive Auseinandersetzung mit den Lerninhalten ermöglicht. Die genaue Stundenanzahl variiert je nach Anbieter, bewegt sich jedoch üblicherweise im Bereich von mehreren Hundert Unterrichtsstunden. Die Kombination aus Präsenz- und Online-Anteilen erlaubt dabei eine flexible Ausgestaltung einzelner Lernphasen.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Diese dokumentiert die erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen im Bereich der digitalen Lehre und des KI-Einsatzes in der Bildung. Es handelt sich nicht um einen staatlich anerkannten Abschluss, sondern um eine anbietergebundene Qualifikationsbescheinigung, die in der Praxis als Nachweis kontinuierlicher Weiterbildung anerkannt wird. Der Abschluss stärkt das Profil in Bewerbungsunterlagen und ist bei der Jobsuche in Bildungsberufen ein relevanter Nachweis.
Nutzen & Perspektiven
Die Weiterbildung eröffnet Lehrenden und Trainern einen direkten Zugang zu den Technologien, die den Bildungsbereich in den nächsten Jahren prägen werden. Wer heute lernt, KI sinnvoll in den Unterricht zu integrieren, verschafft sich einen erheblichen Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt und kann gleichzeitig seinen Lernenden substanziell mehr bieten als rein konventionell ausgebildete Lehrpersonen. Die Nachfrage nach digital kompetenten Fachkräften in Bildungseinrichtungen, Weiterbildungsträgern und Unternehmen wächst kontinuierlich. Darüber hinaus profitieren die Teilnehmenden von einem stark praxisorientierten Lernformat: Das eigene KI-Tool, das im Kurs entwickelt wird, ist ein konkretes Ergebnis, das unmittelbar nach der Weiterbildung in der beruflichen Praxis eingesetzt werden kann. Die theoretischen Kenntnisse über KI-Ethik und Medienkompetenz befähigen dazu, reflektiert und verantwortungsbewusst mit neuen Technologien umzugehen, anstatt ihnen unkritisch zu folgen. Förderungsmöglichkeiten bieten einen weiteren wichtigen Mehrwert: Bei AZAV-zertifizierten Trägern kann die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters finanziert werden. Zusätzlich kommen je nach individueller Situation das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr, Leistungen zur Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine frühzeitige Beratung durch die zuständige Stelle klärt, welcher Förderweg am besten passt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich bereits Erfahrung mit KI-Tools mitbringen?
Nein. Der Kurs setzt keine Vorkenntnisse in der Künstlichen Intelligenz voraus. Grundlegende PC-Kenntnisse und ein sicherer Umgang mit Office-Programmen reichen als technische Basis aus. Das Thema KI wird von Grund auf eingeführt und schrittweise vertieft.
Welche Abschlüsse erhalte ich nach dem Kurs?
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Dabei handelt es sich um einen anbietergebundenen Nachweis, keinen staatlich anerkannten Abschluss.
Kann der Kurs über einen Bildungsgutschein finanziert werden?
Ja. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Zudem kommen das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr sowie Leistungen der Deutschen Rentenversicherung in Frage. Eine Beratung bei der zuständigen Stelle klärt den passenden Förderweg.
In welchem Format findet der Kurs statt?
Der Kurs wird im Combined Learning Format durchgeführt, das Präsenz- und Online-Phasen miteinander verbindet. Er wird in Vollzeit über drei bis sechs Monate angeboten. Die Online-Phasen umfassen selbstgesteuertes Lernen und virtuelle Lehrveranstaltungen.
Für welche Bildungsbereiche ist die Weiterbildung geeignet?
Die Weiterbildung ist für Lehrende in der Schul- und Erwachsenenbildung, der betrieblichen Weiterbildung, der Berufsausbildung und der Sprachförderung konzipiert. Auch Fachkräfte aus sozialen oder pädagogischen Berufen, die ihre digitalen Kompetenzen ausbauen wollen, profitieren von den Inhalten.
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