Überblick
Künstliche Intelligenz verändert Geschäftsmodelle, Arbeitsprozesse und Organisationsstrukturen — doch zwischen dem technologischen Potenzial und dem tatsächlichen Nutzen für ein Unternehmen liegt eine entscheidende Management-Aufgabe: KI-Initiativen zu erkennen, zu bewerten, zu priorisieren und erfolgreich umzusetzen. Genau diese Rolle übernehmen KI-Manager:innen. Die Weiterbildung vermittelt das strategische, methodische und organisatorische Wissen, das für diese Aufgabe nötig ist — ohne Programmier- oder Datenwissenschaftskenntnisse vorauszusetzen. Im Fokus stehen konzeptionelles KI-Verständnis, Unternehmensanalyse, Projektinitiierung, Stakeholdermanagement und Change Management. Die Schulung findet als Combined Learning in Vollzeit statt und wird von mehreren AZAV-zertifizierten Trägern angeboten.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: KI-Grundlagen aus Management-Perspektive Um KI-Projekte zu leiten und KI-Entscheidungen zu verantworten, braucht es kein tiefes Informatikwissen — wohl aber ein fundiertes konzeptionelles Verständnis. Dieser Modulblock vermittelt, wie KI-Systeme grundsätzlich funktionieren, welche Typen von KI (maschinelles Lernen, regelbasierte Systeme, generative KI) für welche Anwendungsfälle geeignet sind und wie sich KI von klassischer Software unterscheidet. Das Ziel ist Urteilskraft, keine Programmierkenntnis.
- Was ist KI? Überblick über Typen und Methoden: ML, Deep Learning, generative KI
- Wie lernen KI-Systeme? Grundprinzip von Training, Modellen und Vorhersagen
- Unterschied zwischen KI, Automatisierung und klassischer Softwareentwicklung
- Aktuelle KI-Anwendungsfelder: Bilderkennung, Sprachverarbeitung, Vorhersagemodelle, Prozessautomatisierung
- Wo KI-Systeme versagen: Grenzen, Risiken und Qualitätsanforderungen
- Überblick über verfügbare KI-Plattformen und Anbieter für den Unternehmenseinsatz
Modul 2: Unternehmensanalyse und KI-Potenzialidentifikation Der zweite Modulblock befasst sich mit der systematischen Analyse von Unternehmensstrukturen und -prozessen mit dem Ziel, reale KI-Potenziale zu identifizieren. Nicht jeder Prozess eignet sich für KI — und nicht jede KI-Idee erzeugt Geschäftswert. Dieser Abschnitt gibt Werkzeuge an die Hand, um fundierte Entscheidungen zu treffen.
- Methoden zur Prozessanalyse: Wertschöpfungskette, Prozessmodellierung, Datenflussanalyse
- Kriterien für KI-Eignung: Datenqualität, Prozesswiederholung, Entscheidungsbedarf
- Bewertungsmatrix für KI-Ideen: Aufwand vs. Nutzen, strategische Relevanz, Machbarkeit
- Priorisierungsmethoden für KI-Initiativen im Unternehmenskontext
- Entwicklung von KI-Geschäftsfeldern: von der Idee zur Konzeptskizze
- Grundlagen der Geschäftsmodellentwicklung im KI-Kontext (Lean Canvas, Value Proposition Design)
Modul 3: KI-Projektinitiierung und Projektmanagement Gute KI-Ideen scheitern, wenn die Projektinitiierung fehlt. In diesem Modul lernen Teilnehmende, wie KI-Projekte professionell gestartet werden: mit klarer Zielsetzung, strukturiertem Team, realistischer Ressourcenplanung und definiertem Zeitrahmen.
