Überblick
Künstliche Intelligenz verändert, wie Menschen lernen, Wissen aufbereiten und Bildungsangebote entwickeln. Wer in der Erwachsenenbildung oder beruflichen Weiterbildung tätig ist, kommt um eine fundierte Auseinandersetzung mit diesen Werkzeugen nicht mehr herum – weder als Lehrende noch als Bildungsmanagerin. Diese Weiterbildung schließt genau diese Lücke: Sie vermittelt, wie KI-gestützte Anwendungen in Bildungskontexten sinnvoll eingesetzt werden, wo ihre Grenzen liegen und welche didaktischen wie rechtlichen Rahmenbedingungen dabei zu beachten sind. Der Schwerpunkt liegt nicht auf Programmierung, sondern auf dem kompetenten, verantwortungsvollen Einsatz bestehender KI-Werkzeuge im Lehr- und Lernalltag.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – KI-Grundlagen für Bildungspraktiker Dieses Einstiegsmodul vermittelt ein tragfähiges Grundverständnis: Was steckt hinter Begriffen wie maschinelles Lernen, Large Language Models und generative KI? Wo ist KI bereits in Bildungsplattformen aktiv, ohne dass man es bemerkt? Teilnehmende entwickeln ein realistisches Bild der Möglichkeiten und Grenzen dieser Technologien – ohne in technische Details abzutauchen, die für die pädagogische Praxis nicht relevant sind.
- Grundbegriffe: maschinelles Lernen, neuronale Netze, generative KI
- Wie Large Language Models wie ChatGPT oder Gemini funktionieren
- KI im Bildungsbereich: aktuelle Einsatzfelder und Plattformbeispiele
- Typische Stärken und Schwächen von KI-Werkzeugen im Lernkontext
- Entwicklungstrends: was kommt in den nächsten Jahren auf Bildungseinrichtungen zu
- Abgrenzung: wann KI sinnvoll ist und wann menschliche Didaktik unersetzbar bleibt
Modul 2 – Prompt Engineering für Lernmaterialien Prompt Engineering ist die Kunst, KI-Systemen präzise Anweisungen zu geben, um qualitativ hochwertige Ergebnisse zu erhalten. In diesem Modul lernen Teilnehmende, wie sich KI-Werkzeuge als Autorenhilfe, Übungsaufgabengenerator und Feedbackassistent einsetzen lassen. Anhand konkreter Unterrichtsszenarien wird geübt, Prompts so zu formulieren, dass die Ergebnisse didaktisch verwertbar sind.
- Grundlagen des Prompt Engineerings: Struktur, Kontext und Iteration
- Lernmaterialien entwickeln: Texte, Quizfragen, Fallbeispiele, Zusammenfassungen
- Differenzierungsaufgaben für unterschiedliche Leistungsniveaus generieren
- Feedback-Prompts für formative Lernstandserhebungen
- Qualitätssicherung: KI-Output prüfen, überarbeiten und freigeben
- Praxisübung: ein vollständiges Lernmodul mit KI-Unterstützung erstellen
Modul 3 – Personalisiertes Lernen und KI-Chatbots im Unterricht KI bietet erstmals die technische Grundlage für individuell angepasste Lernerfahrungen in großem Maßstab. Dieses Modul zeigt, wie adaptive Lernpfade konzipiert werden und wie Chatbots als lernbegleitende Systeme funktionieren. Gleichzeitig wird thematisiert, welche pädagogischen Risiken entstehen, wenn Personalisierung zur Filterblase wird.
- Konzepte adaptiven Lernens: Lernstandsanalyse, Pfadanpassung, Repetitionssysteme
- KI-Chatbots als Tutoren: Einsatz in asynchronen Lernformaten
- Fallbeispiele: Plattformen wie Duolingo, Khan Academy Kite, Khanmigo
- Chancen für heterogene Lerngruppen und inklusive Bildungsangebote
- Risiken: Abhängigkeit, Filterblasen, mangelnde Tiefenverarbeitung
- Didaktisches Design: Wann trägt KI-Personalisierung wirklich zum Lernerfolg bei?
