Überblick
Die zweite Säule dieses Kurses ist der Linux-Engineer-Strang, der zusammen mit MB-910 (Dynamics 365 Fundamentals) ein ungewöhnliches, aber praxisrelevantes Doppelprofil bildet. Während MB-910 die gesamte Dynamics-365-Plattform auf konzeptuellem Niveau abdeckt, vermittelt der Linux-Teil fundierte Kenntnisse in der Installation, Konfiguration und Verwaltung von Linux-Systemen. Die Verbindung ist für IT-Generalisten typisch, die in gemischten Umgebungen arbeiten: Dynamics 365 läuft in der Microsoft-Cloud, aber darum herum existieren häufig Linux-Server, hybride Infrastrukturen und Open-Source-Tooling. Wer beide Welten kennt, kann in solchen Umgebungen effektiver kommunizieren, integrieren und administrieren.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Dynamics 365 Fundamentals (MB-910): Plattformüberblick und Customer-Engagement-Apps Dieser Block vermittelt das konzeptuelle Grundlagenwissen für die MB-910-Prüfung. Die Fundamentals-Prüfung legt großen Wert auf ein klares Verständnis der Dynamics-365-Produktfamilie — welche App welches Geschäftsproblem löst und wie die verschiedenen Komponenten miteinander zusammenhängen.
- Dynamics 365-Produktüberblick: Customer Engagement, Finance and Operations, Business Central, Dataverse
- Dynamics 365 Sales: Vertriebsprozesse, Lead-Management, Pipeline-Übersicht
- Dynamics 365 Customer Service: Fallverwaltung, Servicevereinbarungen, Wissensdatenbank
- Dynamics 365 Marketing: Kampagnen, Customer Journeys, Segmentierung
- Dynamics 365 Field Service: Außendienstverwaltung, IoT-Anbindung, Ressourcenplanung
- Dynamics 365 Project Operations: Projektgeschäft, Ressourcen und Zeiterfassung im Überblick
Modul 2 — Dynamics 365 Fundamentals (MB-910): Finance and Operations und Power Platform Der zweite MB-910-Block rundet das Fundamentals-Wissen mit den Operations-Apps und der Power Platform ab. Das Verständnis dieser Bereiche ist für IT-Fachleute wichtig, die Dynamics-365-Implementierungen technisch begleiten — auch wenn sie selbst in der Infrastruktur verankert sind.
- Dynamics 365 Finance und Supply Chain Management: Kernprozesse im Überblick
- Dynamics 365 Business Central: integriertes ERP für mittelständische Unternehmen
- Power Apps und Power Automate: Low-Code-Erweiterungen für Dynamics 365
- Dataverse: Datenmodell, Tabellen, Zugriffssteuerung und Beziehungen
- Mixed Reality mit Dynamics 365 Guides: Anwendungsszenarien im Überblick
- Dynamics 365 im Kontext hybrider IT-Umgebungen: Azure-Infrastruktur und On-Premises-Integration
Modul 3 — Linux Engineer: Installation, Dateisysteme und Grundkonfiguration Dieser Block beginnt den Linux-Strang und legt das technische Fundament. Linux-Kenntnisse beginnen mit einem tiefen Verständnis des Betriebssystems selbst — von der Installationsphilosophie über die Dateisystemstruktur bis hin zur grundlegenden Systemkonfiguration.
- Linux-Distributionen im Überblick: Debian/Ubuntu, RHEL/CentOS/AlmaLinux, SUSE — Unterschiede und Einsatzgebiete
- Installation und Partitionierung: MBR/GPT, logische Volumes (LVM), Swap
- Dateisystemhierarchie (FHS): Verzeichnisse, Mounts, Links
- Datei- und Verzeichnisverwaltung: Berechtigungen, Eigentümerschaft, ACLs, SUID/SGID/Sticky Bit
- Benutzerverwaltung: Konten erstellen, Gruppen, PAM, sudo-Konfiguration
- Paketverwaltung: APT und YUM/DNF — Pakete installieren, aktualisieren, verwalten
Modul 4 — Linux Engineer: Netzwerk, Dienste, Sicherheit und Scripting Der zweite Linux-Block behandelt die Themen, die im täglichen Betrieb eines Linux-Servers am häufigsten gebraucht werden: Netzwerkverwaltung, Dienstesteuerung, Sicherheitshärtung und Shell-Scripting für Automatisierung.
- Netzwerkverwaltung unter Linux: ip-Befehl, Netzwerkschnittstellen, statische und dynamische IP-Konfiguration
- DNS-Konfiguration, Routing und Firewall mit iptables und firewalld
- systemd: Dienste verwalten, Timer-Units, Logging mit journald
- SSH-Konfiguration: Schlüsselauthentifizierung, Portweiterleitung, sichere SSH-Härtung
- SELinux und AppArmor: Grundlagen Mandatory Access Control auf Linux-Systemen
- Bash-Scripting: Variablen, Schleifen, Bedingungen, Fehlerbehandlung, Cronjobs
Die Übungen sind auf den Betrieb realer Linux-Systeme ausgerichtet und decken alle Modulinhalte ab.