- Phasen eines KI-Projekts: Discovery, Datenerhebung, Modellentwicklung, Pilotierung, Rollout
- Teamaufstellung für KI-Projekte: Rollen, Verantwortlichkeiten und externe Partner
- Ressourcenplanung: Budget, Daten, Infrastruktur und Kompetenzen
- Grundlagen des Projektmanagements im KI-Kontext: Zieldefinition, Meilensteine, Risikomanagement
- Stakeholdermanagement: Stakeholder-Map erstellen, Kommunikationsplan entwickeln
- Dokumentation und Reporting von KI-Projekten gegenüber Management und Aufsichtsgremien
Modul 4: Change Management, Ethik und rechtliche Rahmenbedingungen Die Einführung von KI-Systemen ist nicht nur eine technische, sondern vor allem eine organisatorische und menschliche Aufgabe. Dieser Abschnitt behandelt, wie Mitarbeitende in KI-Veränderungsprozesse eingebunden werden, welche ethischen Grundsätze beim KI-Einsatz gelten sollten und welche rechtlichen Anforderungen — insbesondere durch die EU AI Act und die DSGVO — Unternehmen einhalten müssen.
- Change-Management-Modelle und deren Anwendung auf KI-Einführungsprojekte
- Kommunikationsstrategien für den KI-Wandel im Unternehmen
- Mitarbeiterbefähigung und Training für den Umgang mit KI-Systemen
- Ethische Grundsätze im KI-Einsatz: Fairness, Transparenz, Erklärbarkeit, Datenschutz
- Rechtliche Anforderungen: DSGVO, EU AI Act, Haftungsfragen bei KI-Entscheidungen
- Aufbau von KI-Governance-Strukturen im Unternehmen
Modul 5: Angewandte Praxis — KI-Projekt von der Analyse bis zur Präsentation In der Praxisphase wenden Teilnehmende alle Modulinhalte in einem durchgehenden Fallbeispiel an — von der Potenzialanalyse über die Projektskizze bis zur Change-Management-Maßnahme.
- Erarbeitung einer Unternehmensanalyse für ein fiktives Unternehmen mit KI-Potenzial
- Erstellung einer priorisierten KI-Ideenliste mit Bewertungsmatrix
- Ausarbeitung eines KI-Projektkonzepts mit Team, Zeitplan und Meilensteinen
- Stakeholder-Map und Kommunikationsplan für ein KI-Einführungsprojekt
- Change-Management-Plan für die Einführung einer KI-Anwendung im Betrieb
- Ethik- und Compliance-Check für ein fiktives KI-Szenario
- Präsentation des KI-Projekts gegenüber einem simulierten Management-Gremium
- Feedback-Runde und iterative Überarbeitung des Konzepts
- Reflexion rechtlicher Anforderungen am Fallbeispiel
- Abschlussdiskussion: KI-Strategie im Gesamtunternehmenskontext
- Auswertung typischer Fehler bei KI-Projektinitiierungen
- Individuelle Stärken-Schwächen-Reflexion als KI-Manager:in
Der Kurs wird in Kooperation mit der E-Learning Group GmbH durchgeführt, die das Lernmaterial bereitstellt.
Lernziele:
Nach diesem Kurs können Teilnehmende KI-Strategieprozesse in Unternehmen eigenständig begleiten und gestalten. Die folgenden Kompetenzen werden erworben.
- Grundlegendes Verständnis von KI-Technologien aufbauen: Was KI kann, was sie nicht kann und wie sie funktioniert
- Unternehmensstrukturen und -prozesse systematisch auf KI-Potenziale analysieren
- KI-Ideen strukturiert bewerten und nach strategischer Relevanz priorisieren
- KI-Konzepte und Geschäftsfeldentwicklungen im Bereich KI erarbeiten
- KI-Projekte initiieren: Team aufstellen, Ressourcen planen und Zeitrahmen definieren
- Stakeholder identifizieren, deren Interessen einordnen und wirksam kommunizieren
- Change-Management-Prozesse für die Einführung von KI-Anwendungen im Unternehmen steuern
- Mitarbeitende im Umgang mit neuen KI-Anwendungen begleiten und befähigen
- Rechtliche und ethische Anforderungen beim KI-Einsatz kennen und im Unternehmen verankern
- KI-Strategien an den Gesamtunternehmenszielen ausrichten und Wirkung messbar machen
- Projektmanagement-Grundlagen auf KI-Projekte übertragen
- Eigene Positionierung als KI-Verantwortliche:r in der Organisation entwickeln
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Personen, die KI-Strategien und -Projekte in Unternehmen gestalten oder verantworten möchten — ohne selbst Datenwissenschaftler oder Programmierer sein zu müssen.
