Überblick
Der Prüfungscode MB-400 für Microsoft Power Apps und Dynamics 365 Developer ist inzwischen offiziell ausgelaufen; Microsoft hat diesen Pfad durch PL-400 (Microsoft Power Platform Developer) abgelöst, das seit 2021 die aktuelle Zertifizierung für Power-Platform-Entwicklungskompetenz darstellt. Dieses Programm vermittelt die Kernthemen aus dem ehemaligen MB-400-Curriculum — Entwicklung mit der Power Platform, Erweiterung des Dataverse, Client-seitige Anpassungen — und gibt dabei ehrlich an, dass die ursprüngliche MB-400-Prüfung nicht mehr existiert. Wer die offizielle Microsoft-Zertifizierung anstrebt, wird auf die Nachfolgeprüfung PL-400 vorbereitet. Ergänzt wird das Programm durch einen Microsoft-Teams-Block, der die vollständige Kollaborationsplattform von Microsoft behandelt: Chat, Meetings, Channels, integrierte Apps und die Anbindung von Power-Platform-Lösungen direkt in Teams. Da Dynamics-365- und Power-Apps-Lösungen in vielen Unternehmen über Teams bereitgestellt werden, ist diese Kombination fachlich schlüssig.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Einführung in die Entwicklung mit der Power Platform Dieser erste Block stellt das Entwickler-Ökosystem der Power Platform vor und legt die Grundlage für die tiefergehenden Entwicklungsaufgaben in den späteren Modulen. Entwickler werden mit den Tools, APIs und Erweiterungspunkten vertraut gemacht, die Microsoft für die Power Platform bereitstellt.
- Überblick Power Platform: Komponenten, Dataverse als zentrales Datenlager, Lizenzkategorien
- Entwicklerwerkzeuge: Power Apps Component Framework (PCF), Power Platform CLI, Visual Studio Code mit Power-Platform-Extension
- Lösungsverwaltung: Managed und Unmanaged Solutions, Abhängigkeiten, Versionierung und Deployment zwischen Environments
- Dataverse-Datenmodell: Standard-Tabellen, benutzerdefinierte Tabellen, Spaltentypen und Beziehungen
- Environment-Konzepte: Sandbox, Produktion, Default Environment und deren Verwaltung im Admin Center
- Sicherheitsmodell der Power Platform: Rollen, Teams, Geschäftsbereiche und datensatzbezogene Zugriffsrechte
Modul 2 — Erweiterung des Dataverse (Common Data Service) Dieses Modul behandelt die Kernkompetenz des Power-Platform-Entwicklers: die serverseitige Erweiterung des Dataverse durch Plug-ins und Workflow-Erweiterungen. Hier liegt der technisch anspruchsvollste Teil des ehemaligen MB-400- und des aktuellen PL-400-Curriculums.
- Plug-in-Architektur: Ereignismodell, Pipeline-Phasen (Pre-Validation, Pre-Operation, Post-Operation), ExecutionContext
- Plug-in-Entwicklung mit C# und dem Dataverse SDK: IPluginExecutionContext, IOrganizationService, ITracingService
- Registrierung von Plug-ins mit dem Plugin Registration Tool: Steps, Images, Secure/Unsecure Configuration
- Benutzerdefinierte Workflow-Aktivitäten für Power Automate und klassische Workflows entwickeln
- Fehlerbehandlung und Tracing in Plug-ins; Integration mit Azure Application Insights
- Dataverse-API: Web API (OData v4), SDK-Nachrichten, Batch-Requests und Parallelverarbeitung
Modul 3 — Erweiterung der Power-Platform-Benutzererfahrung Client-seitige Anpassungen definieren, wie Benutzer mit Model-Driven Apps und Power-Apps-Formularen interagieren. Dieser Block behandelt sowohl klassische Web-Ressourcen als auch moderne PCF-Komponenten.
- Web-Ressourcen: HTML-, JavaScript- und CSS-Dateien als Ressourcen in Dataverse registrieren und einbetten
- Client-Skripte: Xrm-Objekt-Modell, Formular-Events (OnLoad, OnSave, OnChange), Feld-API und Formular-Kontext
- Ribbon-Anpassungen mit dem Ribbon Workbench: Buttons, Sichtbarkeitsregeln und Befehle definieren
- Power Apps Component Framework: PCF-Komponenten mit TypeScript entwickeln, Manifest, CSS und Ressourcen bündeln
- Canvas-App-Entwicklung: Formeln, Verbindungen, Sammlungen und Delegation; Responsive Layout
- Fortgeschrittene Model-Driven-App-Konfigurationen: Business Rules, Formularkonfigurationen, hierarchische Diagramme
Modul 4 — Microsoft Teams Microsoft Teams ist seit seiner Einführung zum zentralen Kommunikations- und Kollaborations-Hub in Microsoft-365-Umgebungen geworden. Dieser Modulblock behandelt sowohl die Nutzungsperspektive als auch die Konfiguration und Administration der Plattform.
