Überblick
Dieser Kurs vermittelt Grundlagenkenntnisse in Künstlicher Intelligenz, die für die berufliche Praxis relevant sind — ohne Programmierkenntnisse vorauszusetzen. Er richtet sich an Personen, die verstehen möchten, was KI ist, wie sie im Berufsalltag eingesetzt werden kann, welche rechtlichen und ethischen Fragen dabei entstehen, und welche gesellschaftlichen Veränderungen absehbar sind. Die Kursstruktur deckt sechs thematische Blöcke ab: KI-Grundlagen, Recht und Datenschutz, praktische Anwendung und Prompting, Bewerbung mit KI, Gefahren und Missbrauch sowie Ausblicke auf die gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunft mit KI. Das Format ist Combined Learning in Vollzeit; der Kurs dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat.
Kursinhalte & Lernziele
Modul KI Basics (ca. 20 Unterrichtseinheiten) Der Einstiegsblock legt das konzeptionelle Fundament für alle weiteren Kurseinheiten. Er beantwortet die grundlegendste Frage: Was ist KI überhaupt — und was ist sie nicht? Denn im öffentlichen Diskurs werden unter dem Begriff sehr unterschiedliche Technologien und Phänomene zusammengefasst.
- Definitionen und Abgrenzungen: Künstliche Intelligenz, Machine Learning, Deep Learning
- KI im Alltag: Sprachassistenten, Empfehlungssysteme, Bilderkennungsanwendungen
- ChatGPT und andere generative KI-Modelle: Funktionsweise und Grenzen
- Daten und Algorithmen: Wie Modelle trainiert werden und was Trainingsdaten bedeuten
- Neuronale Netze: anschauliches Grundprinzip ohne mathematische Details
- Unterschied zwischen regelbasierter KI und lernender KI
Modul KI und Recht: Datenschutz und Urheberrecht (ca. 20 Unterrichtseinheiten) Der Einsatz von KI-Werkzeugen im Beruf ist keine rechtfreie Zone. Wer im Arbeitsverhältnis oder im Kundenkontakt KI-Systeme nutzt, muss wissen, was datenschutzrechtlich erlaubt ist und welche urheberrechtlichen Fragen entstehen. Dieser Block schafft das nötige Grundlagenwissen — auch für Personen ohne juristischen Hintergrund.
- Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und KI: Was darf ich eingeben, was nicht?
- Personenbezogene Daten im KI-Kontext: Kategorien, Verbote, Grundsatz der Datensparsamkeit
- Umgang mit eigenen Daten: Profil-Daten, Gesprächsverläufe, Unternehmensgeheimnisse
- Urheberrecht bei KI-generierten Texten, Bildern und anderen Inhalten
- Haftungsfragen: Wer verantwortet KI-generierte Fehler?
- EU AI Act: Überblick über den europäischen Regulierungsrahmen für KI
Modul Anwendung von KI und Prompting (ca. 40 Unterrichtseinheiten) Dieser Block ist der praktisch-handwerkliche Kern des Kurses. Prompting — die Kunst, KI-Systeme durch präzise Eingaben zu steuern — ist keine Selbstverständlichkeit. Gute Prompts liefern brauchbare Ergebnisse; schlechte Prompts produzieren Rauschen oder Fehlinformationen. Ziel ist, dass Teilnehmende KI-Tools für echte Arbeitsaufgaben nutzen können.
- Was ist Prompting? Grundlogik, Typen von Prompts, Iterationsgedanke
- Einfache und strukturierte Prompts formulieren: Rollen, Kontext, Format
- KI als Werkzeug für Textzusammenfassungen, Übersetzungen, Entwürfe
- KI für Recherche und Informationsaufbereitung — Grenzen und Halluzinationsrisiko
- Praktische Anwendungsfälle: E-Mail-Entwürfe, Protokolle, Präsentationsgliederungen
- Grenzen der KI kennen: Wann menschliches Urteilsvermögen nicht ersetzbar ist
Modul Bewerben mit KI (ca. 20 Unterrichtseinheiten) Dieser Abschnitt zeigt, wie KI-Werkzeuge beim Bewerbungsprozess unterstützen können — sowohl auf Bewerberseite als auch im Hinblick auf den wachsenden KI-Einsatz in Recruiting-Prozessen von Unternehmen.
