Überblick
Dieser Kurs richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler, die sich auf die Microsoft Power Platform und Dynamics 365 spezialisieren möchten. Im Mittelpunkt steht die programmatische Erweiterung der Power Platform: Teilnehmende lernen, wie Dataverse (früher Common Data Service) durch Plug-ins und benutzerdefinierte Workflows erweitert wird, wie Web-Ressourcen und Client-Skripte die Benutzeroberfläche von Model-Driven Apps anpassen und wie die Plattform insgesamt über Entwicklertools und APIs zugänglich gemacht wird. Ein wichtiger Hinweis zur Zertifizierungssituation: Die ursprüngliche Prüfung MB-400 (Microsoft Power Apps + Dynamics 365 Developer) wurde von Microsoft durch die Prüfung PL-400 (Microsoft Power Platform Developer) ersetzt. Wer heute eine offizielle Microsoft-Entwicklerzertifizierung auf der Power Platform erwerben möchte, strebt den Abschluss Microsoft Certified: Power Platform Developer Associate (PL-400) an. Der Kursinhalt orientiert sich an den Entwicklerthemen, die in beiden Prüfungen relevant waren und weiterhin aktuell sind. Für eine formale Prüfungsanmeldung zur PL-400 sollten Teilnehmende beim Anbieter klären, ob die Vorbereitung darauf ausgerichtet ist.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Einführung in die Power-Platform-Entwicklung Der erste Kursblock gibt einen umfassenden Überblick über das Entwicklerökosystem der Microsoft Power Platform. Teilnehmende lernen, welche Tools, APIs und Erweiterungspunkte ihnen als Entwicklerinnen und Entwickler zur Verfügung stehen und wie sie das Potenzial der Plattform programmatisch ausschöpfen. Dieser Block legt das konzeptionelle Fundament für alle weiteren Module.
- Power Platform-Architektur aus Entwicklerperspektive: Dataverse, Power Apps, Power Automate, Power BI und ihre Schnittstellen
- Entwicklungsumgebungen einrichten: Power Platform CLI, Visual Studio und VS Code-Erweiterungen
- Lösungsmanagement: Strukturierung von Anpassungen in managed und unmanaged Solutions
- Grundlagen des Dataverse-Sicherheitsmodells: Rollen, Berechtigungen, Teamzuweisungen
- Einstieg in das Power Apps Component Framework (PCF): Architektur und erste Komponenten
- Authentifizierung und API-Zugriff: Service Principals, OAuth und Dataverse-Web-API
Modul 2 – Erweiterung des Dataverse (Common Data Service) Im zweiten Block liegt der Schwerpunkt auf der serverseitigen Erweiterung von Dataverse. Plug-ins sind die zentrale Mechanik, um Geschäftslogik im Backend der Power Platform zu verankern – unabhängig davon, welcher Client eine Datenoperation auslöst. Dieses Modul zeigt, wie sie korrekt registriert, entwickelt und getestet werden.
- Plug-in-Lebenszyklus in Dataverse: Pre-Validation, Pre-Operation, Post-Operation
- Plug-in-Entwicklung in C#: IPlugin-Interface, Execution Context, tracing
- Plug-in Registration Tool: Schritte, Messages und Filtering Attributes konfigurieren
- Benutzerdefinierte Workflow-Aktivitäten (Custom Workflow Activities) in Dataverse
- Fehlerbehandlung und Debugging von Plug-ins über Profiler und Trace-Log
- Asynchrone Plug-ins und deren Verwendung für zeitunkritische Hintergrundprozesse
Modul 3 – Erweiterung der Benutzererfahrung (Web-Ressourcen und Client-Skripte) Der dritte Block widmet sich der clientseitigen Erweiterung von Model-Driven Apps. Wer die Benutzererfahrung in Dynamics-365-Formularen, Ansichten und Dashboards anpassen möchte, setzt Web-Ressourcen und Client-Skripte ein. Dieses Modul vermittelt die technischen Grundlagen und Best Practices für diesen Entwicklungsbereich.
- Web-Ressourcentypen: JavaScript, HTML, CSS, Bilddateien und deren Einsatzmöglichkeiten
- Client API in Model-Driven Apps: Formular- und Steuerelementobjekte, Events und Handler
- Skriptregistrierung in Formularen: OnLoad, OnSave, OnChange und benutzerdefinierte Events
- Xrm-Objektmodell und dessen Methoden für Feldzugriff, Sichtbarkeit und Pflichtfelder
- PCF-Komponenten: Manifest erstellen, Rendering implementieren, Packaging und Deployment
- Teststrategien für Client-seitige Logik: Mocking, Fiddler, Browser-Debugging
Praxisteil Die Kursstruktur im Combined-Learning-Format verbindet instruktionale Phasen mit konkreten Entwicklungsaufgaben. Teilnehmende arbeiten mit realen Power-Platform-Umgebungen und entwickeln, testen und deployen eigene Erweiterungen im Verlauf des Kurses.