- Teams-Grundlagen: Workspace-Struktur (Teams, Kanäle, Registerkarten), Messaging und @Mentions
- Besprechungen und Live-Events: Rollen, Aufzeichnungen, Breakout-Rooms und Webinar-Funktionen
- Teams-Administration: Richtlinien für Messaging, Meetings und Anrufe über das Teams Admin Center
- Gastzugang und externer Zugang: Konfiguration, Sicherheitsüberlegungen und Compliance
- Apps in Teams: Microsoft-eigene Apps integrieren, Power-Platform-Apps als Tab oder Bot bereitstellen
- Power Automate Flows in Teams: Genehmigungen, adaptive Karten und Flow-Trigger direkt aus Teams
- Teams-Telefonie: Grundlagen der Direktanrufkonfiguration (Direct Routing und Calling Plans)
- Compliance und Archivierung: Aufbewahrungsrichtlinien, eDiscovery und Kommunikations-Compliance für Teams
Der kombinierte Praxisblock verbindet Power-Platform-Entwicklung und Teams.
- Eine Model-Driven App als Teams-Tab bereitstellen und Zugriffsrechte konfigurieren
- Power Automate Flow in einem Teams-Kanal als adaptive Karte ausgeben
- PCF-Komponente in einer Canvas App innerhalb von Teams testen
- Teams Webhook aus einem Power Automate Cloud Flow ansteuern
- End-to-End-Szenario: Dataverse-Plug-in schreibt Daten, Flow benachrichtigt Teams-Kanal, Teams-App zeigt Status
Lernziele:
- Die Power Platform als Entwicklungsökosystem verstehen: Power Apps, Power Automate, Power BI und Microsoft Dataverse
- Dataverse-Erweiterungen mit Server-seitigen Plug-ins und benutzerdefinierten Workflow-Aktivitäten entwickeln
- Client-seitige Anpassungen mit Web-Ressourcen (HTML, JavaScript, CSS) und Client-Skripten umsetzen
- Model-Driven Apps in Power Apps entwerfen, anpassen und mit Dataverse-Tabellen verbinden
- Canvas Apps für spezifische Anwendungsfälle in Power Apps erstellen und veröffentlichen
- Power Automate Flows für komplexe Automatisierungen auf der Power Platform entwickeln
- Azure-Dienste (Functions, Logic Apps, API Management) in Power-Platform-Lösungen integrieren
- Microsoft Teams als Unternehmens-Kollaborationsplattform vollständig konfigurieren und verwalten
- Teams-Meetings, Kanäle, Gastzugang und Compliance-Einstellungen administrieren
- Power-Platform-Apps und Power Automate Flows direkt in Microsoft Teams bereitstellen
- Aktuellen PL-400-Prüfungsinhalt kennen und von den ausgelaufenen MB-400-Inhalten unterscheiden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Programm richtet sich an Entwickler und technisch versierte Administratoren, die Power-Platform-Entwicklungskompetenzen aufbauen und gleichzeitig Microsoft Teams als Plattform verstehen und konfigurieren möchten.
- Software-Entwickler, die in das Microsoft-Power-Platform-Ökosystem einsteigen
- Dynamics-365-Administratoren, die in die Entwicklerrolle wechseln wollen
- IT-Consultants, die Microsoft-365- und Power-Platform-Projekte begleiten
- Citizen Developer, die über Konfiguration hinaus eigene Erweiterungen entwickeln möchten
- IT-Generalisten in Microsoft-lastigen Unternehmen, die Power Platform und Teams administrieren
Für den Entwickler-Teil werden C#-Grundkenntnisse und Erfahrung mit objektorientierter Programmierung empfohlen; JavaScript-Kenntnisse sind für den Client-Skript-Block hilfreich. Vertrautheit mit der Power Platform als Nutzer — z. B. das Erstellen einfacher Canvas Apps oder Automate Flows — beschleunigt den Einstieg erheblich. Für den Microsoft-Teams-Teil sind keine besonderen Vorkenntnisse notwendig; grundlegende Windows- und Microsoft-365-Kenntnisse genügen.
Ablauf & Abschluss
Der Unterricht findet im Combined-Learning-Format mit synchronen Live-Sessions und begleiteten Lab-Phasen statt. Für den Entwickler-Teil arbeiten Teilnehmende in Power-Platform-Entwickler-Umgebungen (kostenlos verfügbare Developer Environments); für Teams-Themen werden eigene Microsoft-365-Testmandanten genutzt. Code-Übungen werden Schritt für Schritt durch Trainer begleitet. Fallstudien zeigen reale Power-Platform-Implementierungsprojekte und verdeutlichen, wie Plug-in-Architektur und Teams-Integration in der Praxis zusammenspielen.
