Überblick
Künstliche Intelligenz verändert nicht nur das Endprodukt Software, sondern den gesamten Entwicklungsprozess. Wer heute Code schreibt, ohne KI-Werkzeuge zu kennen und einzusetzen, arbeitet mit deutlichem Nachteil. Dieser Kurs richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler, die KI nicht als Hilfsmittel am Rand, sondern als integralen Bestandteil ihrer Arbeit verstehen und beherrschen wollen. Er deckt zwei komplementäre Schwerpunkte ab: den direkten KI-Einsatz in Softwareprojekten (von Code-Generierung über LLM-Integration bis zu Agentic AI) und die Automatisierung von Geschäftsprozessen durch KI-gestützte Workflows (No-Code-Tools, API-Integration, Vibe Coding). Beide Stränge sind praxisnah konzipiert und werden an eigenen Projekten erarbeitet.
Kursinhalte & Lernziele
Der Kurs gliedert sich in zwei aufeinander bezogene Themenstränge: KI in der klassischen Softwareentwicklung und KI-gestützte Workflow-Automatisierung. Der erste Block legt das konzeptionelle und technische Fundament für KI-gestütztes Programmieren. Hier wird verstanden, welche Möglichkeiten KI in verschiedenen Phasen des Entwicklungsprozesses eröffnet, und welche Werkzeuge es gibt, die direkt im Entwicklungsalltag eingesetzt werden können.
- Überblick über den aktuellen Stand von KI in der Softwareentwicklung
- KI-Werkzeuge im Vergleich: GitHub Copilot, Cursor, weitere KI-fähige IDEs
- Grundbegriffe: Large Language Models, Prompt Engineering, Kontextfenster, Token
- Rapid Prototyping und MVP-Entwicklung mit KI-Unterstützung
- Softwarearchitekturen und Design Patterns für KI-augmentierte Anwendungen
Der zweite Block ist dem Kern-Handwerk gewidmet: dem täglichen Einsatz von KI beim Schreiben, Prüfen und Verbessern von Code. Dieser Block ist besonders praxisbetont und führt direkt zu anwendbaren Techniken, die sofort in den Entwickleralltag integriert werden können.
- Prompt Engineering für Code-Generierung: Kontext, Constraints, Ausgabeformat
- KI-gestütztes Code-Review: automatisierte Prüfung auf Muster, Sicherheitslücken, Lesbarkeit
- Refactoring mit KI: wie man bestehende Codebases systematisch verbessert
- Grenzen erkennen: Wann KI-Vorschläge übernommen werden können und wann nicht
- Debugging mit KI-Assistenz: Fehlerbeschreibung, Hypothesen, Lösungsstrategien
Der dritte Block behandelt die Integration von LLMs und Agentic AI in eigene Softwareprojekte. Hier verlässt der Kurs die Ebene der KI-Werkzeuge und beschäftigt sich damit, wie KI als Komponente in eigene Anwendungen eingebettet wird — vom einfachen API-Aufruf bis zum komplexen mehrstufigen Agenten.
- LangChain als Framework für LLM-Anwendungen: Grundstruktur, Chains, Agents
- API-Anbindung verschiedener LLM-Anbieter
- Agentic AI: autonome Workflows, Tool-Use, Mehrschritt-Reasoning
- Retrieval-Augmented Generation (RAG) für kontextsensitive Anwendungen
- Patterns für zuverlässige und wartbare LLM-Anwendungen
Der vierte Block deckt Testing, Deployment und Betrieb von KI-gestützter Software ab. KI-augmentierte Systeme brauchen eigene Teststrategien und besondere Aufmerksamkeit beim Monitoring, weil Modellantworten nicht deterministisch sind.
- Teststrategien für KI-augmentierte Systeme: Unit-, Integrations-, Prompt-Tests
- Deployment von KI-Anwendungen: Containerisierung mit Docker, CI/CD-Grundlagen
- Monitoring im Betrieb: Erkennung von Modell-Drift, Fehlerquoten, Latenz
- Datenschutz und Compliance: Was darf in einen KI-Prompt, was nicht
- Risiko-Standortbestimmung: Abhängigkeiten von Drittsystemen, Ausfallszenarien
Der fünfte Block widmet sich Workflow-Automatisierung als eigenem Kompetenzfeld. Hier wird KI nicht in Software integriert, sondern genutzt, um Geschäftsprozesse ohne klassisches Programmieren zu automatisieren — ein Bereich, der für viele Entwicklerinnen und Entwickler zunehmend relevant wird.