- Eigene Dataverse-Tabellen modellieren und Beziehungen konfigurieren
- Erstes Plug-in in C# schreiben, registrieren und testen
- Custom Workflow Activity entwickeln und in Power Automate einbinden
- JavaScript-Formularskript schreiben und in einer Model-Driven App aktivieren
- PCF-Komponente aufsetzen, kompilieren und in einer Testumgebung deployen
- Solution-Management: Anpassungen paketieren, exportieren und in Zielumgebung importieren
- Dataverse-Web-API über Postman abfragen und Ergebnisse auswerten
- Azure Function als Webhook für Dataverse-Ereignisse einrichten
- Sicherheitsrollen und Teamzuweisungen für eine Testanwendung konfigurieren
- Fehler in einem vorhandenen Plug-in mit dem Plug-in Profiler diagnostizieren
- Power Apps Canvas App mit Dataverse-Datenquelle verbinden und testen
- Prüfungsaufgaben für PL-400-Themenfelder unter zeitlichen Bedingungen lösen
Lernziele:
- Entwicklerressourcen der Power Platform kennen und zielgerichtet einsetzen
- Dataverse (Common Data Service) durch Plug-ins programmatisch erweitern
- Benutzerdefinierte Workflows und Aktionen in Dataverse erstellen und debuggen
- Web-Ressourcen (HTML, CSS, JavaScript) für Model-Driven Apps entwickeln
- Client-Skripte schreiben, um die Benutzererfahrung in Formularen zu steuern
- Power Apps Component Framework (PCF) zur Entwicklung eigener Steuerelemente nutzen
- Dynamics 365-Anwendungen konfigurieren und mit eigenen Logiken erweitern
- Azure-Dienste im Kontext der Power Platform einsetzen (Integration, Webhooks)
- Sicherheitsmodelle in Dataverse verstehen und in der Entwicklung berücksichtigen
- Lösungen verwalten, exportieren und in verschiedene Umgebungen deployen
- Fehler in Power-Platform-Entwicklungsprojekten systematisch debuggen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler mit Interesse oder Erfahrung in der Microsoft-Plattformwelt, die sich auf Power Platform und Dynamics 365 spezialisieren möchten.
- Softwareentwickler mit .NET- oder JavaScript-Kenntnissen, die in die Power Platform einsteigen
- Dynamics 365-Administratoren, die eine Entwicklerrolle übernehmen möchten
- Power Platform-Profis, die von Low-Code auf Pro-Code-Entwicklung erweitern wollen
- IT-Fachleute, die in Projekten mit Dataverse-Integration tätig sind
- Fachinformatiker Anwendungsentwicklung mit Interesse an ERP- und CRM-naher Entwicklung
Grundkenntnisse in C# oder .NET sowie JavaScript sind empfehlenswert. Erste Erfahrungen mit der Power Platform oder Dynamics 365 erleichtern den Einstieg. Vor Kursbeginn findet ein individuelles Beratungsgespräch statt, in dem Vorkenntnisse eingeschätzt und ein Lernplan erstellt wird.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs nutzt das Combined-Learning-Format, das angeleitete Instruktionsphasen mit praktischen Entwicklungsaufgaben verbindet. Eigene Power-Platform-Testumgebungen ermöglichen es, das Gelernte direkt auszuprobieren. Prüfungsvorbereitungsaufgaben zu den PL-400-Themenfeldern sind im Kurs integriert; Mock-Examen helfen, das eigene Niveau einzuschätzen und Lücken zu schließen. Der Vollzeitrhythmus sorgt für einen zusammenhängenden Lernfluss ohne große zeitliche Unterbrechungen zwischen den Kursblöcken.
Die Weiterbildung ist für Vollzeitlernen ausgelegt und dauert typischerweise zwischen mehr als einer Woche bis hin zu drei Monaten, je nach Tiefe der Vorbereitung. Individuelle Varianten sind auf Anfrage möglich.
Der Kurs bereitet auf die Inhalte des Power-Platform-Entwicklerbereichs vor. Die ursprüngliche Prüfung MB-400 ist ausgelaufen und wurde durch PL-400 (Power Platform Developer Associate) ersetzt. Ob die Vorbereitung explizit auf PL-400 ausgerichtet ist, klärt der Anbieter. Teilnehmende erhalten ein Lehrgangszertifikat des Bildungsanbieters sowie bei erfolgreich abgelegter Zertifizierungsprüfung das entsprechende Microsoft-Herstellerzertifikat.