- Erkundung der Dynamics-365-Demo-Umgebung: Sales, Customer Service, Power Platform
- MB-910-Prüfungsvorbereitung: konzeptuelle Zuordnungsübungen für alle App-Bereiche
- Linux-Umgebung aufsetzen: Virtuelle Maschine installieren und Grundkonfiguration durchführen
- Dateisystem einbinden, Berechtigungen setzen und ACLs konfigurieren
- LVM-Volumes erstellen, erweitern und überwachen
- Benutzerverwaltung: Konto anlegen, Gruppe zuweisen, sudo-Rechte einrichten
- Netzwerkschnittstelle statisch konfigurieren und SSH-Zugang einrichten
- SSH-Härtung: Passwortauthentifizierung deaktivieren, schlüsselbasierte Authentifizierung einrichten
- Firewall-Regeln mit firewalld definieren und testen
- Systemdienst konfigurieren, starten und in den Autostart einbinden
- Bash-Skript schreiben: automatische Sicherung eines Verzeichnisses mit Zeitstempel und Logging
- Abschlussaufgabe: Linux-Server für eine fiktive Hybrid-IT-Umgebung mit Dynamics-365-Bezug konfigurieren und absichern
Alle Übungen finden in einer virtuellen Lernumgebung statt; Live-Unterricht und eigenständige Laborphasen wechseln sich ab.
Lernziele:
- Aufbau und Produktfamilie von Dynamics 365 erläutern und Apps nach Anwendungsgebiet einordnen
- Kernfunktionalitäten von Dynamics 365 Customer Engagement und Finance and Operations beschreiben
- Power Platform als integrierte Plattform für Dynamics-365-Erweiterungen einordnen
- Linux-Distributionen vergleichen und für unterschiedliche Einsatzszenarien die geeignete Wahl treffen
- Linux-Dateisystemhierarchie verstehen und Dateisysteme einbinden, verwalten und überwachen
- Benutzer, Gruppen und Berechtigungen in Linux konfigurieren und administrieren
- Netzwerkkonfiguration unter Linux: IP-Adressen, Routing, DNS und Netzwerkdienste einrichten
- Shell-Scripting mit Bash: Skripte schreiben, debuggen und für Automatisierungsaufgaben nutzen
- Systemdienste mit systemd verwalten: Einheiten anlegen, starten, überwachen und stoppen
- Grundlegende Sicherheitsmaßnahmen auf Linux-Systemen umsetzen: Firewall, SELinux/AppArmor, SSH-Härtung
- Prozess- und Ressourcenverwaltung unter Linux: Monitoring, Priorisierung, Performance-Analyse
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an IT-Fachleute, die in gemischten IT-Umgebungen arbeiten und beide Welten — Microsoft-Cloud mit Dynamics 365 und Linux-Infrastruktur — überblicken und bedienen wollen.
- IT-Systemadministratorinnen und -administratoren in hybriden Windows-/Linux-Umgebungen
- Linux-Engineerinnen und -Engineers, die ihr Profil um Microsoft-Cloud-Kenntnisse ergänzen wollen
- IT-Generalistinnen und -Generalisten, die für Dynamics-365-Projekte als technische Ansprechpartner fungieren
- Junior-IT-Fachleute, die gezielt eine breite technische Grundausbildung aufbauen
- IT-Beraterinnen und -Berater, die Kunden mit gemischten Cloud- und Linux-Infrastrukturen betreuen
Grundlegende IT-Kenntnisse sind für beide Stränge notwendig. Für den Linux-Teil wird empfohlen, bereits Erfahrung mit der Linux-Kommandozeile zu haben — wer einen Linux-Rechner bedienen und grundlegende Befehle ausführen kann, ist gut vorbereitet. Tiefes Vorwissen ist für den Kurs nicht erforderlich; er eignet sich auch für Personen, die Linux bisher nur oberflächlich kennengelernt haben. Für MB-910 genügen allgemeine IT- und Geschäftsprozess-Kenntnisse; keine spezifischen Dynamics-365-Vorkenntnisse erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Der Unterricht findet im virtuellen Klassenzimmer statt, wobei Theorieinputs und praktische Laborphasen strukturiert wechseln. Der Linux-Strang erfordert eine Lernumgebung zum Ausprobieren — viele Übungen lassen sich in einer lokalen virtuellen Maschine oder einer vom Anbieter bereitgestellten Laborumgebung durchführen. Der MB-910-Strang ist stärker konzeptuell ausgerichtet und konzentriert sich auf das Verstehen der Plattformarchitektur. Dozentinnen und Dozenten begleiten beide Stränge; Teilnahme ist aus dem Homeoffice oder aus Präsenzzentren möglich.