- No-Code-Automatisierung mit Zapier, Make und n8n: Grundkonzepte, Trigger, Actions
- KI-APIs in Workflows einbinden: ChatGPT, Claude, Whisper und andere Dienste
- Agentic Workflows: KI-Agenten, die eigenständig Entscheidungen in Prozessen treffen
- Vibe Coding für Custom Workflows: eigene Automatisierungen ohne klassisches Programmieren
- Datenintegration: externe APIs und Datenquellen verbinden, transformieren, weiterleiten
Im gesamten Kursverlauf werden die Konzepte direkt an eigenen Projekten erarbeitet. Jede Kurseinheit endet mit einer Anwendungsaufgabe, bei der eine Technik aus dem Block unmittelbar eingesetzt wird. Peer-Feedback zu Prompt-Bibliotheken, Automatisierungsworkflows und LangChain-Implementierungen ist fester Bestandteil, weil das kritische Auswerten von KI-Ergebnissen in der Gruppe schneller reift als allein. Das Abschlussprojekt ist ein funktionierendes KI-augmentiertes Softwaretool oder ein vollständig aufgebauter Automatisierungs-Workflow.
Lernziele:
- KI-Werkzeuge wie GitHub Copilot und Cursor im Entwicklungsalltag sicher einsetzen
- Effektive Prompts für Code-Generierung, Code-Review und Refactoring entwickeln
- LLMs über LangChain und vergleichbare Frameworks in eigene Softwareprojekte integrieren
- Agentic-AI-Systeme entwerfen und in bestehende Architekturen einbetten
- Softwarearchitekturen und Design Patterns für KI-augmentierte Anwendungen kennen
- KI-gestützte Testverfahren und Qualitätssicherungsansätze anwenden
- KI-gestützte Software deployen und im Betrieb überwachen
- Workflow-Automatisierungen mit No-Code-Tools wie Zapier, Make und n8n aufbauen
- KI-APIs in Automatisierungs-Workflows integrieren
- Agentic Workflows für komplexe Automatisierungsaufgaben konzipieren
- Risiken, Datenschutz und Compliance beim KI-Einsatz in Softwareprojekten einschätzen
- Die eigene Entwicklerrolle im Kontext von Mensch-KI-Kollaboration einordnen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen mit Bezug zur Softwareentwicklung, die KI aktiv in ihre Arbeit integrieren möchten.
- Softwareentwicklerinnen und -entwickler mit ersten bis mehrjährigen Erfahrungen
- Technical Product Manager, die KI-Funktionalitäten einschätzen und steuern
- Quereinsteiger mit digitalen Grundkenntnissen und Interesse an KI-Entwicklung
- Berufsrückkehrende mit technischem Hintergrund, die ihren Kenntnisstand aktualisieren
- Fachkräfte, die von klassischer Entwicklung in KI-augmentierte Workflows wechseln möchten
Grundkenntnisse digitaler Tools und erste Berufserfahrung im Bereich Software-Engineering oder Product-Management sind hilfreich. Deutschkenntnisse auf B2-Niveau werden für die aktive Teilnahme vorausgesetzt. Wer bereits erste Erfahrung mit einer Programmiersprache mitbringt, kann die Inhalte tiefer verarbeiten; der Kurs ist aber so konzipiert, dass auch Interessierte mit grundlegenden digitalen Kenntnissen folgen können.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im virtuellen Klassenraum statt, überwiegend in Teilzeit. Die Lehrform ist praxisnah: Wissen wird direkt am eigenen Projekt erarbeitet, nicht nur in Vorlesungsform vermittelt. Trainer aus aktiver Vibe-Coding- und Automatisierungspraxis begleiten die Kurseinheiten. Peer-Feedback ist fester Bestandteil, weil das kritische Auswerten von KI-Ergebnissen in der Gruppe schneller reift als allein.