- Akademiker:innen und Führungskräfte, die KI-Verantwortung in ihrem Unternehmen übernehmen möchten
- Studienaussteiger:innen und Berufsrückkehrer:innen mit Interesse an digitalem Management
- Innovationsmanager:innen, Digitalisierungsverantwortliche und Projektleiter:innen
- Fachkräfte aus dem kaufmännischen oder betriebswirtschaftlichen Bereich, die KI strategisch einsetzen wollen
- Berufseinsteiger:innen mit Hochschulabschluss, die eine Karriere im KI-Management anstreben
Vorausgesetzt werden eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein (angestrebter) Hochschulabschluss sowie Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2. Technische Vorkenntnisse in KI, Programmierung oder Data Science sind ausdrücklich nicht erforderlich. Die Teilnahme setzt Interesse an strategischen und organisatorischen Fragestellungen voraus, nicht an technischer Implementierung.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt: strukturierte Online-Lernphasen mit begleitetem E-Learning-Material (bereitgestellt durch die E-Learning Group GmbH) wechseln mit Präsenzeinheiten und Gruppenarbeiten ab. Der Unterricht ist fallbezogen und praxisorientiert gestaltet. Diskussionen, Gruppenarbeiten und die Präsentation von Konzepten gehören zum festen Programmbestandteil.
Der Kurs wird in Vollzeit durchgeführt. Die genaue Dauer richtet sich nach dem Anbieter; im Regelfall handelt es sich um eine mehrmonatige Maßnahme.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Anbieters (IFP, TEACH, Rheinischer Dialog oder Bonner Bildungs-Center). Ein staatlich anerkannter oder externer Abschluss ist mit dieser Maßnahme nicht verbunden; das Zertifikat dokumentiert die erworbenen Kompetenzen im Bereich KI-Management.
Nutzen & Perspektiven
Der Fachkräftebedarf im Bereich KI-Management ist in vielen Branchen spürbar gestiegen. Unternehmen suchen keine reinen KI-Entwickler, sondern Personen, die KI-Initiativen erkennen, priorisieren, anstoßen und durch den gesamten Organisationsapparat navigieren können. Das ist eine Management-Aufgabe, die spezifisches Wissen verlangt — genau das vermittelt diese Weiterbildung. Der Kurs ist für Arbeitssuchende und Beschäftigte gleichermaßen zugänglich. Bei AZAV-zertifizierten Trägern kann die Teilnahme über einen Bildungsgutschein finanziert werden; auch das Qualifizierungschancengesetz oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung können je nach Situation greifen. Personen mit Bundeswehrhintergrund können die Berufsförderung (BFD) nutzen. Wer diesen Kurs abschließt, besitzt das Rüstzeug, um als KI-Verantwortliche:r in Unternehmen aufzutreten — nicht als Techniker:in, sondern als strategische Kraft, die technologische Möglichkeiten in konkreten Geschäftswert verwandelt und dabei Menschen, Prozesse und Governance im Blick behält. Dieses Profil öffnet Türen in Rollen wie KI-Manager:in, Innovation Manager:in oder Digital Transformation Manager:in.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Programmier- oder Data-Science-Kenntnisse?
Nein. Diese Weiterbildung ist eine Management-Qualifikation, keine technische Ausbildung. Der Fokus liegt auf strategischen, organisatorischen und methodischen Kompetenzen. Programmierkenntnisse sind ausdrücklich keine Voraussetzung.
Welche Zugangsvoraussetzungen gibt es?
Vorausgesetzt werden eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Hochschulabschluss sowie Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2. Technische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Teilnehmende erhalten ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des durchführenden Anbieters. Es handelt sich nicht um einen staatlich anerkannten Abschluss oder ein externes Prüfungszertifikat.
Kann die Weiterbildung gefördert werden?
Ja, bei AZAV-zertifizierten Trägern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein möglich. Auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD) oder Leistungen der Deutschen Rentenversicherung können je nach persönlicher Situation greifen.
Für welche Berufsfelder qualifiziert dieser Kurs?
Der Kurs qualifiziert für Rollen wie KI-Manager:in, Innovationsmanager:in, Digitalisierungsbeauftragte:r oder Digital Transformation Manager. Das Berufsbild eröffnet Entwicklungsmöglichkeiten in Unternehmen, die KI strategisch einführen oder ausbauen.
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