Überblick
Dieser Ausbildungspfad zum KI-Manager und AI Compliance Beauftragten gemäß ISO/IEC 42001 vermittelt in drei aufeinander aufbauenden Modulen das gesamte Spektrum normbasierter KI-Governance. Beginnend mit den technischen Grundlagen und der Einführung in den KI-Beauftragten-Rolle über das operative Management und die rechtliche Compliance bis hin zur professionellen Auditierung von KI-Managementsystemen deckt diese Weiterbildung den vollständigen Lebenszyklus einer normenkonformen KI-Implementierung ab. Die Teilnehmenden erwerben praxisrelevantes Wissen zu den Anforderungen der europäischen KI-Verordnung, der DSGVO und der ISO 42001 und sind nach Abschluss befähigt, KI-Systeme in Organisationen zu verantworten, Compliance-Strukturen aufzubauen und unabhängige Audits durchzuführen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — KI-Beauftragter gemäß ISO/IEC 42001 (Grundlagenmodul): Dieses erste Modul legt das Fundament für alle weiterführenden Lerneinheiten. Es vermittelt ein belastbares technisches und konzeptionelles Verständnis von KI-Systemen, das unerlässlich ist, um als Beauftragter glaubwürdig und handlungssicher aufzutreten. Im Fokus steht die Einordnung von KI in organisationale Strukturen und der Aufbau eines AI Management Systems.
- Grundlagen der Funktionsweise von KI-Systemen — von regelbasierten Systemen bis hin zu generativen Modellen
- Unterschiede zwischen klassischen IT-Architekturen und modernen KI-Architekturen im Unternehmenskontext
- Einführung in Lebenszyklusphasen von KI-Modellen (Datenerhebung, Training, Deployment, Monitoring)
- Grundlagen des AI Management Systems (AIMS) nach ISO/IEC 42001 und dessen Abgrenzung zu anderen Managementnormen
- Rolle, Aufgaben und Verantwortlichkeiten des KI-Beauftragten in verschiedenen Organisationstypen
- Erstellung einer initialen Bestandsaufnahme bestehender KI-Anwendungen im Unternehmen
Modul 2 — KI-Manager und AI Compliance Beauftragter gemäß ISO/IEC 42001: Das zweite Modul vertieft das operative und rechtliche Management von KI-Systemen. Die Teilnehmenden lernen, wie sie Compliance-Strukturen aufbauen, Risiken identifizieren und Governance-Prozesse dauerhaft verankern. Dabei werden die Anforderungen der europäischen KI-Verordnung (KI-VO) mit den Vorgaben der ISO 42001 und der DSGVO verknüpft.
- Pflichten und Verbote nach der KI-Verordnung der EU — Risikoklassen, Verbote und besondere Anforderungen für Hochrisiko-KI-Systeme
- Funktion und Aufgaben des AI Risk und AI Compliance Beauftragten im regulatorischen Umfeld
- Aufbau und Pflege der Dokumentation: Systemakte, Risikoakte, technische Dokumentation und Konformitätserklärung
- Planung und Durchführung von AI Impact Assessments als Grundlage für Governance-Entscheidungen
- Aufbau von Governance-Strukturen für KI im Unternehmen einschließlich Gremien, Zuständigkeiten und Eskalationspfaden
- Integration von KI-Compliance in vorhandene Managementsysteme wie ISO 27001, ISO 9001 oder betriebliche QM-Systeme
Praxis-Block — Anwendungsszenarien und Fallstudien aus dem KI-Management
- Entwicklung eines organisationsspezifischen KI-Inventars und Priorisierung nach Risikostufen
- Erstellung einer Risikoakte für ein fiktives Hochrisiko-KI-System gemäß ISO 42001
- Simulation eines AI Impact Assessment anhand eines praxisnahen Fallbeispiels aus dem HR-Bereich
- Aufbau einer internen KI-Governance-Struktur für ein mittelständisches Unternehmen
- Analyse typischer Compliance-Lücken und Entwicklung von Maßnahmen zur Schließung
- Vorbereitung und Präsentation eines Compliance-Berichts für das Management
- Prüfung und Optimierung von Datenschutz-Folgenabschätzungen mit KI-Bezug
- Simulation einer internen Kontrolle nach ISO 42001 Annex A
- Kommunikation von KI-Risiken gegenüber Stakeholdern und Aufsichtsbehörden
- Erarbeitung eines Maßnahmenplans zur kontinuierlichen Verbesserung des AIMS
- Dokumentation einer vollständigen Systemakte für ein KI-Produkt von der Anforderungsanalyse bis zum Monitoring
- Rechtliche und ethische Bewertung eines generativen KI-Einsatzes im Kundensupport
Das dritte Modul schließt den Ausbildungspfad ab. Es befähigt die Teilnehmenden, als unabhängige Auditoren tätig zu werden und Audits von KI-Managementsystemen nach ISO 19011 durchzuführen. Dieses Modul bereitet direkt auf die ICO-Zertifizierungsprüfung vor. Die Kombination aus Theorie, Prüfungssimulationen und praktischen Auditübungen sorgt für eine fundierte Prüfungsvorbereitung.