Der Kurs ist als Vollzeit- oder Teilzeitdurchführung verfügbar. Der genaue Umfang hängt vom gewählten Anbieter und Durchführungsformat ab. Als Orientierung sind mehrere Wochen realistisch, da beide Themenstränge ausreichend Tiefe erfordern.
Nach Abschluss des Kurses erhalten Teilnehmende ein trägereigenes Zertifikat, das den absolvierten Kursinhalt dokumentiert. Es handelt sich nicht um ein herstellerseitiges Zertifikat im Sinne eines standardisierten Prüfungsabschlusses. Die Tools und Methoden, die im Kurs erarbeitet werden (GitHub Copilot, LangChain, n8n u. a.), sind jedoch direkt in der Berufspraxis nachweisbar.
Nutzen & Perspektiven
KI-kompetente Entwicklerinnen und Entwickler sind auf dem Arbeitsmarkt bereits heute deutlich gefragter als Kolleginnen und Kollegen ohne diese Kenntnisse. Wer nach diesem Kurs in der Lage ist, Agentic Workflows zu entwerfen, LLMs sicher zu integrieren und Automatisierungen mit No-Code-Tools zu bauen, deckt ein Kompetenzspektrum ab, das in den meisten Unternehmen noch intern fehlt. Das ist keine theoretische Aussage, sondern lässt sich in aktuellen Stellenprofilen direkt nachlesen. Der Kurs hat einen zweiten, weniger offensichtlichen Nutzen: Er schärft das Urteilsvermögen. Wer KI täglich selbst einsetzt, erkennt ihre Grenzen schneller, bewertet KI-Vorschläge kritischer und trifft bessere Entscheidungen darüber, wann KI sinnvoll einzusetzen ist und wann nicht. Dieses Urteilsvermögen ist auf dem Markt mindestens so wertvoll wie die technische Fertigkeit, weil unkritische KI-Nutzung in der Softwareentwicklung zu schwer auffindbaren Fehlern führen kann. Über den eigenen Karriereschritt hinaus leistet das Kursprogramm einen Beitrag zur Qualität KI-augmentierter Software insgesamt. Wer Testing, Monitoring, Compliance und Datenschutz von Anfang an mitdenkt, baut stabilere und verantwortungsvollere Systeme. Gerade bei LLM-Anwendungen, die in Produktivumgebungen eingesetzt werden, ist das kein akademischer Anspruch, sondern eine Voraussetzung für den sicheren Betrieb.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Braucht man Programmiererfahrung für diesen Kurs?
Erste Berufserfahrung im Software-Engineering oder Product-Management ist hilfreich. Wer bereits eine Programmiersprache kennt, kann die Inhalte tiefer verarbeiten. Der Kurs ist aber so aufgebaut, dass auch Interessierte mit grundlegenden digitalen Kenntnissen folgen können.
Was unterscheidet diesen Kurs von einem klassischen Programmierkurs?
Der Kurs fokussiert nicht auf das Erlernen einer Sprache von Grund auf, sondern auf den strategischen KI-Einsatz im Entwicklungsprozess: Code-Generierung, LLM-Integration, Agentic AI und Workflow-Automatisierung. Das Handwerk der Entwicklung wird vorausgesetzt oder ergänzend eingeführt.
Welche Tools werden im Kurs konkret eingesetzt?
Unter anderem GitHub Copilot, Cursor, LangChain, Python, Docker, n8n, Make, Zapier und KI-APIs verschiedener Anbieter. Die genaue Tool-Auswahl kann je nach Kursformat variieren.
Gibt es ein offizielles Zertifikat nach dem Kurs?
Nach Abschluss gibt es ein trägereigenes Zertifikat, das die Kursinhalte dokumentiert. Es handelt sich nicht um ein herstellerseitiges Prüfungszertifikat. Die im Kurs erworbenen praktischen Kompetenzen sind direkt in der Berufspraxis nachweisbar.
Ist der Kurs in Vollzeit oder Teilzeit verfügbar?
Beide Formate sind verfügbar. Das genaue Angebot hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Der Kurs findet im virtuellen Klassenraum statt, überwiegend in Teilzeit.
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