Überblick
Generative KI hat die Softwareentwicklung fundamental verändert, und LangChain hat sich als eines der meistgenutzten Frameworks für den Bau von KI-Anwendungen etabliert. Wer mit LangChain arbeiten will, muss mehr als nur API-Aufrufe kennen: Chains bauen, Agents konfigurieren, Retrieval-Augmented Generation umsetzen, Vektordatenbanken anbinden und das Ganze in produktionsnahe Systeme integrieren. Diese Master Class vermittelt genau das — von den Grundkonzepten der LangChain Expression Language bis zur Deployment-fähigen Anwendung.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — LangChain-Grundlagen und LCEL LangChain besteht aus einer Vielzahl interagierender Komponenten, die nach einem einheitlichen Prinzip zusammenarbeiten. Dieser erste Block gibt einen präzisen Überblick über das Framework und führt die LangChain Expression Language (LCEL) ein, mit der Chains deklarativ und kompositionell gebaut werden. Ohne LCEL-Kenntnisse lässt sich modernes LangChain kaum sinnvoll einsetzen.
- LangChain-Architektur: Packages, Integrationen, Community vs. Core
- LCEL: Runnable-Protokoll, pipe()-Syntax, parallele Chains
- Prompt Templates: ChatPromptTemplate, MessagesPlaceholder, partial_variables
- Modellanbindung: OpenAI, Anthropic, lokale Modelle via Ollama
- Output Parsers: StrOutputParser, JSON, Pydantic
- Debugging mit invoke/batch/stream und LangSmith Traces
Modul 2 — Retrieval-Augmented Generation (RAG) RAG ist das Standardmuster, wenn LLMs mit eigenem Wissen — Dokumenten, Datenbanken, Firmendaten — arbeiten sollen. Dieser Block deckt den vollständigen RAG-Stack ab: von der Dokumentenverarbeitung über Embedding und Vektorspeicher bis zur Retrieval-Chain.
- Dokumentenlader (PDF, Web, CSV, Notion, SQL)
- Text Splitting: RecursiveCharacterTextSplitter, Chunk-Strategie
- Embeddings: OpenAI, Cohere, lokale Modelle
- Vektordatenbanken: FAISS lokal, Chroma, Pinecone als Cloud-Option
- Retriever-Typen: similarity search, MMR, SelfQuery
- RAG-Chain mit Kontextübergabe und Quellenverweis
Modul 3 — Agents und Tool Use Agents erlauben es LLMs, selbstständig Entscheidungen zu treffen, Tools aufzurufen und mehrstufige Aufgaben abzuarbeiten. Dieser Block behandelt sowohl vorgefertigte LangChain Agents als auch die Implementierung eigener Tools.
- Agent-Typen: ReAct, OpenAI Functions, Tool Calling
- Built-in Tools: Search, Calculator, Python REPL, Requests
- Custom Tools mit @tool-Decorator und BaseTool
- Multi-Tool-Agents und Fehlerbehandlung in Agent-Loops
- Structured Output mit Pydantic-Schemata
- Agentic Pipelines mit LangGraph für komplexe Workflowsteuerung
Praxisprojekte Die Lerninhalte werden in konkreten Projekten umgesetzt, die realen Anforderungen nachempfunden sind.
- RAG-Chatbot über ein eigenes PDF-Dokumentencorpus
- Kundenservice-Agent mit Datenbank-Tool und Eskalationslogik
- Dokumenten-Zusammenfassung mit Map-Reduce-Chain
- Q&A-System mit Quellenangaben und Halluzinierungs-Check
- Automatisierter Research-Agent mit Websearch-Integration
- API-Wrapping eigener Unternehmens-Endpunkte als LangChain Tool
- Produktiv-Deployment über LangServe mit FastAPI
- Monitoring und Evaluation von Chain-Outputs mit LangSmith
- Streaming-Responses für interaktive Benutzeroberflächen
- Multi-Step-Reasoning mit LangGraph State Machine
- Konversationsgedächtnis mit ConversationBufferWindowMemory
- Kostenkontrolle: Token-Zählung, Caching mit InMemoryCache
Im Verlauf der Praxisprojekte arbeiten die Teilnehmer mit echten LLM-APIs und realen Datenquellen. Der Fokus liegt nicht auf akademischen Beispielen, sondern auf Mustern, die sich direkt in produktive Anwendungen überführen lassen. Fehler und unerwartetes Verhalten sind dabei gewollt: Im Debugging-Prozess entsteht das tiefste Verständnis dafür, wie LangChain-Chains tatsächlich funktionieren. Projektergebnisse werden im Kurs reflektiert und gemeinsam weiterentwickelt, sodass ein greifbares Portfolio an real einsetzbaren LangChain-Anwendungen entsteht, das sich für Bewerbungen und in technischen Gesprächen vorzeigen lässt.