Lernziele:
- Sie verstehen die technischen Grundlagen von KI-Systemen und können diese gegenüber traditionellen IT-Systemen abgrenzen
- Sie kennen Lebenszyklus und Architektur typischer KI-Modelle und können deren Implikationen für das Management einschätzen
- Sie beherrschen die Anforderungen des AI Management Systems (AIMS) nach ISO/IEC 42001
- Sie kennen Ihre Rolle und Ihre Verantwortlichkeiten als KI-Beauftragter innerhalb einer Organisation
- Sie verstehen die rechtlichen Pflichten nach der europäischen KI-Verordnung und können diese organisational umsetzen
- Sie entwickeln und pflegen die erforderliche Dokumentation einschließlich Systemakte und Risikoakte
- Sie planen und führen AI Impact Assessments durch und leiten daraus Governance-Strukturen ab
- Sie integrieren KI-Compliance in bestehende Managementsysteme und verknüpfen diese mit DSGVO-Prozessen
- Sie wenden die Auditprinzipien nach ISO 19011 auf KI-Managementsysteme an
- Sie bereiten Stage-1- und Stage-2-Audits vor, führen diese durch und dokumentieren die Ergebnisse
- Sie behandeln Abweichungen, verfassen Auditberichte und bereiten Managementbewertungen auf
- Sie sind auf die Prüfung zur ICO-Zertifizierung als KI-Auditor gemäß ISO/IEC 42001 vorbereitet
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Ausbildungspfad richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die KI-Projekte, Compliance-Prozesse und Audits in ihrer Organisation verantworten oder begleiten wollen. Ein Basisverständnis für Managementsysteme und Informationssicherheit wird ausdrücklich empfohlen.
- Datenschutzbeauftragte und Compliance-Manager, die ihre Kompetenzen auf KI-Governance ausweiten möchten
- IT-Leiter und Projektmanager, die KI-Systeme im Unternehmen einführen oder steuern
- Qualitätsmanager und Auditoren, die KI-Managementsysteme prüfen und bewerten wollen
- Fachkräfte aus Recht, Risikomanagement und Unternehmenssteuerung mit KI-Bezug
- Personen, die eine berufliche Neuausrichtung in Richtung KI-Governance und Compliance anstreben
Die Teilnehmenden sollten grundlegende Kenntnisse im Management von Informationssystemen mitbringen sowie ein Basisverständnis für ISO-Managementnormen wie ISO 9001 oder ISO 27001. Erste Berührungspunkte mit KI-Technologien sind hilfreich, jedoch keine zwingende Voraussetzung. Vor Seminarbeginn findet ein individuelles Beratungsgespräch statt, in dem ein maßgeschneiderter Lernplan erstellt wird. Für Teilzeit-Einstieg oder individuelle Startzeitpunkte stehen entsprechende Planungsoptionen zur Verfügung.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung wird überwiegend als Combined Learning durchgeführt, das heißt, Präsenzeinheiten wechseln sich mit Online-Lernphasen ab. Praxisnahe Fallstudien, Prüfungssimulationen und Gruppenarbeiten ergänzen die Wissensvermittlung. Die Lernumgebung ist darauf ausgelegt, sowohl konzeptionelles Verständnis als auch anwendungsbereite Handlungskompetenz zu fördern. Ergänzend stehen Unterlagen und Lernmaterialien zur Vor- und Nachbereitung bereit.
