Überblick
Dieser Kurs vermittelt fundierte Kenntnisse und praktische Kompetenzen für eine professionelle Tätigkeit als systemische:r Coach:in. Im Mittelpunkt steht der systemische Ansatz, der den Menschen in seinen Beziehungen, Kontexten und Wechselwirkungen betrachtet und damit eine besonders wirkungsvolle Grundlage für Beratung und Coaching bildet. Theoretische Inhalte werden stets mit praktischen Elementen verbunden, sodass komplexe Zusammenhänge verständlich und anwendbar werden. Der Kurs stellt dabei auch eine Reise zur eigenen Person dar: Die Auseinandersetzung mit den eigenen Themen, Mustern und Entwicklungsfeldern ist für die professionelle Begleitung anderer Menschen unabdingbar. Ob als Einstieg in das Coaching-Feld oder als Spezialisierung für erfahrene Berater:innen — dieser Kurs bietet einen soliden und nachhaltigen Qualifizierungsrahmen.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Themengebiet vermittelt die theoretischen Grundlagen des Systemischen Denkens und Systemischen Coachings. Hier werden die wesentlichen Konzepte und Modelle eingeführt, die den systemischen Ansatz von anderen Coaching-Schulen unterscheiden.
- Was ist ein System? Grundbegriffe und Modelle des systemischen Denkens
- Systemische Theorie: Konstruktivismus, Zirkularität und Kontextabhängigkeit
- Unterschiede zwischen systemischem Coaching, Beratung, Therapie und Training
- Geschichte und Entwicklung des Systemischen Coachings
- Wirkfaktoren im Coaching: Was macht professionelles Coaching aus?
- Ethik und professionelle Haltung im Coaching
Das zweite Themengebiet behandelt Coaching-Konzepte und Methoden im Detail. Die Teilnehmenden lernen eine breite Palette von Werkzeugen kennen und üben deren Anwendung in verschiedenen Situationen.
- Überblick über gängige Coaching-Konzepte (lösungsorientiert, narrativ, systemisch)
- Führungs- und Beratungsstile im Coaching-Kontext
- Systemische Fragetechniken: zirkuläre Fragen, hypothetische Fragen, Skalierungsfragen
- Coaching-Methoden für Zielklärung, Ressourcenaktivierung und Lösungsfindung
- Visualisierungsmethoden und kreative Interventionen
- Umgang mit Widerstand und Ambivalenz im Coaching-Gespräch
Das dritte Themengebiet widmet sich dem Gesprächscoaching-Ablauf — von der Auftragsklärung bis zur Abschlussphase. Struktur und Flexibilität im Coaching-Gespräch werden gleichermaßen trainiert.
- Phasen des Coaching-Prozesses: Erstgespräch, Auftragsklärung, Zielvereinbarung
- Der Ablauf des Coaching-Gesprächs: Einstieg, Exploration, Intervention, Abschluss
- Kontraktgestaltung und Rahmenbedingungen professioneller Coaching-Mandate
- Coaching-Protokolle und Dokumentation des Prozesses
- Evaluation und Ergebnismessung im Coaching
- Abschluss von Coaching-Prozessen und Nachhaltigkeit der Veränderung
Das vierte Themengebiet befasst sich mit Coaching in der Praxis und mit Eigencoaching. Hier steht die eigene Person der Teilnehmenden als Coach:in im Mittelpunkt.
- Coaching in der Praxis: typische Anliegen und Themenfelder
- Coaching im Kontext von Führung, Karriere, Persönlichkeitsentwicklung und Teams
- Eigencoaching-Konzepte: Selbstreflexion und kontinuierliche Weiterentwicklung als Coach
- Aufbau eines eigenen Coaching-Profils und einer Positionierungsstrategie
- Selbstmarketing für Coaches: Wie finde ich Klienten?