Modul 4 – Datenschutz, Urheberrecht und Verantwortung im KI-Einsatz Dieser Abschnitt behandelt die rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen, die beim Einsatz von KI-Tools in Bildungseinrichtungen verbindlich sind. Das DSGVO-konforme Handling von Lernendendaten, Urheberrechtsfragen bei KI-generierten Inhalten und institutionelle Verantwortung stehen im Mittelpunkt. Teilnehmende entwickeln konkrete Handlungsrichtlinien für ihren eigenen Arbeitskontext.
- DSGVO im Bildungsbereich: welche Daten dürfen KI-Systeme verarbeiten?
- Urheberrecht bei KI-generiertem Text, Bild und Audio
- Transparenzpflichten gegenüber Lernenden: wann muss KI-Einsatz offengelegt werden?
- Institutionelle KI-Nutzungsrichtlinien entwickeln und kommunizieren
- Ethische Dimensionen: Fairness, Diskriminierungsrisiken, gesellschaftliche Verantwortung
- Praxisübung: eine KI-Nutzungsrichtlinie für eine fiktive Bildungseinrichtung formulieren
Lernziele:
- Die Funktionsprinzipien gängiger KI-Werkzeuge für Bildungszwecke erklären und einordnen
- Lernmaterialien durch gezieltes Prompt Engineering effizienter erstellen
- Personalisierte Lernangebote mit KI-Unterstützung konzipieren und umsetzen
- KI-Chatbots und Sprachmodelle methodisch durchdacht im Unterricht einsetzen
- Datenschutzanforderungen und urheberrechtliche Grenzen beim KI-Einsatz kennen
- Den eigenen Einsatz von KI-Tools kritisch einschätzen und bewusst begründen
- Didaktische Konzepte entwickeln, die KI-Technologie sinnvoll integrieren
- Medienkompetenz bei Lernenden im Umgang mit KI gezielt fördern
- Qualitätsstandards für KI-generierte Lernmaterialien formulieren und anwenden
- Chancen und Risiken von KI für Inklusion und Barrierefreiheit in der Bildung beurteilen
- KI-unterstützte Evaluations- und Feedbackprozesse in der Weiterbildung einsetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Personen, die in der Erwachsenenbildung oder beruflichen Weiterbildung tätig sind und KI-Werkzeuge kompetent in ihre Arbeit integrieren möchten.
- Kursleitende und Dozentinnen in der beruflichen und allgemeinen Weiterbildung
- Bildungsmanager und Programmentwickler in Weiterbildungseinrichtungen
- Trainer in betrieblicher Qualifizierung
- Personen, die eine Tätigkeit in der Erwachsenenbildung anstreben
- Lehrende, die digitale Lernformen weiterentwickeln wollen
Ein Studium, eine Ausbildung oder solide Vorkenntnisse im pädagogischen Bereich bilden die fachliche Grundlage. Daneben wird eine ausgeprägte Bereitschaft erwartet, digitale Werkzeuge aktiv auszuprobieren. Grundlegende PC-Kenntnisse – Textverarbeitung, Internetrecherche, Umgang mit webbasierten Plattformen – reichen als technischer Einstieg vollständig aus. Programmierkenntnisse sind ausdrücklich nicht erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Das Lernformat kombiniert interaktive Online-Seminare mit angeleiteten Praxisübungen. Statt passivem Lesen werden eigene Materialien, Prompts und didaktische Konzepte entwickelt – die Lernaufgaben sind direkt auf die berufliche Praxis der Teilnehmenden zugeschnitten. Fallbesprechungen aus dem Weiterbildungsalltag machen die Inhalte greifbar. Kollegialer Austausch in Gruppenformaten ermöglicht es, unterschiedliche Perspektiven aus verschiedenen Bildungseinrichtungen einzubeziehen.