Nutzen & Perspektiven
Die Microsoft Power Platform hat sich in den letzten Jahren von einer Low-Code-Ergänzung zu einer ernstzunehmenden Entwicklungsplattform für Unternehmensanwendungen entwickelt. Organisationen, die Dynamics 365 oder Dataverse-basierte Lösungen einsetzen, suchen aktiv nach Entwicklerinnen und Entwicklern, die serverseitige Logik in Plug-ins verankern und clientseitige Anpassungen über Skripte und PCF-Komponenten umsetzen können. Die Nachfrage nach dieser Spezialisierung ist in Stellenausschreibungen gut sichtbar. Die Ablösung von MB-400 durch PL-400 spiegelt Microsofts strategische Entscheidung wider, die Power Platform als kohärentes Entwicklungsökosystem zu positionieren – losgelöst von einzelnen Dynamics-365-Produktnamen. Für Teilnehmende bedeutet das: Der erlernte Entwicklungsansatz bleibt relevant und aktuell, auch wenn sich die Prüfungsbezeichnung geändert hat. Das Wissen zu Dataverse-Plug-ins, PCF-Komponenten und Client-API ist in aktuellen M365- und Dynamics-365-Projekten täglich gefragt. Für Fachkräfte, die vom reinen Administrator in eine Entwicklerrolle wechseln oder ihre Karriere in der Microsoft-Plattformwelt ausbauen möchten, ist dieser Kurs ein sinnvoller Schritt. Die Investition in Power-Platform-Entwicklerkompetenzen zahlt sich in einem Markt aus, in dem Customizations von Dynamics 365 und eigenständige Dataverse-Anwendungen stark gefragt sind.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist die Prüfung MB-400 noch gültig?
Nein. Microsoft hat die Prüfung MB-400 (Microsoft Power Apps + Dynamics 365 Developer) eingestellt und durch PL-400 (Microsoft Power Platform Developer Associate) ersetzt. Wer heute eine offizielle Zertifizierung als Power-Platform-Entwickler anstrebt, richtet sich auf PL-400 aus. Der Kursinhalt deckt die weiterhin relevanten Entwicklerthemen ab; ob die Vorbereitung explizit auf PL-400 ausgerichtet ist, klärt der Anbieter.
Was ist der Unterschied zwischen MB-400 und PL-400?
MB-400 war speziell auf Power Apps in Kombination mit Dynamics 365 ausgerichtet. PL-400 fasst die Power-Platform-Entwicklerkompetenzen breiter: Dataverse-Erweiterungen, PCF-Komponenten, Power Automate-Entwicklung und Azure-Integration. Inhaltlich gibt es erhebliche Überschneidungen; die grundlegenden Entwicklertechniken für Dataverse, Plug-ins und Client-Scripting sind in beiden relevant.
Welche Programmierkenntnisse werden vorausgesetzt?
Für den serverseitigen Teil (Plug-ins) sind C#/.NET-Kenntnisse hilfreich; für den clientseitigen Teil (Web-Ressourcen, Client-Skripte) sind JavaScript-Grundlagen relevant. Einsteiger ohne diese Vorkenntnisse sollten im Beratungsgespräch klären, ob vorangehende Programmierkurse sinnvoll sind.
Für wen ist dieser Kurs besonders geeignet?
Besonders profitieren Dynamics-365-Administratoren, die in eine Entwicklerrolle wechseln möchten, sowie Softwareentwickler, die sich auf die Microsoft Power Platform spezialisieren wollen. Auch Fachinformatiker Anwendungsentwicklung mit Interesse an ERP- und CRM-naher Entwicklung finden hier einen gezielten Einstieg.
Was ist das Power Apps Component Framework (PCF)?
PCF ist ein Entwicklungsframework von Microsoft, das es ermöglicht, benutzerdefinierte UI-Steuerelemente für Model-Driven Apps und Canvas Apps zu erstellen. Mit PCF können Entwickler React- oder Vanilla-JavaScript-Komponenten schreiben, die sich nahtlos in Power-Apps-Formulare und -Ansichten integrieren lassen.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
Kaufmännische Sachbearbeitung verlagert sich Richtung digitale Prozesse (DATEV-, SAP-, Salesforce-Kenntnisse). Wer klassische Buchhaltung mit ERP/Tool-Wissen kombiniert, ist überdurchschnittlich gefragt; Reine Routine-Sachbearbeitung verliert.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Business-Development-Manager/Business-Development-Managerin828 Stellen
- CRM-Consultant135 Stellen
- Kaufmännischer Assistent/Wirtschaftsassistent / Kaufmännische Assistentin/Wirtschaftsassistentin - Informationsverarbeitung93 Stellen