- KI-gestützte Erstellung von Bewerbungsanschreiben und Lebensläufen
- Berufsfindung und Selbstpositionierung mit KI-Unterstützung
- Wie Unternehmen KI im Recruiting einsetzen: CV-Screening, KI-Interviews
- Chancen und Risiken für Bewerberinnen und Bewerber im KI-Recruiting-Umfeld
- Unterschied zwischen KI-gestütztem und menschlichem Auswahlprozess
Modul Gefahren der KI (ca. 40 Unterrichtseinheiten) Wer KI-Tools reflektiert nutzen will, muss auch ihre Gefahren kennen. Dieser Block beleuchtet, warum KI-Systeme diskriminieren können, wie Halluzinationen entstehen, und welche gesellschaftlichen Risiken durch Deep Fakes und synthetische Medien entstehen — ohne Technologie-Feindlichkeit, aber mit kritischem Blick.
- Diskriminierung durch KI: Bias in Trainingsdaten, Beispiele aus Bewerbung und Kredit
- KI und Ethik: Wer entscheidet, wer für Entscheidungen von KI-Systemen haftet?
- Halluzinationen und Fehlinformationen: Warum generative KI Dinge erfindet
- Deep Fakes: Erkennung, Verbreitung, gesellschaftliche Wirkung
- Synthetische Medien: Fotos, Videos, Stimmen — was ist noch echt?
- Umgang mit KI-generierten Fehlinformationen im beruflichen Kontext
Modul KI for future: Auswirkungen und Visionen (ca. 20 Unterrichtseinheiten) Der Abschlusskurs richtet den Blick auf die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen, die durch KI ausgelöst werden. Er soll keine Angst, sondern Orientierung vermitteln — damit Teilnehmende die eigene Berufsbiografie in einem sich verändernden Marktumfeld reflektieren können.
- KI und Wirtschaft: Automatisierungspotenziale, neue Geschäftsmodelle
- KI und Arbeit: Welche Tätigkeiten werden automatisiert, welche nicht?
- KI und Innovation: Start-ups, Produktentwicklung, Plattformökonomie
- KI und Lernen: Adaptive Lernsysteme, KI in der Weiterbildung
- KI und Robotik: Kollaborative Roboter, industrielle Automatisierung
- Augmented Reality und Virtual Reality als KI-angrenzende Technologien
Lernziele:
- Den Begriff Künstliche Intelligenz definieren und von verwandten Konzepten abgrenzen
- Neuronale Netze und Algorithmen grundlegend verstehen — ohne mathematische Tiefe
- Gängige KI-Werkzeuge wie ChatGPT identifizieren und einordnen
- Prompting als Technik verstehen und einfache Prompts formulieren
- KI als Hilfsmittel für konkrete Büro- und Berufsaufgaben einsetzen
- Datenschutzrechtliche Anforderungen beim KI-Einsatz im Beruf kennen
- Urheberrechtsfragen beim Einsatz KI-generierter Inhalte einschätzen
- Eigene Daten beim KI-Einsatz schützen und informiert handeln
- Gefahren der KI erkennen: Diskriminierung, Halluzinationen, Desinformation
- Deep Fakes und synthetische Medien als Phänomen einordnen
- Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt und eigene Berufsfelder reflektieren
- Augmented Reality, Virtual Reality und Robotik als KI-angrenzende Technologien kennen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs ist ausdrücklich kein Programmierkurs. Er richtet sich an alle, die im Berufsalltag mit KI-Werkzeugen in Berührung kommen oder kommen werden, ohne selbst Entwicklerinnen oder Entwickler zu sein.
- Arbeitssuchende, die ihre digitale Kompetenz für den Wiedereinstieg auffrischen möchten
- Personen mit Berufsabschluss in nicht-technischen Berufen, die KI-Tools im Arbeitsalltag einsetzen möchten
- Menschen ohne Berufsabschluss, die digitale Grundkompetenzen aufbauen wollen
- Berufswechsler, die ihre Wissensgrundlage im Bereich digitale Technologien erweitern möchten
Grundlegende Computerkenntnisse (Windows, Office, Internetbrowser) und Deutschkenntnisse auf mindestens B2-Niveau sind erforderlich. Programmierkenntnisse oder mathematische Grundlagen werden ausdrücklich nicht vorausgesetzt. Der Kurs ist so konzipiert, dass Personen ohne technisches Vorwissen folgen und profitieren können.