Der Kurs läuft in Vollzeit über mehr als einen Monat bis zu drei Monate. Der Linux-Engineer-Strang ist praxisorientiert und erfordert Zeit für Laborübungen, die nicht durch reine Theorielektüre ersetzt werden können. Die genaue Kurslänge hängt von der gewählten Modulkonfiguration ab; wer beide Stränge vollständig belegt, rechnet mit etwa sechs bis zehn Wochen Kurszeit.
Nach Kursabschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Lehrgangszertifikat. Das offizielle Microsoft-Zertifikat MB-910 (Microsoft Certified: Dynamics 365 Fundamentals) wird nach bestandener Prüfung bei einem akkreditierten Testcenter ausgestellt; die Prüfungsgebühr ist separat zu entrichten. Für den Linux-Engineer-Strang ist das Abschlussdokument ein qualifizierter Nachweis über die absolvierten Inhalte und erworbenen Kompetenzen, kein externes Herstellerzertifikat.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination aus Dynamics-365-Fundamentals und Linux-Engineering mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen — sie entspricht aber dem Alltag vieler IT-Fachleute in mittelständischen und größeren Unternehmen. Microsoft-Cloud-Dienste laufen in Umgebungen, in denen Linux-Server, Open-Source-Middleware und Windows-Systeme parallel betrieben werden. Wer sich in beiden Welten auskennt, wird in solchen Projekten zum Bindeglied zwischen Cloud-Teams und Infrastrukturteams. Linux-Administration ist eine der dauerhaft gefragten Basiskompetenzen in der IT — vom kleinen Rechenzentrum bis zur Cloud-nativen Infrastruktur. Distributionen wie Ubuntu, Debian und AlmaLinux sind in Serverumgebungen allgegenwärtig, und das Wissen über Dateisysteme, Netzwerkkonfiguration, systemd und Shell-Scripting altert erheblich langsamer als das Wissen über spezifische Produktversionen. Wer diese Grundlagen beherrscht, kann sich schnell auf neue Umgebungen einstellen. Das MB-910-Wissen schließt eine Lücke, die reine Linux-Administratoren oft haben: ein klares Bild davon, welche Geschäftsanwendungen auf der Microsoft-Cloud laufen und welche Anforderungen Dynamics-365-Implementierungen an die umliegende Infrastruktur stellen. In Projekten, in denen Dynamics 365 in hybride Umgebungen integriert wird, ist dieses Verständnis eine unmittelbar einsetzbare Ressource.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was umfasst der Linux-Engineer-Teil?
Der Linux-Engineer-Strang vermittelt Kenntnisse in der Installation, Konfiguration und Verwaltung von Linux-Systemen. Themen sind unter anderem Dateisysteme, Netzwerkverwaltung, Benutzerverwaltung, Prozessverwaltung, Shell-Scripting und grundlegende Sicherheitskonfiguration. Der genaue Umfang richtet sich nach dem gewählten Modulplan.
Ist dieser Kurs mit einer externen Linux-Zertifizierung verknüpft?
Der Linux-Engineer-Teil bereitet auf die praktische Systemadministration vor, ist aber nicht zwingend mit einer bestimmten externen Herstellerprüfung verbunden. Das Abschlussdokument nach dem Kurs ist ein trägerinternes Lehrgangszertifikat. MB-910 ist eine offizielle Microsoft-Prüfung, die separat bei einem akkreditierten Testcenter abgelegt wird.
Warum wird MB-910 mit Linux-Engineering kombiniert?
Die Kombination spiegelt den Alltag vieler IT-Generalisten wider: Dynamics 365 läuft auf Azure-Cloud-Infrastruktur, die oft neben Linux-Servern betrieben wird. Wer die Dynamics-365-Plattform kennt und gleichzeitig Linux-Systeme administrieren kann, ist flexibel einsetzbar — sowohl in hybriden IT-Umgebungen als auch in Integrationsprojekten zwischen Microsoft-Cloud und Linux-Infrastruktur.
Brauche ich eine Linux-Testumgebung für den Kurs?
Für die praktischen Übungen im Linux-Teil ist Zugang zu einer Linux-Umgebung notwendig. Viele Übungen lassen sich in einer virtuellen Maschine auf dem eigenen Rechner durchführen (z. B. Ubuntu oder CentOS/AlmaLinux in VirtualBox oder VMware). Der Anbieter klärt zu Kursbeginn, welche Testumgebung bereitgestellt oder empfohlen wird.
Welches Zertifikat bekomme ich nach dem Kurs?
Nach Kursabschluss erhalten Sie ein trägerinternes Lehrgangszertifikat. Das offizielle Microsoft-Zertifikat MB-910 wird nach bestandener Prüfung bei einem akkreditierten Testcenter von Microsoft ausgestellt. Für den Linux-Engineer-Teil ist das Abschlussdokument ein Nachweis über die absolvierten Lerninhalte — kein externes Herstellerzertifikat.
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