Das Programm läuft im Vollzeitformat über mehr als eine Woche bis zu maximal einem Monat. Dieser kürzere Rahmen gegenüber längeren Kombi-Programmen spiegelt den konzentrierten Entwickler-Fokus wider. Die genaue Dauer richtet sich nach der Modultiefe und dem Vorkenntnisstand der Teilnehmenden.
Ein wichtiger Hinweis zur Zertifizierung: Die ursprüngliche MB-400-Prüfung (Microsoft Power Apps + Dynamics 365 Developer) ist von Microsoft ausgelaufen. Das Nachfolgeprogramm ist die PL-400-Prüfung (Microsoft Power Platform Developer), die seit 2021 verfügbar ist und die relevanten Entwicklerkompetenzen abprüft. Dieses Kurs-Curriculum deckt die zentralen Inhalte des PL-400-Examens ab; Teilnehmende, die eine offizielle Microsoft-Zertifizierung anstreben, sollten die PL-400-Prüfung anmelden. Als Teilnahmenachweis erhalten alle Teilnehmenden ein trägerinternes Lehrgangszertifikat. Die PL-400-Zertifizierung selbst wird von Microsoft nach bestandener Prüfung ausgestellt.
Nutzen & Perspektiven
Die Power Platform ist eines der am schnellsten wachsenden Entwicklungs-Ökosysteme in der Microsoft-Welt. Unternehmen bauen zunehmend auf Power Apps und Dataverse als Low-Code-/Pro-Code-Plattform für interne Applikationen, und die Nachfrage nach Entwicklern, die Plug-ins schreiben, PCF-Komponenten entwickeln und Lösungs-Deployments beherrschen, übersteigt das verfügbare Angebot. Wer PL-400-Kompetenz nachweist, positioniert sich in einem Nischensegment mit überdurchschnittlich guten Gehaltsperspektiven. Die Ergänzung um Microsoft Teams ist praktisch und strategisch sinnvoll: Power-Platform-Lösungen werden in modernen Microsoft-365-Umgebungen fast ausnahmslos über Teams bereitgestellt. Wer beide Plattformen versteht, kann Kundenprojekte vollständig begleiten — von der Datenmodellierung im Dataverse bis zur Bereitstellung der fertigen App als Teams-Tab. Diese End-to-End-Kompetenz ist besonders für Consultants und IT-Dienstleister wertvoll. Langfristig eröffnet das Programm Wege in höher spezialisierte Microsoft-Zertifizierungspfade wie PL-600 (Power Platform Solution Architect) oder in die Dynamics-365-Entwicklerwelt, wo Plug-in- und Web-Ressourcen-Kenntnisse direkt übertragbar sind.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Prüfung heißt MB-400 im Kurstitel — gilt das noch?
Nein. Microsoft hat die MB-400-Prüfung abgekündigt; das Nachfolgeprogramm ist PL-400 (Microsoft Power Platform Developer), das seit 2021 verfügbar ist. Das Kurs-Curriculum basiert auf den relevanten Entwickler-Inhalten, die auch für PL-400 gelten. Wenn Sie eine offizielle Zertifizierung anstreben, melden Sie sich für PL-400 an.
Was ist der Unterschied zwischen MB-400 und PL-400?
MB-400 war auf Power Apps und Dynamics 365 Developer ausgerichtet und ist ausgelaufen. PL-400 deckt ein breiteres Power-Platform-Entwicklerspektrum ab: Dataverse, PCF, Power Automate und Azure-Integrationen. Die Kernkompetenzen überschneiden sich stark; PL-400 ist die aktuelle offizielle Prüfung.
Brauche ich Dynamics 365 Kenntnisse für diesen Kurs?
Dynamics 365 teilt sich die Dataverse-Infrastruktur mit der Power Platform. Das Programm deckt die Entwickler-Erweiterungsschicht ab (Plug-ins, Workflow-Aktivitäten, Web-Ressourcen), die für beide Plattformen gilt. Explizite Dynamics-365-Geschäftslogik (Finanzen, Field Service usw.) ist nicht Gegenstand dieses Kurses.
Wie wird Microsoft Teams in den Kurs integriert — ist das nur ein Add-on?
Teams wird als vollständiger Modulblock behandelt, nicht als optionales Anhängsel. Gleichzeitig zeigt der kombinierte Praxisblock explizit, wie Power-Platform-Lösungen in Teams bereitgestellt werden — von der Canvas-App als Teams-Tab bis zum Power-Automate-Flow mit adaptiven Karten in einem Teams-Kanal.
Welche Programmiersprachen werden im Entwickler-Teil genutzt?
Für Dataverse-Plug-ins wird C# eingesetzt (Entwicklung mit dem Dataverse SDK unter .NET). Client-Skripte und Web-Ressourcen werden in JavaScript und HTML/CSS entwickelt. PCF-Komponenten nutzen TypeScript. Grundkenntnisse in C# und JavaScript sind daher empfehlenswert.
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