Die Weiterbildung ist modular aufgebaut und kann je nach verfügbarer Zeit im Teilzeitformat berufsbegleitend absolviert werden. Die einzelnen Module sind in sich geschlossen und bauen aufeinander auf, eignen sich aber auch zur gezielten Vertiefung einzelner Themenbereiche. Der Zeitaufwand pro Woche ist überschaubar und lässt sich mit einer Vollzeittätigkeit kombinieren.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung, die den Kursinhalt und die erworbenen Kompetenzen dokumentiert. Diese kann gegenüber Arbeitgebern und Auftraggebern als Nachweis der didaktisch-digitalen Weiterbildung genutzt werden.
Nutzen & Perspektiven
Bildungseinrichtungen, die KI nicht aktiv in ihre Angebotsentwicklung einbeziehen, werden mittelfristig an Qualität und Effizienz verlieren. Wer als Trainerin oder Bildungsmanager heute lernt, KI-Werkzeuge gezielt einzusetzen, kann Lernmaterialien schneller und zielgruppengerechter erstellen, Feedback-Prozesse entlasten und adaptive Elemente in Kursdesigns einweben. Das spart Zeit und verbessert gleichzeitig die Lernerfahrung. Der Kurs schärft zudem das kritische Urteilsvermögen: Wer die Schwächen und blinden Flecken von KI-Systemen kennt – Halluzinationen, Bias, fehlende Tiefenverarbeitung – setzt diese Werkzeuge weitaus bewusster ein als jemand, der sie unkritisch übernimmt. Das schützt die eigene Glaubwürdigkeit und die Qualität der angebotenen Bildungsleistungen. Schließlich ermöglicht eine fundierte KI-Kompetenz, Lernende ihrerseits im verantwortungsvollen Umgang mit KI zu begleiten. Medienkompetenz gehört heute zu den Kernaufgaben der Erwachsenenbildung – und KI ist ein zentrales Kapitel davon. Wer als Dozentin erklären kann, wie ein Sprachmodell Texte generiert, warum es manchmal falsch liegt und weshalb Urheberrechtsfragen beim KI-Output ernst zu nehmen sind, trägt zu einem realistischen Umgang mit dieser Technologie bei – und stärkt gleichzeitig die eigene Autorität als sachkundige Fachperson.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich technische Kenntnisse für diesen Kurs?
Nein. Der Kurs setzt keine Programmierkenntnisse voraus. Grundlegende PC-Kenntnisse und Erfahrung mit webbasierten Anwendungen genügen vollständig. Der Fokus liegt auf dem didaktischen und methodischen Einsatz von KI-Werkzeugen, nicht auf deren technischer Entwicklung.
Welche KI-Tools werden im Kurs behandelt?
Der Kurs arbeitet mit gängigen, frei zugänglichen KI-Sprachmodellen und spezialisierten Bildungsplattformen. Im Vordergrund stehen das methodische Vorgehen und das kritische Urteilsvermögen – die Inhalte sind so gestaltet, dass sie auf neue Werkzeuge übertragbar bleiben.
Darf ich KI-generierte Lernmaterialien offiziell einsetzen?
Das hängt von Kontext und Einrichtung ab. Der Kurs behandelt die urheberrechtlichen und datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen ausführlich und hilft dabei, institutionelle Nutzungsrichtlinien zu formulieren. Transparenz gegenüber Lernenden ist dabei ein zentrales Prinzip.
Eignet sich der Kurs für hauptberufliche Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen?
Der Kurs ist primär auf die Erwachsenenbildung und berufliche Weiterbildung ausgerichtet. Grundschul- oder Gymnasiallehrkräfte profitieren ebenfalls, sollten aber beachten, dass schulrechtliche Spezifika (z. B. Schulgesetze der Länder) im Kurs nur am Rande berührt werden.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung, die die erworbenen Kompetenzen im Bereich KI in der Bildung dokumentiert. Ein staatlich anerkanntes Zertifikat oder ein Hochschulabschluss wird nicht verliehen.
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