Lernziele:
- LangChain als Framework verstehen und die Kernkomponenten (Models, Prompts, Chains, Agents, Memory) gezielt einsetzen
- Mit der LangChain Expression Language (LCEL) deklarative Chains komponieren und debuggen
- Retrieval-Augmented Generation (RAG) konzipieren und mit realen Dokumentenquellen implementieren
- Vektordatenbanken (z. B. FAISS, Chroma, Pinecone) einbinden und effizient abfragen
- Agents mit Tools, Custom Tools und LangChain Tool Calling aufbauen
- Memory-Strategien für konversationelle Anwendungen auswählen und implementieren
- LangChain mit externen APIs, Datenbanken und Cloud-Diensten verbinden
- Prompts systematisch gestalten, testen und optimieren
- Anwendungen über LangServe oder FastAPI als API-Service bereitstellen
- Fehler in Chains und Agent-Loops diagnostizieren und beheben
- LangSmith für Monitoring, Tracing und Evaluation von LLM-Anwendungen nutzen
- Sicherheits- und Kostenaspekte beim Einsatz von LLM-APIs im Produktivbetrieb berücksichtigen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler, die praktische Erfahrung mit Python mitbringen und diese gezielt für den Bau von LLM-Anwendungen einsetzen wollen.
- Softwareentwickler mit Python-Kenntnissen, die in KI-Anwendungsentwicklung einsteigen wollen
- Machine Learning Engineers, die LLM-Integration in produktive Systeme lernen möchten
- Backend-Entwickler, die APIs um generative KI erweitern wollen
- Data Scientists, die über Modelltraining hinaus Anwendungen bauen möchten
- Technische Projektleiter, die LangChain-Architekturen beurteilen und steuern wollen
Solide Python-Kenntnisse sind zwingend erforderlich — mindestens auf dem Niveau, Klassen, Funktionen, Dekoratoren und async-Konstrukte zu lesen und zu schreiben. Kenntnisse in REST APIs und JSON-Datenverarbeitung werden vorausgesetzt. Grundkenntnisse in Large Language Models (was ein Prompt ist, wie API-Aufrufe funktionieren) sind hilfreich, aber kein tiefes ML-Wissen wird benötigt. Die Arbeit mit einer Entwicklungsumgebung (VS Code, Jupyter oder ähnlich) wird vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs folgt einem kombinierten Format aus synchronen Lerneinheiten und eigenständiger Praxisarbeit. Konzepte werden zunächst kompakt eingeführt, dann unmittelbar in Code umgesetzt. Alle Module enthalten kommentierte Code-Beispiele, die die Teilnehmer übernehmen, anpassen und erweitern. Die Praxisprojekte bilden den größten Anteil des Kurses — Verstehen entsteht hier durch eigenhändiges Entwickeln, Scheitern und Debuggen, nicht durch passives Zuschauen.
Der Kurs wird in Vollzeit absolviert. Das Combined-Learning-Format verbindet angeleitete Lernphasen mit eigenständiger Projektarbeit. Der genaue Gesamtumfang richtet sich nach den tatsächlichen Termindaten der jeweiligen Durchführung.