Ablauf & Abschluss
Das Combined-Learning-Format verbindet Online-Selbstlernphasen mit betreuten Gruppeneinheiten. Praktische Übungen mit echten KI-Werkzeugen sind fester Bestandteil des Prompting-Moduls und der Anwendungsblöcke — hier arbeiten Teilnehmende mit verfügbaren KI-Assistenten direkt an Aufgabenstellungen. Diskussionen zu Rechtsfragen und ethischen Überlegungen eignen sich besonders für interaktive Gruppenformate. Der Kurs läuft in Vollzeit.
Die Gesamtdauer liegt bei mehr als einer Woche bis zu einem Monat. Die sechs Themenblöcke umfassen zusammen rund 160 Unterrichtseinheiten, die im Vollzeit-Takt absolviert werden. Der genaue Zeitplan richtet sich nach dem jeweiligen Anbieter und dem Starttermin.
Der Kurs schließt mit einer Teilnahmebescheinigung sowie einem Träger-Zertifikat des Bildungsträgers ab. Es handelt sich nicht um eine externe Herstellerzertifizierung. Das Zertifikat dokumentiert die Kursinhalte und kann als Kompetenznachweis gegenüber Arbeitgebern verwendet werden.
Nutzen & Perspektiven
KI-Kompetenz ist keine Fähigkeit mehr, die nur IT-Spezialistinnen und -Spezialisten benötigen. Wer in einem Büro, in einer sozialen Einrichtung, im Handel oder in der Logistik arbeitet, begegnet KI bereits heute: im Recruiting-Prozess, in Kundenservice-Bots, in Dokumentenverarbeitungssystemen. Wer versteht, wie diese Systeme funktionieren, kann sie bewusst einsetzen — und erkennt auch, wann ein KI-generiertes Ergebnis kritisch geprüft werden muss. Der besondere Wert dieses Kurses liegt in der Breite: Er verbindet das technische Grundverständnis mit dem rechtlichen und ethischen Rahmen, der im Berufsalltag tatsächlich relevant ist. Wer nach DSGVO fragen darf, welche Daten man in ein KI-System eingeben darf, und was passiert, wenn KI diskriminiert — das sind keine akademischen Fragen, sondern praktische Kompetenzen für jeden, der in deutschen Unternehmen arbeitet. Der Ausblicksblock am Ende des Kurses gibt Teilnehmenden Orientierung für ihre eigene Berufsbiografie. KI verändert Arbeitsmarkt und Tätigkeitsprofile — wer die Mechanismen kennt, kann Veränderungen früher erkennen und die eigene Weiterbildung gezielter planen. Das ist der langfristige Mehrwert, den ein reiner Werkzeugkurs nicht liefern kann.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich programmieren können, um diesen Kurs zu besuchen?
Nein. Dieser Kurs setzt ausdrücklich keine Programmierkenntnisse voraus. Er richtet sich an Personen, die KI-Werkzeuge im Berufsalltag anwenden und kritisch einschätzen möchten — nicht daran, KI-Systeme selbst zu entwickeln.
Was unterscheidet diesen Kurs von einem KI-Programmierkurs?
Während ein Programmierkurs in Python, Machine-Learning-Bibliotheken oder Modelltraining einführt, vermittelt dieser Kurs Anwender-Kompetenz: Prompting, rechtliche Grundlagen, Gefahrenerkennung und Zukunftsperspektiven. Das Zielpublikum sind Büroangestellte, Sachbearbeiter und Menschen in kaufmännischen Berufen — nicht Softwareentwickler.
Welche KI-Tools werden im Kurs behandelt?
Im Kurs wird mit verfügbaren generativen KI-Assistenten wie ChatGPT gearbeitet, der exemplarisch für das Angebot an Large-Language-Model-basierten Werkzeugen steht. Der Kurs vermittelt übertragbare Kompetenzen, die auf verschiedene KI-Werkzeuge anwendbar sind.
Welchen Abschluss bekomme ich nach dem Kurs?
Der Kurs schließt mit einer Teilnahmebescheinigung und einem Träger-Zertifikat des Bildungsträgers ab. Es handelt sich nicht um eine externe Herstellerzertifizierung wie eine Microsoft- oder Google-Prüfung. Das Zertifikat dokumentiert die Kursinhalte und kann im Lebenslauf aufgeführt werden.
Ist der Kurs förderfähig?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern kann der Kurs über einen Bildungsgutschein gefördert werden. Arbeitssuchende klären die Förderoption vor Kursbeginn mit ihrer Arbeitsvermittlung bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.
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