Der dreiteilige Ausbildungspfad hat eine Gesamtdauer von mehr als drei bis zu sechs Monaten. Er kann in Vollzeit oder in Teilzeit absolviert werden. Die Module bauen aufeinander auf und sollten in der vorgegebenen Reihenfolge durchlaufen werden. Die genaue Stundenanzahl und Taktung wird im Beratungsgespräch gemeinsam mit dem Bildungsträger festgelegt.
Bei erfolgreichem Abschluss des gesamten Ausbildungspfads erhalten die Teilnehmenden ein international anerkanntes Herstellerzertifikat sowie ein Lehrgangszertifikat des Trägers. Das dritte Modul schließt mit der Vorbereitung auf die ICO-Zertifizierungsprüfung zum KI-Auditor gemäß ISO/IEC 42001 ab. Die Zertifizierung ist international anerkannt und dokumentiert die erworbenen Kompetenzen gegenüber Arbeitgebern und Behörden.
Nutzen & Perspektiven
KI-Governance ist eines der am schnellsten wachsenden Berufsfelder in Deutschland und Europa. Mit dem Inkrafttreten der europäischen KI-Verordnung stehen Unternehmen aller Branchen unter erheblichem Handlungsdruck, ihre KI-Systeme normkonform zu gestalten und nachweisbar zu dokumentieren. Wer diesen Ausbildungspfad abschließt, ist unmittelbar einsatzbereit als KI-Beauftragter, Compliance-Manager oder Auditor und besetzt damit eine stark nachgefragte Schnittstellenfunktion zwischen Technik, Recht und Management. Das dreistufige Konzept dieses Pfads bietet einen besonderen Mehrwert: Statt einzelner Seminarthemen erwerben die Teilnehmenden eine durchgängige, systemische Kompetenz — von der Einführung in KI-Managementsysteme über die operative Compliance bis zur unabhängigen Auditierung. Diese Tiefe ist am Markt selten und hebt die erworbene Qualifikation deutlich von kürzeren Einzelkursen ab. Die Vorbereitung auf die ICO-Zertifizierung verleiht dem Abschluss zudem internationale Glaubwürdigkeit. Bei AZAV-zertifizierten Trägern kann diese Weiterbildung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters gefördert werden. Je nach persönlicher Situation und Beschäftigungsstatus sind auch Förderungen nach dem Qualifizierungschancengesetz, Leistungen der Deutschen Rentenversicherung, Rehabilitationsförderung sowie Berufsförderung der Bundeswehr möglich. Die Beratung zu verfügbaren Förderwegen erfolgt im individuellen Vorgespräch.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifizierung erhalte ich nach Abschluss des Ausbildungspfads?
Sie erhalten ein international anerkanntes Herstellerzertifikat sowie ein Lehrgangszertifikat des Trägers. Das dritte Modul bereitet Sie gezielt auf die ICO-Zertifizierungsprüfung zum KI-Auditor gemäß ISO/IEC 42001 vor, die Sie eigenständig ablegen.
Muss ich alle drei Module in Folge belegen?
Die Module bauen aufeinander auf und sollten in der vorgegebenen Reihenfolge absolviert werden. Individuelle Startzeitpunkte und Teilzeit-Modelle sind nach Absprache mit dem Träger möglich. Im Beratungsgespräch vor Kursstart wird ein Lernplan erstellt.
Ist dieser Kurs für KI-Einsteiger geeignet?
Der Kurs setzt kein tiefes KI-Fachwissen voraus, aber ein Grundverständnis für Managementsysteme und erste Berührungspunkte mit Informationstechnologie sind hilfreich. Das erste Modul führt systematisch in die technischen Grundlagen von KI ein, sodass auch Einsteiger mit Management-Hintergrund gut folgen können.
Kann diese Weiterbildung gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein möglich. Darüber hinaus kommen das Qualifizierungschancengesetz, die Deutsche Rentenversicherung und weitere Förderinstrumente in Frage. Die konkrete Förderberatung erfolgt im Vorgespräch.
Welche Berufsfelder erschließt diese Qualifikation?
Mit dem Abschluss sind Sie für Positionen als KI-Beauftragter, AI Compliance Beauftragter, KI-Manager oder KI-Auditor qualifiziert — in Unternehmen aller Branchen, die KI-Systeme einsetzen oder entwickeln. Die wachsende Regulierungsdichte durch die EU-KI-Verordnung sorgt für eine steigende Nachfrage nach diesen Profilen.
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