Nach Abschluss des Kurses wird ein Teilnahmezertifikat ausgestellt, das die vermittelten Kompetenzen im Bereich LangChain und generativer KI-Entwicklung dokumentiert. LangChain ist ein Open-Source-Framework — es gibt keine herstellerseitige Zertifizierungsprüfung. Das Zertifikat bescheinigt die praktischen Fähigkeiten, die im Kurs erworben wurden.
Nutzen & Perspektiven
LangChain hat sich in wenigen Jahren zu einem Quasi-Standard für den Bau von LLM-Anwendungen entwickelt. Unternehmen aller Branchen suchen Entwicklerinnen und Entwickler, die nicht nur wissen, was RAG oder Agents sind, sondern sie auch implementieren können. Dieser Kurs schließt die Lücke zwischen theoretischem LLM-Verständnis und produktionsreifen Anwendungen. Der besondere Wert liegt in der Tiefe der Praxisorientierung. Es geht nicht darum, fertige Code-Snippets zu kopieren, sondern darum, das Kompositionsprinzip von LangChain zu verstehen, damit man eigenständig neue Patterns entwickeln kann. Wer den Kurs abschließt, kann mit einem leeren Editor anfangen und eine vollständige, deployment-fähige LangChain-Anwendung entwickeln. Für Teams, die generative KI einführen wollen, bietet die Master Class zudem eine gemeinsame technische Sprache. Wer die gleichen Patterns kennt, kann Architekturen besprechen, Code reviewen und Entscheidungen begründen — ein praktischer Nutzen, der über den individuellen Lerngewinn hinausgeht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Python-Kenntnisse sind für den Kurs erforderlich?
Solide Python-Kenntnisse sind Pflicht: Klassen, Funktionen, Dekoratoren und asynchrone Konstrukte sollten vertraut sein. Kenntnisse in REST APIs und JSON-Verarbeitung werden ebenfalls vorausgesetzt. Tiefe Machine-Learning-Kenntnisse sind nicht erforderlich — es geht um die Anwendungsentwicklung mit fertigen LLM-APIs, nicht um das Training von Modellen.
Was ist LCEL und warum ist es für LangChain wichtig?
LCEL (LangChain Expression Language) ist das Kernkonzept für das Bauen von Chains in modernem LangChain. Mit LCEL werden Komponenten deklarativ per pipe()-Syntax zusammengefügt, was Chains lesbarer, testbarer und parallelfähiger macht. Ohne LCEL lässt sich aktuelles LangChain kaum sinnvoll einsetzen, weshalb der Kurs damit beginnt.
Was ist Retrieval-Augmented Generation (RAG)?
RAG ist ein Architekturmuster, bei dem ein Sprachmodell nicht nur auf sein vortrainiertes Wissen zurückgreift, sondern relevante Informationen aus einer eigenen Datenquelle (Dokumente, Datenbank) abruft und in die Antwort einbezieht. Das ist der Standardansatz für Chatbots über Firmenwissen, interne Dokumentationen oder aktuelle Daten. Der Kurs deckt den vollständigen RAG-Stack von der Dokumentenverarbeitung bis zur Retrieval-Chain ab.
Welches Zertifikat erhalte ich nach dem Kurs?
Nach Abschluss wird ein Teilnahmezertifikat ausgestellt, das die erworbenen Kompetenzen dokumentiert. Da LangChain ein Open-Source-Framework ist, gibt es keine offizielle Herstellerzertifizierung. Das Zertifikat bescheinigt die praktischen Fähigkeiten im Bereich LangChain und generativer KI-Entwicklung.
Kann ich den Kurs auch nutzen, wenn ich bereits KI-Vorkenntnisse habe?
Ja. Der Kurs ist so aufgebaut, dass er Entwickler mit Python-Kenntnissen direkt in LangChain-spezifische Patterns einführt, ohne unnötig bei ML-Grundlagen zu verweilen. Wer bereits mit LLM-APIs gearbeitet hat, kann durch LCEL, Agents und LangGraph-Workflows seinen Stack deutlich erweitern. Die Praxisprojekte sind anspruchsvoll genug, um auch Fortgeschrittene herauszufordern.
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