- Grenzen des Coachings und Übergangsfelder zu Therapie und Supervision
Im Praxisblock dominieren Coaching-Übungen, Supervision und Selbsterfahrung
- Übungscoaching in Dyaden und Triaden mit systematischem Feedback
- Live-Demonstrationen und Analyse von Coaching-Gesprächen
- Kollegiale Supervision eigener Coaching-Sequenzen
- Entwicklung und Erprobung systemischer Interventionen
- Auswertung von Coaching-Sequenzen anhand von Transkripten
- Reflexion eigener Themen und Muster als Coach:in
- Umgang mit schwierigen Coaching-Situationen (Emotionen, Abbrüche, Ethik)
- Entwicklung eines persönlichen Coaching-Konzepts
- Übungen zu Auftragsklärung und Kontraktgestaltung
- Rollenspiele zu Erstgesprächen und Abschluss-Sessions
- Arbeit an eigenen Entwicklungszielen im Kontext des Eigencoachings
- Erstellung eines Coaching-Portfolios als Grundlage für den Berufseinstieg
Die Teilnehmenden üben durch intensive Praxissequenzen, in denen sie sowohl als Coach:in als auch als Klient:in agieren. Dieser Wechsel der Perspektive ist ein zentrales Merkmal hochwertiger Coaching-Ausbildungen und sichert die Authentizität und Empathiefähigkeit im späteren Berufsalltag.
Lernziele:
Nach Abschluss des Kurses sind die Teilnehmenden in der Lage, eigenständig professionelle Coaching-Prozesse auf der Grundlage eines systemischen Ansatzes zu gestalten und zu begleiten.
- Sie verstehen die theoretischen Grundlagen des systemischen Denkens und können diese auf konkrete Coaching-Situationen anwenden.
- Sie kennen die wichtigsten Coaching-Konzepte und -Methoden und können diese situativ und zielorientiert einsetzen.
- Sie sind in der Lage, ein Coaching-Gespräch professionell zu strukturieren und den Reflexionsprozess ihrer Klient:innen aktiv zu fördern.
- Sie verstehen verschiedene Führungs- und Beratungsstile und können diese im Coaching-Kontext reflektiert einsetzen.
- Sie haben eigene Eigencoaching-Konzepte entwickelt und können diese für ihre persönliche und berufliche Weiterentwicklung nutzen.
- Sie können ihr eigenes Coaching-Profil beschreiben und gezielt an einem relevanten Markt positionieren.
- Sie sind sensibel für die Grenzen des Coachings und kennen wichtige Schnittstellen zu Therapie, Supervision und Beratung.
- Sie reflektieren ihre eigene Persönlichkeit, ihre Stärken und Entwicklungsfelder als Coach:in kritisch.
- Sie können mit Widerstand, Stagnation und Abbruch im Coaching-Prozess professionell umgehen.
- Sie wissen, wie Systemisches Coaching in verschiedenen Kontexten — Führung, Teams, Karriere, Persönlichkeit — eingesetzt werden kann.
- Sie haben die Grundlagen für eine selbstständige oder angestellte Tätigkeit als Coach:in erworben.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an eine breite Zielgruppe mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen.
- Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger, die sich neu im Coaching-Feld qualifizieren möchten
- Coaches und Berater:innen, die bereits tätig sind und sich mit dem systemischen Ansatz spezialisieren möchten
- Führungskräfte, die Coaching-Kompetenzen für ihre Führungsrolle entwickeln möchten
- Fachleute aus psychologischen oder pädagogischen Berufen, die ihre Beratungskompetenz erweitern
- Personalentwickler:innen, die interne Coaching-Prozesse aufbauen oder begleiten möchten
Formale Vorkenntnisse im Coaching sind keine Pflicht — der systemische Ansatz und die vermittelten Methoden können für sich allein stehen. Vorausgesetzt werden jedoch Freude am Umgang mit Menschen, ein ausgeprägtes Talent in der Beratung sowie ein genuines Interesse an Persönlichkeitsentwicklung — sowohl bei anderen als auch bei sich selbst. Die Bereitschaft, eigene Themen und Muster zu reflektieren, ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Ausbildung und wird von allen Teilnehmenden erwartet. Coaches und Berater:innen, die bereits berufserfahren sind, bringen wertvolle Praxisgrundlagen mit, auf die der Kurs aufbaut.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Combined Learning in Vollzeit durchgeführt. Die Methodik verbindet theoretische Wissensvermittlung mit intensiven Praxissequenzen, Selbsterfahrung und kollegialer Supervision. Der Wechsel zwischen Input, Übung und Reflexion ist das Kernprinzip des didaktischen Konzepts. Kleine Lerngruppen ermöglichen intensive Betreuung und individuelles Feedback. Online-Phasen werden für Selbstlernmodule, Lektüre und die Vorbereitung eigener Coaching-Einheiten genutzt.
Der Kurs dauert mehr als einen Monat und bis zu drei Monate, wird in Vollzeit durchgeführt und umfasst sowohl Präsenz- als auch Onlinephasen. Die genaue Stundenzahl und der konkrete Ablaufplan werden vom jeweiligen Bildungsträger festgelegt.
Nach Abschluss des Kurses erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des durchführenden Bildungsträgers. Dieses Dokument weist die erworbenen Coaching-Kompetenzen nach und kann als Grundlage für den Berufseinstieg oder die berufliche Weiterentwicklung als Coach:in genutzt werden.
Nutzen & Perspektiven
Der Coaching-Markt in Deutschland wächst seit Jahren kontinuierlich, und der Bedarf an qualifizierten systemischen Coaches ist hoch. Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen suchen zunehmend nach professioneller Unterstützung bei beruflichen Übergängen, Führungsherausforderungen und persönlicher Entwicklung. Mit dem systemischen Ansatz erwerben die Absolventen dieses Kurses eine besonders vielseitige und wissenschaftlich fundierte Grundlage, die in nahezu allen Coaching-Kontexten eingesetzt werden kann. Ein besonderer Mehrwert liegt in der Tiefe der Selbsterfahrung, die dieser Kurs bietet. Die Arbeit an den eigenen Themen ist keine Nebenwirkung, sondern ein bewusstes Kernelement des Ausbildungskonzepts. Coaches, die ihre eigenen Muster kennen, begleiten andere authentischer, empathischer und wirkungsvoller. Diese Persönlichkeitsentwicklung ist ein dauerhafter Gewinn, der weit über die eigentliche Beratungstätigkeit hinausgeht. Für Teilnehmende, die die Fördervoraussetzungen erfüllen, ist der Kurs bei AZAV-zertifizierten Trägern über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit förderbar. Darüber hinaus kommen je nach persönlicher Situation das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr, Rehabilitationsleistungen oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung infrage. Die Kombination aus hochwertiger Qualifizierung und Fördermöglichkeiten macht diesen Kurs zu einem attraktiven Einstieg oder Aufstieg in das Coaching-Berufsfeld.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Vorkenntnisse im Coaching, um teilnehmen zu können?
Nein, formale Vorkenntnisse im Coaching sind nicht erforderlich. Der systemische Ansatz wird im Kurs von Grund auf vermittelt und kann für sich allein stehen. Erfahrene Coaches oder Berater:innen profitieren jedoch ebenfalls, da sie mit dem systemischen Ansatz eine wertvolle Spezialisierung erwerben, die ihr bestehendes Repertoire erweitert.
Welcher Abschluss wird nach dem Kurs ausgestellt?
Nach Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Dieses Dokument belegt die erworbenen Kompetenzen und kann als Grundlage für den Berufseinstieg oder die Weiterentwicklung als systemische:r Coach:in genutzt werden.
Kann der Kurs mit einem Bildungsgutschein finanziert werden?
Ja, bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit förderbar. Je nach individueller Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr, Rehabilitationsförderungen oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung infrage.
In welchen Bereichen kann ich nach dem Kurs als Coach tätig werden?
Systemisches Coaching ist in nahezu allen Lebensbereichen einsetzbar: Karriere und berufliche Übergänge, Führungskräfteentwicklung, Teamcoaching, persönliche Krisen und Persönlichkeitsentwicklung. Absolventen können sowohl selbstständig als auch angestellt — zum Beispiel in Unternehmen, Beratungsfirmen oder sozialen Einrichtungen — tätig werden.
Was unterscheidet diesen Kurs von anderen Coaching-Ausbildungen?
Der klare Fokus auf den systemischen Ansatz und die intensive Selbsterfahrung als integraler Bestandteil des Curriculums sind besondere Merkmale dieses Kurses. Die Arbeit an den eigenen Themen, Mustern und Entwicklungsfeldern wird nicht als Nebenwirkung, sondern als zentrales Lernziel verstanden — das macht den Unterschied zu rein technikorientierte Coaching-Ausbildungen.
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